One Country/2004 Nummer 1/Text
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MAGAZIN DER BAHA’ I INTERNATIONAL COMMUNITY 1/2 0 04
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erfolgreiche Serie Von
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Debatte: Starke Familien
tor f L'Ir Gerechtigkeit
Russland: Schulbtjcher uber Ethik bringen neuen Geist in Russlands Schulen
Portrét: Suheil Bushrui erhélt nach Dalai Lama Hollister Award fI'jIr Biirckenbau d. Kulturen
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Afrika: Vier afrikanische Bahá’í-Gemeinden feiern ihr 5o-jéhriges Bestehen
17
Schweizer Bahá' |- -Gemeinde feiert ihr 100jähriges Bestehen
Rezension: „Critica| Consciousness“ von Elena Mustakova-Possardt
Euro 2,25 / SH 4,
IMPRESSUM
On: Couumv wird herausgegeben von derBahá'i International Community, dieals Nicht-Regierungs-Organisation bei den Vereinten Nationen die weltweite Bahá’í-Gemeinde représentiert.
ONE Couurnv, Office of Public lnformation,Bahá’í International Community, Suite 120, 866 United Nations Plaza, New York, New York 10017, USA, E-Mail:1country@bic.org Chefredakteur: Brad Pokorny, Chef vom DienstzAnn Boyles.Auslandsredaktionenzchristine Samandari—Hakim (Paris),Kong SiewHuar(Macau), Guilda Walker (London).Deutschsprachige Redaktion: Peter Amsler,Teresa K6ther,Jens-Uwe Rahe, Freie Korrespondenten: Hilde Fanta (Osterreich), Silvia Fréhlich (Schweiz), Jutta Bayani (Luxemburg). Geschäftsfflhrung: Hartmut Nowotny,Arezu Braun. Übersetzerpool: Lisa Hiemer. Beitrége aus ONE Coumv können kostenfrei nachgedruckt werden unter Angabe derQueIle.
Anschrift: ONE Coumnv, Eppsteiner Str.89,D-65719 Hofheim-Langenhain. Germany.Te|.+49—6192-99290,
Fax +49—6192-992999.Herausgeber derdeutschsprachigen Ausgabe: Nationaler Geistiger Rat der Bahá’í in Deutschland e.V.
Einzelheft: Euro 2,25/SFr4,-. Jahresabonnement: Euro 8,-/SFr15,(incl.MWSt u.Port0)1Die Zeitschrift kann beim Bahá’í-Verlag,
Eppsteiner Str, 89, 65719 HofheimLangenhain,bestellt werden, Copyright 2003 by Bahá’í International Community. ISSN 0945-7062. Gedruckt auf1oo% Recyclingpapier
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NEW YORK - Die 33jéhrige Anwéltin Bahiyyih Chaffers aus Kanada wurde zur Représentantin der Bahá’í International Community (BIC) bei den Vereinten Nationen ernannt. Bahiyyih Chaffers wird zu den Themen nachhaltige Entwicklung und globaler Wohlfahrt arbeiten. Bereits zuvor vertrat sie die BIC beim Weltgipfel der Informationsgesellschaft in Genf.
Bis August 2003 arbeitete Chaffers in New York als Produzentin bei CNN und davor bei ABC News. Sie hofft, ihre Erfahrungen als Medienspezialistin und Anw'éltin fUr Gesellschaftsrecht bei der Weltorganisation einfliefSen lassen zu können.„Da sich die Vereinten Nationen fUr eine vereinte Welt einsetzen und flir eine starke Zivilgesellschaft, gibt es Raum fUr neue Ideen“, so Chaffers. „Eines meiner Ziele ist, mein Knowhow aus dem Privatsektor zusammen mit den Perspektiven der BIC in die Welt der Vereinten Nationen einzubringen und so Entwicklungen zu fördern.“
Chaffers wurde in Toronto geboren und studierte franzé LAHORE.—Vertreter und Vertreterinnen von Muslimen, Christen, Sikh und Bahá’í kamen Anfang des Jahres in der pakistanischen Stadt Ganda Singh, Kasur, zusammen, um mit Kerzen und einer Baumpflanzung die Grenze zwischen Indien und Pakistan symbolisch zu Überbrflcken. Wie die pakistanische Presse berichtet, wurde das Treffen von der National Commission for Inter-religious Dialogue and Ecumenism (NCIDE) organisiert, deren Vorsitzender Pater Francis Nadeem ist.
Neue Repréisentantin der Bahá’í International Community bei den Vereinten Nationen Für nachhaltige Entwicklung und globale Wohlfahrt
sische Literatur und Geschichte an der Sorbonne-Universitét in Paris. AuEerdem machte sie in Frankreich einen
Abschluss in Zivilrecht und vervollständigte ihre juristische Ausbildung an den Universitéten Montreal und Ottawa. Nach ihrer Studienzeit arbeitete Chaffers als Anwéiltin bei Goodmans,einer kanadischen Spitzenkanzlei. Spéter kam sie nach New York und produzierte Fernsehnachrichten.
Kiinftig wird sie im BUro der BIC arbeiten,zusammen mit Bani Duga|,der Hauptreprésentantin der Bahá’í bei den Vereinten Nationen in NewYork. I
lntemationajer Jugend-Essaywettbewerb „Let Your Voice Be Heard - You Can Change the World“
BARCELONA. — Auf Anregung des Club of Budapest International wurde in Kooperation mit dem Forum Barcelona, dem Jugendfestival „Young 84 Free“, dem World Youth Forum und dem Kulturprojekt Mariposa ein Internationaler Jugend-Essaywettbewerb unter dem Motto „Let Yousoice Be Heard - You Can Change the World„ ausgeschrieben. Die Schwerpunkte fUr diesen Wettbewerb sind die USA und Kanada sowie
Friedensaktion an der Grenze zwischen Indien und Pakistan
Die Versammlung betete fUr die Bewohner beider Lander und sprach sich fijr gute nachbarschaftliche Beziehungen aus. In seiner Ansprache äußerte der muslimische Vertreter, Maulana Abdul Kabeer Azad:“Der Islam ist eine friedensliebende Religion und die Muslime in Pakistan unterstfltzen die gegenwértigen Friedensgespréche der beiden Völker.
Der indisch-pakistanische Konflikt ist seit Jahrzehnten ein Krisenherd mit internationaler Aufmerksamkeit. I
Deutschland fUr den deutschsprachigen Teil.
Jugendliche bis 25 Jahre sollen Aufsétze von ein bis zwei Seiten Lainge (maximal 1.000 Worte) schreiben zu einem dieser Themen:
0 Frauen im 21.Jahrhundert
0 Stimmen von Minderheiten in der Welt
0 Meine Rolle bei der Verwirklichung einer nachhaltigen Welt
0 Eine Vision des Friedens und der Freiheit für alle
0 Weltweit zusammenarbeiten — fflr sauberes Wasser
. Mein Versténdnis von Kultur fUr eine lebenswerte Welt 9 Wie ich die Welt veréndern wflrde
Die Beitrége müssen bis zum 15.7. gesandt werden an: essay@club-of-budapest.com
Die Beitrége werden von einer internationalen Jury ausgewertet. Insgesamt gibt es1oo Preise, darunter drei Reisen zum Forum Barcelona vom 8.-14. August 2004. Die besten Beitrége werden am 28. Juli an das World Wisdom Council des Club of Budapest Überreicht und spéter in einem Buch veröffentlicht. www.club-of—budapest.org l
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Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2004 gestartet Erstmals k8nnen sich auch Zuschauer beteiligen
NURNBERG.— Am 15.03. 2004 haben 15 Menschenrechtsorganisationen, konfessionelle und kommunale Trager gemeinsam den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2004 gestartet.
Der Filmpreis prémiert in zweijéhrigem Rhythmus herausragende Kurzfilmproduktionen, die Menschenrechtsverletzungen aufspiiren oder aber auch Lichtblicke der Menschenrechtsarbeit aufzeigen.
Erstmals sind in diesem Jahr auch interessierte Zuschauer aufgefordert, sich an dem Wettbewerb mit zu beteiligen. Sie können Filme, die sie im Fernsehen, im Kino oder bei Veranstaltungen gesehen haben,fUr den Filmpreis vorschlagen.
Auch die Beteiligung von Jugend-Videogruppen und Schulklassen ist eernscht. Diese erhalten bei ihren Produktionen Unterstfltzung durch die Veranstalter und werden in einer eigenen Sparte „Amateur" bewertet.
Die Schirmherrschaft des Deutschen MenschenrechtsFilmpreises hat wieder Bundestagspr'ésident Wolfgang
Thierse Übernommen.„Menschenrechte sind keine abstrakte Angelegenheit“, betont der Président des Deutschen Bundestages.„Niemand darf gleichgijltig wegschauen,wenn Menschen Opfer von Unrecht und Gewalt werden.“
DerJury gehbren u.a. der Fernsehjournalist Gerd Ruge und Oberkirchenrétin Susanne Breit—KeEler an.
Veranstalter des Preises sind Menschenrechtsorganisationen, konfessionelle und kommunale Tr'éger,darunter amnesty international, das Deutsche Institut fUr Menschenrechte, die deutsche UNESCO-Kommission
und der Nationale Geistige Rat der Bahá’í in Deutschland.
Die Preisverleihung wird am 11. November 2004 wfahrend der„Nacht des Menschenrechts Films“ in NUrnberg stattfinden.
Wettbewerbsschluss ist der 1. Oktober 2004. DetailIierte Unterlagen gibt es bei der Evangelischen Medienzentrale Bayern, Hummelsteiner Weg 100, 90459 NUrnberg,Te|.0911/ 430 4211,Fax 0911 / 430 4214; E-Mail: info@menschenrechtsfilmpreis.de; Internet: www.menschenrechtsfilmpreis.de l
Publizistikpreis Für One Country
BIRMINGHAM - Die Zeitschrift „One Country“ wurde fUr den Beitrag„Vanuatu: Ein Land macht sich unabhängig vom Erdbl — durch Kokosnussél“ in der Ausgabe 4/ 2003 mit dem Award of Excellence ausgezeichnet. Dieser Preis wird vergeben vom Religion Communication Council vergeben. Der Preis ist auch bekannt als DeRose Hinkhouse Award und wird vergeben an journalistische Beitrége fflr deren hohe Originalitét und Qualitét. Der Preis wurde flberreicht bei derJahrestagung des Religion Communication Councils in Birmingham und entgegengenommen von Brad Pokorny, dem Autor des Beitrags sowie Chefredakteur des Magazins One Country. I
Deutsches Institut Für Menschenrechte fordert mehr Engagement Für Menschenrechtsbildung
BERLIN. - Die „A||gemeine Erklärung der Menschenrechte“ und ihr Name sind in der deutschen Bevölkerung weitgehend unbekannt. Nur vier Prozent der Deutschen kennen Überhaupt ein offizielles Menschenrechtsdokument wie die VN-Menschenrechtscharta oder die UN-Menschenrechtskonvention. Das ist ein Ergebnis der zweiten représentativen Befragung zur „Einste|lung der Deutschen zu Menschenrechten", die die Wissenschaftler Elmar Bréhler (Universitét Leipzig), Gert Sommer und Jost Stellmacher (Universitét Marburg) in Kooperation mit dem Deut schen Institut fUr Menschenrechte durchgefflhrt haben. Zudem ist das Wissen der Deutschen über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte im Vergleich zu den bUrgerlichen und politischen Rechten gering. Das mangelnde Wissen bei wirtschaftlichen Rechten betrifft besonders das Recht aqurbeit. Der Ost-WestVergleich zeige, dass in Ostdeutschland wirtschaftliche Rechte eher als Menschenrechte identifiziert werden. „Angesichts dieser Ergebnisse besteht großer Handlungsbedarf, insbesondere mit Blick auf das Bildungs system", sagte Heiner Bielefeldt, Direktor des Deutschen Instituts fUr Menschenrechte. Menschenrechte sollten sowohl als Bildungsinhalt wie als Bildungsziel definiert werden. Das gelte fflr die schulische Bildung wie fflr die berufliche Aus— und Fortbildung. Menschenrechtsbi|dung mUsse vor allem integraler Bestandteil der Ausbildung von Berufsgruppen werden, die mit Menschenrechtsfragen und unter Umständen auch mit Menschenrechtsverletzungen befasst seien — wie in den Bereichen
Polizei, Milit'ér und Soziales. I
EUROPA-MAGAZIN
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Starke Familien als Modell als Katalysatoren
UrJahrhunderte was es die Regel,dass die Fami|ie den Eckstein der Gesellschaft bildete. Und ebenso Iange galt, dass die Religion die Familien zusammenhielt. Das letzte Jahr D E BATTE hundert hat in
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nie geahnter Geschwindigkeit deutlich gemacht, dass dieses Familienbild nicht mehr gilt.
