Religiöse Lichtblicke/Text
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Religiöfe Lichfblice _
Einige Erläuterungen
zur Bahni=-Bewegung
Aus dem Sranzöfifhen überfeht von Albert KHenftle Karlsrufe.
1916 Berlag der Bahni-Bereinigung Stullgari
N ' . Z in oe a T. 5 “ Lu H u une - r = ng . Be Ba ar 6 TERRA.
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Sm Berlag der SahnisPereinigung Stultgarf,
Hölderlinftraße 35, find folgende Schriften erjhienen:
„Aniverfnler Friede. Univerfale Heligion‘ Die Bahai-Bewegung, ihr Zwed und Ziel von W. Herrigel
Preis 10 Vie.
„Die Gelhichle der SahniSrwegung“ ‘ (Ein. univerjaler Glaube) von Sydney Sprague, aus dem Englifchen überjeßt von W. Herrigel Breis 20 Big.
„Ehe Abraham mar, war Ich‘ von Thornton Echafe, aus dem Engliichen überjeßt von WB. Derrigel. Preis 10 Big.
„Dos Beilige Tablet“, ein Sendfchreiben Baha’o’llahs n die Chriitenheit, aus dem Englilden überjeßt von WB. Herrigel . . . . . Breis 10 Big.
„Die Offenbarung von Saba v’lah von %. D. Brittingham, aus dem Engliiden überjeßt von W. Herrigel
Vreis 50 Big.
„Berborgene Worfe“ von Baha’o’Nah, aus dem Eng-Lichen überlegt von U. Braun und &. Ruoff
Preis 80 Big.
„srahe Sotfchnften” von Baha’o’lah, au8 dem Eng-Kchen überlegt von Ü. Braun und E Ruoff
Preis 60 Big.
„Eine Batlıhaft an die Juden“ von Abdul Baba Abbas, aus dem Engliiden überlegt von W. Herrigel
Preis 15 Big.
„Evangelium der Liebe und des Friedens für unlere
Breit“ von Abdul Baba Abbas mit Bild des Der:
Tajler3, aus dem Englilhen überjeßt von W. Herrigel
Preis 120 Pfg.
Der Berland obiger Schriften erfolgt gegen Nachnahme oder Boreinfendung des Betrages.
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BSSTETESTESTESTERTESTE
1. Die Einheit Goffes und die güffliche Offenbarung durch „Bahn’ o’ Nah“. Die Anhänger falt jeder Religion, jeien es Buddhilten, Brabmanen, Soroalter, Juden, Chriften oder Mohammedaner, glausben, dab es nur einen einzigen Gott gibt, der in allen feinen Eigenihaften voillommen: it.
Die Göten der emen und die VBoritellungen von der Gottheit Der anderen jind nichts anderes als menihlide Bilber eines gottähnliden Wejens. Die Argumente jedod, auf weldye ji die Öottesverehrer jeder Religion hinfichtlich der Beweile von der Einheit Gottes berufen, gehen über den Begriff eines Gottes als eines unumjchräntten, unendlihen Welens nicht hinaus. Mit anderen Worten: diefe Vorftellungen führen nid zur Grienntnis Gottes, jonderm zum Berftändnis jemes Vorhandenjeins, was etwas ganz anderes ilt.
Die Bahai glauben, dab Gottes Wejen unbegreiflich, unfihtbar und Durdaus einzig in feiner Art und Wirklichkeit it, dak Gott durdaus abgejondert und frei von allen materiellen Gigen-Ihaften ilt, dab er durdy feine Erklärung erläutert werden Tann, daß es aljo dem menjhlichen Gedanten gänzlich; unmöglih it, ihm einen bejonderen Charakter oder beitimmte Eigenjchaften beizulegen. Der Weg zur völligen Erkenntnis des Welens Gottes ilt uns verichlofien.
Gott hat aber von Zeit zu Zeit, zu verfchiedenen Malen, dieje jeine Wefenheit durch menjhlihe Weien geoffenbart. Diefe iind gelommen, um fein Gefeß über die Erde in dem Make zu verbreiten, wie es Die jeweilige Kulturftufe der Menjchheit erlaubte. Dieje jeine Wejenheit und MWirkflichleit hat er nun in unjerer geit non neuem geoffenbart; unter den Reinften hat er einen ausgewählt, bei weldem vie Menihen jeine Allwilfenheit, Weisheit, Mast, Größe, feinen Willen, feine Schönheit,
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Herrlichteit, Gnade, Volllommenheit, Barmherzigfeit und Emheit finden fonnten. Es it derjenige, deilen Kommen in allen
göttlihen Büchern angelündigt wurde: Baha’o’Ilah,.
