One Country/2006 Nummer 2/Text

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[Seite 2]IMPRESSUM 0n: Couumv wird herausgegeben von der Bahá’í International Community, die als Nicht—Regierungs-Organisati on bei den Vereinten Nationen die welt-weite Bahá’í-Gemeinde reprisentiert.

0n: Couum, Office of Public Information, Bahá’í International Community, Suite 120, 866 United Nations Plaza, New York, New York 10017, USA, E-Mail: 1country@bic.org. Chefredakteur: Brad Pokorny. Chef vom Dienst: Ann Boyles. Auslandsredaktionen: Nancy Ackerman (Moskau),Christine Samandari-Hakim (Paris), Kong Siew Huar (Macau), Guilda Walker (London). Deutschsprachige Redaktion: Stephan Pernau, Gerhard Schaper, Stefan Spiegel. E-Mail: roc@bahai.de.

Freie Korrespondenten: Hilde Fanta (Osterreich), Silvia Fréhlich (Schweiz), Jutta Bayani (Luxemburg). Geschaftsfuhrung: Hartmut Nowotny, Arezu Braun. Übersetzerpool: Lisa Hiemer. Beitrége aus ONE Couurkv können kostenfrei nachgedruckt werden unter Angabe der Quelle. Anschrift:0u£ Couumvjppsteiner

Str. 89, D-65719 Hofheim-Langenhain, Germany. Tel. +49-6192—99290,

Fax +49-6192-992999. Herausgeber der deutschsprachigen Ausgabe: Nationaler Geistiger Rat der Bahá’í in Deutschland e.V.

Einzelheft: Euro 2,25/SFr 4,-. Jahresabonnement: Euro 8,»/SFr15,(incl. MWSt u. Porto). Die Zeitschrift kann beim Bahá’í—Verlag, Eppsteiner Str. 89, 65719 Hofheim»Langenhain, bestellt werden.

Copyright 1999 by Bahá’í International Community. ISSN 0945—7062. Gedruckt auf 100% Recyclingpapier.

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HAIFA,|sraeI.- Der Président der Marschall Inseln, Kessai Note, und seine Ehefrau Maria (Foto) statteten am1. Dezember2005 dem Bahá’í-Weltzentrum einen offiziellen Besuch ab.

DerPrésident und die First Lady wurden durch Peter Khan, ein Mitglied des Universalen Hauses der Gerechtigkeit und seine Ehefrau, Janet Khan, begrUBt. Bei der Begru[Sung war auch ein Mitglied des lnternationalen

DAR-ES—SALAAM,Tansania. — In Dar—Es-Salaam sprachen Représentanten von neun Religionsgemeinschaften Gebete zum Internationalen Tag des Friedens auf einer Versammlung,die von der

WlEN/DAVOS. - Die in der Ausgabe 4/2005 vorgestellte Global Marshall Plan Initiative findet immer mehr UnterstUtzung. So verabschiedeten zwischenzeitlich die meisten Landesparlamente in Cisterreich All-Parteien-Antrége, mit denen sich diese hinter die Forderungen der Initiative stelIten, endlich einen globaIen Aktionsplan zur Umsetzung der MillenniumEntwicklungsziele der Vereinten Nationen zu verabschieden und umzusetzen.


Préisident der Marshall Inseln Kessai Note besucht das Bahá’í-Weltzentrum im Heiligen Land

Lehrzentrums, Stephen Hall und seine Ehefrau Dicy Hall zugegen. Unter den Begleitern des Présidenten befanden sich der Außenminister der Marschall Inseln, Gerald Zackios und seine Ehefrau, sowie der Abgeordnete für das Bikini Atoll, Senator Tomaki Juda, und dessen Ehefrau.

Bei einem Empfang in Réumen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit sprachen Dr. Khan und Président Note Über die Geschichte der Bahá’í—Gemeinde auf

Gebete der Weltreligionen zum Internationalen Tag des Friedens

Bahá’í-Gemeinde Tansaniasorganisiert war.

An derVeranstaltung, die am 21. September 2005 stattfand, nahm auch Héuptling Matange (zweiter von rechts im Foto) teil, der eine traditionelle afrikanische Religion représentierte. Als weitere WUrdentréger nahmen teil: Eshila Maravanyika, eine Représentantin Informationszentrums der Vereinten Nationen in Tansania, und Dr. Navrus Lakhani, ein Repré’sentant des Aga Khan Rates.

Global Marshall Plan Initiative findet immer breitere Unterstiitzung

Außerdem griffdie deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel einen lmpuls der lnitiative auf, endlich „G|oba|isierungsgestaltung zur Chefsache zu machen“. Bei ihrer Erbffnungsrede zum Davoser Weltwirtschaftsforum Ende Januar 2006 kUndigte sie an, die Frage eines ausgewogenen globalen Ordnungsrahmens zum Kernthema beim néchstjährigen (1—8Gipfel 2007 in Deutschland zu machen. Dabei sollen soziale und 6ko|ogische Standards










den Marschall Inseln und Über die Beitrége der Baha’iGemeinde bei der Entwicklung in diesem Lande. Der Nationale Geistige Rat der Bahá’í der Marschall lnseln wurde1977 gegrUndet. Zur Zeit gibt es 13 Ortliche Geistige Raite auf den Marschall Inseln.




Im Vordergrund zu sehen ist die First Lady des Staates Fidji, Leba Qarase und ihr Gefolge bei einem Besuch des Bahá’í Hauses derAndacht in New Delhi, am 10 Oktober 2005. Sie wird begleitet von Herrn Shatrughun Jiwnani, hauptverantwortlicher Leiter derAbtei/ungfijr Ofi‘entlichkeitsarbeit des Hauses der Andacht.

ein gleiches Gewicht erhalten wie Freihandelsstandards.

DerfrUhere EU-Kommissar Franz Fischler besucht seit einiger Zeit wichtige Gespréchspartner bei den Vereinten Nationen und der EU, um diese fur die ldee eines Global Marshall Plans zu gewinnen.

[Seite 3]Deutsche Politiker fordern in einem Offenen Brief das Recht auf Religionsfreiheit Für die Bahá i im Iran

BERLIN. - Zu Beginn der FußballweItmeisterschaft riefen namhafte Politiker den iranischen Présidenten in einem Offenen Brief dazu auf, den Bahá’í im Iran das Recht auf Religionsfreiheit zu gewähren.„!hr Land nimmt an der Fußballweltmeisterschaft in der Bundesrepublik Deutschland teil, und Sie haben die Absicht erklairt, bei dieser Gelegenheit unser Land zu besuchen.“ So beginnt der Brief.„Die Teilnahme an diesem internationaIen sportlichen Wettstreit ist kein selbstversténdliches Recht. Sie geschieht im Rahmen gegenseitiger Achtung und der Anerkennung von Regeln. In Ihrem eigenen Land werden indessen die Rechte ganzer Bevölkerungsgruppen mit FUBen getreten.„ Die Erklärung geht unter anderem auf diejiingsten Verhaftungen von 54 Bahá’í - vorwiegend Jugendliche - ein. Sie wurden festgenommen während sie an einem gemeinnfltzigen Projekt in Schiraz teilnahmen.

Unterzeichner wie der Bremer BUrgermeisteraD. Henning Scherf weisen daraufhin, dass unterAhmadinejads Regierung eine neuen Phase der Bedrohung der Bahá’í sichtbar geworden ist. Der Offene Brief wurde dem Présidenten durch die iranische Botschaft Übermittelt.

Zu den Erstunterzeichnern gehören auch Gerhart Baum,Bundesministera.D., MdB Marieluise Beck, Bijndnis 90/Die GrUnen, Marianne Heuwagen, Human Rights Watch,Wi|li Lemke, Bremer Senatorfilr Bildung und Wissenschaft, MdB Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP, Frank Lfldecke, Kabarettist und Autor, MdB Anna LUhrmann, BUndnis 90/Die GrUnen,Dr.JUrgen Micksch, |nterku|ture|1er Rat in Deutschland, Omid Nouripour vom Bundesvorstand des Bijndnis 90/Die GrUnen, MdB
















Christoph Strésser, SPD, MdB FloarianToncar, FDP, Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsécker, Dekan der Donald Bren School of Environmental Science and Management der University 0fCa|ifornia, USA, Schriftsteller GUnter Wallraff sowie Dr.Alfred Weil, Deutsche Buddhistische Union. „Wir begrUBen diese Initiative sehr“, sagt Foad Kazemzadeh, Generalsekretér der deutschen Bahá’í-Gemeinde. „Seit Anfang 2005 wurden 125 Bahá’í willkijrlich

verhaftet. Bahá’í, dem Apostasie („Abfall vom islamischen GIauben„) vorgeworfen wurde, starb 2005 nach zehnjéhriger Haft im Geféngnis. Das ist fUr uns eine unertrégliche Situation."

Die Bahá’í sind mit mehr als 300.000 Mitgliedern die größte religiöse Minderheit im Iran. Seit der islamischen Revolution 1979 wurden mehr als 200 Bahá’í im Iran hingerichtet. 1993 gelangte ein geheimes Memorandum der iranischen Regierung an die Offentlichkeit. Darin wurde angeordnet, dass insbesondere der„Fortschritt und die Entwicklung“ der Gemeinde blockiert werden sollen bis hin zur Auslbschung.