So ging es den Familien in den Industrieléndern einerseits wirtschaftlich immer besser auch weil nun vielfach beide Elternteile erwerbstétig waren. Doch verénderte gerade die Erwerbstétigkeit der Frau die Rollenerwartungen der Geschlechter grundlegend. Weil das alte Rollenversténdis noch in den Herzen ist, ein neues aberverlangt wird, fUhren emotionale Unsicherheiten und Überforderungsdruck heute zu immer höheren Scheidungsraten, die wiederum materielle Unsicherheiten schaffen und noch ungeahnte Auswirkungen fUr die Kinder bergen. Hinzu kommt, dass die UnterstUtzung der Familien durch Verwandte, Freunde, Nachbarn und die Gesellschaft als Ganzes zurUckgegangen ist. In den Entwicklungsléndern werden diese Trends noch durch viel weitreichendere Probleme der Armut, der Umweltzerstbrung,der Zunahme von Krankheiten wie HIV/ AIDS verschlimmert.
Dies ist der Hintergrund, vor dem die Vereinten Nationen in diesem Jahr dem 1994 ausgerufenen Internationalen Jahrder Fami|ie gedenken. Die Vereinten Nationen, ihre Unterorganisationen, Regierungen und NGOs (NichtRegierungsorganisationen) werden Konferenzen abhalten und Studien durchfijhren, um
die Familien zu stérken. In den großen globalen Konferenzen der goerJahre stand immer auch die Fami|ie im Mittelpunkt, obwohl sie an sich bei keiner der Konferenzen ein zentrales Thema war. Waihrend jede der Konferenzen einen anderen Schwerpunkt hatte, wie nachhaltige Entwicklung,Menschenrechte, Frauen, soziale Entwicklung und bewohnbare Städte, betonten alle die Wichtigkeit des Menschen alsTréger von Verénderungspotentiale und seine Féhigkeit, an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen. Ein zentrales Merkmal dieses neuen Entwicklungskonzepts ist die Rflckbesinnung darauf, dass die Fami|ie der Eckstein der Gesellschaft ist — und dass ihre Stérke eine wesentliche Voraussetzung fUr Entwicklung ist.
Alle Konferenzen betonten zum Beispiel den Bedarf nach einem privaten und wie auch éfientlichen System zur UnterstUtzung von Familien. Außerdem Iegten sie wert auf familienfreundliche Gesetzgebungen, wie zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeitsplaitze, vom Staat subventionierte Kinderbetreuung, Karenzzeiten, Sozialversicherungen, Behindertengeld oder Familienfijrsorge.
Starke Familien spielen bei sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsprozessen eine wesentliche Rolle. Sie bilden starke Gemeinden und schaffen Wohlstand. Die Fami|ie ist eine Trutzburg in schwierigen Zeiten. Menschen in starken Familien sind gesijnder, glUcklicher und besser in der Gesellschaft integriert. Zudem bilden sich grundlegende Werte und ethische Vorstellungen des Menschen in den
ersten Lebensjahren, mithin in der Familie. Hierwerden wichtige Lernfähigkeiten, Selbstsicherheit und ein positives Sozialverhalten erworben.
Und die Religion? Sie gehbrt geschichtlich gesehen zu den wichtigsten Faktoren fijr den Zusammenhalt der Fami|ie. Gesetze zu Heirat, Scheidung, Kindererziehung,den Werten, die vermittelt werden sollen alle haben ihren traditionellen Ursprung in der Religion. Aber welche Form der Religion kann heutige Familien stérken? Das Modell einer durch Ménner dominierten, autoritéren Familienstruktur wird immer mehr abgelehnt und das zurecht. Da dieses traditioneIIe Versténdnis einer ménnerdominierten Religion in Verbindung mit der UnterdrUckung der Frau und starren Erziehungsmethoden steht, wird dieses Modell des Familienlebens inzwischen als ungesund und ungerecht angesehen.
Doch noch immer glauben viele religiöse Traditionalisten, dass das ein durch Ménner dominiertes, autoritéres Familienmodell von ihren Heiligen Schriften vorgeschrieben wird. So ist es kein Wunder, dass einige Frauenrechtlerinnen Religion als familien- und frauenfeindlich ansehen so wie auch viele Ménner aus allen Kulturen religiöse Argumente dazu benutzt haben, einen Status quo zu erhalten, der aufdie Unterwerfung der Frau aufbaut.
Das offensichtliche Scheitern des durch Ménner dominierten, autoritéren Modells gesellschaftlichen Lebens hat in vielen westlichen Léndern
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derGleichwertigkeit und
zu einer gerechteren Welt
noch nicht zu neuen, konstruktiven Formen des Zusammenlebens gerhrt. Im Gegenteil. Zwar sind im Westen mit seiner liberalen und weltlichen Orientierung die Frauen vielfach gleichberechtigt. Zugleich istjedoch der Sinn fijr Ethik, die die religiosen Lehren anbietetverloren gegangen. Dies fUhrte in den Familien zu einem hohen Grad an Unsicherheit bei ethischen Werturteilen und hat bei der Kindererziehung zu einer Art von Nachgiebigkeit gefilhrt, die die Kinder viel zu oft mit ihren Entscheidungen alleine l'éBt und Überfordert.
Der Psychiater Hossein Danesh beschreibt die Auswirkungen in seinem Buch Die gewa/tfreie Familie: Grundstein einerfriedlichen Gesellschaft. Familien mit zu hoher Nachgiebigkeit „geben der Befriedigung persénlicher BedUrfnisse und WUnsche absoluten Vorrang", schreibt er.„|n so|chen Familien hat das Streben nach Wissen und Wahrheit keine Bedeutung, es sei denn fUr den persönlichen Vorteil. Liebe wird in diesen auserwéhnung basierenden Familien mit Befriedigung gleichgesetzt; die Kräfte des menschlichen Willens finden auf wirre und anarchische Art und Weise Ausdruck. Kinder in diesen Familien sind letztendlich extrem ichbezogen, intolerant und undiszipliniert. Sie verlangen von ihren Eltern und der Gesellschaft die unverzflgliche Befriedigung ihrerWUnsche, und wenn dies nicht geschieht, werden sie oft gewalttétig oder kriminell. Diese Menschen sind extrem anféllig daf L'Ir SUchte zu entwickeln und mit anderen so umzugehen, als ob sie automatische und uneinge schrénkte Rechte hétten.„ Es ist schwer vorstellbar, eine erfolgreiche Weltzivilisation auf so|che Werte aufzubauen.
Aber es gibt ein neues, konstruktives Modell fUr Beziehungen innerhalb der Familie, das aus den Heiligen Schriften der Bahá’í hervorgegangen ist. Dieses Modell, sagt Danesh, baut aufdem Prinzip der Einheit auf. Es strebt danach, Gleichwertigkeit und Gegenseitigkeit in der Beziehung zwischen Mann und Frau herzustellen, während es gleichzeitig ein klar definiertes Versténdnis Über Rechte und Pflichten zwischen Eltern und Kindern aufzeigt.„|n diesen Familien weichen die auf Macht und Verwohnung basierenden Arten von Kontrolle, Wettkampf, ÜberméBiger Individualismus der Gleichwertigkeit, Zusammenarbeit,Vielseitigkeit und gegenseitigen Abhéngigkeit“, schreibt Danesh.
Gleichzeitig hat die auf Einheit basierende Familie eine starke ethische und wertebezogene Grundlage. Sie verbindet eine fortschrittliche soziale Einstellung mit einem starken Sinn fijr Moral. Die Bahá’í betonen zum Beispiel die Gleichwertigkeit aller Rassen und ethnischen Gruppen sowie Verteilungsgerechtigkeit in einer Gesellschaft. Aber sie sind genauso fest von der Notwendigkeit absoluter Ehrlichkeit, uneinv geschrénkterVertrauenswijrdigkeit und dem höchsten Verhaltensstandard des Einzelnen Überzeugt.
„Eine Lehre Bahá’u’lláhs ist die Wesensgleichheit von Frauen und Ménnern,“ schrieb bereits Abdu I-Bahá. „Die Menschenwelt hat zwei
FlUgel: Den einen bilden die Frauen, den anderen die Ménner. Erst wenn beide FIUgeI gleichméffiig entwickelt sind, kann derVogel fliegen. Bleibt ein Flijgel schwéchlich, so ist kein Flug möglich. Erst wenn die Frauenwelt der Ménnerwelt im Erwerb von Tugenden und Vollkommenheiten gleichkommt, sind Erfolg und Gedeihen so erreichbar, wie es sein soll.“
In der auf Einheit aufbauenden Familie, schreibt Danesh, werden sich die Kinder ihrer grundlegenden Verbindung mit dem Rest der Menschheit bewusst und entwickeln den Mut,wahrhaftig und wahrheitssuchend zu sein.Auf§erdem Iernen sie, dass man die höchste Stufe der menschlichen Freiheit dann erlangt, wenn man anderen seinen Dienst anbietet.
„Die Menschheit befindet sich nun am Ende ihrer kollektiven Jugendzeit“,fahrt Danesh fort.„Während wir reifen, lassen wir die auf Macht und Genuss aufbauenden Denkweisen hinter uns, da Entwicklung und Übergang von einer Entwicklungsstufe zur anderen ein unausweichlicher Aspekt des Lebens sind. Der wichtigste Teil dieserVerwandlung ist die Entwicklung einer neuen Denkweise. Das Wesen dieser neuen Denkweise ist direkt mit der Einheit der Menschheit verbunden, die ihre höchste Ausdrucksform in dem äußerst wichtigen Zustand der Einheit erlangt. Bevor die Menschheit nicht ein Leben der Einheit geschaffen hat — innere, zwischenmenschliche und internationale Einheit — wird es ihr nicht moglich sein auf ihrem Pfad des Wachstums voranzuschreiten." I
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Alesia Lopatina bei einem Workshop ÜberWerteerziehung in Penza, RuBland.