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Das Kommen von dem „Ing des Herrn“ in Bahn’ 0’ Ilah.
Menn man die Weisiagungen in allen heiligen Büchern jorgfältig Itudiert, jo Tommt man zu der Schlußfolgerung, daß Fe _ alle übereinitimmen auf das Kommen von dem ‚Tag des Herrn” und auf die „Stunde” Hinweilen, da Gott jih auf Erden offenbaren wird. Diele Meisjagungen jind gegeben um Tundautun, dab Jid; der göttlihe Vorläufer, weldjer die größte Offenbarung verfündigt, in dem Augenblid erheben wird, wo Unterdrüdung und Iprannei in der Welt herrichen, wo die Berichiedenheiten der Religionen und Glaubensbeienntniffe den hHödjiten Grad ihrer ‚ntenlität erreiht Haben werden.
Alsdann foll derjenige Tommen, welder die neuen, durd Gott geoffenbarten Gelebe unter den Menidhen verfündigen wird.
Dioje war der erite, welcher die Einheit Gottes lehrte und den Juden das Wiederfommen von dem „Tag des Herrn” verhieß. Ebenio Ichaffte Zoroaiter in Beriien das Heidentum und die Abgötterei ab und Tündigte an, dak Die „Stunde Der Aufer-Itehung‘‘ jchlagen werde.
Bei den lraeliten Tündigten Propheten wie David, ejatas, Seremias, Daniel, Saharia während einer Periode von 1500 Fahren nadeinander die Offenbarung Gottes an.
AUlsdann fam Jefus Chriftus, welder aud) verfündigte, daß das Königreih Gottes nahe Herbeigefommen fei: ‚Selig ind, Die reines Herzens find, denn fie werden Gott fchauen‘, pre=
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BEYERGT:
digte er auf dem Berge. Er fagte voraus, dak er an diefem Tag liten werde zur Necdhten feines Baters und auf dem Thron jemer Herrlichkeit.
Sechs Jahrhunderte nah Chriftus erfhdien Mohammed, welder in feiner Weile den „Tag des Herrn‘ anlündigte. Er er-Härte außerdem deutlih, daß der Borläufer, weldder den Tag des Herrn bereiten werde, von feiner eigenen Nahlommenihaft ausgehe. — Und in der Tat, 1260 “Tahre nadı der Hedfchra, im Sahre 1844 nad); unferer Feitrechnung, erihien in der Gtabt Schiras in Berlien der Bab, geboren von einer Yamilie aus der Nahlommenichaft Mohammeds, fein Name war Mirza-Ali-Mohammed. Er erklärte ji für den Herold Gottes, der beauftragt lei, das Kommen desjenigen anzufündigen, in weldem Gott ih felbit offenbaren werde. Uber erit nah feinem Märtyrertod (in Täbris im Juli 1850) würden Die Zeichen von der Ankunft Diejes jo lange erwarteten Tages augenicheinlid).
Es eridien Baha’o’llah. Er legte die bis dahin unver-Itandenen Worte der Propheten aus. Er offenbarte in feinen heiligen Schriften den wahren Simn der unausgelegten Symbole. Er führte neue Gejebe ein, die dazu dienen follten, alle Nationen und Böller zu jammeln unter feiner Yührung, alle Religionen und alle Konfellionen in einem gemeinjamen Ziel der Brüderlichkeit, der Solidarität und des Friedens zu einigen. — Um 16. Mai 1892 verließ er die Welt, nahdem er teftamentarijd, feinen Sohn Abdul-Baha-Abbas beauftragt Hatte, feine Lehre zu verbreiten,
Abdul-Baha-Abbas, geboren den 23. Mat 1844 (am Tag der Ankündigung des „Bab”) erklärte, dab die Prophezeiungen ih in der Berlon feines Vaters erfüllt Haben, und dab der Tag des Gerichts gelommen fei. Steiner der Propheten, welde bis zur Offenbarung Baha’ o’Tlahs erichienen find, Hat behauptet, die größte Offenbarung Gottes, welde auf Erden den Frieden beritellen wird, zu fein oder zu verfündigen.