Der Offene Brief ist auf der Internet-Seite www.wmiran—offenerbriefde einsehbar. lnteressierte können ihn online unterzeichnen und so die Aktion unterstUtzen.

WM und Menschenrechte im Iran der Fall der Bahá i - Offener Brief

Auszug aus dem Offenen Brief an den iran. Présidenten: „...Wir sind zutiefst darÜberalarmiert,dass während

Ihrer Regierungszeit eine neue Phase der existenziellen Bedrohung der Bahá’í sichtbargeworden ist...

Dieser unglaubliche Übergriff zeigt, wie berechtigt die Sorge der Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen fUr Religions- und Glaubensfreiheit, Frau Asma Jahangir,ist,die am 20.März 2006 in einer Presseerklärung bekannt gab, dass ein geheimer Brief des Obersten Kommandorates des iranischen Militérs eine totale Überwachung der Angehörigen der Bahá’í—Religion im Iran anordnete...

Die Völkergemeinschaft, allen voran die Vereinten Nationen, hat auf diese UnterdrUckung derfriedlieben den Bahá’í, diesich weltweit fUr die Versténdigung zwischen allen Völkern einsetzen, mit internationalen Protesten und Resolutionen geantwortet. Denn die massive Missachtung der Menschenrechte der Bahá’í und anderer Minderheiten in Ihrem Land ist keine inneriranische Angelegenheit und fUr uns inakzeptabel.

Wir rufen Sie in Ihrer Eigenschaft als gewéhlter Président des Iran auf, endlich Ihrer Verpflichtung gegenÜber den internationalen Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen - zu deren Vertragsstaaten lhr Land gehört — nachzukommen. Gewéhren Sie den Bahá’í und anderen unterdrflckten Menschen Ihres Landes das Recht, ihre Religion auszuflben und normale BUrger lrans zu sein!“

EUROPA-MAGAZIN

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DEBATTE


Der nebenstehende Beitrag ist eine Zusammenfassung des gleichnamigen Artike/s, der von der Bahá’í International Communityzum 60. Jahrestag der Vereinten Nationen herausgegeben wurde. Der vollstcindige Beitrag findet sich unter: www.onecountryorg




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Bildung für

nachhaltige

Entwicklung A

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Nachhaftigkeit karren

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ngesichts brennender globaler Probleme wie Terrorismus,A|DS und

extreme Armut in Afrika féllt es bisweilen schwer, sich mit Iangfristigen Nijten der

Menschheit zu beschéftigen.

lm Jahre 2005 begann für die Vereinten Nationen eine Weltdekade der Bildung fUr nachhaltige Entwicklung. Sie bietet Gelegenheit darÜber nachzudenken, wie wir langfristigen mit globalen Herausforderungen umgehen sollten.

Sicherlich existieren einige Probleme, deren Lösung wichtiger fijr unsere gemeinsame Zukunft ist als die nachhaltige Entwicklung. „Nachhaltige Entwicklung“ ist ein Begriff, der ÜberJahre hinweg eine ganze Serie von Aufgaben umfasste, die mit dem kontinuierlichen Fortschritt des Verbleibens der Menschheit auf diesem Planeten verbunden sind.

Diese Sachgebiete umfassen umwelterhaltende Maßnahmen und Herausforderungen die mit entsprechender Entwicklung verbunden sind. Dies sind die hauptsächlichen Sprungbretter für „nachha|tige Entwicklung“. Sie erstrekken sich Ietztlich Über die ganze Skala von Bezugspunkten, die mit Bevblkerung, Konsum, Menschenrechten, Fortschritt der Frauen, Sicherheit der Nahrungsmittel, Energie, industriellem Fortschritt, Städteplanung zu tun haben.Themen wie Friede und Sicherheit zaihlen auch

UN-Dekade 2005 Bfldungffil

dazu. Dies alles héngt mit der Féhigkeit der Menschheit zusammen „sicher zu stellen dass alle Maßnahmen den BedUrfnissen der Gegenwart entsprechen, ohne die Befähigung zukUnftiger Generationen zu geféihrden, ihre eigenen BedUrfnisse zu befriedigen.“ In diesem Sinne wurde „nachhaltige Entwicklung“ durch den Weltausschuss fUr Umwelt und Entwicklung 1987 definiert.

Die entscheidende Frage angesichts der wirklichen Probleme, denen sich die Menschheit heutzutage bei der nachhaltigen EntwickIung gegenÜbersieht, ist dabei diese2Wie kann man Menschen dazu bringen, bisher gelebte Sitten und HandIungsweisen zu ändern, deren Wirkung „nicht nachhaltig“ ist?

Mit anderen Worten,wie können wir Menschen motivieren weniger Energie zu verbrauchen, und dazu beizutragen, Armut zu mindern. Wie können wir eine EntwickIung begUnstigen, die der Verunreinigung und der Vergeudung wertvoller Ressourcen Einhalt gebietet? Schließlich gilt es auch noch, den Frieden untereinander zu etablieren.

Hier setzt die Idee der Weltdekade der Bildung fUr nachhaltige Entwicklung (DESD) an. Sie will zeigen, wie verschiedene Prozesse im Unterricht— derja den Ansporn zu menschlicher Verhaltensénderung bewirken kann auf globaler Ebene verwendet werden können, um das Projekt in Bewegung zu halten.

In einem Aufruf zugunsten

der Dekade hat die UN—Generalversammlung 2002 erklärt, „dass Unterricht ein unverzichtbares Element fijr das Erreichen nachhaltiger Entwicklung sei". Sie appellierte an Regierungen, UN-Vertretungen und an die Zivilgesellschaft, die Dekade zu fördern. Somit ist „das Einbeziehen der Unterweisung in nachhaltiger Entwicklung in ihre Erziehungs- und Aktionsplanungen zu féjrdern und zu verbessern“.

Der Appell an die Zivilgesellschaft ist besonders wichtig. Regierungen und internationale Vertretungen können Anderungen der Prioritaten ihrer politischen Pléne durchsetzen, neue Gesetze verabschieden und Institutionen umstrukturieren. Neue Sozialprogrammeabersind schlussendlich nur in soweit wirksam, wie effektive Veranderungen an der Basis stattfinden.

Anders ausgedrUckt, gemeinschaftliche Aktionen fangen unausweichlich mit den einzelnen BUrgern an. Und zivile Gemeinschaftsaktionen, im Mittelpunkt derZivilgesellschaft und ihrer Organisationen, haben in vielen Féllen bewiesen, die beste Methode fUr dauerhafte Anderungen zu sein.

GaryGardner,ForschungsIeiter am Worldwatch Institut in Washington, schrieb kUrzlich, daß religiöse Menschen und Institutionen der Religionen ansehnliche Beitrége zur Férderung unterstUtzungswerter Entwicklung leisten können. „Re|igionen schérfen den weltweiten Blick der Menschen, bezeugen moralische Autoritét, finden Gehör


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nachhaltige Entwicklung

bei der großen Zahl ihrer Anhänger, haben oftmals reichliche finanzielle und institutionelle Mittel und sind starke Erzeuger des gesellschaftlichen Kapitals, ein Aktivposten zur Erhaltung des Gemeinwesens.“ Dies schrieb Gardner in einer 2002 erschienen Schrift “Invokingthe Spirit: Religion and Spirituality in the Quest fora Sustainable World.„Jedes dieser Mittel kann dazu benutzt werden, beim Bau einer sozial gerechten und okologisch nachhaltigen Welt eingesetzt zu werden.“

FUr Bahá’í ist das Konzept der nachhaltigen Entwicklung eng mit ihren religiosen Überzeugungen verbunden. Vor Über1oo Jahren erklärte Bahá’u’lláh, dass „die Menschheit erschaffen wurde, eine sténdig fortschreitende Zivilisation voranzutragen“. Die Bahá’í verstehen diese Aussage als einen klaren Auftrag fijr nachhaltige Entwicklung. In ihren Schriften wird die Einheit und gegenseitige Abhéngigkeit von Mensch und Natur besonders bestätigt. Ein Kennzeichen des Paradigmas der nachhaltigen Entwicklung ist das Gewicht, das sie auf die wechselseitige Abhéngigkeit zwischen der menschlichen Gesellschaft, der Wirtschaft und der natUrlichen Umwelt legt.

Die Bahá’í sind auch derfesten Überzeugung, dass die Grundlage fUr eine dauerhafte soziale Verénderung in der individuellen und gemeinschaftlichen Umgestaltung zu suchen ist.

„Befasst euch nicht rastlos mit euren eigenen Belangen, sondern lasst eure Gedanken fest auf das gerichtet sein,

was das GIUck der Menschheit wiederherstellen kann und die Herzen und Seelen der Menschen heiligen wird", schrieb Bahá’u’lláh .„ Dies kann am besten durch reine und heilige Taten, durch ein tugendsames Leben und ein edles Betragen vollbracht werden“.

Die Bahá’í—Schriften betonen auch nachdrUcklich die Bedeutsamkeit der Erziehung als ein Mittel fijr den geistigen und sozialen Fortschritt. „Betrachte den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschétzbarem Wert,„ schrieb Bahá’u’lláh. „Nur die Erziehung kann bewirken, dass es seine Schétze enthflllt und die Menschheit daraus Nutzen zu ziehen vermag.“

Die Bahá’í haben zu prUfen begonnen, wie sie zur Dekade beitragen konnen. Etwa durch Analysieren der geeignetsten Möglichkeiten, moralische und geistige Werte in ein entsprechendes Erziehungsprogramm für nachhaltige Entwicklung zu integrieren. Jene Werte sollten jede nachhaltige Entwicklung untermauern.