RUSSLAND
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Seit 1996gebcn Maria Sierebtsova Lmd Alesia Loparina Schulbuclzer heraus, mit denen sic die große Lucia) an Materzalien fiir I/Verteerzielumg an den Crlmdschulen in den ellemallgen Sowjetstaaten schlieflen. Die bislcmg I4 BtTicher der Reihe wwden 1998 zu den „Besten Bficlzem desjalzres“ in Rig/Jland emarmt.
ENZA, RuBland Inzwischen haben die
Autorinncn dicscr Buchscrie das Zentrum für Ethischc Erzichung und Kreative Charakterbildung in Moskau gegri111det.
Umgcrechnet in Euro k0 stcn sie nicht 36hr viel, anderthalb Euro das Buch. Für einem Lchrer 1111 heutigfin Russland ist dasjedoch keinc Kleinigkeit, und die Entscheidung, sie zu kaufcn, ist mit längeren Überlegungcn verbunden. „Ich musste mich zwischen Kleidung Lmd den B'Lichern entscheidcn“, sagt Irina Mehlikova, eine 35jiihrigc Erzieherin an einer tiffcmlichen Schulc in Penza, einer Industriestadt an der Sum. „Ich kam zum Schluss, dass ich diesc Bücher mehr 315 31165 anderen branch “
tt.
Frau Melnikova ist nicht
die cinzigc. Seit die erste Ausgabe V011 „Die Welt der Licbc und Einhcit“ 1996 crschiencn ist, wurden in Russlnnd und den andercn GUS—Staaten 120.000 Exemplare disses und der nachfolgendcn Titel der Serie vcrkauft. Die Bücher, die auftinander autbaucnde Lektioncn zurWertcerzielmng und vergleichbarenThemtn enthalten, warden größtenteils von Grundschullehrern gekauft, und auch fast immer von diescn sclbst bezuhlt. Lchrer Lmd Schulangcstellte, die begonntn habcn dicsc Bücher zu Vt‘l VVCIIden, sagen, dass in Russland nichtsVerglcichbarcs cxisticrt.
„1)iese Lelnbfichcr warden von der russischen Bevölkerung dringcnd gebraucht,“ sngt Tanmra Tkatchova, Dircktorin der OzareniciSchulc in Kazan
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mit rund 25H Schiilcrn der erstcn bis clftcn Klussc. Sic bilden einen Kontmst zu allcm.
\ms es in dicsc Richtung gibtf
Mit Hiltb von Eltcrnspenden hat dcshaib die Dircktorin eine gauze Buchseric für jcde Klnssc angcsclmffi. Sic und ihrc Angcstclltcn huben cincn grolicn Tcil dos Lchrplans um dicThemcn dicscr Bfichcr aufgebnut und dnrnus eine Rcihc von „lositiv—l)cnken—Lcrncinhcitcn“ cntwickclt, dic jcdcn Schultzlg bcginnen lusscn. [ch miichtc. duss meine Kinder 111itfiihlcnd. liebevoll und wcisc sind. Die Biichcr hclfcn uns, dicsc Eigenschafien in den Kindern zu cntwickcln,“ sngt
sic.
Das ethische Erbe der Menschheit weitergeben
Für die Autorinncn Maria Skrcbtsovu und Alexia Lopatina ist dus (icheimnis dos Erfolgs der Buchreihe dichrwcndung Llnivcrsnlcr cthischcr und geistigcr lrinzipicn — lrinzipitn, die sie in der\X/cishcitsliteratur allcr Kulturcn und bcsonders in den großcn Wcltrcligionen gcfimdcn habcn, .,Wir gchen V011 derAnmhmc zlux.d;15s allcs ..(§utc“ von den lropheten der gchn Rcligioncn kommt — sowie \‘(m unscrcm gemeim sumcn memchlichen Erbe." sngt Maria Skrcbtsova. Die 3(>j1ihrigc Autmin war Franzdxischlelncrin chc sie die Buchrcihc zu ilncm Hauptbcruflnachtc.
Wiihrend die lnhaltc nicht unbedingt konflssioncll—rcligi{is ausgcrichtct sind, baucn sic dOCh bctnichtlith aufdcn ethischen und gcistigcn Prinzipien der Bahá’í—Rcligion Jut. Diese lrinzipicn, so SngL‘n Maria Skrcbtsova und Alexia Loputina. zcigcn eine ncuc Richtung in der Erziehung auf. bei der dds Kind nicht cinfllch uls cin lccrcx (Eefiifl gmgcschen wird, dzls 111itWisscn und Information gcfiillt werdcn muss,
sondern nlx cin einzigzntigcs
Individuum 111it cincm ungeborcncn Gc‘fiihl für Richtig und Falsch, cincm (vcfiihL dds hcrvmgebracht Lmd gut enti wickclt werdcn muss welm cchtcs Lcrncn crrcicht \wrdcn $011.
Grundlage ist das Bahá’í-Menschenbild vom Menschen als "Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert“
,.Die Bahá’í—Schrifien spro(hen vom Mcnschen als cin ,Bergverk rcich :m Edelsteinen von unschiitzbarcm Wcrt, die nur durch Erzichung cnthiillt werden kimnen“, sagt dic zweitc Autorin. die 53jlihrigc Alesin Loputim. Sis war nuch Lchrcrin mit Abschliisscn in Mnthemutik, Physik und Psychologic, chc sis mit dcm Schrcibcn begalm. „Unscrc Biichcr sollcn .die Scolc dos Kindcs (iFfimn. um die EdelStcinc, die darin verborgcn litL gen, hcrvorzubrim gen.“
Has Konzept findct bci den VieIcn Erzichcrn, die die Bücher entdcckt l);1ben,Allklang. Sic sagcn, dass cs dem Erzichungssystcm in Russlund 2m jcglichen allgcmcilwn Vmgzlbcn in Sachen Werte und Moral mangclt. und dass derAnxutz don Maria Skrcbtsovn Lmd Alexia Lopatilm vorschlugen dringcnd gebmucht \Vild.
,.lm Kommunisnnls gab cs vie] ldcologic.“ meint denn much Larissa R0gulcvn.35,cinc Erzichcrin nus Penza. ,.Es gab die Purtci, dicjungpioniere, die Kommunistisdw jugendliga, all die Stantsrituzllc. Und in all dcm warcn cthischc Beispiclc ()dex Vorbilder \Vic Kriegshclden ()dt‘l Opfcr enthnltcn, die
wir unscrcn Kindern lchrcn
konntcnjetzt gibt cs das alles abcr ninht mchr und da ist nichts um 65 zu crsctzcn‘fl Eihrt sie Fort. „Für mich sind dus die crstcn Biichcr, die dicsc Liicke fiillcn.“
Die Lchrcrin Mclinikova in lcnzn hut bcobnchtct duss in ihrcr Klassc eine cindcutige Bcsscrung im Vcrhalten der Schiilcr zu vcrzciclmcn ist cichchinderung, dic uuch von dcn Eltem der Kinder bcstiitigt wird. „Dic Elturn crziihlcn mir, dass ihrc Kinder bcsscr uuf ihrc Ratschliigc h(ircn, und duss sie begonncn haben, mchr nnchzudcnkcn und ihr eigcncs Verhalttn zu analysiert I1“,mgr die Lehrcrin. „Die Kinder bcnchmen sich nicht nur nus (?ehorsam, sondern sondern wcil sie sclbst duriibcr 1121(1)denkcn. was gut ist.“
Die Methods der Biichcr ist hochentwickclt, uber cinfilch zu vcrwcndcnjedc‘s Bucll ist in cinc Rcihc V(m Lektioncn untertciltjcdc Lcktion bcginnt mit cincm Vorwort für dic
Lchrkraft, in dem cin Zicl Oder
cine Absicht f Llr dic jcwcilige Unterrichtsstundc vorgcschlagen wird. Danach kommt eine Fubcl Oder Sage, die der Klasse vorgclcsen Oder von ihr gelsscn \vird. womuf Fmgcn zur I )iskussion folgcn. Zulctzt \Vird die Lektion durch eine Reihe von kreativcn Aktivitiiten abgcrundtt. wic Spicle für dns Klglsscnzimmcr. künstlcrischc AktivitLiten odor eine kurzc schriftlichc Ubung.
„Die Eltern enshIen mir, dass ihre Kinder besser auf ihre Ratschliige haren, und dass sie begonnen haben, mehr nachzudenken und ihr eigenes Verhalten zu analysieren. Die Kinder benehmen sich nicht nur aus Gehorsam, sondem sondem weil sie selbst darüber nachdenken, was
gut ist.“ Irina Melnikova, Erzieherin aus Penza
Maria Skrebtsova (links) und Alesia Lopatina unterwegs in Kazan auf einer Tour durch Russ/and
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Bei einem Workshop in Moskau diskutieren Lehrerinnen die Ergebnisse ihrer Arbeit. Aufdem Boden liegen Zeichnungen und Bilder der SchUlerinnen und SchUler,die im Rahmen 6165 Unterrichtes entstanden sind.
„Diese Bücher sind ein Bergwerk an Weisheiten, Parabeln und Sagan, in dem sich die Weisheit der ganzen Welt konzentriert. Sie bereiten die Kinder auf die Zukunft vor, auf alle Probleme des lebens, denen sich der Mensch stellen
muss.“
Elena Morozova, Grundschullehrerin aus St. Petersburg
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So 116g11111t 211111 BC1SP1C1 c116 L6k11011 11111 dem TitC1 „Z11s;111111161111111611" 11111 611161
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Lernen, das Bild
einer Welt zu zeichnen mit neuen ethischen Vorzeichen
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[Seite 9]
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Der Bucheinband des
Titels „Die Weisheit des
Alphabets“ von Maria
Skrebtsova und Alesia
Lopatina.
„Diese Bücher sind „Wenn eine Person einen ausgezeichneten Verstand und sehr gute Noten, aber keine Ethik hat, kann das ge fihrlich sein.“
Alla Markova, stellv. Schuldirektorin aus Penza
A/esia Lopatina (rechts) im Interview mit einer TVJournalistin
1/2004 - SEITE 9
Der britische Thronfolger Prince Charles im Gespréch mit Prof.Suhei| Bushrui während eines Empfanges derTemenos Akademie im Juli 2002.
1/2004 — SEITE1O
USA
Flir seiner; „atrg/ficror dmrlicllen Beirmg zzmz inferrc/zlgidsm Dialog“ liar Sulzeil Bushmi am 1. Mar: denjulict HollisterPreis 2003 erlzalrm. Der Lzremnuwisscrzs(Iqut/er, Khalil GibranExperte, Prdsidmtmbemrer zmd Inhaber dos Le/mtu/zls flir I/Vclffricden an der Umversitéir Marylandjflgt damit dem Dalai Lama, Nel son Mandela, zmd Mary Robinson.
