Die Offenbarung von Baha'u'llah/Text

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[Seite 1] Die Oiienbarung von Baha 0 Ilahı

von

Jiabella D. Brittingham

Te a TTTTT—— —n

Aus dem Engliidien überießt von W. Herrigel

sm Selbfiverlag der Bahai-Vereinigung Stuttgart 1910

[Seite 2] „Diese Lehren sınd die Einfachheit selbst.

1. Dass wir an die frohe Botschaft von dem Kommen Gottes glauben.

2. Dass wir Seine Einheit und Einzigkeit bekennen.

3. Dass wir uns ın seinen Eigenschaften naturalisieren.

4. Dass wir der Erkenntnis Gottes naher kommen. Und es aıbt nichts anderes fur den Menschen, als zu diesem grossen Ziele zu gelangen.”

Abdul Baha Abbas.


[Seite 3] Die Offenbarung von Baha’ 0 llan.

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Das Kommen des Königreidis wirit leine Schatten woraus.

‚zn unjeren Tagen gibt es verhältnismäßig wenig Wtheiiten. Wenn auch viele Das, was als orthodoxer Glaube befannt it, verworfen haben, jo ilt dody in diejem Jeitalter ein Surüdgehen der Strömung des Unglaubens zu bemerfen. Hinter dem Gejeß wird jein Urheber wieder erfannt, hinter der Wirkung it eine Urjade, Hinter dem Leben ilt der, der das Leben verleiht, und die Menihhheit Judt — in einem ihr jelbit nody nicht befannten Umfang — nad) Licht. Dies erlärt das Borhandenjein jo vieler neuer Yormen religiöjer Gedanten, welhe }id) jeßt entwideln. _jn Den majeltätilchen Beweilen über das Unjihtbare hat die Hödjite Feder (Baha’- o’Uah) jo deutlich über die jihtbaren Dinge berichtet, daß Diejer Blanet nur ein Sinnbild größerer Dinge jei; viele diejer Dinge, weldje von des Menihen Unvolllommenheit berrührten, jind jeßt eine Null. 400 Jahre vor Chriltus jagte Plato: „Die jihtbaren Dinge Jind nur eine unvolllommene Kopie und ein Schatten von den ewigen \deen.“

Um die hödjte Erfenninis Gottes zu übermitteln, gebrauchte Jejus materielle Gleichnilfe. Da unjere Umgebung ihrem Charakter nad materiell it, jo hat jeder Botichafter und Vrophet Gottes von materiellen Bildern Gebraud gemaht, um unjerem Berltändnis gemwilje geiltige Wirklichleiten beizubringen.

Das Erideinen des Gründers eines jeden eitalters it die Sonne der Wahrheit, weldhe ji aufs neue am Horizont der verdunfelten geiltigen Himmel erhebt und einen neuen Tag des Lichts hervorbringt. Wenn Diele himmliihe Sonne ihre Million erfüllt hat, verihwindet ie, die Strahlen ihrer gött-Iihen Erfenntnis werden allmählich trüb und undeutlidh, und wenn das Licht verloren tt, beherriht Dunfelheit alle Dinge, daraus folgt die Verfällhung des Wortes und ihr folgt auf den Zuße die Nacht des AJweifels, wo Dogma, Glaubens-

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betenntnijle und Uneinigleit die Aufmerflamlfeit der Dienidhen gefangen nehmen; dies verurjadht, daß mande die Hoffnung verlieren und fragen: „Was ilt Wahrheit?“ Uber dieje „‚gei-Hige Unzufriedenheit“ it eine Vorbereitung in jolden Herzen, damit jie Das Anbredhen eines neuen Tages — wo das Licht in noch größerer Schönheit denn zuvor wieder hergejtellt wird — mwilllommen heißen mögen.

„ver Menikh it das größte Reich“ in der ganzen Schöpfung. |

Die Seele des Meniden it der Same von Gott, weil lie allein das Mejen der Uniterblichleit enthält. Der Anfang, d. ). die Ausjaat, it für jede Seele gleich, aber die Welt verdDirbt Ddieje Seele. Bererbung tt nur ein irdiihes Produft.

Ein volliommener Wen) it Fünffältig. innerhalb Dieles Reiches exiltieren die Elemente Des Mineralreiches, Des Pfanzenreihes, des Tierreihes, jowie das intelleftuelle und geiltige Wejen.

Der materielle Körper des Menidyen it ein Gegenitand der Empfindung und des Gefühls; leiner Konjtirultion nad) it er ein Symbol von größeren Dingen, und über allem, er it ein Tempel. Der Atem belebt ihn und erhält jeine phyliihe Exiltenz, Nahrung und Waller find die materiellen Hilfsmittel; der Körper geht jeden Augenblid dur einen Kreis von Berluft und Erneuerung. Durd Seine Tanalartigen Gewebe, welde einer Rebe mit ihren Zweigen ähnlid) find, zirfuliert das Blut von und zu dem wundervollen Yentrum, dem Herzen, und in dielem Blut exiitiert eine unbejchreibbare, unfühlbare Subitanz, weldhe ihrem Charalter nad) geitig ilt. Die Willenichaft jagt uns, daß dieje nur im lebenden Blut, aber nicht. im Blute nad) dem Tode vorhanden ijt. Sn diejem Tempel jind die Perlen von Gottes Geheimniljen, die Edellteine feiner Erfenntnis und die Kronjuwelen, in welhen die Eilenz des Lichtes ift, niedergelegt. Himmel und Erde ind in dielem Weich enthalten.

Aber der Menih — der do fähig ilt, Die Sadje Gottes zu veritehen — ilt allein der einzige Teil in der Schöpfung, weldher außerhalb der Harmonie ijt, und Daher tt Die ganze Schöpfung in Unordnung. Die jtummen Tiere jind überall und in mander Hinjiht beadytenswerie Vorbilder für ihn. Er (der Menidh), in weldhem die Ejjienz der Unjterblidhleit wohnt, it allein treulos und Tchläft auf feinem WPolten.

Chriltus jagte: „Wenn des Menidhen Sohn Tommt, wird er auh Glauben finden auf Erden?‘ (Luf. 18, 8.)

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Der Men allein Tann zu den höditen Höhen der Harsmonie mit dem Unendlidhen gelangen.

Wenn die Seele nad) der Erfenntnis ihres Gottes hungert und von dem unverfäljhten Kelch der Uniterblichkeit trinft, jo gleicht Ddiejer Triltallene Trant in feiner MWirkffamfeit auf die)e Seele einem Tropfen Elixier auf einem Stüd Kupfer, weldes, wenn es von aller Unreinigleit befreit ift, fi ins reinite Gold verwandelt.

Sp erhebt fi der Menih dur geiltige Entwidlung von der tieriijhen Stufe (der Stufe der finnliden Empfindung, weldhe unjer Satan ilt) und gelangt zu der Stufe des Veritandes; auf diejer jtirbt er allmählid und erhebt ji; in die Stufe des Geiltes.

Senn der uniterblide Same jo Jen Wadhstum gewonnen hat und „überfleidet” it mit dem ‚neuen Gewand“, fo lteht er jiegreich über dem geiltigen Tod und entdedt, daß feine Erbidaft in den „heiligiten Früdhten‘‘ des Königreids vom Vater beiteht.

Dies it in Wirklichkeit eine Wiedergeburt; dies ijt die wahre Auferjtehung; dies ilt Die Befreiung des Körpers; Dies it Erneuerung.

Der Weg dahin führt nur dur den Glauben und durd die Taten. Der Glaube muß gegründet fein auf Erfenntnis, und aus Erlenntnis erhebt ji} der Dienit. Yalten ijt eine diejer Taten. Das Yalten der Geele ilt das erite und größte, das gehalten werden Jollte und dann folgt das andere Falten nad).

Bor 1900 Fahren wandelte unfer großer Meilter Sefus Chriltus auf Erden in einem Jujtand des ftrahlenden langes. Er fand nur wenige ungejhulte Filcher, weldhe fähig waren, dieje Strahlen in ji aufzunehmen, und Diele lehrte Er Die Geheimnijje des Königreidys, gab ihnen den reinen Mein Diejes himmliihen Reiches zu trinten und nährte fie mit dem wahren Leib und Blut Seiner hl. Geheimnijje, dab, jo wie Er der MWeinjtod jei, fie die Reben fein müßten; dab, jo wie Er die Sonne des ‚neuen Himmels‘ des dhriltlichen Zeitalters Jei, fie der Wond und die Sterne werden mödten. Dann ging Er aus diejer Melt, und verließ jie in denjelben Molfen geiltiger Duntelheit, wie jie vorhanden waren, als Er in fie Tam; aber Er legte das Pfand feiner heiligen Militon und Lehren in ihre Hände, und bis heute Icheint dieje Tleine Schar ungelehrter Viänner und Frauen durd; die Jahrhunderte hernieder als der Mond und die Sterne. Betrus, der Fels, war der Mond an diefem Himmel, denn er gründete die Kirdde Chriültt.


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Chriltus jagt: ‚sch will wiederiommen in den Wollen (geitige Duntelheit), wie Ich gehe“ (Miatth. 26, 29, oh. 16, 22 und 23, Upoitelgeih. 1, 11). Die Molfen bedeuten au den Schleier des Fleilhes (den Körper) und einen neuen Dämmerungsplaß Des Lichtes.

Daß es viele Feihen gibt, welde den nahen Aufgang der Sonne über umierer geiltigen Naht ankündigen, werden wenige von Denen, welhe nacdentend und vernünftig Jind, leugnen wollen.

Die Trage, wie Dieler Erlöjer eriheinen werde, beihhäftigt die Gedanten vieler Dienihhen, und aus Dielen vielen Gedanfen bildet ji) der norherrichende Glaube.

Da Selus Chriltus fagte, daR des Menihen Sphn Tommen werde wie ein Dieb (Matih. 24, 43), und nicht mit äußerliden Gebärden (Luf. 17, 20), jo ilt es nicht möglid), daß ein materieller Bomp oder eine materielle Kundgebung Htattfinden Tann. |

Bon Jelus Sind wir gelehrt, dal die Sonne Des frühes ren geiltigen Himmels verdunfelt und das Licht feines Mondes und jeiner Sterne verblajien werde. Es it ferner prophezeit, daß zu dieler Zeit die Himmel aufgerollt werden jollen wie eine Rolle und daß die Elemente vor Hitze zerichmelzen werden. Mas ilt Dieles Keuer? Mir finden die Antwort in Hebräer 12, 29, wo es heikt: ‚Denn unjer Goft üt ein verzehrendes Yeuer.“ ‚Das Ende der Welt‘, im griediichen Originaltext heit es: „Der Schluß Dieies Yeitalters”, Da-= mit ilt gemeint, daß ein beitimmter Fyllus oder eine beitimmte Beriode zu Ende it und an ihrem Schluß erhebt Sich Der Tag, wo oft regieren wird.

Der Erlöjer der Welt wird gejehen und erlannt werden, denn Er it gelommen und wohnt bei Jeinem Bolfe; jie, die Herde jeiner Weide, jind Menien, und Er it ihr Hirte und ihr Gott (Hezed). 34, Vers 23 bis zum Ende).

Mande werden jagen, dies beziehe jih auf SJelus Chritus. War Sein Ericheinen die Zeit, in weldher das Bündnis des allgemeinen riedens erfüllt wurde? Cs it durdaus wahr, daß Er feinen “Jüngern, durd) die geiltige Erhebung, welde aus Seiner Gegenwart und Geinen Lehren berporging, den dauernden Krieden gab; aber Er Jagte auf: „3b bin nicht Tommen, ?rieden zu jenden, jondern das Schwert.‘

sn Seinem großen Gleihnis von dem Herrn des Weinberges erneuerte Telus Diele Prophezeiung; es find darin

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(Evang. Mari. im 12. Kap.) vier Partien erwähnt; zwei davon ind der Vater und der Sohn. Sm Bude Sadaria haben wir mande widhtige Brophezeiungen, welde ih auf diele eilt beziehen, und im lebten Kapitel im neunten Vers iit folgende Erflärung zu finden: ‚Der Herr wird König fein über alle Yande. Ju der Zeit wird der Herr nur Einer Sein und jein Name nur Einer.

Die prophetiihen Worte der Palmen geben uns mande Beweile. Es wurde gelagt, daß ji die Prophezeiungen Des 2. und 72. Bjalmes nie erfüllen werden. Diele verfündigen, daß ‚„Der König und des Königs Sohn Tommen werden‘. ‚Sejata verfündigt uns (Kap. 30, 20), daß ‚deine Ylugen deinen Lehrer fehen werden.‘

Die PVBrophezeiungen erflären immer, daß Dies die Zeit des Gerihts lt, wo die Nationen gelichtet werden (1. Chron. 16, 33, Upoitelg. 17, 30—31, Selaia 30, 27-—-30, Amos 9,9 ujw.). &s it die Seit, wo die Spreu von dem Meizen geitennt wird, die Zeit der Wiederbelebung, der Wiederbertellung (Upoitelg. 3, 21).

Es ilt Har, daß es in dem höditen Himmel nidyts gibt, das wieder hergeliellt werden muß. Deshalb muß der VBerheikene auf Erden ericheinen; er muB für alle in einer jolden Weile lihtbar jein, daß es ihnen möglidh ilt, ihn zu Tennen und ihn zu empfangen.