Ein Meinungsaustausch Über geistige und moralische Werte in der Erziehung ist unumgénglich geworden. Die Bedeutung der Erziehung als Mittel fUr sozialen Fortschritt wurde bereits seit léngerem erkannt. Zu oft aberwaren Erziehungssysteme so gestaltet, dass sie „nicht-nachhaltige„ Werte und Ziele beg Lmstigten, statt umgekehrt.

In klassischen Erziehungssystemen wurde dem direkten materiellen Erfolg und

Fortschritt derVorzug vor langfristiger moralischerAktivitét und Denken gegeben. Mahatma Gandhi sagte einmal: „Wir bewerten Erziehung so wie wir ein Stijck Land oder Aktien bei der Bbrse bewerten. Nur solche Werte glauben wir vermitteln zu milssen, die den Schüler befähigen mehr Gewinn zu erzielen. Der Verbesserung seines Charakters schenken wir wenig Aufmerksamkeit.“

Mit dem Aufruf zu einer Dekade fUr ein Erziehungsprogramm fijr nachhaltige Entwicklung hat die Welt Gelegenheit, ihr Augenmerk erneut auf die zugrundeliegende Rolle der Erziehung zu richten. Es gilt, neue Wege in der Gesellschaft einzuschlagen und Möglichkeiten zu prUfen, Erziehungssysteme so umzugestalten, dass sie nachhaltig positiv wirken.

Dementsprechend sollte alle Welt darijber nachdenken, wie man am besten in der Dekade mitwirken kann. Es wäre gut, wenn dabei in Betracht gezogen werden konnte, wie Erziehung so zu verbessern ist, dass sie zu dauerhaftem Fortschritt und dem Wohlergehen der gesamten menschlichen Gesellschaft beitragen kann.

So gesehen wird es von tragender Bedeutung sein, dass die positiven moralischen und geistigen Werte, die in allen Religionen vorhanden sind, unbedingt und ganz in den entstehenden Prozess integriertwerden. l


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Wdhrend der Erbfinungssitzung des Seminars Über „Erziehung zu nachhaltiger Entwicklung: Die geistige Dimension „ in Orlando, Florida, stel/en sich die Teilnehmer selbst













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Rvgligionen fdrmdern „Bilduhg

fiir nachhaltige Entwicklung“


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USA


Religionen planen neue Bestrebzmgenflir das UN—jahrzehnt der nachhaltigen Entwicklung

RLANI)O, Florida, USA. — Es ist schon ein Klischee gewor Olobales Denken

den, über „b

und lokales Handeln“ zu sprechen, wcnn cs um großfllichige Probleme geht wie U111wcltzerstdrung Oder internationals Entwicklung. Die Wahrheitjedoch ist, dass cinige der größten Herausforderungen der Menschheit am Besten aufder Ebene des Einzelnen Oder der Gemeinde Schritt für Schritt angepackt wcrden. Regicrungen kdlmen Gesctze erlasscn und Behér den einrichten, wenn aber der Einzelne sein Verhaltcn nicht Eindert, bleiben die Resultate diirftig.

Ohne den Einzelnen kannen die Probleme der Welt nicht gelfist warden

Ein Beispiel dafür gibt es

auf dem Gcbict nachhaltiger

Entwicklung, die Umweltschutz, globale Wirtschaftlich€ Entwicklung und Cine VisioIlfire Zukunftsplnnung umfasst. Nachhaltige Entwicklung crfordert, dass Millionen,we1m nicht Milliarden Menschen ihrc alltfiglichen Aktivitatcn anpassen. Dabei ist es gleich, 0b es sich um Recycling, Energiesparen Oder Konsumverhalten handelt.

Bei dem Versuch, solchc Vertinderungen auf der Ebene des Einzelnen hcrbeizufiih ren, haben die Vereinten Nationcn kürzlich sine 10—Jahres—Initiative auf d€n Weg gebracht, um die „Bi1dung fijr nachhaltige Entwicklung“ voranzubringcn: dic „UN Decade of Education for Sustainable Development“. Sic bcgann 2005 und liiuft bis 2014.

Einige Claubensgemeinschaften habcn sich das Konzept des ,Jahrzchnts“ zu Eigen gemacht, um ncue Ansiitze zu entwickchl. Sic vertreten die Auffixssung, dass religiöscr Glaubc cin Illiichtiges Werkzeug zur Wandlung des Einzelnen und damit auch der Gesellschaft darstellt. Auf einer Reihc v01) Trcffcn und Konferenztn haben verschiedene Gruppen - V01] den Buddhistcn bis zu den Zoroastriern — bcgonnen, Ideen auszutauschen, Aktionspliine zu entwickeln und Lehr [Seite 7]

plane zu entwcrfen. Ziel ist es, den Prozcss der BiIdung für nachhaltig€ Entwicklung voranzubringen.

In der Bahá’í—Gemeinde wurde kiierich i1n Rahmcn eines zweitiigigcn Seminars in Florida über Richtung und Ausmalfi dicscs Plozesses nachgedacht. Das Seminar stand unter deln Titel „Bildung für nachhaItige Entwicklung: Die geistige Dimension“. Es 20g etwa 50 Teilnchlner aus 10 Ldlldern an und bot eine AnzahI innovativer Brainstorming—Ubungen, um das kreative Denken und neue Ansiitze zu stimulieren.

Mit i11novativen,grupp6ndynamischen Methoden bcgleitete das Seminar die Teilnelnner auf einer gemeinsamen Raise. Sic erforschten, wie die Bahá’í—Gemeindcn aufder ganzen Welt nachhaltige Entwicklung fdrdern und deren Konzepte in ihre Aktivitiiten Cinbinden. Zu den Arbeitsver{ahrcn gthörtcn etwa das „W0rId Cafe“ „Open Space“—Technik.

Oder die

Momentaufnahme der Aktivitiiten

Das ResuItat war nicht nur die EntwickIung neuer Ideen, die die Teilnehnler nlit zurück in ihre Heimatlander nahmcn, sondern auch eine Momentaufnahme der Formen von Bildung für nachhaltige Entwicklung, fijr die sich die weltweite Bahá’í—Gemeinde bereits cngagicrt. Diese Projekte erstrecken sich auf mehrere Kontincntc:

In Australien gibt es den Versuch, Umweltbewusstsein in einen nationalen Lehrplan fiir Bahá’í—Erziehung einzufügen, Eine andere Komponente ist die finanzielle Unterstiitzung eines „6kologischen Camps“ für jugendliChe i1n September 2005.

In Kanada sind Bahá’í an einer interreligiösen Initiative nnt dem Namen „Renewing the Sacred Balance“ (Erneue rung dcs heiligen GIeichgewichts) beteiligt. Die Initiativc versucht, Unterstfitzung für die „I-Ierausforderung ,Eine Tonne “ zu rekrutieren, eine Regierungsinitiative mit dem ZieI, dass jeder Kanadicr die von ihln erzeugten Treibhausgase um Cine Tonne reduziert.

In Haiti hat ein Bahá’iEhepaar eine von der Gemeinde getragene NGO (Nicht—Regierungs—Organisation) gegründet, um den 6rtlichen Fluss zu siiubern und weitere Entwicklungsaktivitéten zu organisieren.

In SwasiIand arbeiten Erzieher damn, Konzepte für nachhaItige Entwicklung in die Lchrplzine von Bahá’iSchulen in Mbabanc zu integrieren. Zu den Schulen gehören eine Vorschule, eine Grundschule und die angesehene Setsenlbiso Sebunye High School.

In den USA haben die Bahá’í einen Online—Kurs mit dem Titel „Nachhaltige Entwicklung und die Wohlfahrt der Menschheit“ entwickclt. Die zweiwbchentlich erscheinende Kinderzeitschrift „Brilliant Star“ (Leuchtender Stern) veröffentlicht eine Serie von Artikeln zuln Thema „nachhaltige Entwicklung“.

„Als Bahá’í sehen Wir die Ides der Bildung Fur nachhaltige Entwicklung in einer Langzcitperspektive.\X/ir W01Ien auf unsere Weiss einen Beitrag Ieisten, wo innner wir in unseren Genleinden sind auf der nationalen Ebene und auch auf der értlichen Ebene,“ sagt Peter Adrians, ein Ratsmitghed des International Environment Forum. Die IEF ist eine von Bahá’í inspirierte NGO, die das oben genannte Seminar in Orlando mitorganisiert hatte.

Kampagne unter der Führung der UNESCO

Die Idee dines Jahrzehntes der Bildung fijr nachhaltige Entwicklung wurde V0111

Weltgipfel über nachhaltigc Entwicklung in johannisburg nn jahre 2002 vorgeschlagen. Im Dezember 2005 wurde es durch die UN—Generalversammlung offiziell beschlossen und bekannt gegeben. Die UNESCO wurde zur Ftihrungsinstitution fijr die Kampagne bestimlnt.