OLLEGE PARK, Maryland, USA 7 Aufden crsten Blick erschcint das Leben v01) Suheil Bushrui wic cin (?ewirr von Widersprfichen. Er ist gcbiirtiger Amber und glcichzcitig cincr der fiihlcndcn Expertcn der anglo—irischen Litcrntul. Er ist ein weit~ und Vielgercister Mensch und hat semen Arv beitsplatz an diner Universitiit in (161‘ amcrikanixchtn lrovinz. Und er hat ein Leben mit der Wissenschafit gcwiihlt, obwohl in ihm,wie cr selbst zugibt, dns Herz eines Poeten schlägt. Vicllcicht hnbcn gcrndc dcswcgcn seine tiefgriindigcn Studien brcite Aufinerksamkeit gefimdcn # aufjcdcn Fall hat ihn sein Poctenhcrz zu eincm \X/cltklnssc—Rcdncr gcmacht. Aber wer Suhcil Bushmi auch nur ein wenig kennt, weiß, dass gcmdc seine viclfiiltigcn Erfilhrungcn und scin brcitcs Arbeitsgebict dazu bcigctragen
haben. ilm zu eincm so exzeli lentcn Lchrer. Wissensclmfilm und Verfcchtcr dcs Fricdcns Lmd des interreligiiisen Dinky gcs zu machen. 1m Miiw cmpi ting Suhcil Bushmi datilr dcn julict Hollistcr—lrcis für d JS jnln 2H1 b3.
Der juliet HOHistmfi’reix
wurde Prof: Bushrui v01] der
international renmnmierten
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zum interreligiösen Dialog“
vcrliehcn. Div 1961) V01] der
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Hollistcr 111it Unterstiitzung
v01} Albert Schweitzcr Lmd
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interrcligiéiseVercinigung vc1>
gibt den Prcis scit 1996 :11} lcrsonc11,dercn chen undVision zu interrcligiéscherstimdi
[Seite 11]
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Erster lnhaber des Bahá’í-lehrstuhls für Weltfrieden an der University of Maryland
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Ein literarischer und wissenschaftlicher Kameltreiber
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„Was ich an Prof. Bushruis Schriften mag, ist, dass er nicht nur eine globale Vision hat, sondern dass er auch Strukturen und Mechanismen vorschlägt, wie diese gemeinsame Menschheit :usammengebracht werden kann. Es gibt ja viele leute, die das Für eine gute ldee halten, aber nur wenige, die praktische Schritte dart hin aufzeigen.“ David Cadman, ehemaliger Vorsitzender der Prince of Wales Foundation
Professor Suheil Bushrui in seinem Arbeitszimmer an der Universitét von Maryland
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1/2004 — SEITE 11
Professor Bushrui ist ein begnadeter Redner, der weniger redet, als vielmehr erzéhlt.
„Seine Worte gingen über die bloße Heraufbeschwiirung des mystischen Ostens hinaus, sie waren bestrebt, die Notwendigkeit einer Versiihnung zwischen dem Christentum und dem Islam, zwischen Geistigkeit und Materialismus, zwischen Ost und West
zu vermitteln.“
Suheil Bushrui ijber Khalil Gibran
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Quelle für seine Ides der interkulturellen Harmonie. „Die Vcrbindung zwischen den beidcn Kulturcn ist dicses riesige Gebiet,wo sich, glaubc ich,viele Kulturcn treflbl) — was gemeinhin als die Ewige Philosophie bezeichnct wird“, sagt Prof. Bushrui.
Wirken Für eine die Kulturen übergreifende Harmonie
„In mcincr ganzen Arbeit überWilliam ButlerYeats ging es immcr um dicsc Ewige Ihilosophic, um seine Suchc Inch einer universalen Religion.“ Aldous Huxley machtc dic „Ewigc lhilosophie“ popullir. Sic hat zur Ides, dass es nur eine gdttlichc Realitiit gibt, dic dic Basis allcr Religioncn und Kulturen ist, obwohl sie der Mcnschhcit zu untcrschicdlb Chen Zciten und in untcrschicdlichen Formcn cnthiillt \vurdc.
DiechOrsteHung mm sich mit den Lehrcn der BuhfliRcligion, die auBeIdcm sturkcn Einfluss auf Bushruis Dcnkcn hut Du seine Eltern und dic Familic Bahá’í \V;ll€l),\\LlC1]S er mit den Bahá’í—Lchrcn gulf. „F'L'1rmich,“ s;1gtc1'.„6flhctdie Bahá’í—Religion — die kcinc cngstirnige rcligiiisc Sichtwcisc bctont — unglnublichc Aussichtcn auf die Akchtnnz anderer Traditional. indcm sie die Gemcinsamkeitcn in den verschiedenen Kulturcn und RCIigiontn dchclt bctont.“
A15 jungcr Doktor unter1‘ichtctc Bushrui zunlichst in
Nigeria an der Universitiit von Ibadan und danach in Kamda an der Universitiit v01) Calgary. 1968 ging er in den Libanon und nahm dort eine Stelle am Englischen Institut der Amerikanischen Universita't von Beirut an. „Tci1w€ise war der Grund, dass ich in den Libanon zurückging. der, dass ich den
Wunsch vcrspiirte ,Texte in
unglnublich Starkcn Arabisch zu vcröffentlichen und mich in der Sprache, die ich seit meiner Kindhcit so liebte,:1uszudrücken“,sagt Prof. Bushrui heute. „Und im Libanon begann ich dam), gcwisscnhuft an Gibran zu arbcitcn.“
Forschungen :um Werk Khalil Gibrans
Wit bei William Butler Yeats flmd Prof. Bushrui in den Wcrken und im chen von Kahlil Gibran einen RciChtum an U11iversalitiit,von dcncn er meinte, dass sie eine starke Queue der Hcilung für dieWelt scin könnten. „(}ibl;1n war viellcicht eincr der größten Féirderer der Weltcinheit und der Einhcit der Religionen“, so Prof“ Bushrui. „Lcider wurdc er V01] den Universitätcn Vcrnachllissigt.“
So wolltc cr der wissenschaftlichen Vcrnuchliissigung Gibrans Abhilfb schaffen, indcm cr mchrcrc Bücher über den libuncsischen loeten vcr(Sffentlichtc. dnrunter Kahlil Cibmn.x\ Ian and Pom, das Prof. Bushrui gcmcinszun mit joc jcnkins schricb und 1998 veréffbntlicl1tc.„Er war eincr dicser seltcncn Sclnifistcllcr, die wirklich iibcr die Trenmmgfir v01) Ost undWcst hinausgehcn, und cr konnte sich 111it Rcchr — obwohl cr Libanese und latriot war — einen Weltbiirgcr ncnncn“, schrieben Bushrui undlcnkins. „Scine Worte gingcn iibcr die bloßC Hcruuflwsclnxiirung des mystischen ()stcns hi11;1us,sie warcn bcstrcbt, die Notwendigkeit cinchcrsiilmung nvischen dcm (?hristcntum und dem Islam,
zwischen Geistigkeit und M21tcrialismus, zwischen Ost und Wcst zu vermittcln.“
111 Vielerlei Hinsicht k Onntcn diesclben Aussngcn iibcr das chen und Werk von Prof. Bushrui selbst gcmncht wcrden, der durch seine chiihungen cnglische Poesie 1115 Ambische und arabische loesie ins Englische zu iibcrsctzen — und durch seine wissenschaftliche Arbeit und seine Kommentarc über Dichter in beidcn Kulturen — gemuso vcrsucht hat, Ost und West cinzmder llliher zu bringen.
Eincs seiner neucsten Projckte, Cin Buch 111it dem Titcl The Wisdom (3f r/Ic Arabs. eine Sammlung traditioneller Redensarten und Aphorismen aus verschicdcnsten Tcilen der arabischen Kultur, ist ein populircr Ansatz zur Fbrderung dcs Verstehcns dicscr fremden Kultur.
.,Es ist cin äußerst wichtiges Buch.“ Dies sagt Mounzcr Slciman, politischer Analyst und Sicherheitsexpcrtc für den arabischen Raum am AlHcwur CenterAX/ashingtmI. Er ncnnt ProfiBushrui cincn Super—Botschafter der arabischen Kult11r.„Er schaffi es wirklich, die Kcrnaussage dtr Philosophic der Amber für cin wcstliChcs Publikum zu erfnsscn. Und er zeigt, wie dns nrnbische Erbc untrcnnbnr mit dem mcnschlichenWisscn vcrbum den ist.“
Prasidentenberater Für kulturelle Angelegenheiten
1m Libzmon war cincr seiner Studenten Amine (lcmnycl, der spiitcr der lrlisidcnt des
Landcs wurdc. A15 lrLidcnt cmanntc cr Bushrui zu scinem unabhiingigcn chtcr für kulturelle Angclcgcnhcitcn. Dic-sc Position bmchtc lmt. Bushrui dirckt ins Fcld der internationalcn Iolitik und Konfliktléisung.
,.Im Libunon \vargerade zu
dieser Zeit dic Hauptsorge, wic
[Seite 13]
111.1112\\ischen dun \rrxchicdcncn Icligiiiscn (huppicrungcn.
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zcugen und Konfliktc I(iscn
kiilmtc„. bcrivhtct BLlshrui
liickblickcnd...1ch ghubtc. dlm
dies dlmh div Kiinxtc. dmch
die gloUcn litcmrischen \X/crkc und spczicll durch dichri
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\\x11'.l)ic muixtcn l,CthC snhlitzcn ox .lbor nitht. dax‘s Klimt
und Litclxltur ganzhcitlich sind.
Sic umtllxxcn lsychologic. ( ycschichtc. Kultur und lolitik.
Und nus mich interesxicrt lmt,
ist. \\ic Kultur und Religion
nutlimnder gcwirkt hnbcn.
Und \\ic \ic \urxiihnt Wurdcn
kiSlmcn.“
ln \cincn Redcn. Komblxnzcn und Vorlesungcn 1th Prof. Bushrui dicsc Einsithtcn zum Mittclpunkt scincrArbcit um Lchrxtuhl gemacht. In cincr \Lincr am (wastcn widow gcgcbcncn Rcdcn [ibcr I‘IH' Spiritual Foundatiwl qfllmmm Rlltj/lfx crkliirt lmt. Buxhrui. dnsx nllc Rcligioncn ndic Existcm cincr individucllcn Seclc und die Bezichung 7\\i\c]1c11 dicxcr Scelc und dem Schiipfor„ ancrkcnncn und sich darum .1116 Religioncn im (Enmdc cinig sind, dnsx ..mcnschlicthescn gcwissc unveriiuflcrlithe Rechtc gcniclhn, dic ihncn keine wcltlithc Autoritiit nus eincr LJLIHL‘ hcmus Oder systematisch nchmcn duff.“
[m Lamb der Zcit \\urdc Prof. Bushrui immcr \Vicder dnzu eingcludcn, vor immcr prominentcrcn1 lublikum zu \prcchen. In den Jnhren 201M) und 2W)! spmch L‘Y zum Housc of Lords und im jahr ZIHH in der Kongrcmbibliothek der Vereinigtcn Stnntcn in Wih shington iibcr dug Thoma nClobalisicrung Lmd dic Bahá’í—(?Clncindc in der moslcmischen Wclt."
