One Country/2006 Nummer 1/Text

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„Die Erde ist nur ein Land, und al/e Menschen sind seine BUrger.“ - Bahdu’l/cih

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PERSPE IVAS DADA n RQARII



[Seite 2]IMPRESSUM 0n: Coumnv wird herausgegeben von der Bahá’í International Community, die als Nicht-Regierungs—Organisatii

on bei den Vereinten Nationen die weltweite Bahá’í-Gemeinde représentiert.

ONE Couumv, Office of Public Information, Bahá’í International Community, Suite120, 866 United Nations Plaza, New York, New York 10017, USA, E-Mail:1country@bic.org1 Chefredakteur: Brad Pokorny. Chef vom Dienst: Ann Boyles. Auslands redaktionen: Nancy Ackerman (Moskau),Christine Samandari»Hakim (Paris), Kong Siew Huar (Macau), Guilda Walker (London). Deutschsprachige Redaktion: Stephan Pernau, Gerhard Schaper, Stefan Spiegel. Freie Korrespondenten: Hilde Fanta (Osterreich), Silvia Fréhlich (Schweiz), Jutta Bayani (Luxemburg). GeschäftsfUhrung: Hartmut Nowotny, Arezu Braun. Übersetzerpool: Lisa Hiemer. Beitrége aus ONE Couumv können kostenfrei nachgedruckt werden unter Angabe der Quelle

Anschrift: ONE Couumv, Eppsteiner

Str. 89, D-65719 Hofheim-Langenhain, Germany. Tel. +49-6192-99290,

Fax +49‘6192-992999. Herausgeber der deutschsprachigen Ausgabe: Nationaler Geistiger Rat der Bahá’í in Deutschland e.V.

Einzelheft: DM 4,-lSFr 4,405 28,—/ LUF 80,: Jahresabonnement: DM15,/SFr15,-/OS1oo,—/LUF300,- (incl. MWSt u1 Porto). Die Zeitschrift kann beim Bahá’í-Verlag, Eppsteiner Str. 89, 65719 Hofheim-Langenhain, bestellt werden.

Copyright 1999 by Bahá’í International Community. ISSN 0945-7062. Gedruckt auf 100% Recyclingpapier.

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NEW YORK. - Zum achtzehnten Mal seit 1985 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen in einer Resolution ihre „ernste Besorgnis“ Über die menschenrechtliche Situation im Iran geéuffiert. Ausdrijcklich weist die internationale Staatengemeinschaft darin auf die fortdauerndeVerfolgung der iranischen Bahá’í—Gemeinde hin.

Die Resolution warvon der kanadischen Regierung eingebracht worden und von 46 Nationen mitgetragen worden. Siewurdeam16. Dezember mit einem Votum von 76 zu 50 Stimmen verabschiedet.

Unter anderem rufen die Vereinten Nationen Iran auf, „alle Formen von Diskriminierung aufGrund von Religion, Abstammung oder Sprache im Rechtswesen und in der Praxis zu eliminieren“. Ausdrilcklich verurteilen die UN Menschenrechtsverletzungen gegen „Araber, Belutschen, Christen,Juden, sunnitische Muslimen und die Bahá’í...“

Im Besonderen benennt die Resolution das neue Auflodern derVerfolgung der 300.000 Mitglieder zéhlenden iranischen Bahá’í-Gemeinde. Sie beklagt eine „Eskalation und eine zunehmende Héufigkeit von Diskriminierungen und weiteren Menschenrechtsverletzungen gegen die Bahá’í“. Die Resolution verurteilt „Félle von willkUrlicher Verhaftung, die Verweigerung der Religionsfreiheit, das Verbieten tiffentlicher Auftritte der Gemeinde, das Missachten von Eigentumsrechten, die Zerstörung von religiösen Stétten, die Verhinderung sozialer und pédagogischer Gemeindeaktivitéten, die Verweigerung des Zugangs zu höherer Bildung, zu Arbeitsplétzen und akzeptablen

UN-Generalversammlung iiul Sert „ernste Besorgnis“ - Iran soll Verfolgung der Bahá’í endlich beenden

Wohnungen,dasVersagen von RentenansprUchen und Ubrigen Zuwendungen.

Die Resolution ermutigt darÜber hinaus verschiedene AusschUsse der UN—Menschenrechtskommission, ihre Arbeit fortzusetzen, um die menschenrechtliche Situation im Iran zu verbessern. Desgleichen ruft sie die Regierung Irans auf, mit diesen AusschUssen zu kooperieren.

Die Hauptrepraisentantin der Bahá’í International Community bei den Vereinten Nationen, Bani Dugal, dankte der internationalen

Staatengemeinschaft fUr ihre UnterstUtzung.

Bani Dugal sagt:„Bahá’í sehen sich einer zunehmenden Bandbreite von tyrannischen Maßnahmen ausgesetzt. Die Hausarreste und Verhaftungen sollen die Bahá’í-Gemeinde nicht nur einschflchtern. Die scharfen wirtschafilichen Restriktionen und die Verweigerung höherer Bildung sind Teil einer beschlossenen Strategie Irans, die zum Ziel hat, die Bahá’í—Gemeinde Irans als ein Iebensfähiges Organ der Gesellschaft zu vernichten.“

Britische Politiker aller Parteien würdigen Engagement der Bahá i

LONDON. —„|Ch empfehle allen sehr, was die Bahá’í—Gemeinde fUr den sozialen Zusammenhalt und fUr bessere interreligiöse Beziehungen tut. Dies ist ein wertvoller Beitrag fUr unsere Gesellschaft.“ Mit diesen Worten unterstrich der britische Premierminister Tony Blair in seiner GruEbotschaft zum Neujahrsfest der Bahá’í, dem Naw-Ruz-Fest am 21. März, seine Wertscheitzung fUr die BemUhungen der Bahá’í nach einer besseren Integration aller gesellschaftlichen Kräfte des Landes.„lhre Selbstverpflichtung, Diskriminierungen anzupacken und unser gemeinsames Versténdnis von Menschlichkeit zu fördern ist ganz besonders wichtig“, so der Premierminister aus Anlass des Neujahrsempfanges der britischen Bahá’í—Gemeinde.„|ch hoffe, dass diese Arbeit immer bekannterwird.“

An dem Naw-Ruz-Empfang im britischen House of Commons nahmen rund 90 Personen aus Parlament und Regierungteil. Ebenso waren





DerAbgeordnete Peter Lufif Schatzmeister der„A/l Party Parliamentary Friends of the Bahá’ís", einem intelfraktionellen Zusammenschluss im britischen Parlament, ver/iest die Naw-Ruz-Grufle von Oppositionsfijhrer David Cameron.

Vertreter und Vertreterinnen aller größeren Religionsgemeinschaften des Landes anwesend.

Auch David Cameron, Oppositionsthrerder konservativen Partei, und Sir Menzies CampbeH von der liberalen Partei schickten Grquorte.„Es besteht keinen Zweifel daran, dass der Glaube Ihrer Religion an den Zusammenbruch von Grenzen, die die Menschen voneinander trennt, eine Lehre fUr uns alle ist“, 50 Cameron.

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Deutsche Bahá’í-Gemeinde setzt sich mit dem Forum Menschenrechte Für Standards zur Menschenrechtsbildung an Schulen ein

BERLIN. - Wie kein zweites Thema steht derzeit die Schulpolitik im Mittelpunkt des 6ffent|ichen Interesses. Der „Pisa-Schock“ nach den internationalen OECDVergleichsstudien, die Vorkommnisse an der Berliner RUtIi-Schule oder der kUrzliche Besuch des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen zum Recht auf Bildung (vgl. der Beitrag auf Seite 16 dieser Ausgabe) geben Anlass, die Situation an Deutschlands Schulen neu zu bewerten. Den Menschenrechten kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu.

Standards der Menschenrechtsbikjung in Schulen '

Das Forum Menschenrechte, ein Zusammenschluss von über 40 deutschen NichtRegierungsorganisationen,

Runder Tisch der Religionen verurteilt Vorgéinge in Afghanistan sowie Verfolgung der Bahá i in Iran

MAINZ.- Der Runde Tisch der Religionen in Deutschland verurteilte im März die jflngsten Vorgéinge in Afghanistan um die Konversion von Abdul Rahman zum Christentum. Religionsfreiheit, auch Freiheit zur Konversion, milsse ein grundlegendes Menschenrecht in allen Léndern sein, hieß es in einer Stellungnahme, die von namhaften Religionsvertretern und -vertreterinnen unterzeichnet wurde.

In gleicherWeise verurteilte der Runde Tisch der Religionen in Deutschland der Stellungnahme zufolge die Zunahme der Verfolgung von Mitgliedern der Bahá'iReligion im Iran. Insbesondere den im März bekannt gewordenen Geheimplan, wonach auf Anordnung des höchsten religiösen Führers Ayatollah Khamenei den Revolutionsgarden und der Polizei die Weisung erteilt wurde,jeg|iche Information Über die Mitglieder der Bahá’í-Gemeinde zu sammeln. Die Mit glieder der Bahá’í-Religion werden als „Feinde des Islam“ gesehen.

„Wir bitten dringend die Religionsgemeinschaften in Deutschland, sowie die Verantwortlichen in der Politik mit erhéhter Sensibilit'ét die Verfolgungen religiöser Gemeinschaften wahrzunehmen und das Recht auf Religionsfreiheit deutlicher einzufordern“, so der Runde Tisch der Religionen.

Die Stellungnahme wurde unterzeichnet von der Bischbfin der Nordelbisch Evangelisch—Lutherischen Kirche, Frau Bérbel Wartenberg-Potter, dem Metropolit der Ruméinisch-Orthodoxen Kirche, Dr. Serafim Joanta, dem HamburgerWeihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, dem Landesrabbinerem.Westfalen-Lippe, Dr. h.c.Henry G.Brandt, Dr.A|fred Weil von der Deutschen Buddhistischen Union sowie von Dr. Nicola Towfigh vom NationaIen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland.


hat im April derOffentlichkeit„Standards zur Menschenrechtsbildung in Schulen“ vorgestelIt. Die Bildungsstandards sind ein Beitrag zum Weltprogramm der Vereinten Nationen fUr Menschenrechtsbildung.

Das Forum Menschenrechte ist davon Überzeugt, dass die Menschenrechte der gemeinsame Bezugsrahmen fUr Unterricht und Schulumfeld werden mUssen - und fflr die Bildungspolitik insgesamt,fUrdie nun die Bundesl'énder verantwortlich sind. Die internationalen Verpflichtungen zur Fbrderung der Menschenrechte an Schulen geben den Bundesléndern konkrete Vorgaben flir ihre Schulpolitik an die Hand.Konkret kommtdies im laufenden Weltprogramm der Vereinten Nationen fUr Menschenrechtsbildung (2005-2007) zum Ausdruck.

Die Standards der Menschenrechtsbildung definieren prézise, versténdlich und fokussiert im Sinne des Weltprogramms derVereinten Nationen fécherflbergreifend zu erwerbende Kompetenzen. So sollen die Schülerinnen und Schüler nicht allein Kenntnisse über Einzelaspekte der Menschenrechte gelernt haben, als vielmehr den Sinngehalt und die innere Logik von Menschenrechten. Dies soll dazu fflhren, dass die SChUlerinnen und Schüler sich auch tatszichlich menschenrechtsorientiert verhalten.

Die Standards wurden von einerArbeitsgruppe des Forum Menschenrechte erarbeitet und werden den Kultusministerien der Lénder zur Verfflgung gestellt. Die deutsche Bahá’í-Gemeinde ist federflihrend an der Erarbeitung tétig gewesen.