Aud bei Moje und den anderen jüdilhen Propheten findet man nur ein und diejelbe Botihaft, bezüglid der Zeritörung des jüdi-Khen Stönigreichs, der ZFerftreuung der “Juden und ihres Verfalles,
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"und endlih nad einer langen Erniedrigungsperiode den „Tag
des Kommens des Herrn” zu ihrer Errettung.
Chriltus behauptete Teineswegs, daß jein Erjiheinen das Er-Icheinen Gottes fei. Er nennt fih im Gegenteil den „Menfhenfohn” und den „Sohn Gottes” und jagte zu den Juden: „Serus falem, Serufalem, die du tötelt deine Propheten und jteinigelt, die zu Dir gelandt find! Wie oft Habe ih "Deine Kinder verjammeln wollen, wie eine Henne verjammelt ihre KNüchleen unter ihre tslügel; und ihr Habt nidyt gewollt. Siehe, euer Haus joll eud) wülte gelaffen werden. Denn ich fage eu: Shr werdet mid) von jett an nicht fehen, bis ihr jpreht: Gelobt fei, der da Tommt im Namen des Herrn!“ (Matth. 23, 37—39.)
Das Ericheinen Mohammeds ijt audy nicht Die erwartete Offen barung Gottes gewelen. Zum mindeiten ein Drittel des Koran beiteht aus Brophezeiungen von dem ‚Kommen des Tages Des Herrn”.
Der Bab endlich, welder fi fo genannt Hat, weil er ji) als das Tor der Offenbarung Gottes betradtete, jagt ganz Tlar in feinem Bud ‚EI Beyan”, dab derjenige, weldder Den Meenicdhen verheiken jei und in welchem Jich Gott offenbaren würde, 19 Jahre nad jeiner eigenen Erflärung eriheinen werde. Yolglid it es Har daß, Tihd in Baha’ o’ ah, welcher fih tatjählih im April 1863 (dem zweiten Tag: des Zul-fa’da i. $. 1279 der Hedfchra), aljo 19 Jahre nad) der Erflärung des Bab, erllärte, alle Prophezeiungen der heiligen Schriften und göttlihen Bücher erfüllten.
06”
| ill. | | Deichen, an welchen man die Erhfheif eines Propheten oder einer göfflichen Dffenbarung erkennt.
Die Anhänger der verjchiedenfiten Religionen unterfcheiden vier | Arten des Beweiles für die Echtheit einer göttlihen Offenbarung.
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1. Einen aus der Offenbarung jid; ergebenden Beweis, d. ). aus
dem geoffenbarten Bud Gottes.
2. Einen Beweis, der fid} aus der Logik oder aus der Vernunft ergibt,
3. Prophezeiungen, die in früheren Büdern geoifenbart md.
4. Wunder.
4. Beweis, der ih aus der Offenbarung ergibt.
Es handett fi hier um die den Menjchen durdj die HI. Bropheten verheißenen Wahrheiten. Die Worte, welde Gott in ihren Mund legte, haben eine Kraft, der nichts gleichlommt, nicht einmal die Wunder. Mole ließ beilpielsweije aus einem Yellen Wa]- fer jließen, Sejus Chriitus gab einem Blinden das Augenlicht wieder, obgleich er nur eine Heine Anzahl Menjhen als Zeugen hatte, wogegen fi das Lit der Bibel und der Evangelien zur ‚gröhten Wohltat aller Menfchen feit Jahrhunderten im alle ergießt, welche es in fi aufnehmen und glauben.
Gottes Worte untericheiden fi) von Menjhenworten nidt durdy ihre beredte Yorm oder durd) einige Außerlihen &igen-Ihaften; fie ftüßen fi; weder auf Denfiteine oder Snichriften, no auf die überlieferten Glaubensbefenntnijfe ungezählter Generationen, fondern — fo jagen die Bahat — ie Jind zu ertennen an der volllommenen Wirflung der Kraft, welde fie auf die Seelen ausüben, an Dem Xict, welches fiein den Herzen entzünden, an der Am näberung, welde fie unter den verfhiedenen Nationen zuwege bringen und an der Unregung zur Bereinigung der ganzen Menijäheit.
Soiher Art ift die [chöpferiiche und herrihende Kraft, weldye allein Gottes Wort befikt. Wenn ein Prophet ein foldjres Bud) Ichreibt, durd; welches ähnliche Ergebnilfe erzielt. werden, jo üt es nicht zweifelhaft, daß es aud) Gottes Werk ift und Daß der, welder es geichrieben hat, durdj den Geijt Gottes getrieben und beeinflußt oder inipiriert worden ilt.