In welches Fach einzuordnen?
Bcim Lchrkifirpcr und bci dchenvnltung der Universitiit
um Maryhnd hcrrsthtc .mi thugs Skcpsis dmiibcr. cincn 1,.imum]rwisscnschaftlcr in cincm mnpirisch nrbcitcndcn Forschungszcntrmn \vic dcm (:IIXIM unrcrzubringcn. .,Mcin (?cbifi ist der cmpiriwhy Z\\cig dcl Sozillwis\cnwlmft. ;1150b1‘.111c11tc id] chrlich gcmgt cinigc Zcit um her? .quzutindcn \\ic cin Mensch mit Suhcils bcmndercm chenxlauf in cm For\(hungszentrum \vic dicxcs pawt". meint lmf. jonathzm Wilkenfcld. Lcitcr dos (HDCM. ..Abcr ich lmbc i11zwischen gclcrnt. duss Fricdenssclmflil11g mchr ixt als UNO—Fricdcnstruppcn zu \crscndcn oderAbkmmncn zu untmschrcilwn“. mgr cr hcutc. ,.Ich habc gclmnt. daxs cs such notwendig ixt.\\c1m dic Mcnschen an der Basis kommunizicrcn und ilncjcwciligcn Kulturcn. ldmlc und Religioncn \crstchen. Und Suhcil ist in diescr Himicht \Virklich cin
einzingtigcr Brückcnbnucr.“ "Professor des Jahres“
I‘N‘) \vurdc Prof. Bushrui an der Univcrsitiit Maryland mit scincn 3.80M Lchrbcnufl trngtcn zum ..l’1‘ot%ssor dcsvlah11‘s„ gmvlihlt. E1icT€icl1nmLcin leiihrigcr Student 1111 lcrztcn Studicnjnhr, mcinh dzlss lmt. Buslmlis Seminar iibcr dus gcii stigc Erbc der Mcnschhcit cii ncs scincr am meistcn gcschlitztcn Studicncrfhhrungcn an scincm (Tollcgc war. .Wir bcfilsstcn [ms eingchend mit Jltcn Zigyptischen Rcligioncn, mit Jfi’ikanischen Ruligioncm mit dem Christcntum und dcm [slam Lmd \\ir sprachen iibcr ihrc Gclllcinsmnkeitcn und ihrc gcmcinmmc Ethik und Moral“, sagt der Studcnt. .,Ervcr111ittclrc eine schr opt]? mistischc Vision dnriibcr, wie die Zukunft scin kdinntc.“
Kurse wic dicxcn vcrmr lassten die Organisltion TE’IHp/U Qfl zzldvrsrmnlllm nus Nchork, Prof. Bushrui im März den Hollistevlrcis 21103 zu verlei hen. .,1 )cr Auftmg unscrcr ( )r ganimtion ist die intcrrcligiifixc Enichung. und \Vir llecn um sclmn immcr schr .merzichcr konzcnnicrt„, sugt Alimn Van Dyk, vcmntwortlichc Dirckto1'in von IZmp/c Qf‘l yllr/(Vifille/IIII‘Q‘ “\X/ir suchen nguh Mcmchen, dic die intcrrcligiiisc liotwlmfi cincm brcitcn lublikum nlihcr bringcnmndProf.lh1xlnuilmt (L15 cindeutig gctan.“ Cynthia Robcrts Hale, l)ck;lmssistcntin an der Universitiit v01] Mary land fiierrlmltcns— und Sozi‘1l\\isscnxclmth*n. sngt. (LN Prof. Bushrui cincn .,cnormcn Einfluss“ nuf dis Uniwnitlit von Maryland huttc. "HM N bedcutend, dcnn divs ist eine ricsigc. \Vcltlichc Institution. Als Prof. Buxhrui hicr Jnfing. warcn \ielc rccht skeptisch“. mgr Dr. Hale. div cng mit Prof. Bushrui zummmcnarbeitct. .,Abc‘1‘ cr lmt Bczichungen am ganzen Univcrsitiitsgellindc nufgcbnut und dcn Respekt \iclcr Lcutc gcwonnen — crstcns. wcil cr xclbst Wisscnschnftlcr ist und z\\citens. \vci] cr Wcltbiirgcr ist."
HES kommt so 0ft v01: dass Wisscnschafikr sich nur 111it Wisscnsc]1;1ftlcrn austauschen, aber Suhcil hat die Fiihigkeit, mit jcdcm zu Spfc Cht IL 0b cs nun cin Kind. ein Student. cin (?clclntcr oder das Housc of Lords ist“, sugt Dr. Hale. ..Und Suhci1111ii<‘11te.dassman wcil3, dnss er :m (10H glaubt, dass cs emu Wcltordnung Lmd cincn Kodcx für111cnschliclwchr]mltcn gibt — und er sctzt dice in cinc Forms] für dcn \X/cltfi‘icdcn um.“ I A
Amine Gemaye|,frUherer Président des Libanon, war Gastredner an der Universitét von Maryland. Gemayel ernannte Bushrui zu seinem unabhängigen Berater fUr kulturelle Angelegenheiten. Gemayel sitzt in der ersten Reihe als zweiter von links.
„I¢h habe gelernt, dass Friedensschaffung mehr ist als UNO-Friedenstruppen zu versenden oder Abkommen zu unterschreiben. Ich habe gelernt, dass es auch notwendig ist, dass die Menschen an der Basis kommunizieren und ihre jeweiligen Kulturen, Ideale und Religionen verstehen. Und Suheil ist in dieser Hinsicht wirklich ein einzigartiger Brücken bauer.“
Jonathan Wilkenfeld, Leiter des CIDCM, University of Maryland
_
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Von he
imliche
1%
n T reffen
zu bluhenden Gemeinden
AFRIKA
Der Dawn of Carmel Choir sorgte neben anderen KUnstlergruppen fUr das Rahmenprogramm anléBlich der Feierlichkeiten
„Da sich WeiBe und Schwarze nicht 6ffentlich versammeln durften, trafen wir uns abends im Busch oder bei
u uns zu Hause.
Julius Robert Kasakula, Malawi
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zum sojährigen Jubliéum der Bahá’í—Gemeinde in der Demokratischen Republik Kongo.
/,/
Vicr nationale Balm 1Gemeinderl in Afrzlea feiemjctzt ihr 5 0jcihrlges Beste/zm.
ILONGWE, M21111w1 *
Vor 61116111 11;11b611j;1111‘ 111111dert Vtrflblcdctcll 516 51611 111111161 dbL‘IldS 1111 13115611. H16r 511121611611 c116 6rst611 116161611 M1tg116d61‘ (161' 15111111(161116111616 V(m Malawi 111r6 (16b6t6, 1161‘i6t611 111161 (116 Z11k1111ft,;113611 K6k56, 111161 d;11111 20g 166161 5611165 W6g65. „816 V61‘5t66kt611 51611, W611 51611 Schwarzc und W61136 613111315 111611t (111611t11611 tl Cffi‘ll durft611“, 5;1gt E11;1y;1t 5011:1111 11611t6. All11155 5111d d16 (1CdCllka1C1‘ll zum 501 1:1111‘65tz1g d6r Ge1116111d6.
5011:1111 stammt 3115 611161‘ pt‘l SiSCht I] 1:;1111111C 111 111(11C11. 1953 kam t‘l 11;1c11 Malawi und gnlt 11161 315 W611361‘. D61~ €1’Stt 61111161111156116 13111111111 M;11;1w1
war Dudlcy Smith K11111t611(1616, 6111 Schwarzcr. D16 K010111;11p011t1k zujcncr Z61t 2161t6 darauf;111,V615;111111111111g611 V011 W6113611 1111618611wz11‘2611 zu V61‘hilldt‘l‘l‘l.
S61td6111 11;1t 51611 V161 1361111dert 111 Malawi. S61t d61‘ U11;11111'2111g1gk61t 1111J21111‘6 196-1 k61111611 (11C 1311111171 Offtll 6116 Grundprinzipi611 111165 (113117 116115 d;11'5t611611, 211111 B€1Sp161 dit E1111161t d61~ M61156111161t. H6ut6 gibt 65 1116111‘ ;115 15.000 13:11111’1 111 Malawi — 111161 110611 \Vtitc‘lc Z61611611 1111‘ 6111 111117 11C11dCS (1ClllCilldCleCllZ 6111 561101165 1131101111165 Z611trum, 15 101(316 Tr6fi‘punkt6 50wi6 ctwa 1()() V6rwz11t1111g51'21't6 111111()1(;11C1‘ 13116116, 50 g611211111t6 (")1't116116 Gcistigc Rlitc.
[Seite 15]
Verglcichlmrcn Fortsclnitt
erlcbten Bahá’í—(Icmcindcn in
drci andercn afrikanisclmn
Ländern, wo dic Bahá’í chenfiIIIs in] August und September
20„} ihrcn 5(1.j;11ncstag {Ciertcn. In Kamerun gibt cs hcutc
rund 411.0011 Bahá’í‘ In def
Republik Kongo cxisticren
emu 2H Ioanc (Ieistigc Rite.
Und in der I)c1nokratischen
chublik Kongo konntc sich
der Nationnlc (Icistigc Rat der
liuhfi‘i kiierich zum crstcn Mal
scit Ansbruch dcs Biirgcrkriegm 1998 \VICCICI‘ in der Hnuptstadt trcfibn.
1953 entstanden weltweit gleichzeitig Bahá’í-Gemeinden
in 20 Lindern
Es ist kcin Zufilll, dass i1n 80111111612003 VIC‘I' afi‘ikanischc Bahá’í—Gclneinden ihrcn 50. (churtstag fcierten. Denn 1953 hattcn die Bahá’í cincn Zfihn—Jahres—Plan initiicrt — mit dcm Ziel. die Irinzipicn iInes Claubens weltweit zu verbrciten. In dicser Zeit brachtml Bahá’í ihrc (Ilaubcnslclnm) in ctwa 131 ncuc Llinder und Regionen — daruntcr \ICIC in Afi‘ika.
So begingcn im vcrgangcncnjuln~ Bahá’í—(Icmcindcn in fast 2(1 Llindern iIncn 50.];111rcstag. Unter andercm in Zypcrn. (luincu—Bissnm Kiribati, Lesotho, Madagnsknr, Mauritius, Namibia, Senegal, Seychellen, Siidnfi‘ikanbgo und Sink babwc.
In den nfi‘iknnischen GeIneindcn wurcn dic chtlichkeitcn durch Iicsnthcr nus der gunzcn WcIt und cinc Lnnfimgrcichc Bcrichtcrstattung in den Mcdicn gcpriigt. In Kumcrun ctwa nulnncn (Iiistc nus Australicn tciI. nus Botsmnm Kanadu. Aquatorialguinca, Frankrcich. Marokko, Ruanda, Uganda, (holibritannicn und USA. Ncbcn Ansprachen geIndcncrWiirdcntrüger 1111112155tcn dic Fcicrlichkeiten kulturcllc Autfiilnungen V011 mehr als 15 Ensc111blcs.die die eth nischc Viclfalt Kalneruns widerspicgcltcn.