EUROPA-MAGAZIN

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[Seite 4]DEBATTE


dieGrUndung derVerein ten Nationen der Welt eine Vision dessen, was in derArena internationaler Zusammenarbeit möglich ist. Sie setzte einen neuen Standard fUr die FUhrung der verschiedenartigen Völker und Nationen hin zu einerfried I m Jahre 1948 vermittelte


Der nebenstehende Beitrag ist eine Zusammenfassung des gleichnamigen Artike/s, der von der Bahá’í International Community zum 6o. Jahrestag der Vereinten Nationen herausgegeben wurde. Der vol/stcindige Beitrag findet sich unter: www.onecountryorg

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vollen Koexistenz. Sechzig Jahre spéter stellen sich die Fragen, die for die Konferenz in San Francisco brisant waren, neu: Warum haben die gegenwértigen Regierungssysteme es nicht ’ fertig gebracht, fUr die Völker der Welt Sicherheit,Wohlfahrt und Wohlergehen sicherzustellen?

! Die Herausforderungen fUr die Internationale Gemeinschaft sind zahlreich: in den schwachen Staaten sind Konflikte, Gesetzlosigkeit und massive FIUchtlingsstrdme ausgebrochen; der Fortschritt der Ménner und Knaben auf Kosten der Frauen und Médchen hat die schbpferischen und materiellen Mittel fUr die Entwicklung der Gemeinden empfindlich eingeschrénkt; die Missachtung kultureHer und religiöser Minderheiten hat uralte Vorurteile verstérkt, die Völker und Nationen gegeneinander aufbringen; ein ungezflgelter Nationalismus hat die Rechte und Chancen von BUrgern anderer Nationen mit FUBen getreten; einseitig 6konomische Maßnahmen, die zu sehr auf den materiellen Wohlstand abzielten, haben haiufig die soziale und moralische Entwicklung erstickt, die für einen gerechten und férderlichen Einsatz der Mittel notwendig gewesen wäre.

Solche Krisen haben Grenzen der traditionellen Regierungsmethoden bloßgelegt und die UN mit der unausweichlichen Frage der Werte konfrontiert: welche Werte sind geeignet, die Nationen und Völker der Welt aus dem Chaos konkur


Auf der Suche im Zeitaltel

rierender Interessen und Ideologien zu einer Weltgemeinschaft zu fUhren, die in der Lage ist, die Prinzipien der Gerechtigkeit und Gleichheit auf allen Ebenen der menschlichen Gesellschaft einzuscharfen.

Bezeichnenderweise ist die Frage derWerte und ihrer unentwirrbaren Verbindung zu den Systemen der Religion und des Glaubens auf der Welthhne als eine Frage von globaler Bedeutung in Erscheinung getreten. Eine wachsende Anzahl von FUhrern und beratenden Körperschaften erkennen an, dass die volle Auswirkung der auf die Religion bezogenen Variablen auf Regierungskunst, Diplomatie, Menschrechte, Entwicklung,Aspekte der Gerechtigkeit und kollektive Sicherheit besser verstanden werden muss.

Unter den verschiedenartigen Zivilisationen der Menschheit hat die Religion ein Rahmenwerk neuer Moralkodizi und Rechtsnormen zur Verfilgung gestellt, die in weiten Regionen brutale und oft anarchische Systeme in kultiviertere Regierungsformen gewandelt hat. Die derzeitige tiffentliche Debatte wurdejedoch von Extremisten auf beiden Seiten vorangetrieben — von jenen, die ihre religiöse Ideologie gewaltsam aufzwingen, und deren sichtbarste Erscheinungsform derTerrorismus ist — und von jenen, die keinerlei Raum fUr den Ausdruck von Glauben oder Überzeugung in der Offentlichkeit zugestehen wollen. Keine von beiden représentiert die Mehrheit und keine bringt einen nachhaltigen Frieden voran.

An diesem Scheideweg unserer Evolution als globale Gemeinschaft ist die Suche nach gemeinsamen Werten jenseits des Zusammenpralls der Extreme—von gréfiter Bedeutung fUr wirkungsvolle Maßnahmen. Eine Betrachtungsweise unter nur materiellen Gesichtspunkten wird nicht richtig wertschaitzen können, in welchem MafSe religiöse, ideologische und kulturelle EinflUsse der Diplomatie und Entscheidungsfindung Gestalt geben. Bei dem Versuch, sich von einer Gemeinschaft von Nationen, die hauptsächlich durch Wirtschaftsbeziehungen verbunden sind, hin zu einer solchen mit gemeinsamer Verantwortung fUrWohlfahrt und Sicherheit aller zu bewegen, muss die Frage derWerte im Zentrum der Beratungen stehen, und sie muss allgemein deutlich gemacht werden.

Wir können nicht lainger mit einer gegenseitigen Duldung unserer jeweiligen Weltanschauungen zufrieden sein; was wir brauchen ist eine aktive Suche nach jenen gemeinsamen Werten und ethischen Prinzipien, die die Bedingungen fUrjede Frau, jeden Mann undjedes Kind verbessern, ungeachtet der Rasse, Klasse, Religion oder politischen Auffassung.

Die sich herausbildende globale Ordnung und die Prozesse derGlobalisierung, die sie definieren, mUssen aufdas Prinzip der Einheit der Menschheit gegrflndet sein. Dieses Prinzip stellt, wenn es als gemeinsames Versténdnis akzeptiert und bekréftigt wurde, die praktische Basis fUr die Organisation der Beziehungen zwischen allen Staa



[Seite 5]nach Werten

des Übergangs

ten und Nationen zur VerfUgung. Die zunehmend offensichtliche gegenseitige Verbindung von Entwicklung, Sicherheit und Menschenrechten in globalem Maßstab bekr'éftigt, dass Frieden und Fortschritt unteilbar sind dass kein dauerhafter Nutzen auf eine Nation oder Gemeinschaft Übertragen werden kann,wenn die Wohlfahrt der Nationen als Ganzes missachtet oder vernachlässigt wird.

Das Prinzip der Einheit der Menschheit sucht nicht, die nationale Autonomie zu unterminieren oder die kulturelle oder intellektuelle Mannigfaltigkeit derVéSlker und Nationen der Welt zu unterdrflkken.Vie|mehrsucht es,die Basis der existierenden Grundlagen der Gesellschafi zu verbreitern, indem sie eine weitergehende Loyalitét, eine größere Hinwendungfordert, als alles, was die menschliche Spezies je beseelt hat. Wirempfehlen folgendes, um zu gerechteren und wirkungsvolleren Vereinten Nationen zu kommen:

MENSCHENRECHTE UND DIE HERRSCHAFT DES GESETZES Die schweren Bedrohungen durch religiijsen Extremismus, Intoleranz und Diskriminierung machen es erforderlich, dass die UN diese Problematik offen und mit allem Ernst ansprechen.Wir fordern die UN auf, unzweideutig das Recht eines Individuums, seine Religion zu wechseln, zu bekréftigen.

Das Amt des Hohen Kommissars fUr Menschenrechte, unterstUtzt durch die erforderlichen ethischen, intellektuellen und materiellen Hilfsmittel, muss nun zu einem

Standartentréger auf dem Felde der Menschenrechte werden.Weiterhin mUssen „Special Procedures“ (SpezielIe Verfahren), eines der wirkungsvollsten Instrumente zum Schutz der Menschenrechte, angemessene finanzielle und administrative UnterstUtzung erfahren.

ENTWICKLUNG—Obgleichdie Suche nach einer wissenschaftlichen und technologisch modernen Gesellschaft ein zentrales Ziel der menschlichen Entwicklung ist, muss sie ihre wirtschaftlichen, politischen und Bildungsstrukturen auf das Konzept der spirituellen Natur des Menschen grUnden und nicht nur auf seine materiellen Bedijrfnisse.

Die Féhigkeit der Menschen, sich an der Erzeugung und Anwendung von Wissen zu beteiligen, ist ein lebenswichtiger Bestandteil der menschlichen Entwicklung. Die Priorität muss auf die Erziehung gelegt werden, und die UN sollten in Erwégung ziehen, dass die Erziehung der Médchen Ieicht den höchsten Gewinn aller möglichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen lnvestitionen in den Entwicklungsléndern einbringen kann.

Die reichen Lénder derWelt haben eine ethische Verpflichtung, export— und handelsverzerrende Mafinahmen abzuschaffen, diejenen Léndern, die um den Zutritt zum globalen Markt kémpfen, den Zutritt verwehren. Die Übereinkunft von Monterrey, die die Wichtigkeit eines offeneren, auf Regeln beruhenden, nicht diskriminierenden, sondern gerechten Handelsystems anerkennt, ist ein

Schritt in die richtige Richtung.

DEMOKRATIE — Die AusUbung der Demokratie wird sich erfolgreich dahin entwickeln, dass sie von den ethischen Prinzipien beherrscht wird, die mit den sich entwickelnden Interessen einer rasch reifenden Menschheit in Harmonie stehen. Diese umfassen:Verléss|ichkeit und Integritét, um den Respekt und die UnterstUtzung der Bevölkerung zu gewinnen; Transparenz; Beratung mit denen, die von den Entscheidungen, zu denen man gekommen ist, betroffen sind; objektive Einschétzung der Néte und Bestrebungen der Gemeinden, denen man dient, und der angemessene Einsatz wissenschaftlicher und ethischer Resourcen.

KOLLEKTIVE SICHERHEIT~AUSgehend von der Erkenntnis, dass in unserer verflochtenen Welt die Bedrohung eines Einzelnen eine Bedrohung fUr alle darstellt, zeigt der Baha’iGlaube ein System kollektiver Sicherheit im Rahmen einer globalen deeration auf, in der alle nationalen Grenzen endgijltig festgelegt wurden, und zu deren Gunsten alle Nationen der Welt bereitwilIig alle Rechte, Über Waffen zu verfljgen - außer zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung -, abgetreten haben.

Um den Mangel an Demokratie und die unbarmherzige Politisierung des Sicherheitsrates anzupacken, mUssen die UN sich dahin bewegen, ein Verfahren einzufUhren, um im Laufe der Zeit die standige Mitgliedschaft und das Vetorecht im Sicherheitsrat zu eliminieren. Gleichzeitig mit Verfahrensreformen ist eine gewaltige Verénderung der Einstellung und des Verhaltens erforderlich. Die Mitgliedstaaten mUssen erkennen, dass ein Sitz im Sicherheitsrat ihnen eine ern ste ethische und rechtliche Verpflichtung auferlegt, als Treuhénder für die gesamte Gemeinschaft der Nationen zu handeln und nicht als Anwélte ihrer eigenen nationalen Interessen.

Wir stimmen mit dem Generalsekretér Überein, derTerrorismusalsjede Handlung charakterisiert„,mit derAbsicht, den Tod oder schwere körperliche Verletzung von Zivilisten oder nicht kémpfenden Einheiten herbeizufijhren, um eine Bevölkerung einzuschUchtern, oder eine Regierung oder eine internationale Organisation dazu zu zwingen, eine Handlung auszufflhren oder zu unterlassen.“ DarÜberhinaus ist es geboten, dass Probleme wie derTerrorismus konsequent im Zusammenhang mit anderen Themen angesprochen werden, die die Gesellschaft erschijttern und destabilisieren.

Es sollten Schritte unternommen werden, um die Teilnahme von Frauen aufallen Ebenen der Entscheidungsfindung bei der Konfliktlésung und in Friedensprozessen, sei es lokal, national oder international, zu erhöhen.

Die Aufgabe, eine friedliche Welt zu schaffen, liegt nun in den Hénden der FUhrenden der Nationen derWelt. Ihre Herausforderung besteht darin, das Vertrauen ihrer BUrger in sie selbst, ihre Regierung, und die Institutionen der internationalen Ordnung durch den Ruf persénlicher Integritét, der Aufrichtigkeit der Absicht und der unerschUtterlichen Verpflichtung gegenÜber den höchsten Prinzipien der Gerechtigkeit und den Notwendigkeiten einer nach Frieden hungernden Welt wiederherzustellen. Dergroße Friede, derschon lange von den Véjlkern und Nationen der Welt vorausgesehen wurde, ist nun in Reichweite. I

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in Guyana ergreifen Jugendliche


A

die Initiative zurVermeidung von riskantenVerhaltensweisen

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Innovativ und beliebr „ You Can Move the World „ bietet ein Fvihmngstrainingflir jugendliche cm, dds ihnen helfen sollAl/eoholmad Dmgenmissbmuch, HIV/AIDS und andere soziale Probleme 2M

vermezdcn.