Laut der UNESCO ist es das übergeordnete ZieI des Projektes, „die Prinzipien, Werte und Praktiken der nachhaltigen Entwicklung in 3116 Aspektc der Erziehung und des Lernens zu integrieren.“ Dis Idee besteht darin, „zu solchen Veränderungen der Verhaltensweise zu ermutigen, die eine nachhaltigere und gerechtere Gesellschaft fiir alle ermöglichen.“ Der UNESCO—Plan zur ErreiChung dieser Ziele erfordert nicht nur die Zusamlnenarbeit mit UN—Institutionen und nationalen Regierungen, sondern auch mit der ganzen Breite von Organisationen der Zivilgesellschaft, einschließIiCh der Vertreter der Wirtschaft, der akademischen Institutionen, der vcrschicdenen sozialen Gruppen der Gesellschaft — und der Glaubensinstitutionen,

Auf der ganzen Welt haben religiöse Gruppen begonnen zu diskutieren, Wie sie an diesem „]ahrzehnt—Projekt“tei1nehmen können. Seit einigenJahren spieIen religiöse Organisationen eine Wichtige ROIIe bei der Férderung einer nachhaltigcn Entwicklung. Dies geht zurück aufden World Wide Fund for Nature, gegründet auf einer inter religiösenVersamnlIung in Assisi iln Jahr 1987 und die sich 1995 anschliefiende Gründung der Alliance of Religions and Conservation (Bijndnis der Religionen und des Naturschutzes)‘

„Viele religiöse Gemeinden sind sehr erfahren im Umweltschutz“, sagt Peter Adriance. Er ist ein Mitglied

des Exekutinomitees der US




„Es scheint bier den wirklichen Wunsch zu geben, voranzuschreiten und die nachhaltige Entwicklung zu einer Grundlage des gelebten Glau bens zu machen. “

Steve Cochran, US Partnerschaft fUr das Jahrzehnt der Erziehung zu nachhaltiger Entwicklung

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„Religionsgemeinschaften anerkennen die maralische Dimension der Notwendigkeit zur Nachhaltigkeit. Die heiligen Schriften der Weltreligionen sind mfichtige Motivationsquellen für zahlreiche Menuhen. Sie sind ein entscheidender Faktor Für den Übergang zur

Nachhaltigkeit.“ Peter Adriance, NGO Liaison, Bahá’í-Gemeinde der Vereinigten Staaten


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Partnersclmft f‘fir das jahrzehnt der Bildung für eine nnchhaltige Entwicklung. Als N(}O—Verbindungsnmnn vertritt er die Bahá’í—Gemeinde derVereinigtcn Staaten.

„Es istjctzt eine Sache des Übergnnges zu der größeren Frage der Nnchhultigkeit find wie Wir sie durch Erziehung fbrdem. Religionsgemeinschaften anerkennen die lnolalische Dimension der N0twendigkeit zur Nachhultigkeit,“ so PeterAdriance. wDie beiligen Schriftcn der Weltreligionen sind miichtige Motivationsquellen für zahlreiche Menschen. Sic sind ein entscheidender Faktor für den Übergang zur Nachhaltigkeit.“

Weiter fragt Peter Adriancc: „Wie können wir ohne die geistigen lrinzipien der Reigionen den politischen Willen erzeugen, um die notwendigen Verbaltensiinderungen herbeizutfihren? Die Religi011 spielt eine Schlfisseholle bei der Motivation der Menschen, zum Wohlstand der ganzen Menschheit beizutragen, anstatt nur zu ihrem eigenen, kurzfristigen Wahlbefinden.“

Nach Aussage von Peter Adriance gibt es bereits einen weiten Bercich von Bemühungen religififiscr Gruppen, die Erziehung zur nachhaltigen Entwicklung in ihre Lehrplline und anderen Aktivitiiten cinzubauen.

1m letzten April, uln nur ein Beispiel zu nennen, Rirderte eine Gruppe religiöser NGOS bei der UN—KmnmisA sion für nachhaltige Entwicklung einen Event mit dem Titel „Die Einbindung von Ref ligi0113ge111e1115c1121f1011 in dds Jahrzehnt der Bildung {fir nachhultige Entwicklung.“ Unter den Teilnehmern an dieserVemnstaltung waren Repriisentanten deg Bahá’í—Glaubens, des Buddhismus, des Christentums, des judentums und des Islam.

D219 internationale Entwicklungsforum sah das Se minar in Orlando nls Beginn eines langen und kontinuierlichen Prozesses an. Anf dieser Basis ist ein eigenstiindiger Bahá’í—Ansatz zu entwerfen, durch den die Bildung für nnchhaltigc Entwicklung in optilnaler Weise entwickelt und gefdrdert werden kann. Dds Seminar wurde V01] der IEF in Zusznnmenarbeit mit ,Educntors For Social and

Economic Development und

der US—Partncrschaft für die ESED organisicrt. Die ESEI) ist eine von den Bahá’í inspia Iierte NCO. D35 Seminar wurde v01n Nationalcn Geistigen Rat der Bahá’í derVereinigten Staatcn gesponsert.

In viclerlci Weise ist das Seminar in Orlando Init seinenl Schwcrpunkt auf der Suche nach neuen Ideen find Ansiitzen typisch für die frühe Phase der Aktivitfiten, in der die Glaubensgruppen sich den Zielen des ,JahrzehntProjcktes“ niihern.

„In den letzten jahren ist dcutlich geworden, dnss nmn nicht über Urnweltschutz sprechen kann, wenn man Faktoren wie Armut, den Zerfall der Gesellschuft und

so weitcr von einander trennt,“ sagt Peter Adriance. „Bi1dung für nachhaltige Entwicklung bedeutet, diese Faktoren zu verbinden. Und es bedeutet, unser Denken über die Wirkung jedes Einzelnen von uns auf die Wohlfahrt der Gesellschaft als Ganzes in einen neuen Rahmen zu stel len.“

Arbeit mit Open Space und „World Cafe“

U111 den chankenaustausch zwischen den Teilnehmern anzuregen, wurde eine Kombination angewandt aus neuen Methoden zur Ideenfindung und den Prinzipien der Bahá’í—Beratung, einem bereits wcltweit verbreiteten Werkzeug zur Entscheidungsfindung in Gruppen.

In einer Beratung wurde

zum Beispiel die „W0r1d Café“—Methode eingesetzt, eine Diskussionsform {fir Kleingruppen. Sie wurde von juanita Brown und David Isaacs V0111 Massachusetts lnStitute forTechnology entwikA kelt. Sie ist dafür gedacht, fundierte und in dieTiete gellende Berzltungen über herausfordernde Thelnen anzuregen.

Eine andere Beratung nutzte die „Open Space“Technik, eine Methode, die von Harry Owen entwickelt wurde. Sie reglementiert nur sehr wenig und nutzt parallele Arbeitssitzungen, die um ein zentrales Thema V0n strategischer Bedeutung herum angesiedelt sind. Sie dient alsVerfahren, um neue Aktionsplfine zu erarbeiten.

Diese Techniken resultierten in einer Reihe von Diskussionsgruppen zu Thcmen wie „die Integration von Wirtschaff, nachhaltiger Entwicklung und Spiritualitiit“, „die Nutzung V011 Film und Fernsehen zur Erlnutigung des Lernens find Trainierens in landlichen Gemeinden“, „die moralische Dimension der Nachhaltigkeit“, „Gleichberechtigung und nachhaltige Entwicklung“ und „die Nutzung der Künste zur Fbrderung des Friedens und der nachhaltigen Entwicklung“.

Eine Diskussionsgruppe erfflorschte mögliche Antworten von Bahá’í—inspirierten Schulen auf das UN-Jahrzehnt. Weltweit gibt es mehrere hundert solcher Schulen. Unter anderem diskutierte die Gruppe den Aufbau eines Netzwerkes, um den Austausch von Informationen zwischen existierenden Initiativen zu ermöglichen. Zu 501Chen Initiativen gehbren das Ray Myer Trainingsprogramm für australischc Lehrer, das sfidafrikanischen EcoSchulen lrogramm und das Junior Animator Programm. Die Gruppe diskutierte auch die Notwendigkeit, Partner [Seite 9]









schaften mit Schulen anderer

Glaubtnsrichtungen und mit andercn Programmen zu schliefien.

Diskussion der Rollen der Geschlechter

Die Gruppe mit (16111 Thema „Gleichberechtigung und nachhaltige Entwicklung“ kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass Gleichbcrechtigung als moralische Notwcndigkeit dargestellt wcrden muss. Die Erziehung der Jungen und Miinncr zur Gleichberechtigung muss in die Lchrplzine für einc gauze Reihe von Fichern integriert warden. Dic moralische Verpflichtung, inncrhalb dt‘l Ehe nachhaltig zu handeln, muss erforscht werdcn.

Die Gruppendiskussion zum Thema „Ethische Dimension der Nachhaltigkeit“ kam zu dem Ergebnis, dass „Nachhaltigkeit zu Entscheidungen fiihrt, die Individuen treffen, insbesondere solchc in Machtpositionen, die das Leben anderer beeinflussen.“ In ihrem zusammenfassenden Bericht regte die Gruppe an, dass Individuen lernen müssen, „die Beziehung zwischen unserem persönlichen Aus wahlverhalten und der Wirkung auf die Umwelt zu sehen. Zum Bcispiel: W0 wir unserc chider kaufen, Recycling usw.“. Hicrauf bezogcne Erzichungsprozessc müssen das Verstiindnis für die gcistigc Dimension des Lebens wekken, wenn sie wirksam „dic Grundlage der Gesellschaft verbessern wollen.“

Das Seminar wurde in Verbindung mit der 13. jiihrlichen Bahá’í—Konferenz über sozialc und wirtschaftliche Entwicklung abgehalten, die V0111 15. bis 18. Dezember 2005 stattfand. Die Veranstalrung, die dieses jahr unter dcm Thema „Gcw6hnliche Mcnschen — außergewöhnlicher Dienst“ stand, zog mehr 315 700 Menschen nus 25 Ländern an. Unterstiitzt durch dcn Rabani—Trust mit Sitz in Orlando bietet die jéhrlichc Veranstaltung Vmtriigc und Arbeitskrcise, die Individucn und Gemeinden helfen sollen, sich in Projekte einzubringen, die der Menschheit 2115 Canzes dienen.