Wie grok waren 3. B. die Wirkungen der Worte Gottes auf die Siraeliten, welche in Yegypten im Elend und in der Unwiljenu. Ar, a Be BT a ee nm LIE FW 1m NR Be TR FERgFIRR: en Er EL, ee BET BER, et ”
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beit lebten und welde, danf der Kraft feiner Worte, von ihrem niedrigen Dienjt befreit wurden! Sie, die zuvor unterdrückt waren, wurden mädtig und blieben während mehr als 1500 Fahren ein großes und itarles Bolf. | |
Diejelben Wirkungen finden fi auch wieder nad der Entltehung des Chriftentums, weldies die Völter Europas zivilifierte, die bis dahin Heiden waren. Die Wirfungen der durd das Bud eines Propheten gegebenen Worte find alfo das Hauptjädlidite Rennzeihen feiner Ehtheit und feiner Göttlidfeit.
Gott Tann mit der Sonne verglichen werden und die Propheten mit Spiegeln, weldhe fein Licht empfangen und es auf Die Meniheit wiederjpiegeln; je mehr diefe Fortichritte madıte, Defto tärfer war der von Gott gewählte Spiegel und deito größer fit eine Ausftrahlung.
2. Beweife, melde aus der Dernunft und aus dem Derfiand abzuleiten find.
Wenn eine Maht wie die, welhe hier in Frage fommt, ohne jede materielle Hilfe liegt, jo fan man daraus Ichlieen, da lie ihren Urfprung und ihre Kraft der eriten Urjacdhe und der ober-Iten Vernunft verdanft; d. h. dem göttlichen Willen, dem unfichtbaren Welen. Die Macht, über welche derjenige verfügt, welder eine neue Religion einführt, muB alfo notwendigerweije aus der eriten Urfadhe hervorgehen, weldhe Gott jelbit ilt.
3. Prophezeihungen, weldje in früheren Sücern - geoffenbart wurden.
Alle Prophezeiungen von dem Kommen des Tages Gottes, der Auferftehung, der Offenbarung des Herrn, welhe in einer Mymboliihen Sprade gejchrieben find, müflen notwendig neben ihrem vernunftmäßigen Ginne aud) einen buditäblihen Sinn haben. Die Propheten haben fie aber in mancdherlei Weile unter Sinnbildern verborgen, bis derjenige tommt, welder die Siegel aufbredien und ihren wahrhaftigen Sinn befannt geben wird.
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Die Juden wurden gedemütigt, weil fie nicht einjahen, daf Zeus Chriftus die erwartete Offenbarung Gottes war, und Die Urjadhe ihres SJrrtums lag darin, daß fie den wahrhaftigen prophetiihen Sinn ihrer heiligen Bücher nicht verftehen Tonnten.
Aud die Evangelien enthalten zahlreihe Abjchnitte, deren
Sinn dunfel geblieben fit. So 3. B. Matth. 24, 29: ‚Bald aber
nad) der Trübjal derjelbigen Zeit werden Sonne und Mond den Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen *, oder Joh. 6, 27: „MWirtet Speife, die nicht vergängih ift, jondern die da bleibet, in das ewige Leben, weldhe eud) des Menjhen Sohn geben wird, denn denfelbigen hat Gott der Bater verjiegelt.“ Da Gott diefe Worte verfiegelt Hat, fo Tann er allein ihren Sinn enthüllen. Die hauptjähliditen Prophezeiungen, weldye jidy in allen göttlichen Büchern finden, handeln von dem Kommen eines „Tages des Friedens“, einer allgemeinen Cinigleit und Brüderlichleit, wo es dann nur noch einen Hirten gibt, weldhen jedermann anerfennen wird. Keine diefer Weisjagungen hat ji bis jegt erfüllt, aber die Bahai glauben, dah Baha’ o’Tlah diejer Hirte ift, und daß er felbit diefen neuen Zeitabinitt verwirklichen wird, weldier von allen Propheten, welde zugleid, das Jahr feines Kommens genau vorausgefagt haben, angefündigt ift. w |
sm Bud Daniel K.9, 24—27 fteht geichrieben: „Siebenzig Wohen find beitimmt über dein Volt und über deine heilige Stadt, jo wird dem Uebertreten gewehret und die Sünden abgelan und die Mifjetat verföhnt, und die ewige Berecdhtigfeit gebradt und die Gejihte und Weisfagungen verjiegelt und ein llerheiligftes gejalbet werden. So wilfe nun und merte ; Bon der Zeit an, dab ausgehet der Befehl, daß Jerujalem' foll wiederum gebaut werden, bis auf den Gejalbten, den Füriten (Chriftus) find fieben Wochen und 62 Wochen, fo werden- Die Gajlen und Mauern wieder gebaut werden, wiewohl in Tümmerlier Zeit. Und nad) den 62 Wochen wird der Gejalbte ausgerotiet werden und nichts mehr fein etc. ..... Er wird
- Daß dies fyumboltfch gemeint ift, ift klar, denn wo jollten die Sterne,
welche teilmelje viel größer als die Erde find, eigentlich binfallen.