EORGETOWN, Guyana 7 Mit eincr leeren Coln—Flasche fijr einen Schluck Rum und cinem wechn Plastikstuhl als Cinzige Requisiten fiihrtcn fiinf Frauen und Miinner bcim letztcn Trefflfen dc‘s Future Clubs einen Sketch auf, der eine Gcschichtc crziihlte, die in diesem siidafl‘ikanischen Staat den Meisten bedaucrliCher Weise nur zu vertraut ist Ein Mann trinkt zu vicl und schlfigt seine Frau. Er schrcit sie an und vcrflucht sic, wcil sie cs nicht geschafft hattc, dns Essen pfinktlich zubereitet zu habcn.\X/einend und

Lmtréstlich verlctzt nach Vitv lcn dicschorfiillc, cntschcidct sic,sich leS chen zu nchmcn. Dazu trinkt sie „Gr;1mazonc“, 6111 in dieser (legend verbreii tetc‘s und lcicht zugiingliches Insektengift, das cincn 12mgsamen und schmerzvollen Tod zur Folgc hat.

Dic Vorflihrung, die vor eincm Dutzend jugcndlicher Menschen eines Viertels dieSC‘I‘ sandigcn Kiistcnhauptstadt stattfindet, bekommt jedoch durch die Freundinncn der Frau eintn anderenVerlaufi als diese Sit nnflehcn, sich nicht ddS chen zu 1161111161]. Und so wirft dic Hcldin, die durch

[Seite 7]die I()—jiihrige Rnyanajaudinc gcspielt wird, das Gift von sich und ruft nus: ..Ic11 lube gclernt, nicht das nuch zu mnchen, was anderc Mcnschen tun Lmd nicht dnrauf zu 116ren. was andch s;1gcn“,indem sie ihre alte R0116 aufgibt und das lublikum direkt anspricht. „Ich kann cin positives chen führen.“

Das Programm „You Can Move the World“ richtet sich gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Gewalt und Aids

Obwohl es cin wenig übertrieben dargestcllt wird, hat cs doch ein ghjckliches Ende, so wie es durch disjungen Betreuer eines lléchst crfolgreichen Führungstrainingsprogramms angeregt wurde. Das Programm triigt den Namen „You Can Move the World“.

Das Programm konzentriert sich auf die VerhindeAlkoholDrogenmissbrauch, Selbstmord, HIV/AIDS und hiiusliche Gcwalt. Seit der Gründung 1997 but „You Can Move the World“ mehr als 7.()()(ljungcn Guyanesen Stra rung V011 und

tegien am die Hand gegeben, wic sie mit dicsen lroblcmen umgehcn und sie vermciden k6nncn.

Scin Ertblg.j11ngcndliche Randgruppcn zu crrcichen, ist nicht nur bei anderen jugcndoricntiertcn Nichtregierungsorganisationcn, sondern auch bci staatlich getragencn nationnlcn Universitiiten wcithin bekannt und wird von diesel) unterst Litzt. Ein GrOBteil der fimnziellen Mitts] kommt von internationalen Entwicklungsorganisationen und in der jiingsten Vergangenheit von der Universita't von Ulster in Nordirland, die eine dreijéhrige Studie über die Methoden des Projektes und deren Umsetzung aufgelegt hat.

„I)as Projekt in Guyana ist sehr innovativ.“, sagt Roy MCConkey, cin Professor der Gesundhcitsffiirderungsgruppc am Institut für Krankenpflege der Universitht U]stcr. Er lcitet die Studie. „Sie lcistcn eine bcmcrkcnswerte Arbeit mit sehr geringcn Mittcln.“

„Y0u Can Move the World“ wurdc durch die Varqa—Stifhmg ins chen gerufcn und bctont in seiner Ausbildung besonders dic Notwcndigkeit V(m — und die Miiglichkeiten für ~ einer Wandlung des Einzelncn 2115 auch der Cescllschaft. Um dds zu errcichen, nutzt das Projekt cin Programm geistiger und moralischer Erziehung, das durch das Ruhi—Insititut in Kolumbien entwickelt wurdc und auf-den Bahá’í—Schrifl ten als Kraftqucllc beruht.

„Seit Beginn des Projektes sahcn wir, dzlss der einzige Weg, einen echten \X/andc‘l zu bewirken, über die Wandlung des Einzelnen und der Gesellschatt fijhren muss,“ sagt Brian O’Toole, der Direktor von „You Can Move the World“ und Vorsitzender der Varqa—Stiftung. „Wir erkannteIL dass diese Bahá’í—Materialien rund um die Welt erfiflgrcich waren.“

Einbeziehung geistiger Werte

Beobachter sind der Auffixssung, dass die Betonung der Geistigkeit einen wichtigen Bestandtcil dcs Programms darstellt. „Die Bemfihung, geistigc Werte cinzubcziehcn, wozu auch positive Werte der Gesellschaft gehören, macht es zu einem besonderen Programm,“ bctont Samuel A. Small, Direktor des Institutes fiir Fern— und Weiterbildung an der Universitiit von Guyana, das die Abschlussprfifimg der Teilnehmer von „You Can Move the World“ vornimmt.

In anderen jugend—Programmen, die ich kenne und

an denen ich teilgenommen habe, spielten in den Kernlehrpl‘énen geistige Werte keine R0116. Persönlich glaube ich, dass wegen der immensen Probleme, mit denen Jugendliche heutzutage konfrontiert wcrden, jeder Versuch unternommcn werden sollte, ihnen deutlich zu machen, class geistige Werte nicht zusammenhanglos in Kirchen, Moscheen und Tempeln gelehrt werden, sondern realer Bestandteil der alltiiglichen Fertigkeiten sind Lmd sein müssen,“ äußert sich Samuel Small.

Die sozialen Problems, die in dem Projckt angcsprochen wcrdcn, sind nicht cinzigartig in Guyana — aber sie sind trotzdem ernst zunehmcnde Angelcgenhcitcn in diesem wundersché'men tropischen Land, die 13th Weltgesundhcitsorganisation WHO am zwcitstiirkstcn betrotRne RCgion. AIDS ist nach Ermittlungen der WHO für 25— bis 44—jiihrigc die hiiufigste Todasursache geworden.

Hiiuslichc Gewalt stellt ebenfillls ein großes Problem dar. Nach Aussage der International Women’s Rights Action Watch haben Studien in Guyana ergeben, dass zwischen einem Drittel und der Hélfte aller Frauen Formen hziuslicher Gewalt ausgesctzt sind.

Hinzu kommt, dass aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit Alkohol und Urogenmissbrauch ein weiteres gro[365 Problemfeld darstellen, auch wenn hierüber nur wenige offizielle Statistiken existicren.

Erfolg durch Information über Risiken und Vermittlung ethischer Werte

Das Programm, das unter anderem von der UNICEF, der Europdischen Union und der Interamerikanischen Entwicklungsbank unterstiitzt wird, vcrsucht all diese Pro


„Seit Beginn ales Projektes sahen wir, dds: der einzige Wag, einen echten Wendel zu bewirken, über die Wandlung des Einzelnen und der Gesellschafiführen muss. Wir erkannten, dam dies: Bahá’í-Matenalien rund um die Welt erfolgreich

waren. “

Brian O’Toole Direktordes Programms„You Can Move the World"

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[Seite 8]„In Wohlstandsliindem wie die Vereinigten Staaten oder Grojibritannien orientieren wir uns an professionellen Erziehem mit einer ensprechenden Ausbildung oder speziellen Fuchkenntnissen. Das Model], in dem firtlithe Gruppen gebildet warden und Iugendliche sich gegenseitig und ihre Verhaltensweisen kennen, führt, glaube ich, eher zu einer Atmosphtire, in der Menschen Für Vertinderungen offen

sind. “

Prof. McConkey Universitét Ulster

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bleme im wesentlichen durch Information derjugendlichen über die Risiken zu bekiimpfen, die mitjeder dieser Handlungsweiscn verbunden sind.

Das Handbuch für die Moderatoren spricht zum Bcispicl die kurz— und langfristigen Effekte von Alkohol an. Das geht vom verringerten Wahrnehmungsvermögen über eine niedrigere Hemmschwelle bis hin zu Leberzirrhose und Abhdngigkeit. Es erkliirt deutlich, wie HIV/ AIDS übertragen wird und bespricht allc Méghchkeiten zum Schutz davor, wozu weniger riskante scxucllc Praktiken genauso gehbren wie der Gebmuch V01] Kondomen oder die Abstinenz.

Der Lehrplan untersttitzt ebenfalls die Entwicklung 50zialen Engagements — wie z.B. fiir Umweltschutz — Lmd positiver moralischer Werte. Der Abschnitt über die hiiushche Gewalt zeigt mögliche Wege auf, wie man durch Qualit21ten Wie Ehrlichkeit, Kompromissbereitschaft und Nachsicht eine Beziehung verbessern kann. Geistige Gesetze wie die Goldene Regel werden ebenso betont und durch Zitate aus den Schriften der Weltreligionen bekrziftigt.

„Es ist 21115 dem Bahá’iRahmenwerk entstanden, aber ich habe es mit spirituellen Einsichten aus dem Islam, dem Christentum und dem Hinduismus angereichert!“ sagt Dr. O’Toole, der mit seiner Frau V01‘ 27 jahren von Großbritannien nach Guyana gezdgen ist.

Umgang mit der religiasen Vielfalt

Dr O’Toole stellt fest, dass die Aufnahme religiöser Zitate in Guyana guten Anklang gefimden hat. Dies fiihrt er auf die besondere religiöse Vielfalt in der guyanischen Gesellschaft zurijck.

D215 Land wurde zuniichst durch die Niederlande k010 nialisiert, wodurch afrikanischc Sklaven in das Land kamen. Spiter wurde das Land zu einer britischen Kolonie. Nach einem Sklavenaufstand und der darauf folgenden Abschaffung der Sklaverei flihrten die Briten vertraglicheAngestellte aus Indien ein, die die Arbeit aufden Zuckerplantagen verrichteten. An verschiedenen Punkten der Geschichte kamen auch portugiesische und chinesische Arbeiter in das Land.

Das Ergebnis ist heute eine cxtrem vielffiltige Gesellschaft, die zu 50% ostindischen Hintcrgrund hat. 35% der Bevölkerung hat afrikanische Wurzeln, weitere 7% stammen aus Amerika und der Rest aus Europa, China und sind gemischter Herkunft. Die Religionszugehdrigkeit ist auch schr verschieden. 50% der BeVölkerung sind christlichen Ursprungs, 35% Hindus, 10% Moslems und die restlichen 5% teilen sich in andere Religionen auf, zu denen auch der Bahá’í—Glaube zsihlt,

„Eine der wunderschönen Dinge in Guyana ist, dass die Religion ein fester Bestzmdteil des Lebens der Menschen hier ist,“ empfindet Dr. O’Toole von der Varqa—Stiftung. „Selbst wenn sie ihre Religion nicht leben, so interessieren sie sich doch dafür.“

Ausgewogenheit zwischen praktischen Hilfen und ethischen Werten

Junge Menschen, die an dem „You Can Move the World“—Training teilgenommen haben, stellten fest, dass die Diskussion über Geistigkeit ein wichtiger Bestandteil des Programms ist. Susan Coocharan, 17, sagte, dass ihr die Ausgeglichenheit zwischen praktischer Erziehung und den heiligen Texten verschiedener Religionen neue Mittel an die Hand gegeben hat,

um riskante Verhaltensweisen zu vermeiden. „Ich habe immer gedacht, Class nur die Jungs wichtig im Leben sind,“ berichtet Frau Coocharan, Christin aus Essequibo im Westen des Landes. Sie hatte im August und September 2005 an einem zweimonatigen Intensiv—Training bei „You Can Move the World“ teilgenommen. „Aber als ich in das Programm kam, entwickelte ich geistige Fiihigkeiten und ich entdeckte, dass jungs nicht das einzige in meinem Leben sind.“

Dhanpaul Jairam, 31, war seit März 2005 bei „You Can Move the World“ dabei, als er ein Training zum Moderator begann. Er ist Hindu und hat seitdem „You Can Move the W0rld“—Gruppen in seinem Ort Bath Settlement in der Region Bebice eingefiihrt. Dabei hat er daraufWert gelegt,jugendliche aus jeder religiösen Gruppierung zu erreichen.