Teilnehmer des Seminars kamen aus Australien, Kanada, Finnland, Deutschland, Haiti, Neu Seeland, Swasiland, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den Vereinig










ten Staaten. Und Vielc sagten in der Abschlusssitzung, dass sie in den diskutierttn Ideen große Inspiration gefunden hdtten, und dzlss sie hofftcn, sie in Projekten und Aktivitéiten in ihren Hcimatldndern anzuwenden.

Joell Vanderwagen, ein Autor, Planungsberater und Umwclt—Anwalt aus Kanada, sagte: „Ich bin voll zufrieden mit der Art undWeise, wie Wir die letzten paarTagc vcrbracht haben. Ich konntc mit Gleichgcsinnten in Verbindung treten, Ideen entwickeln und mit anderen Menschen teilen. Dies wäre mit cincr fbrmalen, V011 obcn fcstgelegten Tagesordnung nicht möglich gewesen.“

Steve Cochran V011 der US—Parmcrship, der gekommen war, um die Gruppe durch die „Open Space“—Sitzung zu führen, sagte, dass er beeindruckt davon war, in welchem Ausmafi dieTeilnehmer nicht nur die Theorie diskutiertcn, sondern auch das Gelcrnte in die Tat umsetzten. „Es scheint hier den wirklichen Wunsch zu geben, voranzuschreiten und die nachhaltige Entwicklung zu einer Grundlage des gclebten Glaubens zu machen,“ meinte Steve Cochran. I


Teilnehmer der Seminars in Orlando Hber„Bi/dungfdr nachhaltige Entwicklung: Die geistige Dimension„ sieht man hier unter den Postem, die einige der Prinzipien der„Open Space“Ubung zeigen. Das Seminar zog etwa 5o Tei/nehmer cm: 10 Ldndern an.


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[Seite 10]Auch in den 50 genannten Entwicklungslcindem wird der enorme Wert der modemen Informations- und Kommunikationstechnologien immer mehrerkannt a/s ein Instrument, möglichst schnell in den Genus: von wichtigen Informationenfar die eigene Entwicklung zu geIangen.






































Weltgipfel zur Informationsgesellschaft setzt sich globale Ziele

TUNESIEN

Der PC und das Internet haben die Welt zu einem Dogfzusammenmc/een

lassen Imd


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miteinander enger verlenupft. Der ungehmderte Gedanleenaustausch, mancherorts beargwbhnt, nutzt der globalen Entwicklung mehnje zugcinglicher die Technologien sind.

UNIS,Tunesien. — Mir I der Erklzirung, class der ungchinderte In formationsfluss und der freie Gedankenaustausch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung betnichtlich beeinflussen wird, haben die teilnehmenden Regierungen ei ner weltweiten Agenda zugestimmt, dic zum Ziele hat, Informations— und Kommunikationstechniken offener und zugzinglicher zu machen.

„Wir besteitigen, dass die ungehinderte Meinungsfiufierung, der freie Austausch von Informational, Idecn und Wissen V011 großer Bedeutung fiir die Informationsgesellschaft sind und der Entwicklung zugute kommen“ äußern die teilnehmenden Staatsoberhiiupter in einem der bciden Hauptdokumentfi des Gipfcls. Die Konferenz tagte ab 16.NOVember 2005 in der nordafrikanischen Hauptstadt. Der tunesische Gipfel war der zweite Abschnitt des Weltgipfeltreffens über die Informationsgesellschaft WSIS. Sein Ziel war, Zugang und Offenheit der Informations— und Kommunikationstechniken (ICT) sicher zu stellen.

Der erste Teil des Gipfels tagte V0111 10. bis 12. Dezember 2003 im schweizerischen

Genf. Damals sollte eine Erklärung über die Prinzipien und den Aktionsplan einer weltweiten ,Informationsgesellschaft formuliert und verabschiedet werden um zum Fortschritt der Menschheit beizutragen. Die Informationsgesellschaft wird von manchen £115 das unausweichliche Ergebnis einer Vertinderung verstanden, wie sie neueTechnologien, etwa der PC und das Internet, mit sich bringen.

So gesehen haben beide Treffen der WSIS 1111 großen und ganzcn einen symbolischen Wert, indem sie in die globale Diskussion dieVorstellung einbrachten, dass neue [nformations- und Kommunikationstechnikcn ein starkes Entwicklungspotential haben.

„DerWSIS ist die SpiegeIung der aufl<eimenden Erkenntnis in der Weltgemeinschaft, Informationstechnologic sei ein integrierter Teil der sozialen und Wirtschaftlichen Entwicklung — und dass


[Seite 11]sie dicse dc filcto bcschlcunigen und effizienter gestalten ka1111“,s;1gtc Lama Ravecndran Greene, dic Vcrtrctcrin der Bahá’í Intfirnntional (1011111111111ty 11111 T111113 ($111tbl.

Hohe Teilnehmerzahl

W16 hoch das Intercssc :111 1111.0111111t1011stcc1111ologie für Entwicklung und 313 6111 wichtigcs Mittcl der Weltgescllschaft scin ka1111, widerspicgclto sich bei 116111Tref13311 111 Tunesicn in der (5108611 Teilnchnwrzahl der Stnnten und der ziVilcn Gcscllschafi.

Nach Auskunft der Vcreinten Nntioncn 11311111611 19401 Pcrsonen 2111 der Ko11{616112 teil. Sic kamen 315 174 112111011316 Abgeordnttc, 92 von il1tc1‘11ut1011alc'11 Organisationen wic 2.13. der

UNESCO ()dt‘l UNICEF, 606 vertruttn NC1()S, 226 Unternehmen und (142 Mcdienvertreter. Zusammengefilsst rangicrt dicsc Zahl dicht Heben den :1111 best besuchtcn intcrnationalen K0114 ferenzcn dchercintc-n Natioi 11611 der ‘)()CI‘_]21hl C.

„U11scr heutiges Traffen stcllt 0111611 Gipfel {111‘ das Weltdorf C1313 das durch die 11c11c11 virtucllen Fakten 1115 Leben gerufen wurdt. Ihre Vernetzung wurde zustandc gebracht und ihre Kompo11611t611111itc'1112111de1‘ durch Infornmtions— und K01111111111ikatio11stec1111010gic11 verbunden“, sagte der tuncsischc Prisidcnt Zine elAbidinc B611 All 111 seiner Erdffnungsnnsprache V0111 1().N0vel11bcr.

Auch anderc Redner bctonten den wachsenden Einfl'ussder 11611611 Technologien.

„I11for111;1t1011s— und K011111111111kat11111stech11Ologien verändern 11115616 Gesellschaft iihnlich grundlegend Wic seinerzcit die Da111pfi11aschi11e 1111 19.]:1h1'hundert Oder das Auto 1111 2(').]ahrhundert“, Liusserte Yoshio Utsumi, dtr Generalsckrctijr der Union für Inter nationalsTelek011111111111k1111011. Dicsc Organisation vertrat die UN bei dtlll Gipfcltrcffcn und Fungiertt als desscn Sckrctariat. „So WiC‘ jene Maschinen damals hilfi 1111s hcutc die Informationstcchnologic produktivcr und effizienter als je zuvor tätig 211 $6111, damit 1111561 Wunsch nach 61116111 besseren Dascin crfiillt wird.“

Einige 111111dert Arbeitsgruppen, Disk1lssionsfore11 und andere Nebcnvcranstalt1111g€11 wurdcn parallel zum H1111ptgiptblt1'effe11 abgchalten, 111$ (rliste bci UN—Vcrtrctungen, nichtstaatlichen Organisationtn, technischen Uremi611 und Körperschaftsvcrtret1111gen.Vert1‘etcr der Bahá’í~Ge111eil1de wurdcn SPC21611 111 zwei Veranstaltungen einbczogcnz 111 die Présentation „GesellschaftlicheVerantwortung“ durch EBBE das European Bahá’í Business F07 1'11111,1111d 111 61116 Arbeitsgruppc 211 61116111 Beitrag der Gesellschafi Für Information zur Kultur des F1‘iede11s,dic durch die nichtstaatlichc Organisation CAUCUS gchaltcn wurdc und bei der dic internationals Bahá’í—Gcnwinde 6111 aktives Mitglicd ist.