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aber vielen den Bund ftärfen eine Woche lang ...... u... Dis
das PVerderben, welches beichlojfen ijt, ji über die Verwültung
ergiegen wird.” \
Mas iit es nun mit diefen 70 Wochen? Sm 4. Moje 14, 34 ‚it gejagt, daß jeder Tag für ein Jahr zählt, desgleihen Ezechiel 4, 6: „Ich habe dir hier je einen Tag für ein Jahr gegeben.”
ndem man nun jeden diefer 7 Tage der 70 Woden für ein Fahr rechnet, erhält man 490 Jahre. Nun lehrt uns aber Tehemia 2, 1, daß der Befehl zum Wiederaufbau Jerujalems im
Sahre 20 der Regentihaft Arthafaftas gegeben wurde, was übereinitimmt mit dem Jahr 299 nad der Gründung Roms und mil
dem Sahr 456 v. Chr. Sefus wurde in feinem 34. Jahr gefreuzigt. Menn man 456 und 34 zufammenzählt, jo ergeben jid) 490 Sahre. Dean Sieht alfo, dak fi} Daniels Weisjagung auf Selus bezieht.
Gehen wir aber nody weiter. Chriltus hat gejagt, Mattd. 24, 14—15: ‚Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reid, Gottes in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Bölfer, und dann wird das Ende Tommen. Wenn ihr nun fehen werdet den Greuel der Verwültung, davon gejagt ijt von dem Propheten Daniel, daß er jtehet an der heiligen Stätte (wer das liejet, merfe Darauf)”. Was jagt das Buch) Daniel in Kap. 8, 13—14: ‚Wie lange joll dody währen joldy Gefiht vom tägliden Opfer und von der Sünde, um welder Willen Dieje VBerwüftung geihhieht, dDak beide das Heiligtum und das Heer 3ertreten werden? Und er antwortet mir: bis 2300 Abende und Diorgen um Sind, dann wird das Heiligtum wieder gemweihet werden.”
Diele 2300 Tage, d. 5. Jahre, weiken offenbar auf dasjelbe Sahr (456 v. Ehr.) Hin, weldes der Scheidepunft von der verwirklihten Meisfagung in dem Kommen Chrifti war. Das Sahr 1844 (2300 minus 456) ilt ein Doppelt glüdlides Jahr dur Die Erihheinung des Bab und der Geburt Abdul-Bahas, eines Sohnes Baha’o’Mahs, der dazu auserforen wurde, jeine Lehre zu verbreiten und zu verfündigen. Cine andere aus Der Offenbarung Sohannis 11, 13 gezogene Prophezeiung lautet:
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„Und ih will meine zwei Zeugen geben, daß fie follen
weisjagen 1260 Tage, angetan mit Süden.” Diefe zwei Zeugen,
weldy Hier in Yrage Tommen, jind Mohammed und Ali, und
dDiejfe 1260 Tage (d. H. Fahre) deuten auch auf das Jahr 1844,
weldyes mit dem Jahr der Hedichra übereinitimmt. Cine andere
Prophezeiung aus dem Koran (32, 4) lautet: „Gott wird Die
Religion (die mohammedanifde) vom Himmel auf die Erde bringen, und dann wird jie wieder zu ihm auffteigen an einem Tag,
dejlen Dauer nad eurer Berechnung 1000 Fahre find.‘ Bei den
Dufelmannen find es die zwölf Jmame, welhe den Islam aufgebaut haben. Der erite ält der IJmam Ali (des Propheten Schwiegerjohn) und der 12. äft der Jmam Mohammed, geitorben im
„jahre 260 der Hedihra. Die 1000 Fahre der Prophezeiung
des Koran zu den 260 Fahren hinzugefügt, ergeben 1260 Jahre:
Dies it wiederum das Jahr 1844 der hriftlichen „eitrechnung.