„Zu Beginn wollten Hindus nichts mit den anderen zu tun haben, Aber ich sprach über alle Religionen,“ berichtet Dhanpaul jairam, der als Funktelefonoperator für die Guyanische Zucker—Handelsgesellschaft arbeitet. „Ich besitze eine Bibel, einen Koran und auch hinduistische Schriften.“

Dhanpau] jairam ist überzeugt, dass junge Menschen jeglichen Hintergrunds teilnehmen 1116chten, weil Wert darauf gelegt wird, dass alle Religionen berücksichtigt werden.„1ch glaube, das ist der Grund, warum „You Can Move the World“ einen großen Beitrag dazu leistet, dass jungendlichen jeglicher Couleur daran interessiert sind, etwas aus sich zu machen.“

Gesundheit;fürderungsmodell

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Programms ist der Einsatz derjugendlichen selbst

[Seite 9]nls Motown deerriinderung.

Dadurch. dnss jugendlichc Frciwilligc crmutigt wcrdcn. in ihrcn cigcncn Orten und der Nachburschnfi ,.Y0u (1m Move the W01‘1d“—Gruppcn uufizubuucm wiichst das lrojekt ()1‘gdlli8ClLd J die JugcmL lichen wieder ihre Frcundc und Bckanntc cinladen.

Troy Bcnjmnin. 19, wohnt in der cntlcgcncn Region North Rapunui. Nach seiner Teihmhmc an cincm Intensivtrainingsprogrnmm im letzten Sommcr hat 01‘ an seinem Wohnort cinc ,.You Can Move theWorld“—Gruppe mit 17 Teilnchmcrn gcgriindet.

„Ich war schr damn intercssiert, da die bchandclten Themen Alkoholmissbmuch, Illiuslichc Gewalt und lilmlichcs umfasstcn." crziihlt Troy Bcnjmnin. Er ist gchiirtiger Amerikancr — OdL’l besscr „;1mcrikanischen Hindergrunds“ — wic dic meisten der anderen 5W) Bcwolmer dcs Ortes. „Und ich wusstc, dns‘s cs diesc Problmnc in irgcndeiner Form gibt und konntc sie auch in unscrcr (Icmcinde bcobnchtcn.“

Er bcstitigt, dass die jungcn Lcutc das Programm 1116gcn. ..Einige waren sugar von

diesel] [mblcmcn betrofiflen und Wolltcn duvon weg kommen. Dds Material von „You Can Move the World“ half mir, die Trcffcn der Gruppe zu gcstaltcn.“

lugendliche und Betroffene als Vermittler einzusetxen ist einer der Erfolgsgriinde

Prof. McConkcy von der Universitiit Ulster ist Libcrzcugt. dnss die Methodcjugcndliche alsVermittler der Gesundheitsvorsorgc einzusctzcn, eine der Schliissclinnovationcn des lrojcktcs ist. „In Wohlstundsliindern wic die Vcrcinigten Stnatcn Oder GrOBbritannicn orienticrcn wir 11115 an professioncllcn Erziehcrn mit einer cnsprcchenden Ausbi1dung odor speziellcn FachProf.

McConkey [iberzeugt „Abcr

kcnntnissen“, ist

dicsc haben hfiufig keinc Bczichung zu den jungendlichen. Dahcr

11131] (1111131, \V’JI‘UH] UHSCI‘C

wundern wir uns Hinweisc zur Gesundheitserziehung kcine Früchte tragcn. Das Modell, in dem 61‘t1ichc Gruppcn gcbildet warden und Jugcndlichc sich gegcnseitig und ihrc Vcrhaltenswci SCI] kennel), fiihrt, glaubc ich. chcr zu einer Atmosphiirc, in der Menschen für Vcrlinderungcn offal sind.“

In den niichsten drci juhrcn haftt lrof. McConkcy untcrsuchen zu kblmcn, in wclchcm Maß die Methodcn dc‘s lrojcktes Erfolg zeigcn und cincn \X/nndel in denVcrhaltenswciscn bcwirkt werdcn. "Ich dcnke, cs besteht einc 56hr gutc Chance, class cs dic Dcnkprozcssc derjugcmL Prof.

McConkcy fiigt aufgrund ci lichen bccinflusst.“

nes Verglcichs mit frühcrcn Interviews 11inzu, dass „c‘s bercits hcutc dcutlichc ZeiChcn gibt, dass sich ihrc Einstcllungen gclindert hubcn.“

Prof. Small von der Universitdt Guyana ist dt‘l Meinung, dass sich dds Programm schon heutc nls h(SChst Wirksam erwiescn lmbc. ,.Ich erinnere an Vitlt positive Aussagen vonjugendlichen, die das Programm durchlaufen haben,“ merkt Irf. Small an.

Er ist der Aufihssung, Class dds umfassende dos Programms einen Tcil des Erfolges ausmacht. „ cdcs jnhr bin ich wieder über die Bcgcisterung dieserjungcn Mcnschen iibcrrascht.“ sagt I’lo’fi Small.



Viele Jugendliche, die an den Programmen von„ You Can Move the World“ tei/nehmen, sind unmittelbar Oder mittelbar betroffen von den dart behande/ten Themen wie h(jus/iche Gewalt, HIV-Infektionsgefahr Oder Drogenkonsum undfahlen sich daher durch Gleichaltrige besser angesprochen als durch„problemfeme" Experten.

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Teilnehmer an einer Moderatorenausbildung des Programms„ You Can Move the World"

„In Guyana gehen die lugendlichen an den sozialen Problemen kaputt, and so kann mit Fug und Recht behauptet warden, dass „ You Can Move the War! “ sehr hilfreich ist, da es ihnen eine Antwan damuf gibt, wie sie mit den Problemen

umgehen können. “

Lomeharshan Lall Moderator im „You Can Move the World“-Programm

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m mm \mrmK came!


































„Es zicht Menschen jeghcher cthischen, politischen und religiéiscn Richtung an.“

„Ein wcitcrcr Aspckt dcs Programms ist der Einsatz verschicdenster Medien, um die Botschaft zu vermitteln,“ fiigt Prof. Small hinzu. „Es gibt sowohl Theater als auch Lieder,Tanz und chichtc.“

An der V0111 „Y0u C2111 Move the World“ gelcitctcn Sitzung im Future Club scheint der Einsatz des Theai ters — in Form V011 einfilchen Sketchen zum Thema Selbstmord — ZiuBerst effektiv gcwcscn zu scin. Ebcnso wirk521m war die Idce,jugcrldliche selbst einzusetzen, um die Botschaft zu vermitteh).

Der Future Club ist eine von mehreren Gruppen und Organisational für JngcndliChe — einschließlich Schulen — die „Y0u Can Move the W0r1d“—M0deratoren für eine Priscntation Cingcladcn hatten

Dug Anti—SclbstmordStuck, gespielt V011 Rayana Jaundoo und andEren Mitgliedern des Clubs war tines von fiinf Stücken, die an diesem Tag nuch der Présentation durch die „You Can Move






















the World“—Moderatoren zum Thema Selbstmord aufgc‘fijhrt wurden.

Alle Moderatoren, die sclbst nochjung sind, sprachen zucrst iibcr dcn Sclbstmord im Allgemeinen und fijhrtcn dic etwa zwei Dutzend Teilnchmer daml durch eine Rcihc von Richtig/Falsch—Fragen, die cntwickelt wurden, um die Mythcn und F21ktcn,"di€ um den Selbstmord krciscn, zu untersuchen.

Sie sprachen cbcnfhlls über Einflussfilktoren wie Isolierung, Drogen, Alkoholmissbranch, hiiushche Gewalt und anderen Problcmcn zu Hau36.

Kevin McPherson, 19, einer der Moderatoren, die die Sitzung von „You Can Move the World lcitetcn“, hat bereits vor eincm jahr an einem Training tcilgenommen.

Kevin McPherson war vorher bereits Mitglied des Future Club — ein Club, der anstrcbt, bei den Jugendlichen größere Selbstachtung und Selbstvertrauen zu entwickeln — und sagt, dass „Y0u Can Move the World“ einen andercn Zugang zum sozialen Bewusstsein bringt, weil es


junge Menschen sind, die zu Jugendlichen sprechen.

„Es ist gut für Lethe in cuter Altersgruppe aufzustehen und zu sagen: Es ist fillsch. wcnn du dcine Frau schliigst,“ sagt Kevin McPherson in der Diskussion der „You Can Move the W0r1d“—Botschaft gegen hiiusliche Gewalt.

Lomcharshan L311, 18, war cin weitcrer Moderator der Sitzung im Future Club. Er denkt auch, dass das Programm geholfen hat, diejungen Menschen zu crreichen. „In Guyana gehen diejugendlichen an den sozialcn Problemen kaputt, und $0 kann mit Fug und Recht bchauptet werden, dass „Y0u Can MOVE the World“ sehr hilfreich ist, da es ihnen sine Antwort darauf gibt, wie sie mit den Problcmcn umgehcn kdnncn,“

Lomeharshan L311, 18, bei semen Freunden einfach als „Lall“ bekannt, WciB, wovon er spricht. „Missbmuch und héusliche Gewalt, Drogen und Alkohol — ich war Zeuge dieser Dinge und bin deshalb bei diesem Projekt, weil ich Viele Mcnschen kennc, die davon betroffen sind.“ I


[Seite 11]Festnahmen im Iran Bahá’í—Jugend ohne Hochschule

In den letzten Monaten ist die Verfolgung der Bahdz im Iran immer weiter eslealiert, mit erneuten Festnahmen. Über 50 Bahd’l sind in jangerer Zeit inhqftiert warden. Sie alle warden

al 16in wegen ihres

Glaubens beschuldigt.

EWYORK. — EbenN so wurde in diesem jahrgang wieder

Hundertcn von Bahá’í—jugendlichen der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungcn verwehrt. indem die Iranische Regicrung Aufnahmepriifimgscrgebnisse fijr Universitiiten herausgab, in denen Bahá’í fiilschlicherweise als Moslcms eingetragen waren.

Die Regicrung zielte im vergangencn jahr in einem Téuschungsmanéver darauf 21b, die internationalen Menschenrechtskontrolleurc zu beschwichtigen, wiihrend den Bahá’í weiterhin der Zugang zu Hochschulen versagt wird.

„Die Flut an willkiirlichen Festnahmen und Inhaftierungen und die anhaltenden Manéver, um Bahá’í—Jugendliche davon abzuhaltcn, eine Hochschulausbildung zu crhalten, machen klar, dass die Behandlung der Bahá’í—Minderheit im Iran sich waiter verschlechtert“, sagt Bani Dugal. Sie ist die Hauptrepriisentantin der Bahá’í International Community bei den Vereinten Nationen.