Gott Jelbit hat uns gelehrt, die VBolliommenheit Geines Betetes — weldes der Menidh allein verlegt Hat -— wieder anzueriennen. Aus dielem Grunde Tann der Erlöjer nur ‚als vom Weibe geboren und unter das Gejek getan‘ zu uns Tommen, als ein Crwählter, welchen Gott jenden wird, in weldem Das göttlide Wort lei wird, und jo durd) jeine Manifeltation alle Dinge auf Erden wiederhergeitellt und Hime mel und Erde und alles, was Ddarinnen ilt, erneuert werden. Sejus Chriltus warnt uns aud vor fallen Ehrilti, welche ih von allen Seiten erheben werden. Dies alles it genügen der Beweis, daß Gott jidy jelbjt am Ende der Zeit im leilch manifeltieren werde.

Durd jeden Offenbarer Icheint dasjelbe Licht, Durd) jeden wird dasjelbe Wort manifeitiert. jejus jagte uns, dab Die Berjönlichleit nichts bedeute, jie it nur der reine und polierte Spiegel, erwählt von Gott, vorbereitet von Gott und von Gott unter die Menihen gejandt. Diejer Spiegel empfängt die Gaben Seines Lichts und wideripiegelt es auf die Menfchen. Dies war das Licht von Miofe, und dies war Das Licht von

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Sejus. Aber durd den Yortidritt in der Offenbarung war das Licht von Sejus viel größer als das von Wioje.

Diejes Licht ijt in jedem Jeitalter die Wirflichleit des von Gott gelandten Botidyafters. Das MWort, weldhes durd dieje Berlönlichkeit gejprochen wird, it die Offenbarung, durd weldye wir in die Erfenninis unjeres Gottes fommen. Dies it das fleiichgewordene Wort. Die Berjönlichkeit und das „Bewand eines anderen Namens“ jind phylüh. Die Madıt des Wortes, weld)es durch ihn geoffenbart wird, und welde das Lit Durch Diele Offenbarung jpendet, it das Mittel zu unjerer VBerbindung mit Gott.

‚5m dritten und vierten Kapitel des Propheten Maleadji finden wir aud, dab ein Vorläufer erjcheinen werde, welder das baldige Kommen diejes Tages verlündigen und den Weg des Herrn vorbereiten werde. Der Geilt und die Macht Elias wurden geoffenbart in Johannes Dem Täufer, dennod) erflärte er im erjten Kapitel des Evangeliums Johannes: ‚Sch bin nit er (Elias).

Die PBrophezeiungen, wie fie in Maleadi in bezug auf das Kommen diejes Heroldes gefunden werden, beziehen Tid} auf dieje Zeit der Sichtung und des Geridts. Es ijt die Zeit des läuternden Feuers, es ilt der Tag, an welddem Gott er-Kheinen wird. Die Bolllommenheit wird regieren und Die Erde richten.

Mer it der, der jih in der Mitte geiltiger Nacht erheben joll?_ Mealeadi erflärt: „Es it die Sonne der Geredhtigleit.“ Men meinte Selus, als Er Jagte: „Sch will wiederflommen im Reiche meines Baters.' Wejjen Botichaft bradte Sejus? Die Botihaft jeines Baters.

Als jie Thn bei Kapernaum baten, daß Er nit von ihnen ginge, fagte Er: „SH muß auch anderen Städten das Evangelium predigen vom Reiche Gottes; denn dazu bin ch gelandt“ (Ruf. 4, 42—43). Er war gejandt, das Kommen von dem Reiche Seines Vaters zu predigen und nicht das Geines eigenen NReihhes,; zu verlündigen das Kommen von Dem „Herrn des Meinbergs“. Er lehrte Seine Tleine Jüngerjchar beten für das Kommen Dieles NReihes. Wir finden, dab Sejus oft zu dem Water betete.

Es it richtig, da Er jagte: „ch und mein Bater Jind eins“. ejus Ehriltus war ein Spiegel, in weldhen das Lid der Sonne jhhien, er widerjpiegelte Diejes Licht und durch Diele Vereinigung und Berbindung mit Gott waren jie eins. Deshalb fagte Er: „Sch bin im Bater und der Vater ilt in mir",


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ferner: „Wer den Sohn gelehen hat, bat den Vater gejehen.‘ Wenn ein Eilenjitab im euer erhitt wird, nimmt er die Eigen-Ihaften des Jeuers an. Er iit in dem euer und das Tyeuer it in ihm.

Sejus Jagte aub: „Mein Bater it größer denn ich“ (ob. 14, 28). Gleicdherweile jagte Er (Ruf. 18, 19): „Warum beibejt du mi gut? Niemand ilt gut, denn der einige Gott” und ferner: „Höre strael! Der Herr, unier Gott, it ein Einiger Herr” (Marf. 12, 29).

selus jagte Seinen Füngern, daß Er nidts von hm lelber tue, jondern der Bater, der in Jhm wohne, tue Die Merle (oh. 14, 10) und wenn Jie Glauben hätten, würden ie größere Werle tun, als Er jie getan habe (Wlatth. 21, 21 ulw.). Er jagte: „Die Morte, die ihr höret, jind nicht meine Worte, jondern die meines DBaters‘. Er jprah nur vom Bater, und vom Kommen Ddiejes glorreihen Tages war Er der treueite Feuge.

Er verfündigte allen, daß Ddieles Feitalter das Feitalter der VBaterihaft Gottes fein werde. In Seiner lebten erhabenen Stunde Jagte Er: „Sch bin nicht allein, der Bater ijt bei mir‘ (oh. 16, 32). Einige Seiner lehten Worte waren: „Mein Gott, mein Gott, warum Halt du mid verlafjen ?” Und dennod erwartete Er, dab Er zum Baier gehen werde.

Petrus jprad) an jenem erjiten Pfingittage von „pen Mann von Gott unter eu mit Taten, Jeihhen und Wundern bewielen, welde Gott dur ihn tat unter eu.“ Und der Beriht von St. Baulus im Sebräerbrief, welcher uns bezüglidy des Geliebten fagt: ‚Der Herzog ihrer Geligfeit wurde volllommen gemadt dur Leiden‘ Ihwäht Die Macht und Majeltät diefes wundervollen Botihafters, weldder vom Bater gelandt war, nit im geringiten ab. |

Diejenigen, welde die Berichte von Seinem Leben jchrieben, wandelten freudig in Geinen beicheidenen, aber glorreihen Zußitapfen, Jogar unter Märtyrertum. Seine Feinde waren ihre Keinde, wie Baulus in 1. Thelj. 2, 15, berichtet: „Melde aud; den Herrn Telum getötet haben und ihre eigenen Propheten, und haben uns verfolget.“

Selus Ehriltus war das Wort von Gott, die Sonne von Gott, das Geheimnis von Gott. Seine Weubßerungen gründeten das Kriftlihe Zeitalter, und 1900 Fahre lang waren jie das Lit des Abendlandes. |

Menn wir aber an dies Licht glauben, dann müllen wir auch feinen PBrophezeiungen glauben.

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An den Worten Chrijti fejthaltend, finden wir feiner, wer Tommen joll und wer im neunten Kapitel des Bropheten Sejaia im jechsten Vers gemeint ijt, wo es heißt: „Denn uns it ein Kind geboren, ein Sohn ilt uns gegeben, weldhes Herr: \haft ilt auf jeiner Schulter, fein Name wird fein: Wunderbar, Rat, der mädlige Gott*),, Ewig-VBaier, Yriedefürlt.” Er fommt ins „leid. Die Regierung — eine geiltige Regierung — Ut auf Seinen Schultern. Sein Name wird Sein: „Bunderbar, Rat, der mädtige Gott.“ Beanipruchte Sejus dies? Der Ewig-VBater? Jagte SJejus: Sch bin der Bater? oder Jagte Er nicht vielmehr: ‚Mein Bater ilt größer denn ig), und ich gehe zum Vater? Dem Kriedefüriten ?

Bor 1900 Fahren war nod nicht die Dämmerung des S3eitalters des univerjalen Friedens, d. 5. des 1000jährigen Reiches. Heute blidt die Menichheit aus nad) Ddiefem herr= lihen Endziel der Zeitalter, worin „Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigfeit und Friede jich Tüllen werden“ (Blalm 85,11).

Sn den eriten zwei VBerjen des neunten Kapitels im Propheten Selata finden wir eine Prophezeiung in bezug auf das Boll in den Ländern von Sebulon und Waphtali, am Mege des Meeres jenjeits des Jordans in der Heiden Galtläa. „vas Boll jo im Yinitern wandelt, jiehet ein großes Licht und über die da wohnen im finitern Lande, Icheint es helle“. Dies it das Lit von dem ‚„mädfigen Gott, dem Kwig-Vater“, weldyer gelommen it. Bethlehem, Nazareth und Serujalem liegen nidt am Meere.

Nazareth, der nördlihite von Dielen drei "bläßen, liegt 21 engliihe Meilen füdlih von der Stadt Affe, die am Wlittelländilhen Mieere liegt und einige Meilen weitlid von dem tleinen galilätiihen leere, weldhes ein Iymaler, 13 engliläe Meilen langer Binnenfee it. In den frühelten Seiten Des Chrütentums wurde Nazareth von der Kirdje nollitändia überleben.

Bor der Zeit Konltantins enthielt es nicht einen einzigen hrütlihen Bewohner und die erite Kriltlide Pilgerfahrt nad) Kazareth wurde im jechsten Jahrhundert gemadt.

Die Gegend, wo dies Licht jet Icheint, liegt aud) jenjeits des Sordans; Galiläa bedeutet nad) einem hebräiihen Wort Kreis oder Umkreis und wurde urjprünglid) (nad) Sojua 20, 7) auf einen fchmalen Diitrift angewendet, welder dem jüdi-*) Snolifche Bibel.


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hen Bolisitanım Naphtali angehörte. Die biblische Geidyichie lehrt uns aber, daB zur Zeit YJelu Chriltt, das mit Oaliläa bezeichnete Land den ganzen nördliden Teil Baläftinas vom Mittelländiihen Meere bis zum Jordan umfahte.

Sn den bibliihden Karten von Baläjtina ind zwei Beth: lehem erwähnt. Eines davon Hatte mit den früheiten Königreihen von Juda und Sstael zu fun, es it das nördlichite und liegt von Nazareth jo weit weitlih, als Nazareih vom galtlätihen Mteere entfernt liegt. Die Geburtsitätte von Sejus Chrijtus war aber Bethlehem in Judäa.

Dies it das Sudäa, über welches SHerodes der Große regierte, als der Stern in feinen Lande "aufging. Der Tame Judäa wurde gelegentli audh auf ganz Balältina angewendet.

Der Meg, den Selus berührte, führte nur eine Turze Strede an der nördliden Külte des Mittelländiichen Wleeres entlang; Die Spuren Geiner heiligen Zußitapfen jind hauptlähli im Snlande zu finden. Seine Yeit war nit die Zeit des Gerihts oder die Aufrihtung der Geredtigkeii (Sefaia 9, 7).

Biele Bropheien bereiteten den Weg für Sein Kommen, und Er bereitete den Meg für das Kommen GSeines Baters.

Sn der Offenbarung Sohannes im 21. Kapitel — welches die Offenbarung Teju an Sohannes it — finden wir, was Tommen Soll, nämlih ein neuer Himmel und eine neue Erde, die neuen geiltigen YJultände.

Das neue geiltige SJerujalem joll herabfahren npoin Himmel wie eine geihmüdte Braut und nad Vers 3 wird Gott bei ihnen wohnen und fie werden Sein Bolf jein und Er jelbit Gott mit ihnen, wird ihr Gott fein. Im jelben Kapitel jind zwei verheißen, welche das Licht und der Tempel fein werden, Gott und das Lamm.

Seremia Sagt (Kap. 30, 21) von dielem heiligen Yeitalter: „Ihr Yürlt Toll aus ihnen heroorlommen und ihr Herriher von ihnen ausgehen.‘

In Titus 2, 13, finden wir die Morte: „Und warien auf die jelige Hoffnung und Erideinung der Herrlidhleit des großen Gottes und unleres SHeilandes Jeju Chrilti. Dieje Srfenntnis wurde aud) jpäter nod) bis zur Mitte des 4. Jahr: bunderts in ihrer Reinheit erhalten, wie dies durdy das Wisähe Konzil bezeugt wurde.

David jagte zu feinem Sohn: „Es wird die Zeit Tommen, in der ein Tempel gebaut wird, ohne daB man den Klang eines

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Hammers zu hören belommt, und wir willen, daß fein irdilcher Zempel auf dieje Weile erbaut werden Tann.” Dieje Prophezeiung it mehr als ein endlidhes, vergänglides Symbol, es muß ein geiltiger ‘Tempel jein.

Das Bündnis Gottes wurde durh alle Zeiten in feinen heiligen Büdern erneuert. jeder Prophet hat die eihen vorausgejagt, und Gottes Berheikungen in bezug auf die)en großen Tag aufs neue erflärt, Die Bibel jelbjt wurde für ihn gelchrieben.

Bei den vielen Yeihen, welde die Annäherung dieler Deriode vorherjagen, ilt es Idhwierig, in einer Leltion wenige davon auszuwählen und porzutragen.

Baulus fagt 1. Korinther 4, 5: „Darum richtet nicht vor der Jeit, bis der Herr Tomme, welder aud wird ans Licht Dringen, was im Yinitern verborgen it und den Rat ver Herzen offenbaren“. jejus Chriltus erllärte aud: ‚Denn es it nichts verborgen, das nicht offenbar werden toll” (Darf. 4, 22). Trifft dies nicht bei uns zu?

sn Salobus im 5. Kapitel, Vers 1—8, und 2. Thimotheus 3, Bers 1—5, it über YJujtände berichtet, in welden die Menihen nur Sid jelbit lieben; auch Ut gelagt, daß Sie nur den Schein der Gottjeligfeit haben.

Auh in 1. Thimotheus 4, Bers 1—5, it von manden die Nede, welde vom Glauben abfallen und neue Lehren und Glauben verfündigen werden. In Jephania 3 finden wir dasjelbe, gleichzeitig aber au Gottes Verheißungen an alle diejenigen, welche in Diefen Tagen an Sein Erideinen glauben.