‚sn Daniel12,12 Iefenwir: „Wohldem, der daerwartet und
erreicht 1335 Tage— nad) der Bibel 1335 Jahre.” Das ift das mohammebdanildhe Jahr 1335 oder das Jahr 1917 dhriltlicer Zeitrechnung.
Daniel fah im Gefiht jowohl das Kommen Mohammeds (Daniel 12, 5) als das Kommen Chrilti voraus: „Und er ipra zu dem in leinenen Kleidern: ‚Wann will denn ein Ende fein mit \olden Wundern?’ Und ich hörte zu dem in Ieinenen Kleidern -..., welder [dwur.... ıc. ..,,“, daß es eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit währen foll. ‚..... “ Sn der Offenbarung Johannis 12 14, findet man diefe Borherjagung von ‚einer Zeit, Zeiten und einer halben Zeit“ wieder.
Was will dies jagen? Eine Zeit in der bibliidren Sprade bedeutet 360 Tage (d. h. Jahre), folglid; wenn man zulammen= zählt |
eine Jeit = 360 ahre
zwei Jeiten = 720 $,
1a Zeit = 180
ergeben fi 1260 Jahre (der Hedihra)
oder 1844 der riltlihen Zeitrechnung.
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4. Wunöer.
Munder ind Teine weientliden und hauptjählichen Beweife einer prophetilden Wiilfion, aber fie beitärfen andere Tatlachen als Nebenbeweile, denn es gibt feinen Jujammenhang zwilchen dem Wundertun und der Million eines Propheten. Die Wirfung der in jenen Worten enthaltenen Madht genügt, um feine Eätheit zu beweilen, ohne dak er nötig hat, feine Zuflucht zu den Beweisgründen zu nehmen, welde nicht notwendigerweile den göftlihen Charalter feiner Miffion anzeigen.
Sm 5. Bud; Mofe 18, 18 jagt Gott zu Mofe: „ch will ihnen einen Propheten wie du bilt erweden aus ihren Brüdern und meine Worte in jeinen Mund geben, der foll mit ihnen reden alles was idy ihm gebieten werde.”
Hierauf zeigt er ihm an, an welchen Zeichen diefer Prophet ertannt werden jollte. Er jprad; von feinen Wundern. Weder Selus Chrijtus noch} die Apoitel legten ihnen Wichtigkeit bei (Matth. 12, 38—40 und 16, 1—5). Sn 1. Korinter 1, 22 und 23 jagt Baulus: ‚Die Juden verlangen Wunder und die Griehen judhen Weisheit. Wir aber predigen den gefreuzigten Chriltus, den Juden ein Aergernis und den Griechen eine Torheit.“ Mohame med, von dem jeine Berleumder ein Wunder forderten, jagt: „Habe ih eudy nicht den Koran gebracht, welcher euch Tlar die Bibel, die Evangelien und die Schriften der Tüdiichen Propheten ausgelegt?" So bewies er ebenfalls, daß der Hauptjädjlichite Beweis der Echtheit eines Propheten in dem von ihm geoffenbarten Budje beiteht.
Bon den Propheten Wunder verlangen Heilgt Gott verfuchen. Dies will nit jagen, daß fie unfähig feien Toldde zu tun, dent fie tragen eine fübermenihlide Kraft in fih. DBiele Wunder der Evangelien ind auch geiltig aufzufaljen. Da überdies die Erzählungen diejer außergewöhnlihen Taten von Generation zu Generation von der natürlihen Begebenheit mehr oder weniger abweidyen, jo tt es unmöglich, allem Glauben zu fchenten, was uns überliefert wurde. m allgemeinen Tönnen die Wunder als Tat-Jaden hochgefchäßt werden, vorausgefeßt, daß fie nicht im Wiber-Iprud; jind mit den Lehren des Propheten oder mit den Natur-A re Pa Be _ I) REN . SUE " yı i A
- " 1.
[Seite 13]
gelegen und daB jie überhaupt eine Offenbarung von Gottes Madt
. begründen. Andernfalls müfen fie als jymboliihe Erzählungen
betradytet werden, weldye einer Auslegung bedürfen. ”°6” IV.
Hrfachen, der zur Gewohnheit gewordenen Seindfeligkeif der Dölker gegen die Prophefen zur Beif ihres Erfcheinens.