„Wir glauben, dass eine aussagekréftige Untersuchung bezüglich der Religionsfreiheit in der Islamischen Repu blik Iran der Bahá’í fehlt. Die Welt wartet darauf, dass Iran sich willens zeigt, sich als verantwortungsvolles Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu erweiscn“, sagtc Frau Dugal.Weiter fiihrt sie aus, dass Bahá’í im juli, August und September 2005 in etlichen Stiidten in ganz Iran, einschließlich Mashhad, Kamj, Sari, Ghaem Shahr und Babol Sar gefangen genommen wurden.Anfang 2005 wurden Bahá’í Kata, Semnan und Shiraz inhaftiert.

„Das Muster der Inhaftierungen ist weit verbreitet und

in Tehran,

zcigt ganz klar die Systematik der Vcrfolgung und die Involvierung der nationalcn Regierung“,so Frau Dugal. Sic bcmerkte, Class am 5. September ein Gericht in Kara} Vier Bahá’í aufgrund einer mundlichen Anklage zu zehn M0natcn Haft vcrurteilte. „Diese vier, die am 15.August gegen Kaution entlassen wurden, nachdem zuséitzlich Geschfiftspapicre hinterlegt worden waren, fragten nach einem D0kument, in dem schriftlich niedergelegt war, was sie sich zu Schulden kommen ließen. Das Gericht verweigerte dessen Herausgabe“, sagte Frau Dugal. nHziuser der Bahá’í werden noch immer durchsucht und Dokumente und Besitztümer beschlagnahmt“, bemerktc Frau Dugal.

Die fortdauernde Iolitik, Bahá’í nicht 2m Universitéten zu lassen, war bereits in den spéten 8061' Jahren ctabliert worden. Wie im Jahr zuvor benutze die Regierung ein arglistigesTiiuschungsmanéver, um den Bahá’í den Zugang zu höherer Bildung zu verweigern. Unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft, den Bahá’í den Zugang

zu Universitfitcn wieder zu gewiihren, erlaubte die Regierung 2004 und 2005 den Bahá’í, an nationalen Aufnahmeprfifungen teilzunehmen.

Wie 2004, 2113 die Prijfungsergebnisse im August ausgewertet wurden, hatte die Regierung auch 2005 das Wort „Islam“ bercits in (1215 Feld gedruckt, das die Religionszugehérigkeit der Teilnehmer anzeigtc. Die Bahá’í haben schon seit langem klargestellt,dass sie prinzipiel] nicht fiilschlicherweise angeben, dass sie Moslems seien. Bahá’í—Studentcn nahmen daraufhin Kontakt zur Regierung auf und baten darum, den Fehler zu korrigicren. Sie wurden zurückgewiesen — und haben sich aus Prinzip geweigert, sich einzuschreiben.

Die von der Regierung festgesetzte Politik strebt danach, Fortschritt und Entwicklung der Bahá’í—Gemeinde zu blockieren, wie in einem Memorandum der Regierung V011 1991 veröffentlicht. Wiihrcnd man die Menschenrechtskontrolleure vordergrfindig zu beschwichtigen versuchte, zielen diese Schritte darauf ab, die Bahá’í weiterhin aus den Hochschulen fernzuhalten,“ sagte Frau Dugal.

„Nach unseren Informationen haben mindestens 200 Bahá’í—Studenten — wahrschcinlich noch mehr — dieses Jahr die Prijfimgen bestanden und sich so für die Hochschule qualifiziert. Aber wcil die Regierung weiterhin Spielchen spielt in Bezug auf das Recht der Glaubensfreiheit, wird diesen

fundamentale

jungen Leuten der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen VCI'WCigerL“ I



„Dieser letzte Abschnitt zielte darauf, die Bahá’í aus den Hochschulen fernzuhalten, wcihreml man die Menschenrechtskontrolleure zu beschwichtigen

versuch te. “

Bani Dugal Bahá’í International Community

UNO


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Im September, bei der Feier zum hundertsten Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Portsmouth und der Rolle, die Green Acre Stlfterin Sarah Farmer bei seiner Férderung spielte, tragen die Feiernden eine Friedensfahne und die Fahnen von Japan, Russland und den Vereinigten Staaten.








5


Gedenken in Green Acre an ersten „modernen“ Friedensvertrag

Narll Ansiclzt eimger H istorilecr war der Russisclz-japamsclze Kricg imjalzre 1905 dercrste wirleliclz madame Kricg. Zum mien Mal ww U S den Tclcjfon

14nd ??legrqf

eingesetzr. Masrlzzneu


gewehre, Staclzeldrallt, Leuchtraketen, Minefi felder etc. Ieamen Izinzu. Und erstmals wurde em Friedensschluss durch multilaterale Diplomatie herbelgeflihrt.

liot, Maine, USA. — Die E Beilegung des Krieges könnte man auch als

den crsten modernen „Frieden“ bezeichnen. Sein Ende wurde durch den Vielleicht

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ersten Einsatz von multilate raler Diplomatic herbeigefiihrt. Damn waren nicht nur die Kriegsgegner beteiligt. Auch anderc Länder und — besonders bedeutsam — auch die Zivilgesellschaft setzttn sich fiir einen Friedensschluss ein.

Ohne die dnnmligc USDiplomntic und die militiirischc Zurückhaltung, dic von europiiischen Nationen rm den Tug gclcgt wurdc, hiitte der Russisch—japanische Kricg zum crsten Weltkricg führen kiinncn. Für scinc Rollo bcim Schliclien des Friedcnsvcrtmgs v01] Portsmouth crhiclt USIriisidcntThcodore Roosevelt den Fricdcnsnobclprcis.

Bci der chenkfcicr an der Green Acre Bahá’í—Schule wurden der Bcitrug der Zivilgescllschaft und das erfolgrcichc chiihcn cincr weitsichtigen, einflussrcichen Frau — Sarah jane Farmer gewijrdigt. Dazu kam der japanische Botschattcr in die USA.Vor 175 Menschen sprach er zum Thema „Frieden im einundzwanzigsten jahrhundert“. Insbesondere

sprach Ryozo Kzlto über japans wachsendt R0116 bei friedensbewahrenden und friedensstiftenden chLihungen in der ganzen Weltjapans eigene schrecklichen Erfilhrungen — so auch der Zweite Weltkrieg und der Abwurf der Atombomben fiber Hiroshima und Nagasaki — haben sicherlich dazu beigetragen. Botschafter Kato hob hervor, daß japan scither besonders engagicrt „in der ganzen Welt fiir die Bewahrung der Umwclt, die Abriistung und die Bcscitigung von Armut und Krankhcit“ arbeitc.

Ryozo Katos Redd schloss cine Wochc voller Aktivitliten zur R0116 der Frau ab. die Sarah Farmer bcreits vor cinhundert Jnhrcn reprfiscnticrtc. Sic war cin frühes Mitglicd der Bahá’í—(xemeinde der USA und die Stiftcrin von Green Acre. Zu Begim) des zwanzigstcn jahrhunderts hattc sich Green Acre bcreits als ein wichtigcr Trcttpunkt von Führungsperséinlichkeitcn der cntstchenden intcrrcligiéisen

[Seite 13]Bewegung sowie der Friedensbewegung etabliert

Der Friedensvertrag von Portsmouth wurde im nahe gelegenen Marinestfitzpunkt unterzeichnet. \X/kihrend der Verhandlungen — so wird berichtet — könnten die Diplomaten eine große Friedensfahne sehen, die Sarah Farmer auf dem Gelzinde V011 Green Acre wehen 1168.

Sarah Farmers Friedensarbeit

Wichtigerjedoch war, dass Sarah Farmer in den jahren vor den Friedensverhandlungen eine weithin bekannte Reihe von Sommerkonferenzen über Frieden und interreligiöse Eintracht veranstaltet hatte. 1904 wurde diejiihrliche Konferenz in Green Acre mit einem Programm abgeschlossen, das der Lösung cles Russisch—japanischen Krieges gewidmet war. Im darauf folgenden Jahr, als die Delegationen aus Russland und Japan in Portsmouth zusammentrafen, um fiber die Beendigung des Krieges zu verhandeln, verschaffte sich Sarah Farmer sine Zugangsberechtigung für die feierliche Unterzeichnung desVertrages, Sie war die einzige Frau, die an dem Ereignis teilnahm.

Charles Doleac V0111 K0mitee zur Feier des Jahrcstagcs des Friedensvertrages von Portsmouth, sagte bei der G6denkfeicr, dass Sarah Farmer zusammen mit anderen Bahá’í aus der weiteren Umgebung von Portsmouth konstruktiv dazu beitrug, die Regierungsdelegationen zu einer Übereinkunft zu bewegen.

„Die Bahá’í bemühten sich 1905 durch die Arbeit von Sarah Farmer wirklich sehr darum, den Konflikt zu lösen.“ Das hatte Charles Doleac bei seinen umfangreichen Forschungen zum Zustandekommen des Friedensvertrags von Portsmouth und dessen Geschichte festgestellt.

Charles Doleac fiigte hinzu, dass andere lokale Gruppen der Zivilgesellschatt, darunter viele Kitchen der Gcgend, ebenfalls auf Frieden drfingten. Gemeinsam halfen alle, „die Atmosphzire zu schatfen“, die die Delegationen am Verhandlungstisch hielt, „bis der Frieden herbei gefijhrt war“.

Erste multilaterlae diplomatische Bemühungen

Foad Katirai reprisentierte bei der Veranstaltung den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in japan. Er sagte, dass der zum Friedensvertrag von Portsmouth führende Prozess als eine der crsten multilateralen diplomatischen Bemühungen verstanden werdcn kann, da nicht nur mehrere Regicrungen beteiligt waren, sondern auch Vertreter der Zivilgesellschaft.

„VielcVereinigungen, Viele Menschen suchen nach Frieden“, hob Dr. Katirai herVor, der auch Autor des Buches Global Governance and the Lesser Peace ist. „Die Sichtweise der Bahá’í ist Vielleicht deshalb einzigartig, weil sie die Geburt desWeltfriedens schon 1111 zwanzigsten Jahrhundert sehen. Uns bleibt es im einundzwanzigsten Jahrhundert überlassen, uns des neugeborenen Friedens anzunehmen und darauf zu achten, dass der Frieden wéchst und sich zu einem reifen und daucrhaften System globaler Regierungsgewalt entwickelt.“

Erica Toussaint, ein Mitglied des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í in den Vereinigten Staaten, bemerkte, dass zur Zeit dcs Friedens schlusses von Portsmouth

Abdu’l-Bahá, der Sohn des Stifters des Bahá’í—Glaubens, in London Cine Rede über die Voraussetzungen fijr einen universellen Frieden gehalten hatte. Erica Toussaint fiihrte dazu aus: „In dieser Rede sag te er: ,In der Frijhzeit wurde durch den Kampf mit Wilden Tieren ein lnstinkt zur Kriegsfijhrung entwickelt. Das ist nun nicht länger nötig.Vielmehr werden Zusammenarbeit und gcgenscitiges Verstdndnis als geeignet dafür angesehen, gréBtmögliches Wohlergehen für die Mensch heit zu schaffen.„

In seinen Anmerkungfin wies Botschafter Kato darauf hin, class das demokratisch regierte japan heute der zwcitgrößte Geber von Auslandshilfe sei und den zweitgrößten Beitrag zum Budget der Vereinten Nationen leiste. Botschafter Kato brachte auch „tiefempfimdene Bewunderung fijr die Anstrengungen“ zum Ausdruck, die Bahá’í „in der Sorge umWeltfrieden und Eintracht unter den Menschen“ unternommen hzitten.

In der einwéchigen Ge denkfeier gab es auch Cine

Rede V011 Prof. Dr. Suheil Bushrui, der den Bahá’í—Lehrstuhl fijr Weltfrieden an der Universitét von Maryland inne hat. Dr. Bushrui sprach über das Thema „Ein Schritt in Richtung Friedenskultur: Gedanken zum Friedensvcrtrag von Portsmouth“. Auf seinen Vortrag folgten fiinf Tags mit verschiedcnsten Bildungsaktivitiiten. Sie dienten der Erforschung kultureller, 6konomischer, erzieherischer, politischer und geistiger Grundlagen für die Schaffung von dauerhaftem Frieden. I



Die Bahá’í bemühten sich 1905 (lurch die Arbeit van Sarah Farmer wirklich sehr, den

Konflikt zu lbsen.“

Charles Doleac, Mitvorsitzender des Kommitees zur Feier des Jahrestages des Friedensvertrages von Portsmouth.