„Am wurdcn van den Staaten Fall Tunesicn—Gipfel

studien dariibcr vorgetragcn, wie Internet und die K01111111111ik11t10nstec1111ologien 1hr jcwciliges Land becinflusst hab e 11 , “ Greene alsTeilnehmerin 2111 der CAUCUSAArbeitsgruppc iibeI‘Werte und Ethik. „II1 der Vergangenhcit hattcu die L511 sagte Raveendran

der unter UmstandEn bchauptct 1116111~ Schulcn 13311611 211 1111155611, 11111 damn festzustellen, Wit 5611]“ 65 an Lehrern und Studicmnaterial fehltjetzt erkennen 516,111 welcherWeisc sie die modernen Informationstcchnologicn nijtzcn kiSImen, 11111 Schulen effizienter einzurichten, indem 516 11 11611 Zugang zu [311Chern, B1bliotheken und zu Lel1rer11 scl1atT611,die ganz anderswo Z11 Hause 51nd“ sagte Raveendran

Greene \Veiter.

Neben den Hauptthemen über die Bedeutung der Infomutioustechnologien fi'u Entwicklungsprojekte wurden 110Cl1 drci weiterc Thc111611 vorgctragcn, die sich wiihrcnd der Vorbereitungsv 21rbeitc11 dcs Gipfels herausk1'istzlllisierten: die Kontrolle über das Internet, Finanzicrungspldne zur chrbrückung der „digitalc‘11 Kluft“ und dic Mechanismen 211111 Implo1116111161611 ftir den in Gcnf entwickelten Aktionsplan.

I11 Sachem Internetkontrollc wurdc bcim Gipfel 6111 11c11cs, unverbindliches „F01‘11111 fiir Internetkontrolle“ (IGF) geschnfi‘en, das durch den Gc11c1‘alsekrctiir der UN embelllft‘l’l wurde. 86111 chck: Initialisicren und Pflcgcn von Dialogcn zwischen Intercsscnvertretern

Obwohl (111211 bcstimmt, €111 Diskussionspodium {111‘ solchc Themen 211 $6111, die nicht bcreits spezifisch durch 11c1‘k6111111lichc Mccl1zl11is111c‘11 bchandelt worden 51nd, will IGF keinesfalls die R0116 bcrcits bestchender InternetKontrollorgane iibcrnchmcn, etwa die quasi—unabhlingigc Organisation, die Domain1121111611 vergibt, der InternetVerband für zugctciltc Namcn 1111d Nummern (ICANN).

„Hicr handclt es sich 11111 6111611 Kompromiss,“ sagtc Ravccndran Greene, die auch cine Expertin auf dem Gebiet der Telckonnnunikation ist. „E1nige Staaten sahcn die USA als ein Kontrollorgan der ICANN und warcn nicht glilcklich darüber. Sic gingen sogar so weit , sclbst 6111 alterw natives lntcrnfit 1111fb2111e11 zu wollcn. Das Internet aber bezieht seine gauze Kraft durch seine Einheit und durch die Méiglichkeit fijr die M611schen, [ibcrall mitcinander Z11 k01111111111izicrc11. Diesc Embeit ist ihr Schutz 1111dschenkt über sie derWelt 6111 I1€L1€S Forum {111' Koordination und gemeinsame Beratung.“ I




„Der WSlS ist die Spiegelung der aufkeimenden Erkenntnis in der Weltgemeinschaft, Informationstechnologie sei ein integrierter Teil der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung - und dass sie diese de facto beschleunigen and efiizienter

gestalten kann. “

Laina Raveendran Greene, Bahá’í International Community

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[Seite 12]Die stolezn Teilnehmer eines Computer—Kurses erhalten ihre Abschluss-Zertifikate, die ihre Be rufsaussichten deutlich erhdhen.

Computerkurse st achtung und Berufschancen


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«35’. ,x 4, M 0.. d,

ANJUL, Gambia. Die

Zahl der EDV—Ab schlfisse in kostenlosen Kursen, die die 6rtliche Bahá’í—Gemeindc anbietet, ist aufmehr 2115 900 gestiegen. Seit 1998 arrangieren die Bahá’í diese Klassen, um jenen zu helfcngdie sonst keine Chan ce bitten, EDV G AM B I A Kenntnisse zu er werben, um eine Arbeitsstelle zu bekommen.

„Die Altersspanne der ‘

Lernenden reicht vom Teenager bis ins mittlere Alter. Sie sind sowohl miinnlich als auch weiblich“, sagt Faramarz Shams7 lokaler Sprecher der Bahá’í. „Viele Abgiinger brauChcn ihre neu erworbenen Fähigkeiten bei jener Arbcit, die sie bekommen haben, nachdem sie die Kursc abgeschlossen batten“, so Faramarz Shams. „Die Studenten kommen mit islamischem Oder christlichem Hintergrund

Oder aus der Bahá’í—Gemeindc. Dabci sind Lehrer, Studenten und Geschiftsleutef

Die Kursc sowohl für Anfdnger als auch Fortgeschrittene dauern normalerweise drei Monatc. Sie umfassen zwei Treffen pro Woche von je zwei Stunden Dauer. Die Lehrer sind Bahá’í aus Gambia undjugendliche Bahá’í aus England denVereinigten Staaten und Kanada, die ein Jahr des Dienstes absolvieren

Der einzige Fernsehsender des Landes und die großen Zeitungen berichten regelmiiBig über die Abschlussfeiern. 1111 Dezember 2005 erhielten 56 Teilnehmende ihre Abschlusszertifikate. Auf der Abschlussfeicr brachte eine der Teilnehmerinnen mit muslimischem Glauben, die 24jfihrige Fatou Cham, persénliche Dankbarkeit für die Kurse zum Ausdruck: „Ich mächte der gesamten Bahá’í—Gemein arkenSélbst


de flir ihre uncrmfidlichen Anstrengungen Zur kostcnlosenVerbreitung V011 Wisscn in Gambia danken“, sagte Fatou Chan]. „Ich weiß noch, als ich 2000 das Anfiinger—Computertraining besuchte. Ich konnte nicht einmal eine Maus bcwegen, aber mach dem Kurs entwickelte ich großes Interesse an Computern“, sagte sic. „Ich hoffe, dass andere Einrichtungen die Bahá’í—Bemühungen nachahmen warden und die Leute mit mchr EDV—Kenntnissml versorgen.“

Die Computer für die Kurse wurden v01) Bahá’í nus Gambia, den Vereinigtcn Staaten und England gespendet. Ursprfinglich wurden die Klassen in einem Mietobjekt durchgefiihrt. Sic sind mm in einen geeigneten Raum im Nationalen Bahá’í—Zentrum umgezogen, das letztes Jahr erdffnet wurde. I


[Seite 13]Menschenrechtsaktivisten

unterstreichen Bedeutung des

interreliglosen

ngzemmgen sollren vcrmc/zrt religiöse Intoleranz algfderganzen Welt beledmpfim, 171de sie Dialog ZLUiSC/Z?„ mid zmzerhalb religiöser Grl/lppen 1m terstliirzm — lmd zndem sie 51'(/zerstellen, (lass Frauen zmd polirische FITihrer in 50/ (lzcn Dialogen bereilllgl sind.

EW YORK. ~ DiC se und anderc Ent schliissc wurden V011 einem Expertcngremium zum Thema Religionsfl‘eiheit wlihrend eines Symposiums bei der Bahá’í International Community in New York gefusg.

D35 Gremium, namens „Rcligionsfi‘eihcit: Den Standard der Allgemeinen Erkllirung der Mcnschrechtc aufrechterhalten“, bestand nus Piet dc Klerk, dem niederlländischen Botschnftcr für Mcnschemechtc: Amsa Jahangir, der UN—Sonderbcrichtersmttcrin für Religionsfreihcit, und Felice Gacr, Direktor des jacob Bluustein Institut für den Fortschritt der Mcnschenrcchtc.

All drciTeilnehmcr betonten dic \X/ichtigkeit der Religionsfi‘eihcit, welchc in der Allgemeinen Erklärung der Menschcmechtc und anderen UN—Abkommen umrissen ist.

„Manche sngcn, Religii (msfreiheit ist die Mutter allcr Menschenrcchtc“, sagt 130t SC1121t101' De chrk, der hinzufiigt, dass er glaube, dass allc Mcnschcmechtc in der Tat universal und miteinander vcrbunden seicn.

Weiterhin sagt (‘1‘, „der Grad zu welchem die Religionsfi‘tiheit in einem Land aufI'CChterhalten wird, spiegelt die allgemeinc Situation der Menschenrcchte in diesem Land Wider“.

„In unscrcr globalisierten Welt sind bestilnmtt Religionen Oder Glfiubige mehr bedroht als zuvor,“, sagt Botschaftcr De Klerk. Dies sci bcdingt dulch eine Tendcnz zu Fundamentalismus.