Einen wahren Propheten Tann man an einigen beionderen Kennzeichen von einem falfhen untericheiden. Die Yeindfeligfeit, weldhe einem wahren Propheten von den Menfhen im Augenblid jeines Ericheinens entgegengebradjt wird, ilt eines diefer Kennzeihen. Gie Hat der Bahai-Bewegung aud nicht gefehlt; denn Diele HYeindfeligleit fam audy bei ihr Dur Werfolgungen, Mordtaten und Mikhandlungen zum Ausdrud. Dean Ihätt Die Zahl der Bahai, welhe von Berjien verbannt wurden, auf 50000 und die Zahl derjenigen, weldhe den Märtyrertod ftarben, auf 20000. Die Juden, welde feit Jahrhunderten den Meilias erwarteten, verwarfen ihn, als er ihnen geihikt wurde, und die Buddhilten, die Brahmanen und die Foroalter duldeten während 1900 Jahren die Verfolgungen der Chrilten lieber, als dab fie fi zum Chrütentum befehrt Hätten. Welches ind nun die Schleier, welde die Augen der Menjchen bededen, wenn ih ein Prophet zeigt? Diefe Schleier find drei an der Zahl:
1. In jeder Heligion erwartef man die Wiederkunft irgendeiner großen Perfönlichkeif,
Sp glauben die Juden an das MWiederfommen des Elias, aber es ging wie Selus Chriltus fagte: „Elias ift gefommen, und fie haben ihn nicht erfannt” (Matth. 17, 12). Bei den Mohammedanern glauben die einen (die Sunniten), am jüngiten Tag Tüme Chriftus nad; dem Jmam Mahdi wieder, andere (die
fr a " a En 30
[Seite 14]
Sciiten) glauben, daß Mohammed, der Sohn Haflans, und
dann Huflein, Alis Sohn, wiederfommen werden. |
Die Zorovajter glauben an die Wiederfunft des Cyrus. Die CHrijten glauben an das zweite Kommen des SHeilandes. Diele Glaubenslehren rühren daher, dak die Menfchen wohl die Lampe, aber nit das Licht jehen. Sie hängen fih an individuelle Kennzeihen der Offenbarung und fünnen nicht einjehen, dak Moje, SJelus, Mohammed in den Bedingungen und Zufälligteiten ihres Erjheinens ganz verfhiedene Wejen waren.
Das Lit aber, weldes von ihnen ausgeht ilt dasjelbe. Ein Rojenjtraud) gibt uns jedes Jahr diefelben Rofen, aber es find Dohniht die gleiden. Diejelbe Geilteseinheitlichkeit offenbart fi in den Propheten, obwohl die Art, welche jeden von ihnen dharakterifiert, jehr verjchieden ilt.
Diejenigen, welde den einen Gott in jeder feiner
DOffenbarungen fehen, an weldem Ort fie au) auftreten
mögen, jind wahre PVerehrer einer einzigen Gottheit.
2. Henderung der durch jeden neuen Propheten ge= gebenen Gebofe und eingeführten Gefebe.
Die Völker neigen zu der Annahme, daß die Verkündigung nur desjenigen Propheten das ewig Richtige fei, an welchen Jie glauben und zwar auf Grund der Macht, mit welder er feine Gejege einführte. Gie erfennen aber nicht das Gefet des Wadhstums und der Entwidlung, weldes das jtufenweife Herannahen der Wahrheit und der Offenbarung beitätigt, bis auf den Tag Gottes, wo die Schleier gelüftet und Die Myfterien enträtfelt _ werden. Wie aud) Jelus Chrijtus fagte: „Ich bin nicht Tommen aufzulöjen, jondern zu erfüllen‘ (Matth. 5, 17). Uber Die Völker wollen dies nicht begreifen!
3. Die üriffe Urfache if die fymbolifche Sprae der Propheten.
Da die Menjchen die Heiligen Schriften bucdhftäblich; überjegten und ebenjo ausiegten, entging ihnen Die Bedeutung der Symbole, welde nur den Propheten befannt war. Zum Beilpiel:
[Seite 15]
die Juden meinten, dak Chriftus als König von \jrael Tommen
würde, und als fie den Sohn eines Zimmermanns jahen, jagten
fie: „St er nit eines FJimmermanns Sohn? SHeiht nit jeine
Mutter Dtaria und feine Brüder FJalob und ojes und Simeon
und Sudas? Und feine Schweitern find fie nicht alle bei uns?
Woher fommt ihm denn das alles? Und fie ärgerten ji an
ihm.“ Sefus aber jprad zu ihnen: „Ein Prophet gilt nirgends
weniger, denn in feinem Baterlande und in feinem Haufe.”