Sn Micha 3, 11, werden diejenigen, weldhe Gott dadurd) entehren, daß jie Geld für ihre Lehren nehmen, gewarnt bezüglih der Folgen, welhe aus folder Berderbnis entitehen.

Lehrte Chritus oder jeine Jünger für Geld? Beltand ihr „Lohn“ in Geld? SHeikt es nit vielmehr: ‚‚Shr habt meines Baters Haus zu einem Kaufhaus gemadt.“ „Wohlen alle, die ihr duritig Jeid, Tommt her zum Wajler und Die ihr nit Geld Habt, Tommt her, Taufet und ejjet; Tommt her und taufet ohne Geld und umionjt beide Wein und Diildy.” ‚‚Denn meine Gedanfen ind nicht eure Gedanten und meme Wege find nicht eure Wege, Ipridyt der Herr” (Sei. 55, 1—B).

Sn Sadarja 8, 10, haben wir drei Vorbedeufungen : „Kein Lohn für Menfchen, no fürs Vieh, audy Tein Tyriede vor Trübfal für Diejenigen, die aus: und einzogen, jondern id) tieß alle Mienfchen gehen, einen jeglichen wider feinen Nädjiten.‘

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Sn Soel 2, 28—29, haben wir die Verheikung einer groben feeliiden Erwedung, aber wir hören von jo manden, weldye deren Seiligfeit nicht erfennen und Ddiejelbe auf ver-Ichiedene Weile verhindern.

Rad Daniel 12, 4, joll ji Erfenntnis und VBeritand vermehren und zwar Erfenntnis aller Wrt: Erfenntnis in den Wiljenidyaften, der Bhilojophie, der Künite ujw., Erfenntnis unjeres Gelbits und CErfienntnis von unjerem Gott.

Zahl uns nun auf das 24. Kapitel im Evangelium Wat: thäus und auf das 21. Kapitel im Evangelium Lufas übergehen. Wenn wir dieje mit erleuchteten Augen Ielen, jo ba= ben wir nit nötig, nad) weiterem zu jehen. Denn Selus fahte darin alle Zeihen zulammen, welde von den Bropheten während der ganzen Beriode ihres Brophetentums gegeben wurden und weldhe den Anbruch Des großen Tages von Gott erflären und verlündigen und von hm elbit wiederholt wurden.

Saljye Chrilti jind reihlic” vorhanden, Krieg und Kriegs geihrei werden ji) erheben, ein Voll wird ji empören über das andere und ein Königreid; über das andere und werden jein Beitilenz und teure Zeit und Erdbeben hin und wider. Alle dieje Zeichen find jowohl materiell als geiltig aufzufalien. SSefus gab uns ein großes Seien, das Jeihen von Den Greueln der VBerwüjtung, welde ji an Heiliger Stätte ereignen werden. Cr bezog jidy dabei auf Daniel, weldyer dieje in feinem 12. Kapitel vorheriagte; und dann finden wir, daß Diele Greuel der VBerwültung aud) die vollitändige Erniedrigung Der Suden bedeuten.

Dies alles wurde erfüllt in ihrem vollitändigen Niedergang und in ihrer Jeritreuung. Nachdem jebt die Zeichen ihrer Erlöjung auf Erden beflannt find, Tehren jie wieder zurüd 3u der Stadt Serulalem.

Die Generation, von weldher Chriltus Iprad), ilt eine geitige und bezieht jih auf die Generation Geines SFeitalters (Matth. 24, 34).

Gott jagte: „Das Schwert des Herrn ilt voll Bluts“ (el. 34, 6).

Warum? Weil viele zweifeln und das Licht verwünjden, es lältern und jeine Eriheinung jchmähen werden.

Es wird Widerjprud, Berfolgung und Märtyrertum geben. Dies werden die Tage der Trübfal Jein, dur; welde die Kleider von Gottes eigenen Geliebten weiß gewaldhen werden. Dies hat ji bei der Gründung jeden Zeitalters ereignet; aber in dieler Zeit wird es eine Jold große Trübjal

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geben, wie nie zupor eine gewejen ilt vom Anfang der Melt an; denn Dies ill Die univerjale Wahrheit und Deshalb werden ih ihr alle Religionen widerjeßen.

Kot und großes Elend wird das Teil von jedem und allen jein; dieje Dinge werden fonımen, um die Völker der Erde zu warnen, denn jalls jte niht an \Shn glauben, wenn Er Tommt, jo wird Der Geilt von ihnen genommen und fie werden jein wie Lampen ohne Lichter.

Den Ungläubigen wird es eine Zeit der Seelenangit und Bangigfeit, und den Gläubigen eine Zeit der Reinigung fein. Der Schatten diejfer Dinge liegt Ichon auf der Erde.

‚sn Amos 8, 11, finden wir eine große PBrophezeiung : „stehe, es Tommt die Zeit, |pricht der Herr Herr, dak id) einen Hunger ins Land Ihiden werde, nicht einen Hunger nad Brot oder einen Durit nad) Maler, jondern nad; dem Wort des Herrn zu hören.” SHöret aber aud) die VBerheißung in opel 3, 23: ,„yur jelbigen “Zeit werden die Berge mit fühem Wein irtefen und die Hügel mit Mil fliegen und alle Bädhe ın Suda werden voll Wallers gehen und wird eine Quelle vom De des Herrn herausgehen, die wird das Tal Sittim wäjern.“

Drei jollen Tommen: 1. Der Herold, welder den Mega Oottes bereiten wird, indem er die Herzen des DBolfes öffnet, damit jie an Shn glauben mögen, wenn Er Tommt; 2. der VBerheißene jelbit und 3. Sein herrlider Sohn und Erbe.

Dies it der Unbrud des fiebenten großen Schöpfungslages. Ein neues Zeitalter ijt erihienen. Wenn die Mehen einer geiltigen Geburt der Welt auf ihrem Höhepunft angelangt |ind, wird fi einer erheben als ihr großer Erlöjer, dann wird die Uera Des hödhjiten und größten Yriedens geboren, und wir werden aus Dem Land der Anehtigaft in Das Land der ‚Ssreiheit geführt werden. in Ddieler frohen Stunde wird es nur noh Eine Herde, Einen Hirten, Einen Herrn auf Erden geben und Gein Wame wird Einer jein.

Der Bad.

„Denn die Religion im Niedergang begriffen it und Religionslojigfeit überhand nimmt, dann offenbare ih mid der Menjchheit wieder, um jie aufs neue aufzurichten.“

Die Menidhen verwirklichen jih) dies zuweilen nidyt, bis das Licht geihienen hat und wieder von ihnen gegangen ilt. Soldes war vor 1900 Fahren der Fall.

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Snnerhalb der vergangenen 60 Jahren ijt eine Dreinigfeıt von Offenbarern auf der Erde erjchienen. Diele jind Die Derheißenen Gottes.

Cs Tam der Herold, welder das Kommen der Wahrheit verlündigie, ‚ver Bab“; der UOffenbarer aller Wahrbeit, „Baha’o’llah”,; Der Berbreiter aller Wahrheit, ‚Abdul Baha‘“.

Der Bab war ein junger Kaufmann, geboren in Shiraz in Berlien, ein Naclomme Wohammeds. Er trug Ion jehr früh in jeinem Leben die Merimale einer übermenidhlichen Dedht an ji, weldhe alle diejenigen anzog und Durdydrang, die mit ihm in Berührung Tamen. Es war das frühe Dämmern des Lichts, aber die YSiniternis hat es nicht begriffen. Das ort „Bab“ it arabiih und Heißt „das Tor“.

sm Wonat Mat 1844, weldyes Jahr übereinjtimmt mit „einer Zeit, etliher Zeiten und einer halben Seit“ im lebten Kapitel des Bropheten Daniel, erklärte er feine Million und entledigie ji) feiner Botlhaft. Seine Million war die eines Borlänfers und Heroldes; feine Botihaft war die Verfündigung von dem Kommen des Bolliommenen, welder, objchon er auf Erden wandelte, dennoch dem Iterblihen Gejiht ver-Ichletert war. ‚Durch deiien Willen er zum Borläufer beitimmt und dDurd das Band Jeiner Liebe feitgehalien wurde, weshalb er nur mwünldte, dab jein Leben ein Opfer für Ühn lein möge.‘

Obgleidy) der Bab nod) Jehr jung und ohne willenichaft-Ihe Bildung war, bewegten Dod) jeine Neuerungen alle Herzen und viele glaubien an jJeine Worte. Die Mohammedaner erhoben jih, um feinen Einfluß zu zeritören und Verfolaungen Tamen über ihn und jeine Nachfolger von allen Geiten. Die Geiltlihen und Gelehrten madten einzeln und gemeinIhaftlih Anitrengungen und bemühten fih, ‚das Teuer“ auszulöjchen, aber alle Bemühungen waren in feiner Gegen: wart wie nidis. Diele Gelehrten juchten ihn nur auf, um ihn auszufragen, mußten aber dem Beweis einer Anlichten polliommen beipflidten. Einer jagte: ‚Die Seit des Früh: lings und der YAusgiekung des Geiltes ilt gefommen, und dem Suden nach weiterer Erfenntnis folgt die Strafe.‘ Dieler berühmte Mann, Wulla Mohammed Ali, ging hin und verfünnigte jeine neue frohe Botihaft von der SKtanzel, er bat alle, von dem Keldy des Haren Waflers zu trinten und jcrieb dem Bab einen Brief, welder jein eigenes Glaubensbelenntnis und jeine Ergebenheit enthielt, dadurd wurde er zur Yiel-

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Iheibe für die boshaften Pfeile der mohammedaniiden Feindleligfeiten.

Die Botihaft des Bab wurde jo madtvoll und die Wirtungen, weldje von jeinen Worten ausgingen, waren jo große, daß ih Ichredlihe Verfolgungen und Berihwörungen gegen ihn und feine fich jchnell vermehrende Schar von Gläubigen erhoben. Zunädjit gingen jie nod; alle harmlos ab und an-Itatt, daß die Geiltlihen jeine Anjprücdhe erforiht hätten, Tingen fie an, ihn zu meiden. Sie erflärten den Bab als einen Menihen, der Religion und Staat jchädige.

Die Mujelmänner vereinigten und verjammelten jih, um ih gegen ihn und Seine Getreuen zu wappnen, dieje jammelten lich ebenfalls zur Berteidigung. Objihon die Anhänger des Bab Der Yahl nad) Ihwah und unter den unaufhörli über Jie hereinbrechenden Greueltaten entfräftigt und eine Armee von lebenden Sfeletten waren, begegneten jie Dod) ihren Berfolgern immer — nad) einer durd) Gottesdienit vor= bereiteten Naht — friid, Dabei lafen und Jangen fie die heiligen Texte von dem neuen Zeitalter mit füßer ımd fräftiger Stimme. Im Gegenlat zu ihrem Zujtand fanden fie N geiltig als Shi üh) ihr neues Halleluja ‚Allah o

bha‘

Unter der Madt diefer Erhebung der Seelen, wollten jie den Yeinden am folgenden Tag begegnen und fiegen. Rad)- dem jie aber durd) die feigen NRänle der Mohammedaner auf einen ohnmädtigen Yultand reduziert waren, wurden Tie in einen Jogenannten Waffenftillitand gelodt und als jie gänz cd) unbewaffnet, halb ausgehungert und Ihwad) waren, legte man ihnen — um ihre Qualen zu vermehren — Nahrung vor, ohne dab Jie joldhe berühren fonnten, und ihre verräteriihen Gegner fielen über ie her und meßelten die Mehrzahl von Ihnen nieder. Auf diele Weile erfüllte fi ihr Wunjd, auf dem Pfade ihres Geliebten fberben zu dürfen. Ihr Ber: trauen auf Gott war unerihütterlid.

Ka mandyen Ichredlihen Erfahrungen wurde endlich ein older Einfluß auf die Machthaber ausgeübt, dab Dieler grökte Der Herolde, diejfer unerihrodene und erhabene G®eilt, der Bab, als eine Quelle diejer Störungen für neun Wionate in der Burg Maflu gefangen gejett wurde; dieje Burg |tand auf einem beinahe unzugänglidem Berge. Aber audb bier jorgte Gott für den Bab und erwedie ihm reunde unter den Wärtern.

Bon da aus wurde er nad) der Burg Chirif gebradit.

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Bemerkenswert ijt, dab das Lit, das er bradte, troß Diejer Hrengen Berfolgungen, und obgieid) er von jeinen unverjöhnlihiten Seinden perjönlidd bewadht wurde, nicht zurüdgehalten, fondern unaufhörlic; ausgebreitet wurde, und Daß jeine Nad;- folger jowohl an Zahl als an Standhaftigfeit beitändig zunahnen.

Meder Hunger nod) Durst, weder Schläge noch Gefangen-Ihaft, nicht einmal der Tod übten irgend eine Wirkung auf lie aus. Die Madt von Babs Erfllärung nahm alle Ge: danıen in ganz WBerlien gefangen.

Der Bab, welder durh das Licht in feiner Seele über all vielen TZumult erhaben war, beihränfte ji in jeiner Gefangenenzelle auf die Wiederholung feiner großen Botjdhaft und verjentte fidh in jeinen Gedanien in den Einen, von De)- len Sommen er der würdige Herold war.