Frauenfürderung stand in Kamerun im Vordergrund
Die Redner würdigtcn auch den Beitrag der Kameruner lehé’i—Gcmeindc zur sozialen und \virtscIIAFtIitlmll Entwicklung. Die Bahá’í dort habcn eine nationals Entwicklungsorganisation gcgriindct. dic in den \rergnngcncnJulncn Irojcktc finanzicrtc odor koordinicrtc. Dicsc „Bahá’í—()rganisation für sozialc nnd \virtA schattlichc Entwicklung in Kamcrun“ hat bcispiclchisc mit dem Enrwick]ungsfbnds der Vcrcintcn Nntioncn fin Fraucn JI] cincm Imgmmm zurVerbcsscrung dcs FumiIicm chens und dcs Lclwns von Fruucn gcnrbcitct.
Freiheit nach zo Jahren Unterdrückung im Kongo
In Brazzaville in der RCpublik Kongo warcn die FeicrIichkeitcn durch mchr 31$ zwci Dutzcnd Thcntcr— und Musikvorfiihrungen gcpriigt. AuBcrdcm \Vurde ein Doku mentarfilm iibcr die Bnhé'iRcligion in Kongo gczcigt. I)ic Fcicr sthItc dic Bcdcutung von Fricdcn und Einhcit horuus 7 dic Republik Kongo wurdc im Ictztcnjalnzchnt von zwci Biirgcrkricgcn zcrrisscn und dicTcilncInncr fcicrtcn die crrungcnc Frcihcit der Bnhé’fi (Icmcindc scit 1992, JIS eine ncuc, dmnokmtisch gcwlihltc chicrung 1111~ die gcsctzlichc Ancrkcnnung vcrlich.
Das nationals Bahá’í—Zentrum, wo die jul)iliiunlsfbier11 stattfllndcn, war von dem ehc1n;\1igcn kommunistischen Regime für 1-1jnhrc bcschlagnulnnt worden. In jencr Zeit war die Gemeinde gezwungcn, ihrc offizicllen Aktivitéten zu cinzusteIIen. Die Bahá’í Imlfen \ich nnt Iosen Falnilienkontakten. abcr sie hattcn kcinc gcwiihltcn Gremien 1116111" Hcutt Imbcn sie iIne Administration wieder hcrgcstcllt und ihre Aktivitiitcn cmcut aufgcnonnnenTrotz vielerjnhrc der Unterdrückung gibt cs mchr 315 3.5011 Bahá’í und ctwa 2U lokale Geistigt Riitc in der RCpuink Kongo.
1n Kinshasa in der Dcmoklatischen chuink Kongo bcgnnncn dic Fcicrlichkeitcn
mit der VcrIcsung cincr Bot
„Heute tritt unser
land in eine entscheidende Phase
seiner Zukunft. Wir
hoffen, dass das
Bahá i-Modell, das
unsere nationale
Gemeinde aufzubauen versucht, auf
irgendeine Art zur
Erneuemng und
zum Aufbau der
Infrastruktul des
landes beitragen
kann.“
Nshisu Nsunga,Vorsitzender des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í in der Demokratischen Repu blik Kongo
Bei den Feierlichkeiten zum sojährigen Jubiléum in Malawi war auch die Gruppe BABY (Blantyre Active Bahá'iYouth) zu sehen.
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Bahá’í aus dem SUden der Republik Kongo (Brazzaville) kamen zu den Feierlichkeiten in der Stadt Brazzaville zusammen, gemein5am mit vielen internationalen Gésten. So 5in in der ersten Reihe sitzend von links nach rechts zu sehen: Albert Lincoln, Generalsekretér der Bahá’í International Community,Joan Lincoln, internationale Beraterin der Bahá’í,Vio|ette Nakhjavani und Ali Nakhjavani,ein frijheres, Iangjéhriges Mitglied der héchten internationalen Körperschafi der Bahá’í, des Universalen Hauses der Gerechtigkeit.
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schaft dc‘s Nationalcn Gcistigen Rates. „Heutc tritt Lmscr Land in Cill€ cntschcidcndc Phase seiner Zukunft“, 50 Nshisu Nsunga,Vorsitzender des Rates. „Wi1‘ hoffen, dass dns Bahá’í—Modcll, das unscrc nationulc Gemeinde aufzubauen vcrsucht, autirgcndeint Art zur Erneucrung und zum Aufbuu der Infi'astruktur des Landes beitragcn kann.“
Unter den Glisten war auch jean Baptiste Nsa Lobctc, cin politischcr und diplonmtischer Berater dt S (louverlwurs von Kinshasa. Er Vcrband dos jubiliium mit dem wnchwndcn Klima der Hoffilung in] Land. „Dic sozialc und wirtschuftlichc Entwicklung ihrer Gemcindc rcchtfertiget den RCA spekt. den die fiihrcndcn Persönlichkeitcu dieses Landcs der Balni’fiGtlncinde entgcgcnbringcn — besonders wcnn es durum geht. eine L'Osung flir das eine Oder andere Problem 211 findcn, dzls uns Surge
macht.“ Damit bczog sich
Lobctc nicht zuletzt 1111f Alphabetisierungsinitiativen, Gcstllldllcits~ Lmd Landwirt /7/
scluaftsprojcktc der Balm 1.
Besonders lobtc Lobctc den Bcitrag der Bahá’í zur Bildung. Die Bahá’í babel] im ganzcn Land Grund— und wciterfiihrcnde Schulen errichtct und in Kinshasa Lmd Katanga Zentren für die Fbrderung der Stellung dt‘l Frau und für die Kindercrziehung. Derzeit gibt es rund 30.000 Bahá’í in der Denmkratischen Republik Kongo, und sie habcn 541 10knle Riitc crrichtct.
In Malawi kamen zum 50. jubiliium Tcilnchnwr an aus so {crncn Gcbictcn wie Bermu da. Australian Oder Mauritius. nber auch nus unhcn Ländern wic Siidafrika, Sambia und Lesotho. Die Fcicrlicllkeitcn standcn i1) grolicm Kontrnst zu den Anthngsmgcn der Gc111ci11de. .,l);1 sich Weilic und Schwarzc dnmals nicht iiffenk Iich versammeln durften, trafflcn wir uns abcnds im Busch OdCl bci uns zu Hause“. so Julius Robert Kasakuln, cincr der ersten Bahá’í dss Landcs.
Ennynt Sohaili, der hcntc 111it scincr Frau [ran in Simbabwc lcbt, crziihlt von der Zcit, 315 cr cincn Restaurantbesitzcr um cinchisch bat, um sich mit seinem schwzuzen Frcund Dudley Smith Kumtendere und zwci ameriknnischen Besuchcrn trctfcn zu k61111cn. ,.Dc1‘ Bcsitzcr bat uns. crst nach 14 Uhr zu kommc‘lL da damn nur wcnigc Giistc dd sein \viirdcn. Er sctztc nus ganz nach hinten. wo Wir unauflZiL lig unssr Mittugcssen einnalr men.“ I
Schweizer
r
feierte ihr lOOjéi
A 1(fgl1’1'cll 211/81 gc5(/11'(/ztliclle Ereignissc 160171116 die S(lzweizer Bahá’í—Genmnde I'm velgqangencn Ja/zr zu1'zic/eblzclecn. Self 1903 (gibr 65 in der 131111961205sensdmfi Anlzcinger (fer Balzciz-Relz;gion 14nd 5611 1953 wirdjci/zrlic/z em Narionaler Geisri(gar Rat der Bahá’í gcwcilzlf. Einc Rlicle 5(lzazt.
ERN. — F1'1111611 511161611
111 6161‘ Schwcizcr B11 111'1'1—(161116111116 561tj61161~ 61116 116801111616 R0116. SChOIl 1953 w11111t611 (116 D616g161‘t611 1111f 1311111611 111 (1611 C‘I‘Sttn, 1161111k6pf1g611 111161110611 fiir C116 Schwciz und 1t1111611 g1616116r1111113611 ZLIstiindig611 Regionulcn Gcistigcn Rut. Seithcr sind 1111 L111116 SC111C1‘
f1111fiigjii111‘ig611 Gcschichtc 57 1’61‘5011611 111 (116865 seit 1962 (1111111 11111 1111‘ dit 5611W612 V61> 1111two1't111‘116 01161516 L61tungsgrmnium g6w11'111t word611,wov011 51 1’1‘026111 Frau611 \v111'611 ~ und dies ganz 011116 Q110t6111‘6g611111g, 111 1111011y11161' W111] und 011116W1111prop11g11117 (111.
Dicscs bL’SOIIdCI‘C M6rk111111 (161~ 5611\1/61261‘13111111’1—(‘161116111d6 wurd6 von 1161‘ Bundeskanz161111 (‘101‘SC11VVC12C1‘ E1dg611osSC115C111111, All11C111111‘1C HuberHotz, 11111115511611 611165 E111pf1111gcs 211111j1111111111111sj1111r111 B6111 17CSODdCI‘S 1161'v01'g6110b611: „111 Ihrcr Religion ist 1116 (11616111161‘6611t1g1111g von F1‘1111 und M111111 SC1101] 111111161~ 61116 S6lbstV61‘st'1111d111‘11k61t g6VVC‘Sc‘l] und $16 111111611 (116561) (111111117 satz 111 das Allt11g51611611 111111567 36121.“
D16 151111116sk1111z161111 gab 111 111161 Anspmchc zu 61k6117 11611, 111155 Sit 1111’: (161] L6111‘611 116s R611g1011sstit16rs 15111111’11’111'111 vcrtruut ist,d11 61116r 1111'6r B111der 131111111 561. „D6r Anspruch 611161‘ R61igion, 11116111 sclig 1111161161111 211 56111, ist völlig 111111111t flBahá’
11111‘ und 11111111861111“, (101111 (10a 1111116 „V’1t‘1€ N11111611, 111161 k61116 Religion“, 5111116 S16. 1)i6 "1111613112 (161‘ 131111111 861 (161117 gcgcnfibcr b61sp1611111ft. D16 B11115„i—Rclig1011 b116k6 111)Cl g60gr11p11186116,111161 111.1(‘11 611111156116, g6561156111111117 6116 111111 1‘C11g1686 (116112611 111117 1111s,w11s 1111' 61116 Religion 11611161k611swcrt 561, so d16 B11117 C1L‘Sk21112161‘111. „D61111 V1616 Kricgc $11111 Religionskricgc.“
1316 Schw6izcr Eidgcnosscnschufi 1111t 1111611 26 starkcn K1111t011611 und vicr Sp1'11c11611 StC11t 81d] 1111 61116 Rcligionsg61116111sch1111, L11C SiCh der 1:61derung der E111116it 111 (161‘V161v 171111 vc1‘111111d611 fiihlt, 1115 61116 H6r1111sford611111g (1111‘. „1)16 Schweiz ist 61116 UNO 611 111111111t111‘6“, 1116111t (16111] 1111611 Silvia F1‘61111C11, M1tg116d dc‘s N11t1011111611 G615t1g6s R11t6s1 Allg611111g611 11111 (1115111111 1901) 111it 61111g611 W6111g611 All11ii114 g61‘1’1, 1611611 11611t6 13:11151‘1 111 111161 200 Ort611 (161‘ Scl1w612 und 111 41) (161116111C1C‘11 111111 Crupp611. L0k1116 (161116111C1C11 1165t611611 11115 Menschen 111it
Die Mitglieder des Nationa/en Geistigen Rates der Bahá’í der Schweiz wurden von der Bundeskanzlerin der Schweizer Eidgenossenschaft, Annemarie Huber-Holtz (4. v.