Unter den Sprechem aufder Gedenkfeier waren, von links nach rechts, Erica Toussaint von der Bahá’í—Gemeinde der Vereinigten Staaten, der Ehrenwerte Ryozo Kato, Botschafter von Japan in den USA and Foad Katirai \(on derjapanischen BahdiGemeinde.

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[Seite 14]

Die hessische Sozialministerin Silke Laugenschlciger (links) Überreichte die Urkunde an Prof. Nossrat Peseschkian, rechts seine Frau Manije


Prof. Dr. Nossrat Peseschkian mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Prqf. Dr. Nossrat

‘ Peseschkian 1'51 der Be gminder der „Posztz'1/en Psychotherapie“. Er

DEUTSCHLAND d 1"“


„Du: Glück kann man nur behalten,

wenn man es wei tergibt.“ Prof. Dr. Nossrat Peseschkia n

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Jammr 2006 flir seinjahrzehntelanges Engagement in der medizimschen Wissenschqflgcelm. Der deutsche Bundespmsident zeiclmete ilm „in Aner/eemmng der um Voile mzd Staat erworbenen besonderen Verdienste “ mit dem Verdiemt/ereuz am Bande des Verdienstordens d6!„ Bundesrepublzk Deutsch land am.

IESBADEN. R K I Die hessischc Sozialministerin Sil k6 Lautenschliigcr Wfirdigtc Professor Peseschkian als einen der wcltweit einflussreichst€n Psychotherapeuten und „B1't'1ckenbauer“ zwischen den Kulturen.

Die Von ihm bcgriindcte ganzheitliche Behandlungsund Heilungsmethode ist bereits „in viclen Ldndern etabliert“.

Der in) Iran geborene Professor lebt seit 1954 in Deutschland. Nach seiner Anerkennung als Facharzt flit Neurologie und Psychiatrie/ lsychotherapie erbffnete er 1969 in Wiesebaden eine psychotherapeutische Praxis und Tagesklinik. Mit hohcm persönlichem und zeitlichem Einsatz engagicrte er sich bald in der Fort— und Wcitcrbildung der Landesfirztekammcr Hessens. Er griindete die DeutschE Gcsellschaft für P0sitive Psychotherapie und den

Wiesbadener Wcitcrbildungskreis Für Psycho— und Familientherapic. Diese Staatlich ancrkannte Wiesbadener Akademic ist heutc eine der grbfitcn Ausbildungsstéttcn aufdcm Gebictc der Psycho therapie in Deutschland.

Was ist das Neue am Lebenswerk dieses

bedeutenden Therapeuten unserer Zeit?

Peseschkian untersuchte rclevante Phiinomene unter klinischen, historischen, individualpsychologischen und transkulturellen Gesichtspunkten. Er bezieht Antworten ein, die die verschiedenen Religionen gefunden haben. Ebenso sind effektive Hilfestellungen integriert, die psychotherapeutische Schulen theoretisch und praktisch anbietcn. Seine Vereinigung V011 curopiiischen und orientalischen Aspekten zu einer wirksamen Psychotherapie ist

[Seite 15]nngesichtx unscrcr g10bul stark bccinfluliten chenswclt zukunftstrlichtig

In der lositivcn Psychothcmpic crfiihrt der Patient kurzzcitig Anrcgungcn unhnnd von Miirchen, Si11115p1‘iichen und transkulturcllcn, innovativcn Ansiitzcn. chonders in larabcln mit der unsprcchendcn Symbolik dcs Orients kiinncn psyclmlogischc Erkennmissc in schcinbar cintachstcr Form dargcbotcn wcrden.

Mit den bibliothcmpcutischen Methaphern kann sich der Patient leichtcr sclbst und scinc Problcmc in gnnzhcitlichen Zusammcnhiingcn \xahrnehmen. Anhand scincr vorhundenen positiven Flihigkeiten wird das Vertmucn in seine Möglichkeiten gestiirkt. 1111 so genamlten „B;11;mcemodell“ erkcnnt er neurotischc Stéirungcn 1115 Unglcichgcwichtc in wcsentlichen Bcrcichen der K(mfliktverar bcitung. Er kann selbst an V€Inachliissigten Bercichen scincr Persönlichkeit arbcitcn. Auf solchen chen kmmtc bereits unziihligcn Mcnschen Hilfb zur Selbsthilfe gcltistct werden.

Professor Pcscschkian bcgnml bald uuch auBcrhalb Deutschlands Aus— Lmd Weitcrbildungsscmimrc durchzu11'1111‘011. Er bautc ein globales thzwcrk Yon Psychotherapiczcntrcn auf. Inzwischen wcrdcn in iibcr (>0 Stanton der Wclt Smuinarc zur Positiven Psychiatric abgchalten.Therapcutcn 10btcn die pmktischc Anwcndburkeit der ncuen Hcilmcthodc. Auf wcltwciten Roiscn \vurdc [)1‘. lcscschkizm Zcugc duvon, wic wcit und wic LiniVCl SC“ xinh dicsc MCtlmdc zum Nutzcn der Mcnschen intcrkulturell cinsctzcn liilit. Hiihcpunktc im \X/irkcn \7011 Professor [cscxchkinn wmcn dic Ausrichtung dos crstcn (1997) und zwcitcn

(2110(1) Wcltkongrcs‘scs 1111‘ 1’0sitivc lxychothcmpic.

lmfcssor lcscschkian ist der Autor populiinvisscns ChufiliC11c1‘ liiichcr. dic \"ielcn Menschen gcholfbn habcn, mit ihrcn Krankhcitcn bcsser zu Rccht zu kommen oder gar zur Hcilung zu gclnngcn. Er ist der cinzigc lcbcndc deutsch publizicrcndc Autor, von dem im Fischcr—Vcrlag zeitglcich 14 Biichcr 11L‘fL‘1‘bM‘ sind. Scinc \X/crkc bci Fischcr habcn eine (?csanlmuflngc von über einer halbcn Million B'Licher errcicl1t.Sie sind in 23 Sprachen Libersetzt wordcn.

Die gemcilmiitzigc lescschkian Stifhmg 5011 cincn Beitrag zur Friedenscntwicklung und Konflikttbrschung lcistcn. Gelassen und zuvcrsichtlich blickt Professor lexcschkinn aufseinen \\t‘11't‘1‘t‘1] Weg. „l)ns Chick kann man nur behnltcn. wenn man 65 wcitcrgibt" so kommenticrtc cr dic Ehrung. I

Dr. David S. Ruhe gestor

NEW YORK. — Dr. David S, Ruhc xtarb um (x September 211115 111

Schlaganflllls. den 01‘ Mitts

Folgc eincs August crlitt. in der Niihc scincs Zuhnusm in Ncwburgh, New York. Er ist sin chcmnligcs Mitglicd dcs Universnlcn Huuscs der ($cI‘CLhtigkeit, dem Fiilnungsgrcmium dcs Bahá’í (?lnubcns aufi11tc1‘nnti011nlcr Ebcnc. Dr. Ruhc war 91 jnhrc alt.

Er bckunntc sich 19-11 in lhiladclphiu zum Ballfi(ylauben und war in znhlrci Chen (firtlichen (vcistigcn Riiv ten sowie nationalcn BnhfliAusschiissen tiitig. Nuchdcm cr 1959 in den Nationalcn (?cii stigen Rat der 13311le in dcn Vereinigtcn Staatcn gcwiihlt \Vurde. nrbcitctc er v01) 19(13 bis 1968 nls desscn Sekrctiir. 1968 wurde er zum Mitglicd des Univcrsnlcn Hnuscs der Gcrcchtigkeit crmnnt. für das

er bis 1993 arbcitctc. Ursprfinglich Mcdizincr. war l)IZ Rube auch uls Filmcmachcr, Maler und Autor tiitig. Nachdtm er 1941 an del Tc111p1c University School ofMedicinc promovierte, begann er scinc Karriere 2115 Arzt wlihrcnd dcs zwcitcn Weltkricgs 111$ Malaria Forscher für die United States Public Health Scrviccs. 195-1 wurde Dr. Rube zum crstcn Professor für Medical (Imnlnunicntions an dt‘l Universitiit der Kansas Medical Schonl ernannt. Zu 5611161] lnnomtionen gchörten def Ochruuch von Lichtwellenlcitcrn zur cndoskopischen Kincmutogmphy, die lrojektion V01] 110(1) aufgc‘lésten liildern in chirurgischen Vorführungcn sowie die Aufzcichnung psychiatrischcr Sitzungcn zur Bcgutnchtung durch Kollcgcn. Er drchtc unziihligc lllcdizinischc Films,

fiir dic cr don Golden Rccl Award, den Award dcs Filmfbstivals in Vcncdig und dcn Royal lhotogruphic Society of Grcat Britain Award crhiclt. 1):„. Ruhc war cin begnudetcr Autor. 1n scincr Illcdizinisclwn Lauflmlm schricb cr znhlrciChC ALIfllitzc Lmd zwci Biichcr iibcr Aspcktc der Mcdizin Lmd mcdizinischc audiovisuellc Kmmmmikation. Wiihrend wincr _1;1111‘c am BlhfliWcltzcntrum schricb Dr. Ruhc Door ()1 Hope, eine dcmilliertc gcschichtlichc A1handlung zu 11ci1igcn Ortcn der Bahá’í in Israel, die 1983 verdffcntlicht wurdc. Einigc

Zcit splitcr schricb cr Rolu Qf

LILQ/If, eine historischc Aufstcllung Libcr Bahá'u’lldh's Friihc jahre, vcrififfbntlicht 199-1. Dr. Ruhc hintcrliisst scinc Frau Margaret und seine zwci 5611ne, Christopher und Douglas sowie dercn Familial]. I




Prof. Dr. Nossrat Peseschkian


Dr. David S. Ruhe

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[Seite 16]



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UN-Sonderberichterstatter gibt Empfehlungen zum „Recht auf

Bildung“ in Deutschland ab


Prof. Dr. VernorMunoz Vi/la/obos, UN—Sonderberichterstatterzum Recht auf Bi/dung

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ERLIN. ~ Der UNSonderbcrichtcrstattcr zum Rccht nuf Bildung, Prof. Dr. Vcrnor Munonillalobos (Foto links), but zum Abschluss seincs Besuchs in Deutschland der Bundesrcgierung und den Bundesliindern „vorliiufigc Empfehlungen“ abgegeben. So mahnte er die Bundesregierung an, die Kinderrechte besser zu schijtzen.Villalobos ist Professor für Rechtswissenschaft an der Universitiit von Costa Rica in San josé. Der Vorbehalt der deutschen Bundesregierung gegenüber der UN—Kinderrcchtskonvention habe ganz praktisch die bedauerliche Auswirkung, so Munoz, dass

Fliichtlingskinder zuerst in ihrtm Status als Fliichtlinge gcschen wcrdcn, und danach crst als Kinder. Bci seiner nbschlichndcn l I‘CSSCkOIIfCTCIIZ in Berlin sugtcVillzllobos: „l)as fiihrt natürlich dazu, dass lcrsoncn, dercn rechtlicher Status nicht eindcutig gckliirt ist, auch kcinc Möglichkeit habcn, in den Ausbildungsbcrcich hinein zu kommen.“

Die UN—Kinderrcchtskonvention nus dcmjahr 198‘) gilt für allc Kinder unter zlchtzehn jahren. Obgleich die Bundesregierung die Konvcntion ratifiziert hat, behiilt sic sich jedoch vor, minderjlihrigc FI'Lichtlingskinder und Kinder ohne deutschen Pass ab eincm Alter von 16 jahren im

Sinne der asyl— und auslinderrcchtlichenVorschriften Wit Erwachsene zu behandeln. „1)as ist einc‘s der großtcn Problcmc bcim Übergzmg von der Schulc in die Arbcitswclt“, so Munoz.