Solgendes ijt eines jeiner Gebete:

„bgleich der Ozean Des Elendes auf allen Seiten wütet und die Bfeile Des DVerderbens Ichnell aufeinander folgen und die Yiniternis des Kummers und der Not Seele und Körper überfällt, jo ilt dDennody mein Herz erleudtet durdy die Erinnerung an Dein Angeliht und meine Seele ilt ein Nojengarten, von dem der Duft Deiner Natur ausjtrömt.“

Mährend er gefangen war, wurde er vor den Megierungs-Gerichtshof in Tebriz geladen. Bergeblid fuchten fie ihn durch Seine eigenen Worte zu verdammen; zulekt verhängte ein Religionslehrer eine brutale Auspeitjchung über ihn und nach Diejer Ihimpfliden Behandlung, welde er mit Ganftmut und ohne MWideritand ertrug — was ein erhabener Beweis von der Größe feiner Million it — bradten fie ihn wieder zurüd ins Gefängnis nah Chirif.

Das außerordentlihe Anwadjjen der Jahl Jeiner VWad)- Tolger erwedte die Bejorgnis der Wiujelmänner, und zulegt reihten jih) Stirde und Staat die Hände und veranlakien einen Aufruhr gegen Dielen Glauben: damit verbanden jie jedmöglide Methode, weldhe erdaht werden Tonnte, um Die Unbänger des Babs auszurotiten. Kinige große Perjönlid)- teiten vereinigten id} während Diejer Zeit mit Herz und Geele in dDiefer Sade, unter ihnen war die begabte und |döne rau Kurrat-[-Ayn, die Tochter eines Meilen, und Mirza Mohammed Ali von Malandaran. Diejer neue Juwadhs erhob jid, um dem Glauben mit folder Macht zu dienen, daß ihn nichts mehr unterdrüden Tonnte. Ein großes Niedermekeln der Gläubigen folgte, z3ahliofe Greueltaten — etlide davon find zu

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Ichredlih, um hier erwähnt zu werden — wurden über jie verhängt, ihre unverteidigten Heimitätten wurden geplündert, ie jelbjt wurden überfallen und niedergejcholien, ihre Störper aufgeihligt, jie wurden mit glühenden Cijen gebrannt, mit Schwertern zerhadt und jo fielen fie ‚‚blutend aus jeder Pore“. Uber jelbjit angejidts all diejer Trübfale und Dlartern hielten jie das Banner des Glaubens mit einer Hingebung body, die in der modernen Zeit beijpiellos dajteht. Himmlijche Ssteude regierte ihre Seelen, während rings um fie die Herrhaft der Zeritörung wütete.

Die Viohammedaner haben jih in zwei große Jweige geteilt und zwar in die Sunniten der Türlei und in Die Scdiiten von WPerjien, und dieje teilen Jich wieder in viele Gelten; große Störungen famen aber nie vor, bis fi) der Bab erhob und Jich erklärte. Durch dieje Erflärung wurde die Siniternis offenbar, jie widerleßte jih dem Lit. Dies wicht Ihien aber immer heller und Heller bis zum Ende Dieles erhabenen Lebens.

Von dem Bab wird gejagt, daß Jeine Nadjfolger von einen Worten — dem Wein der Liebe und der Meisheit — jo beraujht wurden, daß fie alles um fi} ber vergaßen und ihnen irdiihe Dinge wie Nichts wurden.

Der Bab dürjtete nah Märtyrertum in der Sadıe Dieler gropen Botichaft, welde er erflärt hatte, und dieler Keld — Dis zum UHeberfliegen mit der Gabe Gottes gefüllt — wurde ihm gewährt.

Am Morgen des 8. Juli 1850 wurde er mit Striden an die Wand gebunden und einem Trupp Soldaten befohlen, auf ihn zu Schießen. Nidht ein Schuß Hatte Wirkung, nur die dünnen Stride wurden von den Stugeln zerrilien, und als fi der Raucd verzogen Hatte, fand man ihn unverlett. Geine Teinde banden ihn wieder und gaben der Soldaten nodymals Befehl, zu Ihießen. Diele weigerten Ti aber, und ließen ji ihrer Verpflichtung entheben, worauf eine andere Abteilung befohlen wurde, deren Salve jeinen iegreihen Geilt befreite, welder ins jenleits ging, um im der Gegenwart Gottes zu ruhen. ‚Gejegnet it der Körper, weldher für die Sade der Glaubenstreue in Stüde gehauen wird.“

Sedhs Monate vor jeinem Hingang fandte der Bab ein verjiegeltes Schreiben an einen Sünger namens Hadjii Sulimann Khan, in weldhem diejer angewiejen wurde, die Giegel erit zu Öffnen, wenn ihn eine Jchmerzlihe Sorge und Trauer

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befalle. Uls des Babs Leben geopfert wurde und Die fer Jünger die Nadhridt von Jeiner Eridiejung befam, wuhte er, dab Dies Das vorausgelagfe Ereignis war und öffnete die Giegel Ddiefes Briefes. Gein Inhalt verlündigte, dak er (der Bab) jehs Monate vom Datum des Schreibens ab gerechnet, den Märtyrertod in Tebriz erleiden werde. Das Datum Itimmte genau mit diefem Tag überein. Der Brief enthielt aud) die Anweilung, was mit feinem Leichnam ge heben fol. Die TFünger gingen bei Naht zu den MWadıtpolten, weldye die Leihe des Bab und die eines \Jüngers von ihm bewadten; diefer Jünger Hatte ich entichlojlen, mit dem Bab zu jterben. Sie beitahen die Madpoiten und trugen die Leihhname weg. "In weiße Geide gehüllt und in einen Sarg gelegt, wurden fie fpäter nad) Teheran geidafft und in neurer Zeit wurden Anordnungen zu einem SHeiligengrab und jeiner anderweitigen Beltattung getroffen”).

Sp erfüllte der Bab feine heilige Million. Da die Ofe fenbarung fortirittlih ift, jo muß das Amt des Heroldes ebenfalls vorwärtsfchreitend jein und das Licht, weldhes durd den Bab leuchtete und feinen Segen allen mitteilte, war eine Dämmerung, welde dem Glanz, der bald die Welt umgab, porherging.

Die Beriode des Bab war die Periode, in welcher er das Boll für die Begegnung mit Gott vorbereitete und erz0g; er nannte ji deshalb jelbit den hödjiten Herren.

Kad) jenem Hingang erneuerte ji) das Teuer der Berfolgung und Zaujende jeiner Vadjfolger wurden niedergemegelt, jelbit hilfloje rauen und Tleine Kinder wurden graulam niedergetreten und getötet. Wber das Mort, weldes dur dielen großen Berlündiger geiproden ward, entzündete nicht bloß die Herzen in Berfien, jondern breitete fi aud in anderen Zeilen der Welt aus und viele, welche die Peichen erlannten, Tamen, um jein Lit zu fudden und um beitätigt zu werden in jeiner großen Wirklichleit und um jeine Düfte in andere Länder 3u Tragen.

Die Gedichte von der Periode des Bab ilt die Geihhichte von Blut; aber es ilt jo wie einer von diefem Märtyrertum gelproden hat: ‚„„Shr Blut und ihr Staub haben die Zundamente zu Dielem himmliiden Tempel gebildet“, und wahr:

  • ) Die Gebeine des Bab find nun in einer bejfonders dazu erbauten

Gruft auf dem Berg Sarmel beigefebt.


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ih wir willen, daB die Grundlagen Ddiejes Glaubens nimmermehr zeritört werden Tönnen.

Des Babs eriter Gläubiger war Miulla Hujeyn von Bujd)- rawenh, ein hervorragender morgenländildher Geijtlicyer, welher ihn aufludte, um ihn auszufragen, die Madht von des Babs Worten erfahte ihn aber jo, daB er wegging und Die Botihaft jogleihd andern verfündigte.

So wurde er genannt ‚„Bab el Bab“, d. bh. das ‚Tor der Tore“. Er wurde aud) der ‚„Erite Buchlitabe der LXebendigen‘ genannt. Es gibt 18 Budjitaben oder erite Gläubige, welde jih um den Bab verjammelien, der Bab war der 19. Er war aud der erite PBunft, d. h. der Bunt der DOffenbarungen und des Buches der Schöpfung Gottes.

Der Bab hinterließ viele Schriften und Beweile von der Größe feiner Million und ein beionderes Bud) Der ‘Bropbezeiungen, genannt ‚EI Beyan‘ (die Erflärung). Der ganze Iwed feiner Worte und Schriften war, dem Bolt zu beweijen, daß er nur ein Berfündiger der frohen Botildaft von dem Kommen eines Größeren jei, durch dejjen Offenbarung allgemeiner Kriede aufgerichtet würde. Dies bezog id) auf den Tag, an dem Gott regieren wird. Dieje Botjihaft war jeine Sreude und fein Troit in der Dunfelheit jeines befängnilies.

Er Sagte: „Ih bin ein Buditabe aus dem mädjtigten Bud, ein Tautropfen aus dem grenzenlojen Ozean, ud wenn Er ericheint, werden meine wahre Watur, meine Geheimnilje, NRätjel und Andeutungen Tar werden, der Keini dieler Religion wird ji) entwideln durdy all die Stufen jeines Melens und wird emporwadjjend die anmutigjten Formen erlangen und geihmüdt werden mit dem Gewand von ‚Ge: fegnet fei Gott, der Belte, der Schöpfer“.

Er fagte: „m ganzen Beyan it von Dem die Rede, den Gott offenbaren wird“, und daß ji) der Beyan und jolde, welde gläubig Jind, mehr nad) hm jehnen, als ji ein XLiebender nach jeiner Geliebten jehnt,; ferner: „Wenn einer einen einzigen Vers von hm Hört und den nadjjpridt, ijt es bejfer, als wenn er den Beyan taujendmal jpreden würde.“

Der Bab fagte ferner: „OD mein Gott, ih opfere mid) dir gänzlih; auf deinen Wegen bin ich zufrieden mit Flüchen ; ih begehre nihts, als auf dem Pfade deiner Liebe erihlagen zu werden, und Gott, der Allerhödjfte, genügt mir als ein ewiger Schuß.“

Der Bab erfüllte die mohammedanilhe Prophezeiung bezüglih dem ‚„MWiederlommen der zwölf IJmans“. Er erfüllte


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die zoroalteriide Prophezeiung als die ‚Dämmerung‘ eines neuen Tages, an weldem die Auserwählten ericheinen werden.

Der erite von dieler Dreieinigleit der Offenbarungen war gleid) der Morgendämmerung.

Er erfüllte die ilraelitiihden PBrophezeiungen als Clias. Der Wame Elias bat eine geiltige Bedeutung und tt das Symbol von der Million und Botihaft des Vorläufers. Er bedeutet: ‚Mein Gott iit Jehova‘“.

Er erfüllte die hriltlihen Prophezeiungen als der Engel, welder mit dem Ton einer Trompete das Kommen von des Menichen Sohn verlündigen wird. Die Stimme der Trompete ilt die Stimme von dem fleiihgewordenen Wort, weldjes durch den Bab Iprad) und feine Beriode ilt die Zeit der eriten Auferitehung (Offenb. 4, 1), Auferitehung ilt eine geiltige Crwedung in dielem Körper von Staub, wo Die Stimme der Trompete uns ruft und wir uns aus unjeren Gräbern erheben, um Gott zu erfennen.

Bor 1300 Jahren prophezeite Mohammed vom Bab, dak in ihm die Bolllommenheit Mole, die Erhabenbeit Sein und die Geduld Hiobs jein werden. Weine Heiligen werden in dieler Zeit erniedrigt und ihre Häupter von ihren seinden als Gejchenfe ausgetauscht werden. Vie werden er-Ihlagen, verbrannt, erichredt und geängjtigt werden; die Erde wird mit ihrem Blut getränft werden und MWehllagen wird unter ihren rauen überhand nehmen. Dieje ind in Der Zat meine Heiligen.

Der Bab jah Den nie, von dejjen Kommen er der himmliihe Herold war. Das, was er von ihm wußte, war alles von Gott. Er fagte aber von hm, dak nod) Tein Teuer fo heitig war, als das euer, das entiteht, wenn man ji von hm abwendet.

Es find erit 60 Fahre vergangen, jeit diejer Engel jeinen Irompetenruf über die Erde erichallen ließ, und als Antwort darauf haben ih Taufende von Auserwählten von allen vier Minden und von einem Ende des Himmels zum anderen perjammelt.

Des Babs furzer Tag, zwiihen fünf bis jechs wundervollen SSahren ilt vergangen und Jeine heilige Milfion üt be= endigt, denn der Glanz der Offenbarung von Yhm -— (Babha’- 9’Mah) — welden Gott geoffenbart hat, erleuchtet heute Die Melt; denn Er it gelommen, der Eine, welder verheißen war, ift geflommen. Er bat den Nationen und Königreihen

[Seite 22] erflärt: „Sch bin bereit.“ ‚Der Bater it geflommen.‘ ‚Es Mt Tagesanbrud überall.‘

  • *

Brief von Aga Mohammed Ali von Tebriz, welcher den Ipod erlitten Hat mit feinem Meilter, dem Bab, geichrieben an feinen Bruder, welder wünichte, dab er widerrufen Joll.

Er it der Mitleidigel

D Du, der Du mein Kibla”) bilt, mein Jultand läbt Gott jei Danf nidts zu wüniden übrig, und auf jede Schwierigleit folgt Ruhe. Du Haft gejchrieben, daß Diele Sade Tein Ende nehme. Welde Sade Gottes hat denn ein Ende? Wir wenigjtens Tennen Teine Unzufriedenheit in dDieler Sade, nein, wir ind vielmehr unfähig, unjern Dant genügend auszusdrüden für Diefe Bunt. Das Ende diefer Sade ilt, auf dem Weg zu Gott getötet zu werden, und weld) ein Glüd ift Dies.