I.), empfangen.
i—Gemeinde hriges Bestehen
SCHWEIZ
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Zeittafel
1852 Erste Erwéhnung des Glaubens in der Presse
1903 Die ersten Bahá’í in der Schweiz, in Sitten/Wallis
1920 Bahá’í ianorne und Lausanne (Waadt), Amriswil (Turgau), Ziirich, Locarno und Genf
1925 Eréffnung des ersten Internationalen Bahá’í—Bijros in Genf 1948 — 1950 Errichtung der ersten loka1en Gre mien
1953 Wahl des Regionalen Bahá’í—Rates Italien — Schweiz
1955 Erwerb und Erdffnung des nationalen
Zentrums an der Dufourstrasse 13 in Bern
1962Wah1 des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í der Schweiz 1986 Die Schweiz geweihrt 51 Bahá’í Asyl, die im Iran verfolgt wurden
1991 „Die Zukunft der Schweiz, eine Bahá’iPerspektive“, veröffentlicht anl'ésslich der 700 Jahr—Feier der Eidgenossenschaft
seit 1992 Teilnahme an den großenWeltgipfeln derVereinten Nationen zu Ulnwelt, soziale Entwicklung, Menschenrechte und Siedlungsbau
2000 Eine Schweizer Delegation nimmt an der Einweihung der Terrasscn am Bahá’iWeltzentrum in Haifa/ Israel teil
2003 100 Jahr-Jubiléum
K ‘ ONE COUNTRY
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unterschiedlichem kulturellem, sprachlichem, ethnischem und rcligiéscm Hintergrund. Eine fimktionierende Verwaltung unter der Leitung des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’í der Schweiz 111it Sitz in Bern ist fest ctabliert.
Die erstc dokumentierte Erwiihnung der Bahá’í—Religion geht auf das jahr 1852 zurijck, als Zeitungen Wie die Neue Zfircher Zcitung, Tribune d6 Genéve und Corricre (16 la Sera V011 den Bábi—Massakcm in Persian berichtctcn. Die ersten in der Schwciz wohnhaften Bahá’í waren später Edith McKay (1879—1959), eine franzdsich—amcrikanische Frau und ihr Ehcmann joseph de Bons (1871—1959), ein Zahnarzt aus dem Kanton \X/allis. Die Familic l€bte mit ihrer Tochter Mona (1904—1991) in Sion.Weitere fi‘iihere Gliiubig6 waren Louise Stapfer (18701952) und johannes David Bosch (1855—1946). Beide stammten aus St. Gallen und wandertcn in die Vereinigten Staaten aus, W0 sie in Kalifornicn sin weltwcit bekanntes Bildungsinstitut griindeten, das noch heute ihrcn Namen tragt.
Aufdem Mont l’élerin ob Montreux Widmete sich 1111 jahre 1908 Hippolyte Dreyfus (1873—1928) den crsten französischen Werken der lehziiLiteratur, insbesondere seincm „Essai sur 16 béhaisme“.1m]ahre 1911 wurde ein lehzii—Zem trum in Orsclina—Locarno im Tessin von Maria Forni singerichtet, und imjahre 1913 verbreitete ein pcrsischer Reisem der, Mirza Ali Akbar—i—Rafsanjani, die Lehren der Bahá’í in (1611f. Romain Rolland (18661944), Nobelpreistr'éger der Literatur von 1915, hinterliess einen Bericht, dem gcmiiss er in jener Zeit an Bahá’í—Versammlungen in Genfteihlahm.
Die ersten Anhänger der Bahá’í—Religion in dc-r Schwciz legen Zeugnis dafür ab, class 316 ihre Religion immer auch 2115 gesellschaftsverdndernde Kraft angesehen
habcn. Der Kontemplation folgte immer auch die Aktion.
Save the Children Fund als Vorlaufer sozialer Organisationen
So griindete 1919 Lady Blomfield (1859—1939), die wiihrend eines Teils des jahres in Genflebte, den „B10mfieldFund“ in cngcr Zusammenarbeit mit Eglantyne jebb und deren „Save the ChildrenFund“.1)iescs Projekt kann mit Recht als Vorläufer der wachsmlden sozialen und Wirtschaftlichen Programme der Bahá’í angesehcn werden, die weltWeit ~ individuell Oder kollektiV — in Zusammenarbeit mit anderen Organisationcn Oder Regierungen durchgefiihrt werden.B10mfield unterstfitze Jebb tatkraftig beim ersten Gesetzgebungsakt des Vélkcrbundes, der „Erkllirung von Gent“, in der zum Schutz von Kindern in Krieggebieten aufgerufen wurden. Auch heute nimmt die Schweizer Bahá’iGemeinde 2115 offiziell akkreditiertc NGO an den verschiédenen UN—Konferenzen teil.
Eine weitere Persönlichkeit der fr Lihen Bahá’í—Gcschichte der Schweiz ist Fritz Semle (1896—1931). Sein Kinderheim „M0rgensonne“ inWolfhalden, Appenzell, kann ebenfalls 31$ Vorldufer sozialer Projekte angesehen warden, die von den Bahá’í in der ganzen Welt unt€mommen warden,
August Forel nimmt Bahá’í-Glauben an
Unter den bemerkenswertesten Figuren der erstcnjahre ist aber zwcifelsohne August Forel zu erwdhnen, 6111 bekannter Psychiater, Entomologe und Sozialreformer, dessen Bild die alte 1000 FrankenBanknote lange Zeit zierte.1)ie freimütige und offenc Anfrage, die er an Abdu’l-Bahá als den damaligen Obcrhaupt der Bahá’í—Gemeinde richtete, um Aufklärung über gewisse theo logischc Lmd philosophische Aspekte zu erhalten, regte bci Abdu’l—Bahfi den berühmten „Briefan Forel“ an. Überdics gehbrte Forel auch zu densn, die in den wichtigsten Zeitungen und politischen Kreisen Europas heftig gegen die Verfolgung der Bahá’í in Persian in den jahren 1925 bis 1927 protestierten. ()0jah1‘e später, im Jahr 1986, gcwéhrtc die Schweiz 51 Bahá’iAsy1,die im Iran nach Wie vor allein wcgcn ihrcs Glaubens verfolgt werden.1)ie Integration dieser Fliichtlinge wurdc in Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen mit den lokalen Baha’iGemeinden vollzogen.
Ebenfalls im jahr 1986, (16111 Internationalen Jahr des Friedens, wurde das Dokument „Die Verheißung des Weltfriedens“ der schwcizerischen Regierung und der Offentlichkeit übergeben. Aus Anlass der 700—]ahrfeier zum Bestehen der Eidgenossenschaft trat die Schweizer Bahá’í—Gemeindc crneut mit einer Botschaft unter dtm Titel „Die Zukunft der Schweiz — eine Bahá’í—Pcrspektive“ an die Offentlichkeit: „ e aktiver und zuversichtlicher sich die Schweiz für (121$ Entstehen einer neuen Weltordnung einsetzt, dcsto besser wird sie in der Lage scin, ihre Erfahrungen bei der Schaffimg globaler Féderalistischer Strukturen einzubringen und in derVölkerfamilié den ihr gebührenden Platz einzunehmcn.“
Es war Dianc Ala’i, die derzeitige Vorsitzende des Nationalcn Geistiges Rates der Bahá’í, die anlziBIich des EmpFangs zur 100—]ahr—Fcier in Bern an Bundeskanzlerin Annemarie Huber—Hotz gerichtet sagtt: „Im Kontext eines Landes mit einer so langen Geschichte sind 100jahrc nicht Vicl. Die Lchren der Bahá’í haben die Schweiz aber schon ein knappes halbes jahrhundert nach der erstenVerkijndigung in einer persischen Provinzstadt erreicht.“ I
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Kritisches Bewusstsein nach Paulo
Freire in Zeiten der Globalisierung
er vom brasilianischen
liidngogcn Paulo
Frcirc (1921—1997) in den 1‘)()()erj;1hrcn einge{tihrtc Bahá’í „kritisches Bcwusstsein“ wurde zuniichst und hauptsiichlich auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung angcwandt. Kritischcs Bewusstscin, vom portugiesischenWort „Conscientizadom“ abgclcitct, Wird V011 Freire als Zustnnd tiefgehenden Verstiindnisscs von der Welt und der sich nus Unterdrückung crgcbcndcn Freiheit definiert.
Frcirc untersuchtc Erzichungsmethodcmvon denen cr glaubtc, dass Sit die Entwicklung kritischen Bewusstscins flirderten. insbesonderc bci urmcn Menschen und Analplmbcten - ein Prozcss, der zur Emanzipierung und crfblgrcichen Fortschritt fiihrcn wiirdc.
Ausgangspunkt seiner liidagogik sind die chensbcdingungen und die Lebcnssituatian der Lernendcn. Gmncinsnm wird iibcrlcgt, was, wofiir, wit und wo gelernt wcrdcn $011. Dies gcschieht in der Annahme, daß die Bctciligtcn gemcinsam dic Motivation, das Wissen und die Ilmntasie aufbringen kénncn, um zu entscheiden, was für sie \vichtig ist. So warden nus Lchrern Begleiter für dic Entwicklung menschlichen Potentials. Seine Arbeittn lmbcn gcrade dcswegen die Einstcllung zur partizipatorischen Entwicklung wescntlich bccinflusst.
Bci Fleirc spiclt die Transfornmtion zu cincm 116L1611,Cinem kritischen Bewußtsein cine zcntralc R0116, die am Anfimg dcs 21.jahrhunderts wachscndc Bcdcutung zu erlangcn sthcint. Schon Freirc wics gulf die besondere Kraft eincr bcfi‘eiendcn Piidagogik
gcmde in gescllschaftlichenVcriinderumgsprozessen und epochalcn Übergingen hm hm Laufe der Zcit hat der Begrif? dos „k1‘itischen BtwuBtscins“ dcslmlb eine weitrcichenderc Bcdcutung angenommcn und bcschrcibt einen Zustand mcnmlcr und gcistiger Entwicklung, welcher dem Bahá’í‘cnen cine moralisch progressive, cngagierte und holistischc Lebenssicht verleiht. Mit dicscm erweiterten Begriflrdcs „k1‘itischen Bewusstseins“ bcfilsst sich Elena Mustnkova—lossardt in ihrer weitreichendcn und ZiuBerst originiiren lltllt‘l] Analyse „Critical Consciounsncss: A Study ofMorality in Global, Historical Context“. Die Autorin hat derzcit eine AssistenzIrofessur an der Psychologischen Fakultiit der State University oFWest Georgia inne.