„Rc‘1igiése Spammngen scheinen zugenommcn zu 11:1bcnffi sagt 611„Erstens hat die Migration zugcnommcn und Religionen sind weniger auf cine bestimmtc Region beschränkt als zuvor. Der zweite Grund ist, dass es nach dem Fall des Eiscrncn Vorhanges schwicriger gewordcn ist, Menschen politische Ideologicn zu vermitte]11.Aber I‘Cligiéise Ideologie hat ihrcn Einfluss nicht verlorcn.“

Ncben dem Aufrechterhultcn V011 Gesctzen, die religibsc Frcihcit untcrstützen, mcint Botschafter Dc Klerk, sci der beste ch für Regierungcn, religiöse Spammngen und lntoleranz zu bewiltigcn, den i1’1tc‘1‘1‘cligiésen Dialog zu fiirdern, sowohl inncrhalb als auch zwischen religiösen Gruppierungetm

„Staaten sollen diese Dialoge sowohl moralisch 2115 nuch finanzicll unterstützen.“

Asmajahangir stimmte zu, dass interrcligiésw Dialog heute cin „unentbehrlichcs“ Element ist, um religiösc

Dialogs

Spannungen zu entschiirfen. Bei ihren Besuchen als SonderbcriChtcrstatterin letztcs jahr in drei Liindem — Nigeria, Sri Lanka und Frankrcich ~ sah sie ebenfalls den Bewcis für „crncutcn \X/cttbeWcrb untcr don Religionen und die Angst, dass sine Religion die anderc überholcn wird.“

Abcr religiöser Dialog sollte nicht nur zwischen den religiöscn Führern gchaltcn wcrden, sagt sie. „Dialog bedeu tungslos bleiben,

würde

Wcnn keinc Politiker bctciligt sind und keine Frauen“, mcint Asma jahangir. „Zum;1] 0th die Opfer von reli Frauen

gidscr Intoleranz sind.“

Eincr dtr umstrittcnstcn Bereiche zwischen rcligiifisen Gruppen sei der Bercich der Familiengesetze. Manchmal kollidicrcn Interpretationen V011 religiifiscn Gesetzcn 111it den Prinzipicn V(m nationalen und internationalen Gesetzen, sagt Aslnajalmngi1‘,wie zum Beispicl solchc zur Glcichbcrechtigung der Frauen.

„Ich glaubc cs ist Zeit für lolitiker,ei116n Dialog darüber zu beginnen, wic diese Span: nungen abgcbaut werden kéinnen.“

Asma jahangir sagt ferner, dass sie Eine Beziehung zwischen religiöser Freiheit und Entwicklung beobachtet hat. „\X/o es religiöse Unterdrfikkung gibt“, sagt sic, „ist die

USA
















AsmaJahangir, UN—Sonderberichterstatterinfijr Religionsfreiheit

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[Seite 14]










Die Teilnehmer des Symposiums Über„Re/igionsfreiheit: die Standards derA/Igemei nen Erkldrung derMenschen rechte aufrech terhalten “ von links nach rechts: Asma Jahangir, die UN-Sonderberichterstatterinftfir Freiheit der Religion und des Glaubens, Piet de K lerk, der niederldndische Botschafterfdr Menschenrechte und Felice Gaer, Direktor des Jacob Blaustein Institutfijr die Fcirderung derMenschenrechte.

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Armut schlinmler.“

Felice Gaer sprach fiber ihre Erfahrungcn als Mitglied der US—Kommission fijr Internationale religiöse Frciheit (USCIRF), die 1998 gegründet wurde, um die Religionsfreiheit auBcrhalb der USA in Bezug auf die US—Außenpolitik zu Liberwachen.

In ihrcn Anmcrkungen sagt Felice Gaer, dass sie glaua be, manche Regierungen wollten die intcrnationalen Standards zur religiösen Freiheit, wie Sie 2.8. in internationalen Abkommen wic dem International Covenant on Civil and Political Right (ICCPR) festgelegt sind, wieder außer Kraft setzen.

Zum Bcispi611Wiihrend das ICCPR das Recht zur „Freiheit des Dcnkcns, des Gewissens und der Religion“, cinschliefilich dcs Rechts „seine Religion Oder semen Glauben durch Gebet sowie die Einhaltung und Ausiibung seiner Lehren zu bekunden“, aufrechterhiilt, erlaubt cs gleichzeitig den Regicrungen die offene Außerung rcligiésen Glaubcns einzuschrdnken, falls „nötig, um die allgemein6 Sicherheit, Ordnung, Gcsundheit Oder Moral ()der die


fimdamentalen Rechte und die Freiheit der andertn zu schiitzcn.“

Felice Gacr sagt, dass Viele Regierungen diese Klausel ungerechtfcrtigt als Freifahrtschein bcnutzt haben, um Minderheitsreligioncn zu unterdrticken.

In Saudi—Arabicn, sagt sic, wurde Mitgliedern des USCIRF gesagt, dass der 0ftEnc Ausdruck V011 Religion — so wie die Existcnz von nicht—muslimischen Gotteshäusern und Symbolen — beschrlinkt wcrden muss weil „dic Saudi cs nicht toleriercn wijrden und sich gegen den {Sffentlichen Ausdruck von Religion VOI] Nicht—Muslimen gewalttätig entgegcnstellen ktinnten.“

„We1m dies richtig ist“, sagt sic, „dann muss Abhilfe nicht durch Unterdrückung der Freiheit religiösen Ausdrucks gcschaffen werden, sondern durch Lehren von Toleranz.“

Felice Gacr sagt glcichermaßtn, dass wiihrcnd ihrcm Besuch in Agypten, als das USCIRF die Unterdrückung V01] koptischen ChristenJuden, Bahá’í und bcstimmten „unorthodoxcn Muslimen“

im Sommer 2004 untersucht hat, Mitgliedern des

USCIRF Regierungsbe V011

amten Vcrmittclt wurde, duss jcde dieser Restriktionen crforderlich sci, um die (Sffentliche Ordnung zu schiitzcn. Sobald das USCIRF agyptische Beamte nach Beweisen gedriingt hatte, weshalb solche Gruppen eine Bedrohung für die bffcntliche

Ordnung darstellen würden, seicn ihnen nur haltlose Arguments gelicfcrt wordcn.

„Sie sagten, dass sich die Bahá’í an politischen Aktivitiiten beteiligten und dass die Gemeinde an umnoralischen Handlungen betciligt war“, so Felice Gacr. „Aber sie hatten keine Faktcn, um ihre Angriff6 zu stiitzcn.“

Bani DugaL Reprisentantin der Bahá’í International Community bci den Vereinten Nationcn, agierte als Moderatorin für das Gremium. Sic sagt, dass die Bahá’í International Community das Tregen veranstaltet habe, „um Diskussion und Nachdenken zu fOrderll über die Herausforderungen, die mit der 1mplemcntierung und dcm Schutz dcs Rechts der Freiheit der Religion und des Glaubcns verbunden sind“.

„Vor dem Hintcrgrund der Beschleunigung der Globalisierung wachse die Suche nach Sinn,Vcrwurzelung und Gemeinschaft. Gleichzeitig bcobachten wir eine anhaltende religiösc motiVierte Intolernnz und Diskri111inicrung, die Vermchrung von Gcwalt und Hass im Namen V011 Religion und religidsem Extremismus.“ I

[Seite 15]UN drücken Sorge über Menschenrechtslage in Iran aus

EREINTE NATIOS } NEN. - Zum 18. Ma] seit 1985 hat die Ge neralversammlung derVercinten Nationen eine Resolution verabschiedct, in der sic ihrer „besonderen Serge“ über die Menschenrechtslage im Iran ausdrijcken und dabei insbesondere die anhaltenC16 Verfolgung der Bahá’í Gemeinde dort erwfihnen.

Die Resolution wurde am 16. Dezember 2005 verabschiedct. D215 war cinige Tags vor der Nachricht, dass ein Bahá’í, der scit 10 jahren unschuldig in Iran inhaftiert war, durch unerkliirte Umstzinde in seiner ZCHC‘ starb.

Dhabihullah Mahrami, 59, wurde untcr harten körperlichen Bedingungen in einem Gefangnis in Yazd festgehalten. Sein Tod am 15. Dezember 2005 wurde erst am 19. Dezember 2005 bekannt gegeben. Dhabihullah Mahramis Tod geschah inmitten unheilvoller Anzeichen für dam Beginn einer neuerlichen W6116 von Verfolgungen der Bahá’í. Disses jahr sind bislang mindestens 50 Bahá’í verhaftet und eingesperrt worden, eine Zahl die gegenüber den vergangenen Jahren stark gcstiegen ist.

Franziisische Akademiker melden sich in Le Monde :u Wort für verfolgte Bahá’í in Iran

Auch Wird Studenten, die Bahá’í sind, weiterhin der Zugang zu höherer Ausbildung verweigert — ein Umstand, der die Aufmerksamkeit von Pidagogen aus aller Welt anzieht. Zum Beispiel veröffentlichten 15 hochrangige franzbsische Akademikcr im Dezember einen Briefin Le Mmldt, in dem

sie Ihre Sorge über Irans Bahá’í—jugend zum Ausdruck brachten.

Die UN—Resolution, von Kanada eingebracht und V01] 46 Staaten, einschließlich Australian, der Europiiischen Union und den Vereinigten Staaten unterstiitzt, wurde mit 75 zu 50 Stimmen verabschiedet. Sic nimmt die steigenden Inhaftierungen und andere Formcn der Diskriminierung iranischer Bahá’í zur Kenmnis — einschließlich der Verweigerung des Zugangs zu höherer Bildung.

Die Resolution nahm insbesondere zur Kennmis die „Eskalation und erhéhte Héufigkeit der Diskriminierung und anderer Menschenrechtsvcrletzungen gegen die Bahá’í einschließlich Fallen willkijrlicher Inhaftierungen und chtnahmen, der Verweigerung der Religionsfreiheit Oder der öffentlichen Aus Libung von Gemeindeaktivitziten, der Nichtbeachtung von Eigentumsrcchten, der Zerstörung von Stétten von religiöser Bedeutung, derAussetzung von sozialen, erzieherischen und gemeindebezogenen Aktivitiiten und die Verweigerung des Zugangs zu héhcrer Bildung, Beschiiftigung, Renten, angemessenen Wohnraums und anderer Vorrechtem“.