Gottes Wille wird in bezug auf Jeine Diener gejchehen ; au Tönnen menihlide Pläne die VBorjehung nicht umgehen; was Gott will, wird geidyehen und es gibt Teine Macht und teine Stärle außer in Gott. D Du, der Du mein SKibla bilt; das Ende der Welt ilt der Tod; jede Seele Ichmedt den Tod. Wenn das mir von Gott beitimmte Schidjal über mid tommt, dann it Gott der Verjorger meiner Zamilie und Du bit mein Berwalter. Betrage Dih in einer Weile, wie es Gott gefällt und verzeihe meinen Iheinbaren Mangel an Höflichfeit, weldhe ih Dir als der Jüngere Ichuldig wäre. Bitte um Derzeihung für mich bei allen meinen Angehörigen und empfehle mid Gott; er ilt mein Teil, und wie gut it er als ein Beilhüßer.

Die Offenbarung von Baha’o’Ilan.

Dies tt die einfadite Botichaft und deshalb die größte; denn Größe zeichnet ji immer dur Einfachheit aus.

Mahrheit it die Einfachheit felbit.

Die Offenbarung von Baha’o’llah ilt die Offenbarung, weldde alles Unricdhtige berichtigt, denn fie Tommi von der Bar weldye alles, was in Diejer Melt unrichtig it, richtig macht.

  • , Kibla 1ft die Richtung, nach welcher der Mohanımedaner jein Ans

geitiht beim Gebet richten foll.

nu |

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shre Dtifjion it eine jolde der Liebe und des Mohlgeallen von riede auf Erden und den Dienfchen ein Wohlgeallen.

Der Zwed ihres Erjcheinens tt der, daß fie alle Nationen der Erde zu einer großen Samilie einige und miteinander verbinde. Ihre Nachfolger müflen die Diener von allen und die Mundfchenfe der göttlihen Weisheit unter allen werden. Sie find Botidafter, weldhe nur durd) Gott belehrt werden, und dies nur in föfern, als ihr Dienit rein it in :Seinem Ungelihte. ‚Der Menjheit dienen Heißt Gott dienen.“

Die Tugenden dieler Offenbarung Jind diejelben, welche Ihon vor 1900 Fahren dur Selus Chriltus genffenbart wur den. Es tt Tein neuer Glaube, \ondern eine Erneuerung des Glaubens, Tein neues Licht, jondern die Wiederheritellung des Lichts. Es it Wahrheit vom Schafott gerettet und auf ihren Thron geleßt.

Shr Hauptziel üt: „Die Baterihaft Gottes und die Brüderihaft der Menichen.‘‘

Denn der Scheinwerfer diejer Botichaft auf das heilige Manuffript der Zeitalter — die Bibel — gewendet wird, }o wird Ddielelbe gefrönt mit der alles erleuchtenden Schönheit Gottes und wird unfer WTührer zu dieler Offenbarung.

Mas it Diele Offenbarung ?

Sn der Meltgeihichte, in Feitichriften und in der gegenwärtigen Literatur ift fie verjhieden und falich Ddargeltellt; aber in einem der neuelten Bücher über große Religionen Der Fahrt it jie als eine joldhe und als die lette Religion aufgeührt.

MWeil der Bab diefem Tagesanbrud des Glanzes vore berging, jo nennen es diejenigen, welche nicht recht unterrichtet ind, Babismus.

Sp oft die Religion zurüdgeht und die Religionslojigleit überhand nimmt, erwählt Gott Einen, weldyer gemäß dem Selete des Yleiihes Tommen joll und Dur den Er fi} Jelbit offenbaren will, um die Religion wiederjerzuftellen und das zu gründen, was „Ein neues Jeitalter‘ genannt wird, denn es it unmöglih, ein neues SFeitalter zu gründen, ohne eine neue Offenbarung und ein neues Gejeb.

So oft das Göttlihe Wort Yleiih wird, ilt es beiannt, als Geine Manifeltation, und die Menden verjtehen und eriennen es nur, wenn es Durd) einen gejproden wird, den Er gelandt Hat. Der Menih verjteht aukerdem dies Wort

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nur in joweit, als es jeine Reinheit und jeine Aufrichtigfeit azulal)en.

Wenn aud) der Geilt Gottes die Erde niemals verläßt und jie jeit dem erjten ‚im Anfang‘, wo er auf den Walfern Ihwebte, durdhdrungen bat, jo hat jih dod das Wort in gewillen Zeitabjhnitten in einem menjchlihen YTempel geofienbart, um das Licht wieder herzuitellen und einen neuen Himmel und eine neue Erde zu gründen. Die Offenbarung ilt fort: \hrittlid wie alles, was in diejem Zeitalter der yntelligenz völlig verwirkllidt wird.

Die Bropheten waren einfade Botjichafter Gottes. Das war die Periode Des Prophetentums. elus Chriitus war ei on Gottes. Geine Zeit war die Periode der Sohnaft.

Dohammed war das Siegel aller prophetiihen Offenbarungen jowohl derjenigen der ilraelitiihen Propheten als der: jenigen von elus; Deshalb war die Million Mohammeds eine Million für id.

Das jebige Zeitalter it das Zeitalter der Waterjchaft Gottes. Sejus Chriltus lehrte Diefen Yortichritt Der Dffen-Darıngen in dem Gleihhnis von dem Herrn Des Meinbergs. Sn diejem Gleichnis jind vier Bartien erwähnt: der Herr Des Meinbergs, die unehrlien Meingärtner, die Diener oder Die Vropheten und der Sohn von dem Herrn des Weinbergs.

Am Schluß Ddieler PBeriode Tommt der Herr des Meinbergs jelbjt zurüd, um die Wahrheit wieder aufzuridten. Herr der Heeridjaren it Sein Name.

Wohammeds Million wird jpäter erflärt werden; es genügt vorerit fejtzuitellen, daß Dies Teine mohammedanijlde GSeftte it, denn die Mohammedaner ind ihre Haupiverfolger. Diele Zatjahe Ipriht für ji} }elbit.

Sn dem Kortichritt der Offenbarungen, it die Zeit ge: fommen, wo die SJeihen von dem AUnbrud eines neuen Yeitalters auf Erden erjhienen jind. Alle Herzen, welde nad) Licht hungern, überwachen mit großem Ernit die jchnelle Entwidlung der Jeihen, wie jie in den heiligen prophetilchen Büchern der ganzen Melt niedergelegt find. Die Welt blidt aus nach) dem Derheißenen, welder neue Zultände bringen und das Licht wiederheritellen joll.

Mieder ilt ein Morgenjiern erfdhienen im Ojten. jr Diefen Lagen fammeln jid Taufende aus jeder Nation, Ne: ligion und Lebensitellung, der Meife, der Millenichafter, der Philofoph und der Einfältige, der Gelehrte und der Un-

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wiljende, Suden, Mohammedaner, Chrilten, Buddilten und Spralter, der Wtheilt und der Agnoitifer, der Unitarier und der Zrinitarier, alle wandeln wie Tleine Kinder in Seinem Yicht und dienen und gebordyen dem einen wahren Gott.

Sit dies etwas zum verjpotten? Es muß ja Wergernis fommen, aber wehe dem, durd) welden Wergernis Tommt. Sogar die Spötter erfüllen die Brophezeiungen.

sür Diejenigen aber, deren geiltige Ohren den Ton der Trompete (welde die Stimme des Geiltes ijt) hören, deren geiltige Augen erleudhtet jind, um die Schönheit des aufgehen: ven Worgeniterns zu lehen und den Glanz Seines Kommens zu verjtehen, deren geiltige Najen ‚den heiligen Wohlgerud von diejem weißen led‘, weldher alle Regionen durdduftet, einatmen, deren vertrodnete Gebeine aufs neue umlleidet wurden Durdy die erquidende Macht diefes Wortes, für dieje ilt das eilt groß, ehr groB.

Denn die Pforten des unbegrenzten Königreidyes jind geöffnet; Nadt it in Tag verwandelt, und der Schleier der Unwiljenheit it von dem Ungeliht der Erde weggenommen.

Die Offenbarung von Baha’o’llah Ddedt jet ein balbes SSahrhundert.

Sm Sahre 1817, zwei Jahre vor der Geburt des Bab, wurde in der Stadt Nur, in der Nähe von Teheran, Berjien, ein Sohn geboren. ‚Nur‘ bedeutet Licht. Er war von altem töniglihen Gejchleht, der Sohn eines Wejirs (DVeziers).

Bon Seiner Jugend an wurde Er geadhtet und in Ehren gehalten, jogar von den Weilen, und wenn Er — obgleid; ohne Schulbildung — in einer Berjammlung erichien, wo Fra=

gen über die Gottheit und PBuntie der Wethaphn]it durd Gelehrte und Schüler diskutiert wurden, jo empfingen die An: wejenden Beweile Seines PVerjtandes und Seiner Weisheit, welche jo weit über die natürlide Bejhränlung der menidhen Ralje hinausgingen, daß fie erjtaunt waren über Geine Aeußerungen.

Cr Iprady wie einer, der Autorität hat. Wach einiger Zeit begann der Einfluß Seiner Ueuhkerungen die Gemüter Seiner Zuhörer jo zu durchdringen, da eine große Anzahl, beide reich und arm, gelehrt und unwilfend, jo entzündet wurden, daß lie alles aufgaben, um Seinen Lehren zu folgen mit Sreuden.

Die MWeifeiten hielten jih Ihm gegenüber für nidts,

und anderleits verjtanden Shn Tleine Kinder und folgten Jhm;

diefe zarten Lämmer Seiner Herde liebte Er am meiiten.

[Seite 26] Die Geiltliden aus der Gegend von Nur fandten zwei threr ausgezeichnetiten Vertreter zu hm, um das Feuer Gelner Worte durd) die Kraft der Beweije zu unterdrüden; aber Seine Worte bewegten ihre Herzen jo, daß jie Altar, Lehrftuhl, Beförderung, Reihtum und Ruhm aufgaben und aus» gingen, um die Sade zu verlündigen.

Später nahmen Taufende der geiltig am meilten Erleuch teten, die Berjtändigiten und Bernünftigiten Seine ‘Difenbarung an, und jo wurden die eriten goldenen Glieder in Diejer Kette eines Glaubens, welder jet die Welt umfaßt, zujammengelchmiedet.

Blei Abraham errichtet Er im PBerlauf der Zeit Seinen heiligen Haushalt als em Borbild von dem groben Haushalt der Dienichheit, dejien Vorltand der Eine ilt, welcher über Sjrael wadt, und weder jhläft no Ihlummert. Baha’- o' llah Hat die Heiligen Schriften der Melt entjiegelt und viele Büder geoffenbart, welde die Geheimnilje Gottes enthalten. Dennod Hatte Er glei elus Teine Schulbildung genofjen und wie Er, wußte Er alle Dinge und hat nicht nötig, dab hr jemand lehrte. Dies bezeugen die Gelehrtejten Seiner LYandsfeute. Die Herzen der Nadjfolger von dem großen Herold, dem Bab, wandten ji nad) dejien Märtyrertum an Baha’ o’llah. &r wurde von allen anerfannt als der Mittelpunit, aber nit als der erflärte Mittelpuntt. Neun Sabre nad; der Er-HMärung des Bab erklärte jih Baha’o’llah jelbit einer Tleinen Zahl Seiner Jünger. Die Erneuerung Ddiejes Lichtes, weldyes Jih no mädtiger manifeitierte als zuvor, enlzündefe das euer der Verfolgung wieder in lol einem Grad, daB ich unter Diefem Drud einige Anhänger des Bab verihworen, dem Shah das Leben zu nehmen, und Dies endigte in der Ermordung vieler von ihnen. Obgleich Baha’o’Ilah fähig war, alle Gelete zu beherrichen, unterwarf Er ih — weil Er der Bürdenträger für alle war — Dennog allen Gefeßen und juchte die Sommerrelidenz des Shah auf. Er gab ji dadurd) felbit auf, um zu zeigen, wie groß Geine Ablheu und Sein Kummer waren über eine jolde Tat. Die Mohammedaner aber, welde dur ihr Temperament und ihre Religion gegen die Anhänger des Bab voreingenomneen waren, Iperrten Ihn in Teheran monatelang in einen Kerfer. Er wurde mit einer Anzahl anderer zujammengelettet und an je= der Bewegung, die einer von ihnen machte, waren die anderen gezwungen, daran Teil zu nehmen, jo daß nit nur Serler md Setten, fondern auh NRuhelofigfeit Sein Teil war.

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Bon da aus wurde Er verbannt nad) Bagdad. Sn Ddiejer Verbannung fing Er nun an, die Propbezeiungen zu erfüllen, denn Er war feinem irdilhen Herriyer mehr unterworjen. Er wurde Jamt Geinem heitigen Haushalt dorthin gebradyt und blieb 11 Fahre lang in und um Bagdad. Bagdad liegt in der aliatilcden Türfei. Der Euphrat und der Tigris fliegen dort durd. Es ilt daher ein Teil von Wlelopotamien.

Siehe, „Wer it der, jo von Edom Tommt, mit röilichen Kleidern von Bazra? Der jo geihmüdt it in jeinen Kleidern und einhertritt in jeiner großen Strafi? cd kins, der en rehtigteit lehret und ein Wteilter bin, zu Heljen‘ (Sejaia

3, 1).

Cdom und Bazra jind Dezeichnende Worte. Die Vladıfommen von Tsmael und Ejau jind befanntlid VWlohammes daner. Dbadjia wird dir Licht verjchaffen über ihre Jufunft, wo es Heikt: „Und werden SHeilande herauffommen auf den Berg Zion, das Gebirge Ejau zu rihien; alfo wird das König: rei des Herrn fein“ (Bers 21).

Bon den elf Jahren der Berbannung in Bagdad bradte Baha’o’llah einen großen Teil allein zwilchden den Bergen Ar re in dielem Bezirte zu; Seine Kamilie blieb in der

tadt.