Weiterhin enlpfahl Munoz der deutschen Bildungspolitik, dic (§cl)ii}1rellf}eilleit in der vorschulischtn Bildung cinzuführen. Munoz pllidierte dafür, das Kind ins Zentrum dcs Bildungsprozesses zu rücken, da 65 „eindcutig“ nicht so sci, „d;lss es einc Bildung gibt, dic bcgriindct wird mit den Rechten der jungen und Miidcllcn. so wic es auch keint systematischc Einbindung der Mcnschenrcchte in die schulischen Lchrpllinc

[Seite 17]gibt.“ Der UN—Sonderberichtcrstattcr stimmtc deshalb .,schr“ dc111V0rhabc11 zu, die fi'iihc und vorschulischc Bildung zu Rirdern und voran zu bringcn. ..Uns crschcint cs, dass (vcb[ihrcnfrcihcit der frühcn und vorsclmlischen Bildung nzltiirlich cincn großen Impuls gcbcn wiirdc“. so Munoz.

Einc wcitcrc Empfchlung des Sonderbcrichtcrstnttcrs war, die Lnuflmhncmpfchlungen auf cin splitcrcs Alter hinauszuschiebcn Zurzcit warden sie am Ends der vicrten Klnsse ausgcgeben. Munoz dnzu \véirtlich: ,.Wir hnttcn den Eindruck, dLISS dds Bildungssystcm sich nicht 110t\\cndigerweise um Mcnschen orienticrt, sondem auch 2m der Aufteilung als Bildungsv strategic“.

Untersuchungcn lliittcn gczcigt, dnss 44 Prozcnt der Schullautbahnempfchlungcn nicht den Eigc119c11;1fic11 der Kinder cntsprcchtn. .,M;1n kzum dcn Eindruck habeIL duss die Ergobnissc dieses Einstufungspmzcsscs sich eher nus dcm System ergcbcn, als die Bcdiirtnissc der Kinder zu berücksichtigcn. Dies könntc

dzlzu flihrcn“, so Munoz,

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..dass dem lrinzip dcs Übergeordneten Intcrcsscs dcs Kindes \xidersploclwn \Vird".

Status von Fliichtlingskindern unklar

Vernor Mufioz rcistc vom 13. bis zum 21. Februar auf Einladung der Bundcsrcgicrung durch Deutschlzmd. um zu untcrsuchen. \vic dds Rccht auf Bildung in Deutschland gmviihrleistct ist. Dabci kam cr untcr nnderem 111ithrtretcrilmcn und Vcrtrctcrn zivilgcscllschnfilichcr Organisationcn 21193111111611. auch mit cincm Vertreter des Nationalen (ycistigcn Rates der Bahá’í in Deutschland.

In ihrcr Stellungnahme muchtcn die Bahá’í in Dcutschlnnd deutlich, dass auch die dcutschc auswiirtigc Bildungspnlitik Gcgcnstand der Untersuchungen des Sonderbcrichtcrstnttcrs sein nuisstc. Insbcsonderc seien hicr mcnschenrcchtlichc Klauscln in Koopcrationsvcrcinburungcn zu bcachten Lmd zu Rirdcm, die dcutsche Hochschulcn mit uusliindischen Univcrsitlitcn abgeschlosscn habcn.

Einc gunzc Rcihc interna tionalcr Organisationcn wic die UNESCO, dic Intcrnutioml Association ofUnivcrsitics Oder der World University Scrvicc lliitten im Laqu der jnhrc menschenrechtlichc Standards gcsetzt, wic mit Hochschultn aus Ländern mit cincr Cher Lmzurtichendcn Menschenrechtsbilanz Wisscnschnfts— und Bildungskoopcmtioncn gestaltet wordcn solltcn.

Die Bahá’í gtgcnüber dem UN~Sonderberichterstatter wcitcr: “()bglcich wir ancrkcnncn, dass die auswärtigc Bildungspolitik bcim Austausch von Wisscn und Kultur, insbcsonderc im Dialog mit der islamischen Welt, langfi‘istigc Ziclc vcrfblgt, mfisscn wir glcichwohl gulch hicr die 111c11sc11cnrcchtlichc Verantwortungy bcmncn, dic- deutschc Bildungscimichtungcn habcn.“ Dic Bahá’í bczogen sich dabci uutdus Bcispicl Iran, mit dem zuhlrcichc Hochschulkoopcrationcn ubgeschlosscn wurdcn. „(}leichzeitig wird scit nunmchr iibcr 25 jahrcn den Angchbrigcn der Bahá’í—Rcligion :llS griilitc religidse Minderhcit dds Recht auf Hochschulbildung verwchlt“. I



„Man kann den Eindruck haben, dass die Ergebnisse dieses Einstufungsprozesses sich eher aus dem System ergeben, als die Bediirfnisse der Kinder zu berücksichtigen. Dies kannte dazu führen, dds: dem Prinzip des übergeordneten lnteresses des Kindes wider sprochen wir “.

Prof.Vernor Munoz Villalobos UN-Sonderberichterstatter zum Recht auf Bildung

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Alex Kfifer zur Geschichte der Bahá’í—Gemeinde Osterreich

IEN— Die beweP‘ x ’- gende Geschichte der ésterreichi schen Bahá’í—Gemeinde beschreibt und dokumentiert ein soeben im HorizonteVer erschienenes

REZENSION 133m desinWien



Alex A.Kéfer „Lasst euren Blick weltumfassend sein“

Die Geschichte der

ésterreichischen

Bahá’í-Gemeinde Horizonte Verlag, Berlin, 2005,

414 Seiten, 56 Fotos, Broschiert 25 Euro

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lebenden Autors undjournalisten AlexA.K';ifer. Es beginnt mit einer Zeitreise ins 19Jahrhundert und man erfzihrt, wie schon damals der junge Glaube aus Persien auf grOBes Interesse auch in Osterreich stiefi. Berichte über die brutalen Verfolgungen, welche die Anhänger des Báb, des Vorlziufers des Religionsstifters Bahá’u’lláh (18171892), unter einer fanatischen muslimischen Geistlichkeit zu erdulden hatten, erschütterten Diplomaten und Offentlichkeit und erregten gleichzeitig Bewunderung für die Glziubigen und ihre Religion.

Impulse der neuen Religion reichten schon im 19. Jahrhundert bis zur aufkommenden Frauenbewegung in asterreich

Die ésterreichische Dichterin Marie von Najmajer ließ sich durch das Leben Táhiríhs, der bedeutenden persischen Dichterin und ersten Frau, welche die Lehren des Báb annahm, mutig für die Gleichberechtigung der Frauen eintrat und dafür auch ihr Leben gab, zu einem Epos inspirieren.

Leben und Schickgzil Táhiríhs fibten einen bejmer; kenswerte Einfluss auch auf die Frauenbewegufigi in

Osterreich aus, deren größte

Wegbereiterin Marianne

Hainisch war, die Mutter von Dr.Michael Hainisch, dem er sten bsterreichischen Bundesprésidenten. Marianne Hainisch verband eine tiefe Freundschaft mit Marie von Najmajer, und die beiden Freundinnen engagierten sich gemeinsam f‘fir Schulprojekte, die Frauen Zugang zur höherer Bildung ermöglichen sollten. Marianne Hainisch bezeichnete Táhiríh in einem Interview, das sie 1925 der USamerikanischen Bahá’í und Journalistin Martha Root in ihrem Haus beiWien gew'éhrte, als „das grbBte Frauenideal in meinem Leben“, wie der Autor dokumentiert.

Friedenskfimpferin Bertha von Suttner von Abdu I-Bahá tief beeindruckt

Das Buch berichtet auch über Begegnungen V011 Bahá’í mit großen Persönlichkeiten in Osterreich wie der Friedensnobelpreistrfigerin Bertha von Suttner, die V0r1 Abdu’l-Bahá, dem Sohn und Nachfolger Bahá’u’lláhs, bei dessen Osterreich-Besuch am 23.April 1913 in Wien empfangen wurde.

Sie sprachen über die Notwendigkeit eines weltumfassenden Friedens und „Baronin von Suttner war sichtlich ergriffen von seinen Worten und dankte ihm unterTriinen für die Inspiration, die sie von ihm empfangen hatte“, zitiert der Verfasser aus dem persischen Tagebuch eines Reisebegleiters Abdul—Bahás.

Beeindruckt Bahá’í—Religion zeigte sich auch Sir Karl Popper. Er empfing am 12.Mai 1986 in Wien einen ésterreichischen Bahá’í

von der

zu einem ausführlichen Gespréch über die Lehren dieser jfingsten Weltreligion, Der

grOBe Philosoph drückte dabei seine Achtung vor dem Bahá’í—Glauben aus und erkliirte:

Auch Karl Popper schitzte den Baha’iGlauben sehr

„Sie wissen, dass ich mich aufgrund der entsetzlichen Entartungen mit keiner Religion identifizieren kann.Aber wenn ich es könnte, dann würde ich der Bahá’í—Religion zuneigen.“

Der Bahá’í—Glaube fasste 1911 in Osterreich Fuß. Heute leben Bahá’í ésterreichweit in rund 160 Städten und Ortschaften.

Der Kreativitiitsforscher und Mitglied des Club of Rome, Frederick Mayer, schrieb über das Buch: „...Das Werk von Alex Kiifer zeigt in beeindruckender Weise Entwicklung und Wirken der ésterreichischen Bahá’í—Gemeinde für eine neue Kultur schöpferischen und vorurteilsfreien Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher

religiöser, ethnischer Oder sozialer Herkunft.“ I

Eine Zuschrift zur Buchvorstellung:

„Danke fijr dieVorstellung dieses wunderbaren Buches! Ich hatte bei der 50 jahr Feier in Wien die Gelegenheit mit Alex Kzifer zu sprechen und über seinejahrelange Recherchen zu erfahren. Die vielen Augenzeugenberichte von Zeitzeugen sagen schon sehr viel über die Größe von Abdul—Bahá aus. Dieses Buch wird sicher die nichste Investition für meine Bibliothek werden.“

[Seite 19]Entwicklungsansfitze aus dem Blickwinkel des Südens

jcder, der sick mit Trends im Bereich der

sozialen zmd wirtsclzqftlichen Entwirlelngstheoric auseinandersetzt, leamz lelar erleenHen, dass em Teil der wichtllgsten chrlegungen heutzutage dart statflindet, wo Wissenschcyt and Religion aufeinander treflen.

ieser neue Ansatz

entstand dadurch,

dass das so genannte „westliche“ Entwicklungy model], das sich aufgrolie Projcktc, finanzicllc Anrcizc und sine Wisscnsvcrmittlung v01] 0an mach unten konzcntricrt, im Allgemeinen versagt hat.

Aufder Suche nach Alternativcn wird von Entwicklungsfilchlcutcn — sowohl Praktikcrn als auch Theoretikcrn — zunchmcnd crkannt, dass auch der Bcrcich Worm, ()vistthkvir mm Religion berücksichtigt wcrdcn muss, wcnn ncuc Anstrcngungcn im Bercich der Entwicklung {ruchtcn $01161].

Ein wcitcrcr wichtiger Dcnkansatz fbrdert, dass die v01] der Entwicklungsarbeit Betr(>ffcxlt'11 verstiirkt an der Formulicrung V011 Entwicklungstheorien teilnchmen dicscr Dcnkansntz ist als „siidlich“ bckamlt, da die meiste Entwicklungsarbeit in der siidlichen Hcmisphiirc stattfindet.