Unter anderem rief die UN—Vollversammlung den Iran auf, „per Gesetz und tatsächlich aHe Formen der Diskriminierung, die durch Religion, Ethnic Oder Sprache bedingt sind, sowie andere Menschenrechtsverletzungen gegen Minderheiten wie die Araber, Kurden, Baluchen, Christen, Juden, sunnitischen Muslims und den Bahá’í zu beseitigen. . .“

Die Resolution ermutigt auch verschiedcne Biiros der Menschenrechtskommission der UNO dazu, an der Verbesserung der Menschenrechtssituation im Iran weiter tiitig zu sein und 3163 tuft gleichzeitig die Regierung Irans auf, "


mit diesen Biiros zusammen zu arbeiten.

Bani Dugal, Haupt— ' reprisentantin der Bahá’í International Community bei der UNO, sagte, die weltweite Bahá’í Gemeinde sei für die Unterstfitzung der internationalen Gemeinschaft beim Ausdruck der Sorgen über die Menschenrechte 1111 Iran dankbar. „Es war ein Jahr, in dem die Menschenrechtsverletzungcn gegen Bahá’í und andere Gruppen im Iran auffillig verschzirft wurden. Die genaue Prijfung und die Untersttitzung der internationalen Gemeinschaft verbleibcn quasi 211$ einzige Mittel zum Schutz unschuldiger Menschen im Iran“.

„Ein sehr schwieriges Jahr...“

„Es war fijr Bahá’í im Iran, die allein wegen ihres religiösen Glaubens verfolgt werden, ein 36hr schwierigesjahr“, fligte Bani Dugal hinzu. „Die weltweite Bahá’í—Gemeinde trauert tief über den Tod von Dhabihullah Mahrami, der seit einem Jahrzchnt rechtsWidrig wegen ungerechter Vorwiirfe, die offensichtlich seine Rechte zur Religionsund Claubensfreiheit verletzten, inhaftiert war“.

1995 aufgrund des Vorwurfs der Apostasie (=Abfa1] vom Glauben; die Red.) inhaftiert, war Dhabihullah

























Nurdrei Tage nachdem bekannt wurde, dass ein unschuldiger Bahá’í aufgrund unerklärter Umstande in einer iranischen GefdngniszeI/e starb, verabschiedeten die Vereinten Nationen ihre 18. Resolution, in dem sie ihre Sorgen um die Menschenrechtslage im Iran zum Ausdruck bringen.

„Es war ein Jahr, in dem die Menschenrechtsverletzungen gegen Bahá’í und andere Gruppen im Iran aufirillig verschiirfi warden. Die Untersfl'itzung der internationalen Gemeinsclmfl verbleibt als einziges Mittel zum Schutz unschuldiger Men schen im Iran.“

Bani Dugal BlC-Représentantin


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[Seite 16]„Wiihrend die Todesursache unbekannt ist, war hekannt, dass Dhabihu llah Mahrami Gesundheitsprobleme hatte. Auch wussten wir, dass Dhabihu llah Mahmmi einige Male mit dem Tode bedroht wur de. “

Bani Dugal

Représentantin der Bahá’í International Community bei den Vereinten Nationen

_

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Mahranli ursprünglich zum Todd verulteilt. Scin Urteil wurde spite]: nach cincm weltwciten Aufschrei und wciter Bcachtung in den Medien, in ltbcnslangc I-Iaft umgewandclt.

„Wiihrcnd dic TodesursaCht unbckzmnt ist, war bekalmt, dass Dhabihullah Mahrami CesundheitsproA blemc huttc“, sagte Bani Ungal. „Auch wusstm] wir, dass Dhabihullah Mahmmi einigc Male mit den] Tode bedroht wurde.“ „In diesem Licht sollte es keinc Zweifel gcbcn, dass die iranischen Ste]lcn offensichtlich die Verantwortung {fir den Tod disses unschuldigcn Malmes tragcn, dcsscn cinzigesVerbrechtn seine Mitglicdschaft in der Bahá’í—Religion war“, liuBertt Bani Dugul.

Unschuldig inhaftierter Bahá’í stirbt unter ungeklirten Umständen

Der 1946 gcborene Dhabihullah Mahrami war 1111 éfienthchen 1)immtbesclliifiigt, bestritt aber zum Zeitpunkt seiner Inhafticrung seinen Lebcnsunterhalt mit der Installation von Sonnenblenden, nachdem er wie tausende andercr Bahá’í in den jahren nach der iranischen Revoluv tion V01] 1979 nus seiner POA sition entlasscn wurde.

Obwohl iranischc Stellen behauptetfin, dass Dhabihullah Mahmmi der Spionugc für Israel für schuldig bcfundcn war, weisen die Gcrichtsunterlagcn deutlich mach, dass seine Verurteihmg uusschliefilich mit „Apostasie“ bcgründet wa1‘,ei11Vcrbrechen welche mach islamischem Recht traditionell mit dem Tode bcstraft wcrdcn kann.

Obwohl Dhabihullah

Mahrami 56in ganzes Lebtn Bahá’í war, wurde die Anklagc der Apostnsie scheinbar durch einen Kollcgen im 6ffentlichen Dicnst ausgelöst, der

i111Versuch,dic Entlassung von

Dhabihullah Mahrami zu verhindern, einen Artikel 2m cine Zeitung geschickt hattc, in dem er mitteiltc Dhabihullah Mahrami sei zum Islam konverticrt. Nachdcm spiiter den iranischen Stcllcn bewusst Wurde, dass Dhabihullah Mahrami wciterhin ein Mitglied der Bahá’í—Gemeinde war, wurdc Gr {65th11011111161) und der Apostasie bcschuldigt wcil cr angcblich vom Islam zur Bahá’í—Relfi gion übergctrctcn sci.

Am 2.];11111211' 1996 wurdc er durch das Revolutions gcricht zum Tode verurtcilt, cin Urtcil, welchc‘s spfltcr durch das Obcrste Gericht dcs Iran bcstiitigt wurde.

l);1$ Todcsurteil gegen Dhabihullah Mahrami léste cinen internationalcn Aufschrci aus. D35 Europiiische Iurlament bcispielsweise, verabschiedctc eine Resolution Libcr Menschenrcchtsverletzungcn in} Iran und verwies aurden Fall von Dhabihullah Mnhrami. Die Regicrungen von Australicn, Brasilicn, Kanada, Frankreich, Deutschland, dem Vereinigtcn Kélligrcich und der Vereinigten Stantcn protesticrtcn cbenfalls.

Es gab außerdem eine ausfiihrliche Bcrichterstattung iibcr dicscn F2111 in den franzéisischen Mcdicn Lo LVIOIldt und Liberation und Agencc France Press, abcr nuch Berichte von BBC und Routers. Obwohl die Behérden nicht 6ffcntlich dem internationalcn Druck und dem Aufi‘uf zur Frcilassung von Dhabihullah Mahrami nachgaben, nahmcn sie im Dezember 1999 die Gclcgenhcit wahr, anllisslich der Geburt des Propheten Muhammad eine Amnestie zu verkiinden und das Todesurtei] in lebenslangc Haft abzuwundeln.

Hinsichtlich der zunehmenden Festnahmcn erglänztc Bani Dugal, dass die Mehrhcit jcncr Bahá’í, die inhafL tiert wurden, in einer Art „])1‘ehtu1'“—K;11np;1gnc wieder


freigclasscn wurden um d3durch die iranischen Bahá’í cinzuschfichtern. Bani lhlgal ergiinztc, dass Bahá’í auch eiA 1101' brciten und wachscnden Palette V01) stark unterdriikkenden Mafinahmen untcrlicgen, einschließlich der anhalten Einschriinkung religibscr Versammlungcn, der Konfiszierung und Zcrstbrung von heiligen Stätten sowic diverser wirtschafilicher Einschrlinkungen.

Am 14. Dezember 2005 veröffentlichtcn 15 fi‘anzésische Top—lntellektuelle und Wissellsc11;1ficr — einschließlich drcier Nobelprcistriigcr — einen offencn Bricfin der französischen Zeitung Le Monde, in dem sie dic iranische Rev gicrung auftbrderten, die Türen ihrer Universitiitcn für die Bahá’í zu éffilen. Sic schrieben: „ cder Mensch hat das Recht auf Wisscn, unabhdngig scines Hintergrunds.“

„\X/i1' untcrstützen diese jugcnd, die nnch Wissen diirSttt. Wir bitten die iranischc Regierung, in jeder Universitlit des Landes, ausnahmslos allc jugendlichen aufzunchmen, die die Zugangsprfifungcn crfolgreich bcstanden habcn, dnmit die kulturellc Diskriminicrung endlich ein Ends findct.“ Der Brief war unter anderem untcrzeichnet V01] Rosinc Hagucnauer, Direktorin für biologische Forschung bfiill] Nationalen Zentrum für Wisscnschaftliche Forschung; Pascal Ledercr, Dircktor für physikalischc Forschung am College nu France; Professor Pierre Gilles De Gcnnc‘s, Profbssor am College de France und Nobelpreistrüger in Physik; Miguel Angel Estrella, Pianist, Botschaftcr bei der UNESCO, Claude—Cohen—Tunnoudji,

Professor

Professor am College nu France, Nobclprcistrfiger in lhysik; Francoise jacob, Professor am

und Professor

Colleguc au France, Nobelpreistriigcr in Medizin. I