Dieje Fahre verbradte Er in Betradytungen urd im Ges bei. Wenn Geine Wadht an einem Pla befanni wurde, verbradte man hn an einen andern. Mährend die,er Seit lebie Er wie ein Einliedler von wenig Weis.

Solange Er in Bagdad war, bejudhten die Scheiche Dieler Stadt die Scheihe von Berjien und beratichlagten, Durch) welche Mittel fie Baha’o’Ilah entgegentreten und Seine Morie vereiteln Tönnten, denn fie bezeugten alle, daß Seine Worte einem rollenden Ozean gleichen, welddem nidis wideritehen Tann.

Sie Tamen überein, ein Wunder von hm zu verlangen. Einer der Scheihe wurde beauftragt, Ihn aufzuluden und Diele Jorderung an Jhn zu ftellen. Der Scheih Tam zu hm, laufe Seinen Worten, deren er glaubte und fragte Baha’s o’lMah: „Was Joll ih ihnen jagen, wenn idy zurüdlomme ?“ Baha’o’Tlah beauftragte ihn, ihnen zu Jagen, jie mödten trgend ein Wunder auswählen und Er werde dasjelbe versihien. Der Scheich Tehrte mit dieier Botichaft zurüd, er be= riet aber auch von der wunderbaren Meisheit, welde die Rede Baha’o’Tlahs enthalte. ‚Er it von Gott!" jagte er. Die Scheide fingen nun an, zu beraten, weldes Wunder jie von ‚Ihm verlangen wollten; darüber gerieten jie in Meinungs:


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verichiedenheiten und die Berjammlung wurde aufgelöit, ohne dak Shm eine weitere Botihaft gelandt wurde, umd Dies war das größte Wunder von allen.

Einer der gelehrieiten der Scheide, welder in allen widtigen Bunlten ihre Autorität war, fam mit ihnen zuJammen, als er aber den Zwed ihrer Zulammentunft hörte, weigerte er fih, daran Teil zu nehmen; er fagte ihnen, dak er Baha’- o’Ilah ehre und verließ fie. Dann fchrieb er an Baha’ o’ lad und bat Shn um Geine VBerzeihung;; gleichzeitig bat er aud), „jenen Wölfen verzeihen zu wollen, die Shn verfolgten”.

Eines Tages Tamen 1000 mohammedaniihe Geiitlihe zu hm, um Shm Geine Lehre zu widerlegen, aber Er bejiegte te alle.

Sm Frühjahr des Jahres 1863 wurde Baha’o’Tlah von Bagdad nah Konftantinopel gebradt, an dielem Pla wurde Er mit großer Rüdjiht behandelt, Er blieb vier bis Fünf Vionate Dort.

Che Er Bagdad verlieg — im Jahre 1863 — 19 Sahre nad) der Erflärung des Bab, erflärte Er Jich jelbit während einer Aufenthaltszeit von zwölf Tagen öffentlih in einem Ihönen Garten, genannt ‚„Rizwan“. Durd) Diele größte geitige Eriheinung erlangte die ganze Welt neues Leben. Die ganze materielle Melt it Durd) die Geburt Seiner menjhlidhen GSeltalt belebt und die geiltigen Reihe Find es dDurd Geine göttlihe Eriheinung oder geiltige Manifeltation. Bon Dieler größten aller Verfündigungen geht das Stille, Janfte Säujeln aus, welches das ganze Weltall belebt hat.

Nah dem vorübergehenden Aurenthalt in Ronitantinopel, verbannte Ihn die Regierung nad) Wdrianopel, in Der europäilhen Türfei, weldes landeinwärts und nordweitlid von Konitantinopel liegt. Dies ereignete ih am Ende des Jahres 1863. Au diefer Zeit erflärte der Gejegnete der Erde wieder, dak Er der verheißene Erlöjer Jei.

Sn den ahren 1863 bis 1869 führte Er fein großes Pert in der Gründung eines neuen Tages fort, an weldem die Sonne inmitten Blutvergiekens und Märtyrertums aufging. Er fandte die Anfündigung Seiner volllommenen Gegenwart an alle Herriher und Größen der Erde und erklärte, ‚daß Er Seine Schritte wegen der Sache der ewigen Liebe für Seine Geihöpfe von der unlihtbaren zu der fihtbaren Melt gewendet und Geine Herrlichkeit in dem Körper vou Staub verhüllt habe; dak der Meg zu den geöffneten ‘Pforten des Königreiches Gottes bereitet jet für jeden, der darauf


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wandeln wolle”. Die Prophezeiung von diejer großen Einladung ilt zu finden in Luf. 14 vom 16. Bers an. ‚Und lie fingen an alle nad) einander Jich zu entichuldigen.‘

Die damals geofjenbarten Gendjchreiben jind jebt Gegentand der Geididte.

Er jandte diejes Sendjdreiben an den Zar, an den Bapft, an den Kailer von Deutihhland, an Napoleon III., an die Königin von England und an andere.

Beim Lejen des für Jie geoffenbarten Sendihreibens agte vie Königin von England: „Wenn es von Gott ilt, wird es bejtehen,; wenn nit, dann jchadet es audy nichts.“

Der Zar jandte einen jeiner Mürdenträger ab, um die Quelle Diejes Schreibens zu erforihen und Diejer Botihhafter fehrie mit jold eindrudsvollem Beriht von jeiner Million zurüd, dab beim Yar die VBilion von dem ‚größten und höd)- ten Srieden‘ angeregt wurde.

Der Bapit empfing die Botidhyaft mit Spott; dann wurde ihm ein zweites Sendjchreiben gejandt, in weldhem er gewarnt und ihm gejagt wurde, dab ihm wegen Diejer Sandlungsweile jeine weltlihe Madt bald genommen werde. Wls im Sahre 1870 der deutichy-Tranzöliiche Krieg ausbrad), 309 Srantreich jeine Truppen von Rom zurüd, worauf König SJmanuel mit jeinen Soldaten einmaridierte und den Bapit wie einen Gefangenen auf den Batilan bejchränfte.

Einem hervorragenden Türfen (namens Rais) offenbarte Er folgendes Tablett: „Das Land der Geheimnijje (Adrianopel) und was neben ihm liegt wird verändert und aus den Händen der Türfei genommen werden. Aufruhr wird er-Icheinen, Wehllagen wird Jich erheben und Trübjal wird von allen Seiten über ie fommen.

Er prophezeite audy das folgende Gericht über die Türkei (perjonifiziert in Konftantinopel): „OD Bunft, weldyer an der Külte von zwei Meeren liegt, der Thron der Ungeredhtigfeit it in dir befeitigt; — du wirt vernichtet werden und das Bolf in dir wird wehflagen.‘“

Die Botihafter, welhe das Sendidreiben nad) Agypten bradıten, wurden zu Gefangenen gemadjt und in die Verbannung geihidt; das Gendichreiben wurde ignoriert.

Baha’o’Mah fagte den Sturz des Khedivs (Fsmael Baia) voraus, aud) dak die Botihafter in einer Turzen Zeit freigelajien und in der Gegenwart ihres geliebten Meijters tehen würden.

sn leinem politiihen Keldzuge befreite General Gordon


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dieje Männer und gab ihnen Erlaubnis, in ihre Heimat zus rüdzulehren und dieje Ereignilje in Verbindung mit dem Sturz des Khediven gehören zur Zeit der Geihichte an.

Jtapeleon ILL. las das an ihn gerichtete Sendichreiben und war] es weg mit den Worten: „Wenn der Gott ilt, bin id zwei bötter.” Bahea’o’lah jandte ihm ein zweites Gend-Ihreiben mit folgendem Inhalt: „Weil du das getan halt, jo werden jih die Angelegenheiten in deinem Reiche ändern; dein Kaijerreih wird Dir aus den Händen genommen werden, als eine Beitrafung für deine Handlungsweile. Wenn du did niit erhebit, um Diele Sade zu unterjtüßen und dem Geilt auf diejem geraden Wege folgit, jo wirjt du did} jelkit in offenfihtlicher Verlegenheit finden und eine heftige Bewegung wird li deines Boltes bemädtigen. Deine SHerrlichleit Hat Dich Itol3 gemadt. Bei meinem Leben, wahrlich fie wird nicht fortdauern, jondern joll vergehen, jojern du did nit an Dielem feiten Seile hältit. Wir haben die Demütigung eilends über did Tommen jehen, während du einer von denen bilt, Die Ichlafen.“

Diejes Sendjhreiben it ein genügender Beweis; es wurde geoffenbart, als Napoleon jo madhtvoll war, dab er Jagte: „Aut dielem Globus bin id} der einzige Gott”. Die Welt fennt den Sturz Napoleons III., jeine Enthronung, jeine Gefangenihaft und jeinen Too.

Baha’ o’lMlah jandte in einer jpäteren Beriode (von Affe aus) ein Sendichreiben an den Schah von Berjien. Ein Jüngling brachte es zu Yub nad Teheran und gab es dem Cdah, als er durdy die Straßen ritt. Er gab es ihm nicht als eine Bittigrift, Jondern als einen an ihn gelandten Befehl, indem er jagte: „Ein Befehl von Einem, dejjen Autorität höher ilt als die Ddeinige. Der Schah erforichte die Urheberihaft und den „snhalt, aber der junge Botidhafter Badt, d. h. der Wunderoolle, wurde mit rotglühenden Yiegeliteinen zu Tode gebrannt.

Als die Hentler die rotglühenden Yiegellteine mit etjernen Sangen aufhboben, um fie auf jeinen Körper zu werfen, er-Härte er, dah er dies Märtyrertum willlommen Heike, zugleid) Takte er die Steine mit feinen eigenen Händen und legte jie auf jeine Brult. Obgleich diejer TFüngling wuhte, daß er ein Leben auf diele Weile opfern werde, hat er dennody um das Vorredt gebeten, der Träger diejes Sendicdhreibens feines Deliebten jein zu Dürfen.


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Die Stadt Teheran hat Baha’o’TMah gejegnet und ihr verheißen, daß Geredtigleit in ihr regieren werde.

Um GSchlulje des Jahres 1868 wurde der Bollfommene von Wdrianopel nad Alfa verbannt; bier wurde Er neun Jahre lang in jtrenger Gefangenihaft gehalten; zwei Jahre davon verbradte Er im eigentliden Gefängnis diejer Stadt, und 7 „Jahre unter jirenger Bewadung in einem andenen Ge bäude. Während Er in Joldher Gefangen|daft war, Tamen Pilger von Berjien und Indien zu Yu aus ihrer Heimat, um hn zu jehen. Diele Pilgerreijen dauerten zuweilen 6 bis 7 Monaie, wobei die Bilger allem Wetter ausgejeht waren. Müpde und mit wunden üben warteten jie außerhalb der Gefängnis= mauern, bis ie einen Blid ihres Geliebten aus Dem Tyeniter Geiner elle empfingen; dann Tehrien jie in ihre Heimat zurüd; ihre Herzen waren für immer erfriiht durd; Diejes Licht.

Baha’o’Ilah jagte: ‚Obgleich jie mich in einen Kerfer gefperrt haben, jo werden ie mid) dennoch finden, reitend auf den Wolten des Himmels“,’ und jo war es.

Wenn einer der Mundjhent diefer großen Botldaft ift, Io it diefer Held; jo mit Edellteinen gefüllt, daß er in Berlegenheit fommt, was er davon zuerjt austeilen joll. Wenn die Verwirklichung jeines Töltliden Jnhaltes von der Seele des Menihen Bejig nimmt, jo dürftet Diele Seele nah Erneuerung diefes Keldhes für immer und ewig.

Hinfihtlich der Wunder, weldde von diejer heiligen Quelle ausgehen, gibt es Teine Grenzen, und ie jind größer, denn irgend eins, das je zuvor verrichtet wurde. Sie find aber nie die hödyiten oder ausichlaggebenden Beweile. Gie Jind nur ein Beweis für diejenigen, welde gerade zugegen ind; Die Maht und Schärfe des Wortes, die Herzen der Menjchen To zu ändern, daß lie ji in einem Joldyen Grad zu Gott wenden und Ihm ihr Herz unparteitih überlallen; daß lite nichts Getingeres mehr anziehen Tann, it der unwiderleglidite Beweis.

Die Mohammedaner verfludten einit die Chrilten, aber durd Diele Offenbarung haben Jie gelernt, Selus Chriltus als den Sohn Gottes zu verehren; fie glauben an unjere Bibel und veritehen fie jo gut wie wir und Jind fähig, Diele Wahr: beit aus ihren Feilen zu lehren.

Und nun nod ein Wort über die Mifftion Miohammeds. Seine Manifeitation und eine prophetiihen YUeußerungen baben dem Einen, in weldem Bolllommenheit it — aha’ o’Ilah — den Meg bereitet.

Dur Wiohammeds Schriften allein glauben jene Nad-


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folger dieler großen und heiligen Wirklichkeit und lernen dabei, die Bewohner der Welt als ihre Brüder anzujehen. Des Baters Name ijt auf die GOtirne eines jeden Mohammedaners geihrieben, welder an die Wirklihieit der Lehren Wiohammeds glaubt, jeiner gegenwärtigen DBerderbiheit abjagt und ih für das Licht Gottes, wie es an diejem großen Tag geoffenbart ilt, erflärt. Wir jehen, Mohammeds Million war nicyt wertlos.

Diefes Licht Gottes, weldhes für die ganze Welt \cheint, it das einzige Licht, weldhes den Orient aus jeiner moraliichen Erniedrigung und geitigen Unwiljlenheit erheben und vom ewigen Berlujt erretien wird.