Tatsiichlich bringt die Autorin den Begridecs kritischen Bewusstseins auf eine höhere Stufc. indem sie ilm 315 611161) Habitus neu dcfmiert, der Herz und (?cist integriert und ein Gefühl für Ethik mit hohen geistigcn lrinzipien, historischemWisscn und globalerVision verkniipth „Injedem Kapitcl der Mcnschheitsgeschichtc gibt es Perséinlichkeiten, welchc dicse machtvollc Einheit V(m rationalem Verstand und inncrchision vonveisen“. schrcibt sic. „Di€ hervorrm gendstcn unter diesel) Mcnschen wurden als moralische und gcistige Fuhrer bckannt, wclche der Rest der Menschhcit als Menschen :mdercr Qualitiit sah.ihre Namcn und Geschichten fiillen dic Schatzkummcrn des menschlichen Erbcs dieserWe-lt.“
In diesem Zusammcnhang stellt Elena Mustakova—lossardt cinc Rcihe entschcidender Fragen:Was sind die psycholo gischen Komponentcn dicses Bewusstseinsstadiums? Und: ist es msglich, ein Erzichungssystcm zu schaffen, das einer gm")Beren Anzahl v01) Menschen dabci llilfi kritischcs Bewusstscin zu errcichen?
Methodisch bcschrcitet sie aufder Suthc nuch Antworten aufdicsc Fragen zwei Wage. Erstens untersucht sie dic ncuesten Entwicklungcn moderner Psychologic, insbcsondere auf dem (lebiet der positiven und holistischen Psychologic. Zweitcns bezieht sie sich aufcinc Scrie von Befragungcn mit 26 Personen aus dcnVcrcinigten Staaten und aus ihrcm Hcimatland Bulgarit IL Dabci bictet sie eine Reihe kurzcr und prégnantcr DarStellungen über Ethik, welche dasAusmnB analysieren, in we]ChCIl] die Befragten auf dem ch zu kritischem Bewusstscin sind Oder bcrcits erreicht hnbcn.
Dimer zweibahnige Ansntz stcHt sowohl eine theoretischc uls auch empirische Unterlnaucrung der 240 Seiten umfilsscndcn Untersuchung dar. 1);}5 Ergebnis ist eine iibcrrngcndc und zum Nachdcnkcn unrcgcnde Arbcit, welche die ullgtmeinen Auffassungen iibcr dic Entwicklung von Ethik, den Zweck der Erziehung und die in der Sozialwissenschafi vorhcrrschendcn (?cdankcnrichtungcn in Fragc stellt.
Beginncnd mit Paulo Freires Definition dcs kritischen Bewusstseins analysiert die Autorin sorgfliltig dcn Begriff in seine einzelncn Komponenten. Er generiert, so schreibt sic, Elements kritischen Denkens, einVcrstiindnis von Kausalita't,
Elena Mustakova—Possardt
REZENSION
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Paulo Freire wies
auf die besondere
Kraft einer befreienden Pfidagogik
gerade in gen"schafllichen
Veriinderungsprozessen und epochalen Übergingen
hin. Und tatsächlich
bringt Elena
MustakovaPossardt den Begriff des kritischen
Bewusstseins auf
eine hiihere Stufe,
indem sie ihn als
einen Habitus neu
definiert, der Her:
und Geist integriert
und ein Gefühl für
Moralitiit mit hohen geistigen Prinzipien, historischem
Wissen und globaler Vision verkniipft.
Critical Consciounsness: A Study of Morality in global, historical Context Elena MustakovaPossardt
Praeger Publishers, Westport, Connecticut/ London
240 Seiten
ISBN 0275979113
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€111 Vcrstiindnis der geschicl1tlichen Abliiufe und die Fiihigkeit, Gedanken 111 dicTat 11111zusctzen. Letztlich st11111111tkrii tisches Bewusstseinjcdoch V011 authentischer ethischer Motiv VlltiOll, welche dicjenigcn lmbcn und stlirken, die es crrcicht 11;1bel1.„Wissen und $6111, (1CiSt und Herz kreisen [111161116 501‘gcnde, zunch111e11d 1111tc111;111der verbundenc, gcrcchtigkeits— und fi11rncsso1‘1m1ticrtc Lebenssicht“, schrcibt sic. Und 61116 solchc cthischc Motivation, $0 schrcibt Mustakova—Possnrdt, ist ;111 sich 1111 wescntlichen gcistigcr Art. „Bax zcntrulstc Ergcbnis meincr Arbcit ist“, sagt sie ,“dass €111 gestiirktcs, stabilcs cthisches Bewusstscin v011 dc111Ausmaß abhdngt, 111 wclchem die geistigen 111c11sc1111chen Eigenschaftcn 211 wissen, zu lieben und fi‘CiCI] Willcn auszufiben v01] erwucht und 11111‘11101115ch cntwickclt sind.“ Insbesonderc dic Fallstudicn 1111t 26 M61]schen 1111s den USA und 3115 Bulgaricn hat 211111 Ergebnis, dnssjcne, die 61116111 kritischen Bcwusstsein nahe k0111111t‘11, wcitgchend v011 Liebe geleitct 51nd. ,Liebe {111‘ Wahrheit, Sc1101111cit1111dG1'1teistd1151E]1lcndc Glicd, das insgcsnnn 1110111 Wcrtc, Charaktcr, Aufrichtigkeit, cthische Argument;1tio11,kritische VVahrnelnnung, Vernntwortlichkeit, Einfiihlungsvemnégen und Mitgcfiihl 111 0111 qualitativ andercs Bcwusstscin bringt — gesti11‘kt,st11bil und wirklich ethisch“, schreibt sic. ,.Liebc ist dic Tietbndimension 111011511111Chcn Dassins.“ M115takova—Possurdt stellt bei der Entwicklung ncucr Theorien über klitischcs Bcwusstsein 21111‘11 1‘1111gc der derzeitigcn Richtungcn 111 der Gesellschaft, dcn Sozialwissenschaft und 11111 akutcstcn 111 der Erziehung 111 Fragc. „l)1c crzieherische lraxis ist gcteilt 111 61116 bc‘l1av101‘1st1schc Sozialisierung 111111 01116 Bctonung der EntVViCklllllg V1111 [1108611 Fertigkeiten“, schrcibt sic. „Es
fehlcn signifikante Modellc ei11cr authentischen cthischen Autoritfit Oder Cillt wahrlmft integrative geistige K011vcrsav t1011.“ Nachdem
k011111111che Ansntz 111 91116111
(116501 hergroßenTeil dtchlt 0111c c110r1116 1113ter1clle Entwicklung verursacht hat, 1111155 cr abcr auch mit einigcn der ~811111111111stem Merkmale 111011011111 Zivilisation 111 Zusannnenhang gebracht wcrdcn, :111gcfangen v011 der U111wc1tscl1i1digung bis 11111 zu1‘ 5021111011 Disparitlit moderncr (?escllsclmfien, 50 die Allt01‘111.\X/as fchlt, schrcibt Mustakova—Iossardt. ist dasVerstiindnis cincr geistigen D1mcnsion der Menschheit 1111 Bercich der Erziehung und der Sozialwissenschaft — ein Verstandnis, 1111fdas V1616 Forscher ihrer Meinung mach V011 selbst k0111111c11 werden. Sie zitiert unter 111111010111 die Arbeit V011 KC‘H Wilbcr, Robert 131111110115 und Martin Seligman und 1111111181 IlL‘UL’ Richtungcn 111 der lsychologic und darüber hinaus. „Viele cinzelnc Denkcr schen bereits die allmiihlic11chrschieb1111g 111 eine vorgcistigtc Zivilisation voraus, die 111 der Luge $6111 wird, 6111611 kollcktiven Willem aufzubringun, 11111 die wirtschaftlichen und {ikologischen P1‘0b1c‘111e, dcncn der Planet ausgcsctzt ist, 1111f der Grundlagc CillL‘S Vcrstiindnisses der universalcn geistigcn Prinzipien, die das L04 [1011 bestimmen, 211 168011.“
111 dieser Hinsicht 111:1c11t die Autorin 2111Ch deut11c11,dnss sic, 1111ch wexm sie :111t~ 0111c wcitrcichendc zcitgcniissischc psychologischc Forschung z11rückgreiftbei il1rcr$11cl1c mach den Komponentcn dcs kritisches Bewusstscins und dcm Wag dorthin von den Lchrcn der Bahá’í—Rcligion inspiricrt worden ist. Sic 1111‘111t,d;1ss die modems: Ncufornnllicrung diescr Religion bezüglich trad1t1011ellcr gcistigcr Weisl1c'1t 1hr Konzept dertbrtscl1reitenden ()111‘1111111‘1111g 111111 111rcV1S1011 der individucllm 1111dk01 lcktiven Entwicklung 1111 Zus;1111111e11h;111g einer stets voranschreitenden globalcn Zivilisnt1011 neue Perspektiven 11111sichtlich des Wcscns und der Entwicklung kritischen Bewusstseins bietet.
„D1€ Bahá’í—lhilosophie betont die Notwendigkeit, den Spiegt‘l des Bmvusstscins v011 Anthng :111 nuf den g(ittlichen Mittelpunkt dcs chens zu richten und das transzcndente Bewusstscin v011 Kindern zu nfihren und 211 pflcgcn“. sagt sic. „I)1eses Bcwusstsein kann zu tillt‘l Grundlglgc wcrdc‘11,auf welchcr dzls sich entwickclnde h1r11gcstcucrtc Bcwusstsein das Wissensgefiigc crrichtcn kann, und lctztlich k01111c11 Wisscn und Vcrstdndnis 211 61116111 V011 entwickclten und voll erwachtcn Gcist werden.“
Außerdc-m stellt 516 61116 Konvcrgcnz zwischen Bahá’iinspiricrtem psycho—geistigem Vcrstlindnis über dasWesen V011 Wisscn. Lichen und Wills sowic w;1111'cr Ethik und den ncucstcn und progressivstcn zcitgenéissischen psychologischen Forschens her. Die Intogration V011 Geistigkeit 111 01110 Diskussion über kritischcs Bewusstsein steht denmnch 1111t den urspr Linglichen Konchtcn v011 Freire nicht 1111 Widerspruch. P111110 Freire sclbst machtc sich bei der Entwicki 11mg seiner Idcen —Idcc11, dic zwcitblsohne eine cnormc All5wirkung auf das Denkcn 1111? 110111 Gebictc der Erzichung 311511th — 111 großcm Malic scine eigene Erfahrung uls Christ 211 Nutze. Dutch dic Ausdch111mg des Konzcpts und durch die Integration der Einsichten 1111s der jfingstcn Wcltrcligion lenkt Elena Mustakova—lossardt unscre Blickc 111111111 \V‘Citcs, gréBtcntcils 110cl1 unbearbeitetc‘s Feld. Dic zcitgenéissischc Rcchtion Paulo Freires ercshlielit Einsichtcn und 131‘1116g11cl1t Anwcndungcn, die nichts anderes 51nd 1115 611] G1‘1111dgcriist für eine sich 611twickclndc Ethik 111 Zcitcn der Globalisicrung. I