Diese zwei Strömungcn treffen in einem neuen Buch aufeinander, Cifimia, Religido e

Dmvwo/uimmIo: Icrspvrrizlax Para 0 Brasil (Wissenschaft, Religion und Entwicklung: Perspcktiven für Brasilien) # mit einem aufschlussreichen Ergebnis. Das zur Zeit nur in Iortugiesisch erhiiltliche Buch lcistet einen wichtigen Beitrag zum allgemeinen Diskurs dartiber, wie diese neucn Gcsichtspunkte in ein neues Entwicklungsmodell miteinbezogen werden können.

Das Buch wurde von lradj Roberto Eghrari herausgegeben und ist eine Sammlung von Essays, die von prominentcn brasilianischen Politikern, Aktivisten, Akademikern und Entwicklungsfachleutcn als Antwort auf eine Bahá’í—inspirierte Initiative zurWiederbelebung des Diskurses über „Wissenschaft, Religion und Entwicklung“ verfasst wurden.

Aus dieser Initiative, die im jahr 2000 in Neu Delhi vom „Institute for Studies in Global Prosperity“ ins Lebcn gerufcn wurdc, ging sin Dokumcnt hervor, welchcs den Autorcn der Essays 313 Reflexionsgrundlagc dicntc.

Trotz der Vcrschicdcnzlrtigkeit der Autoren — die mcistcn V01] ihncn stchen mit kciner bestimmten Religion in Zusammcnhang — gab cs Übercinstimmung in dem lunkt, dass die sich Liberschneidendcn Bercichc der Wissenschaft und Religion beim Thema Entwicklung nicht außer Acht gelasscn wcrden diirfEI).

D35 Neu—l)elhi—l)0kument befhsste sich vor allem mit der Idee, dass die „Internationalc Entwicklungsagenda fast vollständig die Tatsache außer Acht gelassen hat, dass die meisten Völker der Welt sich selbst nicht als rein

11mterielle Wcsen betrachten ., sondern als moralischc Wcscn, dic sich mit ihrem geistigcn Bewusstsein I und ihrer Bestimmung bcfasscn. So wurdc leicht erkennbar, dass die , hauptsdchlich wirtschaftlichen und materiellen Kriterien, die zur Zeit unsere Entwicklungsaktivitéiten leiten, durch das Einbeziehen des geistigen Strebens, das die

Claudia Coma

Eudda Hard Fain"! N191,

W para x Amwa e Emma dis C‘écc-Ar Gwen Olwelm

mmm pan 2mm; wzm a Pumpcmmdc (bum; Wm dc Almecd: W .

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lradj Roberto Eghra ri

ERSPECTEVAE‘S PARA U BRASéL

Affomo Camxgo Caries ~~an Emeome

Man: a: townie: Slogan

menschliche Wcsensart beseelct, ‘ erweitert werden miisscn.“

DiesesThema fimd großen Anklang unter den Autoren von Pcrxparivax.

Affonso Canmrgo, K011gressabgeordnctcr aus Curitiba, fiihrt zum Beispie] an: „l)ie herausragende Entdekkung dcs 21. jahrhunderts wird die Erkennmis 56in, dass die Fragc der Religion eine Fragc der Energic ist; dass Wir 3116, auf die eine oder anderc Art und Wcisc, inspiricrt sind...“

Und cr fiigt hinzu:Vicllcicht „sind sich die mcistcn Mcnschen unsercs Diskurscs iibcr die Zusammcnarbeit von Wissenschaft und Religion zur Fbrderung der Entwicklung nicht bewusst. In der Bevölkerung gibt es jedoch cine Sehnsucht nach Veränderung“ und das größte Potential für langfristige Versinderung steckt gerade in diesem Verständnis „des Zusammenspicls V(m Gcistigcm und Materiellem“.

„Es geniigt nicht ein Auto nur zu besitzen; man muss



Mom: V 3 de Mm N-m Robcflo own Roma. Mm Cowéa

Ciéncia, Religiéo e Desenvolvimento Perspectivas Para

Herausgegeben von lradj Roberto Eghrari Editora Planeta Paz Brasilia, Brasilien

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[Seite 20]REZENSION


„Für die meisten Menschen hat die Natur eine geistige Dimension. Es ist von griiflter Wichtigkeit zu verstehen, dass in jedem Menschen ein starker Drang nach Erhabenheit existiert. Dadurch kannen wir erkennen, dass die Qualitfit menschlicher Beziehungen, seien sie zwischen Rassen, ethnischen Gruppen oder einzelnen Menschen oder zwischen Völkern und Nationen, verbessert

warden muss.“

Maria de Lourdes Siqueira

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auch wissen, wie man 65 fiihrt“, schrcibt Camargo Lmd deutct mit dicscr Analogie an, dass ein bcsscres Verstlindnis der geistigcn Nutur des Menschen dicjcnigcn, dic an der Entwicklungsnrbcit bctciligt sind, zu „Lenkcrn dicscs Fuhrzcuges“ mnchen kbnntu

Die chinistin (luatim Cesar dc Olivciru hcbt cbcm so dic Nonwndigkeit cincs „gcistigcrcn“. von Wcrtcn gclcitctcn Entwicklungsansntzcs hcrvor. ()livcira, Sozialogin und Mitglicd dcs in Brasilia unslissigcn N(;()S (IFEMEA ((Icntro Feminism dc Estudos c Assessoria), bcschrcibt ihrc cigcnc Entwicklung V011 cincr .Jnilitantcn Komnumistin" zu cincm Mcnxchen. der sich nun nlx ',.spiritucl]“ bctmchtct.

Der schrcibt sic, ist vcrblasst. "was

Kmnmunisnms.

abcr gcblicbcn ist. das ist Gercchtigkeit inncrhalb cincs spiritucllcn K()112cpts.ei11c‘1‘Reav litlit dic gréilicr ist 2115 unscrc cigcncn Elfhhrungen, gréBcr uls unsere Rationalitiit. Roberto (Trcma. Psychologc. Anthropologc und stell\crtretc‘11der Rektor dc‘s Netzwerks REDE UNII’AZ. schrcibt. dnss unser Verstiindi 11i5 der Entwicklung lungs von einer matcrialistischen Auflhssung gepriigt war. Dicsc Auffilssung — ..die davon

,

uusgcht. dass der Mensch cin

bloßc-r ARE ist“ und dic dic_

Entwicklung JlS rcin „m;\tCricll„ nnsicht, ,.mitV0rtci1c1L die cbcnso mutcriclkr Natur sind“ ~ muss um zwci \witcrc Anmhmcn crwcitcrt wcrdcn: nder Mensch ist nicht irgcnd cine Sacha: sondern cinc untcrrichtctc Snchc“ und „der Mensch ist Somn (K(Srpcr). Encrgiu GcisL Scclc und Licht; er ist Bcwusstscin iibcr dds Bmvusstscin.“

Maria dc Lourdes Siqucir41, Irnfcssorin für Anthropologic und Forschcrin an der Universidadc Federal du Bahia, schreibt: in Brasilicn, ,wic

auch in Vicltn anderen Liindem ist die Farbc der Armut schwarz. . . “

„l)ieses ,Vermiichtnis der Huutfhrbc" darfnicht vcrlcugnet oder ignoriert wcrdcn, wcnn wir die zentralcn Elcmeme cincs menschlichen Entwicklungmnodclls ncu iil3c*rdc11kc11“. schrcibt Siqucirn und crkliirt, dass Allstrcngungcn untcrmnnmcn wcrdcn Illiisscn, um „cincn ncucn Blivkwinkcl zu findcn nus dem wir anderc Mcnschen lxtruchtcn“, cin Blickwinkcl, der .,dcn Scclcnadc] jcdcs 111c1mhlichenWcscns“ hcrvmhcbt.

.,Fi'1r dic mcistcn Mcnschen hat dic Nntur eine geistigc Dimcnsion} schrcibt Si qucirn. ,.Es ist von gl‘fiifltcr Wichtigkeit zu vcrstchen, dns‘s in jcdcm Mcnxchen cin starkcr Drang nach Erlmbcnhcit cxisticrt. Dudurch kiinnen wir crkcnncn. dnss die Qualitlit mcnschlichcr Bcziehungcn, scicn sie zwischen Rasscn, cthnischen ()ruppcn Oder cinzclncn Mcnschen Oder zwischen V(Slkcrn Lmd Nationcm vcrbessert warden muss.“

,.Mcnschlichc Wcrtc müssen der Gruhdstein efnc‘s Wandlungsprozesscs sein, in dem Gleichwcrtigkeit und Eii gmwemntwortu11g der Biirger gcfiirdert warden, in dem sic lcrncn mit Unterschicdcn zu lcbcn und der dic- Entwicklung vomntrcibt. AH dies sind Eigcmchaften, die in einem (Icmcindclcbcn llotwcndig sind“. flihrt Siquciru fort. „/\us dcm Blickwinkcl der mcnschlichen und sozialcn Entwicklung bctrnchtct habcn dicsc \X/crtc ihrcn Ursprung in der indigcncn und schwarzcn Bcviilkcrung dcs amcrikunfi schen Kontincnts, sowic in vcrschimicncn Truditioncn und Auffllsxungcn Afrikas, Axiom Lmd Australicns. Unscrc Hcruusfinderung ist cs nun, von dicscn (lruppcn dichrtc zu lcrncn, dic sie als ihrcn Boitmg zu dicxcm Imzcs‘s bcixtcu cm.„

Weiterc Autorcn bczogcn sich ebenflllls aufdie indigcncn Völker Brasiliens. Rosfingclu Azevedo (Iorré‘a, Pr()fb55()ri11 fiir Umwcltcrzichung und Humnniikologic an der erzichuIlgswisscnschnftlichen Hochschulc der Universidadc dc Brasilia, stclltc die (lcistigkeit der Eingeborcncn und die \X/cltlichkeit dos Wcstcns in krusscn (lcgcnszltz zucinundmz Eingeborcnc, schrcibt sic, sind „illlf nutiirlichc Art und \X/civ sc in dic \X/clt der Nutur cingcbcttct. Sic schen sich in delnsclbcn Licht wic dic l’flunzcn und Timc mit dcncn sie praktiscl) und symlmlisch zusam111cnlcbcn“, wiihrcnd wcstlichc Mcnschen dicsc 15czichungcn chcr in Hinblick auf „dic lmduktion \’()]] Nnturgiitern“ bctmchtct.

l)r.(10rrC‘;1 sngt. sie glglulw. dnss nsich der nmtcrialistischc Roulismus scincm Endc 112ihcrt“ Lmd sicl) die \X/clr in Richtung einer lhilosophic bcwcgt, dic ngunzhcitlichi, (Skologisch und gcistig“ ist.

Weiterc Essays wurdcn von Claudia Costim Kultuw beauftragtc für Sim Paulo; Carlos Alberto Emediatq K0ordimtor des Globalen thzwcrks für Friedcnserzielmng; joaquim de Almeida Mendcs chcmnliger Verwa]tungsdckzm Lmd derzeitigerVizc—I'Mkan an der Universidade do Estudo da Bahia Oliveirn Nunes, Anthrop010 und M(micn dc gin :m der Univcrsidadc Federal dc Bahia bcigcsteucrt. Has Buch cnrhiilt wcitcrhin cincn Essay der Fundncién para 1;) Aplimcién do 135 (?icncius (FUNDAEC) nus Kolmnbicn. uulficrdcm wurdc dnrin cin Essay von Farzum Arbub nus dcm Bahá’í '/1¢' Lab, f/lt"l(v H1p/(‘, and tho A'V'Iur/cvr (1)35 Labor, der Murkt)

wiederubgcdruckt. Fnrzum

Tcmpcl und der

Arbab ist derzcitigcs Mitglicd dcx Univcrsulcn Hauscs der (?crcchtigkeit, wclchcs dic inA tcrnntimmlc Lcitungskéhu pcrschzlf} der BnhdtRcligion ist. I