Tahdem Baha’o’Mah mit Seinem Heiligen Haushalt Die Härten und Berfolgungen in dem Gefängnis von Alla neun Sabre lang erduldet hatte und Sie „Teinen Yehler an Jhm finden Tonnten“, wurden Shm die verihhlojlenen Tore dur) die Maht Gottes geöffnet und Er war wieder einmal nur Ber Dannter. 14 Jahre lang wohnte Er dann in der Umgebung von Alla.

Alla it eine fürkiihe Gefängnisitadt an der Külte von Syrien und wird zur Einterferung von Gträflingen benüßt. sene Repräjentanten, weldhe jih auf Befehl des Sultans und des Schhahs verfammelten, um zu beraten, wie dieje geheimnisvolle Macht eingedämmt werden Tönnte, entichieden, dah Dieler Plaß infolge feiner ungelunden AJultände Seinem Leben bald ein Ende maden werde. Dieje Repräjentanten, auf deren Befehl Er dahin gebradt wurde, jtarben nad) wenigen Monoten und für Shn blühte diefe Müfte wie eine Roje.

Sp legte Er während Seiner 40 jährigen Wtantfeitation die herrlihen Grundlagen diefes Glaubens. _19 Sabre vor Seinem Hingang offenbarte Er ein Weues Leitament, in welshem Er feinen Sohn Abbas Effendi als Seinen Nadjfolger er-Härte. Er verließ unter dem SHerzeleid Geiner Wachfolger den Tempel, genannt Körper, und erhob jid in den Simmel, von wo Er Tam.

„Kommt laßt uns vernünftig miteinander reden.

Betreffs der Yrage über die Dreieinigfeit wille, o Wanderer zu Gott, daB in jeder Periode oder in jedem propheti-Ichen Zeitalter, in weldem das Kit von dem Horizont ge-Ichienen und fi der vergebende Herr auf dem Berge Paran oder Sinai oder Seier geoffenbart hat, drei Dinge nötig was ten: „Der Geber der Gnade, die Gnade und der Empfänger der Gnade”.


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- Die Quelle des Glanzes, der Glanz und der Empfänger des Glanzes. Der Erleudjeende, die Erleuchtung und der Erfeuchtete.

Betradtet die Sonne, ihre Strahlen, und die SHibe, welde von ihren Gtrahlen ausgeht. Die Strahlen und die Hibe iind zwer Wirlungen der Sonne, aber fie find untrennbar von ihr und von ihr ausgelandt. Dennod it die Sonne ihrem Mejen nad) nur eine, — ohnegleidhen in ihrer pdentität; einig in ihren Eigenjdyaften; es it nicht möglid), daB ihr irgend etwas ähnlidd wäre. Co it au das Wejen der Wahrheit in bezug auf die Einheit; die wirkliche Lehre der Einzigfeit; die unverfälihte Wirkflichleit betreifs der Göttlihen Heiligieit.

Denn polierte Spiegel gegen die Sonne gejet werden, Io werden jie die Strahlen der Sonne aufnehmen und |jie zurüditrahlen. Diejfe Spiegel mögen verihhiedener Größe und ihre Oberfläde auf veridiedene Art poliert fein, Dennod) em= pfangen fie alle dasjelbe Licht. Die Spiegel jind verjchieden, das Licht ift Eins. Das ilt die MWirklichleit von der Yleild)- werdung Des Wortes.

Durh die Berfolgungen der Mohammedaner wurden über 50000 Bahai aus ihrer Heimat vertrieben und über Die Welt zerjtreut. Zaujend Tleine Kinder der Gläubigen wurden durch die Mufelmänner getötet. Mehr als 20000 Gläubige Harben als Märtyrer in Ddieler Sade.

Ein Drittel der Gläubigen jind befehrte Mohammedaner und die übrigen [ftammen aus allen Nationen.

„Dies it ein Tag, an weldyem jeder füße Duft von dem MWohlgeruh meines Gewandes dDurhdrungen ilt, dem Wohlgerudy, welder unter den Gejhöpfen verbreitet ilt.

Dies ilt ein Tag, an weldyem die See des Lebens von den Gaben des Gnädigen überfliekt.

Cilet und Tommet hervor, o SHeerihharen des Höditen, mit Herz und Seele! Dies it der Dämmerungsplaß des DBer-Dorgenen, des Unbelannten. Wäret ihr dody von denen, Die shn Tennen. Dies ift der Tagesanbrud von den unjichtbaren Shäten. Würdet ihr eu Fhm nur ergeben‘!

Die Beweile von einem falihen Chriltus find folgende:

Sein Einfluß madt ji nur innerhalb eines begrenzten Kreifes und nur für eine begrenzte Periode geltend; er jieht darauf, befannt oder berühmt zu werden, vielleiht auch auf Geld und erklärt: „Jh bin Chriftus‘“.

Die Beweile eines wahren Dffenbarers jind folgende und im Lichte der Bernunft jind Diele Beweile untrüglid:

g


[Seite 34] Een.

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1. Er muß Tommen gemäß den Zeichen, welche von Dem vorausgegangenen Dffenbarer gegeben wurden.

2. Er muß jich jelbit erflären.

3. Er muß id) mit folder Yeitigfeit erflären, dak er willens ilt, ji) für die ZJuverläjligleit feiner Sade in 1000 Gtüde hauen zu lafjen.

4. Er muß Erlenntnis und Madht von den verborgenen Geleten der Natur haben, 3. B. von dem Gejeh der Heilung ıc.

9. Er muß Die prophetiide Madt der Offenbarung baben und Ereignille vorauslagen ıc.

6. Weil er nit für die Dinge dieler Welt Tommt, fallen alle Dinge der Erde von ihm und er wird veracdhtet und verworfen von den Menjchen.

7. Sein Wort muß die Macht haben, in die Herzen der Menihen einzudringen und jie zu verändern.

sn Baha’o’Ilah wurde jedes Diefer Zeichen erfüllt und dur) das Yeugnis ihrer eigenen heiligen Säriften wird Er zum Meilias für Die Fuden, zur Morgenröte in ihrer erwarteten Dreieinigfleit der Dffenbarer für die Anhänger Yoroa= ters, zum wiedergeflommenen Buddah für die Bupddhilten.

Cr ilt unler Baum des Lebens, der Vater, den ejus Chriltus verheiken hat und Der Geilt aller Wahrheit.

Mir find am Rande großer Trüblale angelangt, aber der Thron ilt beiekt und wir werden zu dem Tag des allgemeinen tiedens gelangen. Wir werden den Sieg gewinnen durh Die Waffen der Liebe. Die gejegnete Bolliommenbeit Baha’o’Mah Sagte: „Märe es nit der Religion wegen, jo würde ich den, der mich ermordet, zu meinem Erben einjeßen.“

Aus diejer Darlegung Tönnen wir die geiltige Größe Der Heiligen und Märtyrer in Seiner Sadhe begreifen.

Bon dieler himmliiden Tafel geht feiner, der hungrig oder durltig ilt, unbefriedigt weg. Der uns Berheibene ilt gelommen und der ‚Engel Seiner Gegenwart“ hat die Welt vom Tod errettet.

„Am Wege des Meeres“, an der Külte des mittelländi-\hen Meeres, liegt die weiße und Ihimmernde Stadt Alla. 8 oder 9 engliihe Meilen von ihr liegt — wie ein Kreis um die Bai von Mlla — der Berg Karmel. Er ilt der jüplihite und die Stadt Affa der nördlihite Bunflt von der Bai, und man gelangt zu ihm dur das Tal von Alfa, Die blaue See auf der einen und eine niedrige Hügelfette auf der anderen

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Seite. Diele Hügelfetten jind Ausläufer von den Bergen des Libanon, weldhe fi immer höher erheben, je weiter fie in nordwärts ausdehnen, eine große Höhe erreichen lie jedoch nicht.

Wir befinden uns in der Mitte der bibliihen Prophezeiungen. Senjeits diejer niedrigen Hügel liegen die Länder der Stämme Gebulon und NWaphtali. „sn bezug auf Dieje finden wir in Sejaia 9, daß das Bolf, jo im Hinitern wandelt, am Wege des Meeres über dem Fordan im Lande Galiläa ein großes Licht gejehen hat. Napbhtali liegt etwas nordöjtlid von der Stadt Afta, und Gebulon etwas füdöjtlid vom Berg Karmel. Garon liegt fühlih vom Berg Karmel und entlang dem mittelländiihen Meere. In Sejaia 35, Bers 1—2, finden wir folgendes: „Aber die MWülte und die Einöde wird lujtig jein und das Gefilde wird fröhlich Itehen und wird blühen wie die Lilien.

Sie wird blühen und fröhlich ftehen in aller Luft und Sreude. Denn die Herrlichkeit des Libanon ift ihr gegeben, der Shmud Starmels und Sarons. Gie Sehen die SHerrlidteit des Herrn, den Schmud unjeres Gottes.“

Sn Holea 2, Vers 15, lejen wir:

„pann will id ihr geben ihre Weinberge aus demielben Ort und das Tal Ahor zum Tor der Hoffnung aufzutun.“

Sn Selata 65, Vers 10, it gelagt:

„Saron Joll ein Haus für meine Herde und das Tal Adhor ein Weideplat für meine Herden werden, Tür mein Bolf, das mi judt.“

Wo jind alle diefe Pläße? Gie liegen auf der Bai von Alle, um die Stadt Alfa herum. Auf den Landlarten wird Alta verjhieden geichrieben. Wenn dies Teine Erfüllung der Prophezeiung ijt, dann muB irgend ein ehler in den Brophezetungen Jelbit liegen.

Snnerhalb der Mauern dieler Stadt wohnt Einer, auf den jih die Gedanten der Welt Tonzentrieren, einige bewußt und andere unbewußt. Es vollzieht jih eine Vorbereitung in allen Herzen. Die Schwingungen von dielem großen Mittelpunft erweden und beleben alle Berjtandesfräfte und Geiltesmädhte.

Kadhdem id) eine große und heilige Bilgerfahrt nad) diefer Stadt des geiitigen Lichts, der Liebe, Der Freude und des Üriedens gemadyt habe, ilt es mein Borredht, die Düfte ihrer gejegneten Bollendung unter allen zu verbreiten. |

Sch habe den König in Seiner Schönheit geliehen. ch


[Seite 36] & habe Seine geiltige Herrlichfeit verwirfliht. Sch veritehe nun,

wie Er wiedergeiehrt ijt, jo till wie ein Dieb in diejer Nadt

der geiltigen Yinjternis und ohne beachtet zu werden, auch daß diejer Eine, der erjdienen it, der größte Zweig vom Baume des Lebens ijt, der Jweig, von weldem Seiaias, eremias, Hojea und Sadaria prophezeit Haben: dak der Sohn, welder | wiedergelehrt it und den Kelh im Rei) Gottes erneuerte, . das Bündnis mit uns gehalten hat, daß Er der ‚„Mittelpunft " des Bundes“ it, daß der Meijter hier it und wir nicht nötig E haben, nad) einem anderen auszubliden. 5 Und id veritehe noch viel mehr denn Ddiejes. . Kr nennt ji Jelbit „Abdul Baha‘“, d. h. „der Diener Gottes“. Er ertlärt aller Welt, daß Er auberdem Teinen Rang oder Stellung habe, daß Er für die Geliebten des EI Baha’ Teinen anderen Stand anerfenne als den des Dienites, der Demut und der Niedrigfeit, daß Er ji felbit mit Dielem WDlantel befleivet und mit der Krone des abjoluten Dienftes für die Schönheit des Abha gefrönt habe, jowohl im irdiihen als im himmlilden Königreid).

Die Unerlennung diejer Gtellung it das Leben jeder Seele. Dies it ‚der Schatten von dem Wort Einigleit‘, unter weldem alle Geliebten des AUbha bleiben müjjen. ‚Dies it nit Dienft, jondern Herrihaft. ‚Dies it das Gewand der ewigen Herrlichleit” und „Die Role der immerwährenden Begeilterung.“

‚Selus jagte: ‚„Meldyer will groß werden unter eud), der foll euer Diener jein und weldyer unter euch will der Dora oen der foll euer Knecht jein“ (Marl. 10, Vers 43—44). |

Das Diadem des Dienites it das Diadem der Schönheit und Des Lichts.

Sn den heiligen Händen von Abdul Baha liegt die Dffenbarung von Baha’ o’Mah.

Sshm it die Ausbreitung dieler Offenbarung über Die Erde und die Erbauung des Tempels vom Neuen erujalem anvertraut.

Die Welt jhläaft in der jegigen Zeit des erfüllten Bündnilfes in der Manifeltation, gerade wie es vor 1900 \ahren der Yall war. Gottes Botldhafter wurde damals verlältert und geihmäht, und Geine Keinde waren Geine eigenen Haus genoflen, denn Die Seinen nahmen Fhn nidt auf, und jo wird es auch in Dielen Tagen jein. Uber jet wie ehedem gelten die Morte: „Meine Schafe hören meine Stimme“.

. . .. E) - un Be u. „FA me - ruht ni erncei rt r ee - . ' - .


[Seite 37] Diejer große Tag ilt erhaben über alle vorausgegangenen. Deshalb eriennet Seine Größe.

„Bahrlid, Er ijt hervorgegangen von dem Diten und Seine ZJeihen jind erichienen im Weiten! Erwacet durch den Hauch Gottes! Mahrlih, er hat geweht in der Welt! Ges eite der, weldyer jeinen MWohlgeruch entdedt hat und nidt zweifelt.“

Es liegt an jedem, diefe Wahrheit zu erforihen. Achte darauf, wie Du Did Dieler Sache gegenüber jtellit. Es gibt feinen Mittelweg.

Die Verantwortung rubt fo lange auf dem, der die göttlihe Erfenntnis bejitt, bis er fie andern anbietet; dann rubt die Derantworlung auf dem, weldem jie angeboten murde.