(Matth. 13, 55—57.)
Unter den Weislagungen, welde ji auf das Rommen des Meilias beziehen, heikt es ferner, die Sonne werde fi verdunteln, und der Mond Scheine wie Blut ıc.; und als fi, nidts von alledem ereignete, verichleierten ih die Augen der Menjchen. Alle Unterweifungen Chrifti wurden in Symbolen oder Gleidhnilien gegeben, wie: „ch bin der Weinitod”, „die Türe”, „id werde diefen Tempel abbreden und in drei Tagen wieder bauen‘; d. h. den Tempel feines Körpers und rigt den Tempel Kerulalems.
Heute nod; Hält dieje Iymbolijche Spradi die Völker im Srrtum. Seit 1844, dem Jahr der Erklärung des Bab und der Geburt Abdul-Baha-Abbas, erwarteten Millionen Wenden das
MWiederfommen Chrifti, das in allen heiligen Büchern verlündet
it, aber fie erwarteten es nad) ihrer budhitäblicdhen Auslegung, lie :jehen nicht Die geiftige Wahrheit, welde Til während deifen geoffenbart hat. Wenn lie die Augen öffnen wollten, würden lie die bis heute myiteriös gebliebenen Worte wohl veritehen. Das 5. Kapitel der Offenbarung Johannis, weldes ih auf das verliegelte Bud bezieht, würde ihnen Har werden, Denn das Lamm, weldes allein würdig üt, es gu Öffnen (unfer Meilter Abdul-Baha-Abbas) it der Yusleger des Buches! Da die Seelen durd; die menihlihe Hülle der Offenbarer Gottes beeinflußt werden, Jiten fie in der Yiniternis, und warn der Glanz des geiltigen Lichts beroorquillt, biendet er jie und erleuchtet jie nicht.
”°6”
. . “on .. .. Gi [1 - . r - 7 - u. rn li "on .„ı -i Be . ir at rei Ba ı .. a tern P F Pier, id a .. an
. Fi Er - BE ER, IE 7 Wendt DE
[Seite 16]
Aus vorjtehendem geht hervor, daß die Offenbarung von
Baha’ o’Mlah, Brüderlickeit unter allen Menjchen und allgemeinen
stieden eritrebt. |
Jede göttlide Manifeftation war in Uebereinjtimmung mit dem Grade der Bervolllommnung, den die Dienfchen jener Zeit erreicht Hatten, und man Tann fich fragen, ob die Miffion der Bereinigung der Menjhen und Völker fidh zu rechter Zeit gezeigt hat, ob der gegenwärtige Zujtand der menihlichen Zivilifation mit der Offenbarung von Baha’o’Ilah übereinitimmt. Wenn man den . Hortiritt betrachtet, welcher in fozialer, politifcher und religiöfer Hinfiht gemaht wurde, fo Dünft es uns, daß man bejahend anitworten Tann. In der Tat jehen wir in allen Weltteilen, daß ih unter den Menjhen Gruppen bilden in der Geitalt von Gejellidaften, Gemeinjhaften, Verbänden und Nationen zu gemein-Ihaftlihem Zwede. Kann man die Entwidlung der \ozialiltilchen Bewegung leugnen? Gieht man nit in allen Ländern dasjelbe Verlangen nad; Brieden und nad Annäherung?
Und it es nicht einleuchtend, daß jid; die Menjchheit durd Vereinigung in einer Religion, die den Gipfelpuntt aller Reli gionen bildet und die Sehnfudt aller ftillt, innerlich tınd äuberlic} näher Tommen und einander beffer verftehen würde, als Dies bisher der Yall war?
Das, was id; heute zwijchen dem Often und Weiten anbahnt, dieje ungeahnten Verbindungen und Berbrüderungen in politiicher Hinliht, it ein Anfang der Verwirklichung dieles großen ‚ieles. Alle weltgeihichtlihen Veränderungen und Berbefferungen wurden unter Schmerzen und Trübjalen geboren. Auf die jeige Zeit der Stürme und Kriege wird eine große ‚Zeit der Rube und bes Yriedens folgen, eine Zeit, in der die Völfer allmählid) dahin Tommen, daß fie ihre Schwerter in Prlugiharen und ihre Spieße in Gideln verwandeln werden, eine Zeit, da endlic die ganze Welt ein Baterland und eine Heimat fein wird, in der ein jeder die Früchte feiner Arbeit in Sriede und Ruhe ge=
nießen Tann. olcyz