Das Gebet wird dir die Wahrheit zeigen.

„Dies it die Wahrheit‘.

„ver Geliebte it in den Garten herniedergelommen um Lilien zu fammelIn‘“.

Bemweile von der Ofienbarung Baha’o’llahıs.

Die Bibel ilt in drei Teile eingeteilt. 1. In Bücher der Geihichte,; 2. in Berichte über Gelee und Berordnungen; 3. in prophetilhe Bücher.

Der dritte Teil ihres nhaltes it es, mit dem wir in diejer Periode ihrer Erfüllung hHauptlählih zu tun haben. Wir wollen uns zuerjt mit ihrem ältejten Bud) befallen.

„an 1. Doje 15, 5, verheigt Gott Abraham zwei Söhne, rein Erjtgeborener, Kamael, war der Sohn von Hagar, welhem ber Engel des Herrn nad) 1. Mioje 16, 12, erflärte, daß er ein wilder Mtenid) fein und feine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn fein werde, auh da er gegen jeine Brüder wohnen joll. In 1. Moje 17, 20, verheikt ihm Gott, daß er zwölf Fürlten zeugen werde und daB er ihn zum großen Bolle maden wolle.

Mit TFlaal, dem zweiten Sohn, madte Goit nad 1. Moje 17, 21, einen Bund, in weldem verheißen ilt, was Ipäter nad 1. Wiofe 26, 3—5, erfüllt wurde.

Dur) den Einfluß von Sarah (Faals Mutter) wurden Fsmael und Hagar aus ihrer Heimat vertrieben und Diele Wanderer wandten ihre Schritte nad) der Wüfte Paran, wo lie wohnten und wo Ssmael ein ägpyptildes Meib nahm. in 1. Mofe 21, 20, it gefagt: „Und Gott war mit dem Knaben‘.

[Seite 38] a ER AS ir iR TEL a re ig ee: " = e2 ee ge " Ta u ET Per rt Te ET Fe re a er - “ we -: .n nn Ba TO TE tn En - - .iunn -- -.- - " - nn — .

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Sowohl die biblilde als die weltlihde Geihichte jind darin einig, DaB die Araber jene dem Jsmael verheikene große Nation ind, denn jeine Nachhlommen bevöllerten den nördlidden und weitliden Zeil diejes Landes und bildeten jchlieklid das Hauptelement der arabiiden Nation. Siehe aud 1. Wioie 15, 18.

Die Geldidhte von Abrahams zweiten Sohn Slaaf, welher Rebefla heiratete, it befannt. Er Hatie zwei Söhne, Eau und \alob. Durdh Ueberliftung ficherte jid) SJalob beides, Ejau’s Eritgeburt und Segen. Dennod hat Fjaaf jeinem Sohne Cjau nad 1. Mole 27, 39—40, folgenden Segen verliehen: „Siehe da, du wirit eine fette Wohnung haben auf Erden und vom Tau des Himmels von oben her. Deines Schwertes wirt du di nähren, und deinem Bruder dienen. Und es wird gejhehen, dab du aud ein Herr jein und fein 5soh von deinem Halle reißen wirjt.“

Ejau heiratete eine Tochter von FJsmael und wohnte auf dem Gebirge Geir (1. Mole 28, 9). Elau it Edom (1. Mole 36, 8). Edom it ein Teil des nordweitliden Arabien und grenzt an Syrien an. Jm 17. Jahrhundert wurde es von Den Urabern befiegt und teilt either die Geidhide Nrabiens. Seine Haupfitadt war Bazra.

Der griehilhe Name von Edom ilt Spumäa. NWad) der Karte it das Gebirge Geir gleihbedeutend mit Edom.

Bibliihde Kommentare haben wiederholt behauptet, daß Eau durd) und dur Beduin und ein Sohn der MWüjte war.

Salob hatte zwölf Söhne, von weldyen nidyt bloß eine Nation ausging, wie es smael verheißen wurde, Jondern viele Nationen und Könige. Dieje Könige waren die Häupter der zwölf Geidyledhter iraels.

Sowohl von Fsmael als von aaf jtammten je zwölf große verheißene Nahlommen ab.

Bon dem Geihlehte Fuda wurde in direfter Wbitammung der König David geboren, und |päter ebenfalls in Direlter Abltammung Watthan, welder gemäß der bibliihen Geichichte der Großvater von Tolef und Maria war.

Das Gelchledhtstegiiter im Evangelium Matthäi und Lulas, weldes die Abltammung von ejus dem Chrilt betrifft, it nit ganz harmonildh, aber die drei erwähnten TZatjaden bleiben beitehen. ejus Chriltus war der Same Davids und feiner Blutsperwandten ‚nad dem leilfche‘‘, und als folder wurde Er nah Römer 1, 3, anerlannt.

Mir finden aber, dab David aud) eine geiltige Bedeutung

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hat, denn in Palm 110 Iejen wir eine Daritellung, welde der König in bezug darauf gemadt hat. WUls die Bhartjäer nad; Matthäi 22 Selu erflärten, daß Chriltus der Sohn Das vids jei, gab ihnen Jejus jelbit folgende Antwort, in welcher Er des Königs eigene Worte aus dem Pialm anführte und Iprad): „Wie nennet ihn denn David im Geilte einen Herrn, da er jagte: „Der Herr hat gejagt zu meinem Herrin! Gebe Di) zu meiner Rechten, bis daB ih lege Deine Jeinde zum Schemel deiner Yühe. Sp nun David ihn einen Herrn nennet, wie it er denn jein Sohn? Und niemand Tonnte ihm ein Mort antworten und wagte aud) niemand von dem Tage an Hinfort Ihn zu fragen.‘

David bedeutet geiltig ‚der Geliebte‘ und it Deshalb ein Symbol der Göttlihen Liebe.

Sm 1. Buh Mofje 49, 10, Haben wir eine Prophegzeiung von Salob, als er feine zwölf Söhne jegnete. Er jagte: „&s wird das Szepter von Juda nicht entwendet werden nod) ein Meilter von feinen Yüken, bis daß der Held Tomme, und demlelben werden alle VBölfer anhangen.‘ Es wurde gejagt, dies beziehe ji) auf Sefus Chriltus; aber Sejus Tam vom Stamme Fuda, und der Stern von Bethlehem bejeitigte Die Herrlichteit nit von Juda, Jondern vervollitändigte jie.

Nur ein Brudteil des Volkes jammelte fih um Jhn.

1900 Sahre lang hat die Melt dem Szepter des Löwen von dem Stamme Yuda Ehrfurdt gezollti. Wenn die Tage erfüllt ind, wird es von ihm entwendet werden (1. Woje 49, 1).

Und nun it der Held (Schiloh) gefommen und alle Nationen jtrömen Fhm zu.

Selaia Hat — wie |hon erwähnt — den PBlab genau bezeichnet, von dem das Licht in die Melt jcheinen werde, nämli „am Mege des Meeres“ aus dem NRojengarten von Alla.

Sn Daniel 2 finden wir, daß der König Nebuladnezar einen Traum Hatte von einem Bilde, das aus vier verjdiedenen WDietallen geformt war: das Haupt von Bold, jeine Brult und feine Arme von Silber, fein Bauch und Lenden von Era, jeine Schentel aus Eilen und Jeine Yühe teilweije Eilen und teilweile Ton.

Daniel, weldem Gott die Wuslegung Dieles Iraumes gab, erflärte ihn wie folgt: Das Königreid) des Nebuladnezar war zu Diejer Yeit ein Reich der Macht und Stärfe und wurde als das güldene Haupt bezeichnet. Ein nachfolgendes geringeres Königreid wurde als das Silber bezeichnet, ein Drii-


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tes als das eherne, weldyes über alle Lande Herridden wird, und ein viertes, das hart fei wie Eilen. Im Zufammenhang mit dem Ende und einem Teil diejes vierten YJujtandes it ein großes Ereignis verheiken.

Die Zeit Diejes Königreids it von Eilen, weldes Die Maht der Unterwerfung und der Zerltörung bat; es ilt in zwei Ölieder (oder Arme) geteilt. Am äußerjten Ende feiner Exi-Itenz wird es zerbreden in viele Teile und Diele werden teils von Eijen und teils von Ton Jein. Es ijt ein menjdlidhes Königreih, denn — „obgleich fie nad) Menichengeblüt vermengt Jind, werden jie doch nicht an einander halten‘ oder Jid) vereinigen, denn obwohl fie der Sprößling vorhergehender ‚Jultände jind, Jind fie dod) einander entgegengejeht. jn Diejer Beriode ‚wird ein Stein ohne Hände herausgebroden‘, weldher das. Bild an jeine Füße Schlägt und jeden Weit feiner Gegenwart und Jeiner früheren Zujtände zeritören wird, jie ind wie Spreu vor dem Mind, und der Stein, weldjer Diejeiben zeritört, ilt das Königreidy, weldes Gott vom Himmel aufrichtet und weldes für immer beitehen wird.

Die mohammedaniide Religion verbindet Nirde und Staat und regiert beide. Gie war lange in zwei AJweige geteilt, in die Schiiten von Berjien und in die Suniten Der TZürfei. Gpäter haben ie ji zerjplittert in viele Gelten, und obgleih fie im Glauben an Mohammed als ihren Propheten alle eins jind, jo würden Sie ji Doc niemals unter einander verheiraten oder ji jonjt miteinander vermengen. Diele mohammedaniihe Religion bildet die Glieder und Yüße des Bildes. Die Schiiten ind geiltiger als die Guniten und deshalb Jind jie in den Augen Gottes tärfer. Der Gtein tft das ewige Königreih von Baha’o’llah. Gott hat Dieles Königreid) gegründet.

Sn Matth. 24, 15, erinnert uns Sejus Chriltus, dab die

Schlußereignille Seines Zeitalters eintreten werden, wenn Die

Greuel der Berwültung ihren Höhepunft erreiht haben.

Dies bezieht ih auf die vollitändige Erniedrigung und Zerjplitterung der Fuden, weldhe ihren Giptelpunfi erreidt bat, und durd) die Zeichen ihres Taurat erfennen jie, dah ihr Tag der Erniedrigung zu Ende ilt und Die Tore des König reihs ji ihnen geöffnet haben.

Mohammed erflärte fi zehn ahre vor der mohammedaniichen Zeitrechnung, welde anno 622 nad) Ehrilti beginnt.

Mohammedaniihe und üdiiche Jahre find beide Wond-


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jahre und Haben je 354 Tage. Die jüdiihen Tahre Haben lehs Donate von je 30 Tagen und jehs Wlonate von je 29 Tagen.

Menn wir uns zu Daniel 12, 11, wenden, jo werden wir die Prophezeiung finden, auf welde jejus fich bezog, als Er uns die Jeihen von dem Ende der Tage gab, in welder Zeit Sein Szepter als jüdilher Gejeßgeber von hm genommen und Einer erjcheinen würde, dejjen Szepter — geihmüdt mit den Juwelen der Liebe, Des Friedens und der Harmonie — die Welt regieren werde,

In dielem 11. Vers des 12. Kapitels im Buch Daniel it von der Serltörung des täglihen Opfers und von dem Erichheinen der Greuel der VBerwültung die Rede.

Sm Sabre 70 nah Chrilti bejiegte Titus Serujalem, aber zu diejer Zeit war das täglide Opfer nod nicht wirllich zeritört, denn wenn es auch in Jerujalem nicht mehr gefeiert wurde, jo feierten es doc) die Juden im Geheimen in ganz Syrien und dies hörte nicht auf, bis der Mohammedanismus Jerujalem an fi} 30g und die Juden aus ganz ©yrien verbannte.

Das Erideinen von Mohammed war die Iymbolilde Erfüllung diejer Prophezeiung. In Ddiefen 1290 Tagen haben wir 1290 Mondjahre. Daß Mondzeiten allen bibliiden Berechnungen zu grunde liegen it eine Zatiadhe, welche jo weithin anerfannt ilt, daß es feines weiteren Beweijes bedarf. Hezehiel Yagt, daß uns die Tage für Jahre gegeben jeien (Hezeh. 4, 6). Wenn wir Diele 1290 Mondjahre mit 354 (der Anzahl Tage eines Monpdjahres) multiplizieren, jo reduzieren wir fie zu Mondtagen, und wenn wir loldhe mit 365 (der Anzahl Tage eines Sonnenjahres) dividieren, jo erhalten wir Sonnenjahre.

Sähle dies Rejultat zu den 622 ahren nah Chrilti, als anno SHegira oder die Mondzeit aufgerihtet wurde, und wir haben 1873. Nun hat jih aber Mohammed zehn Fahre früher erflärt und wenn wir Diefe abziehen, jo haben wir 1863.

Dies ilt das Jahr, in weldem fi der Erlöfer der Erde allen Bölfern erllärte, und zwar im Anfang Diejes Jahres von Bagdad aus und in feiner zweiten Hälfte von Adrianopel aus.

Des Babs Erllärung ging im Jahre 1260 (nah mohamemedaniiher Zeitrechnung) vor fih. Als er ji zu Ddieler Yeit erflärte, erfüllte er Die mohammedaniihe Prophezeiung.


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Die Dohammedaner in Berjien, Indien, Algier und Syrien fürdyteten alle dies Jahr als ein jolches, das ihnen nidhts Gutes bringen werde. Es war eine allgemeine Annahme in WUegypten, dab mit Ddielem Sahr ‚der Geilt Wrabs von ihnen gegangen et“.

Laht uns die Zeiten betradhten, weldje von elus Chris tus im 12. Kapitel der Offenbarung angegeben jind:

„Und es eridhien ein groß Zeichen am Himmel: Ein Weib, mit der Sonne befleidet (dem Sinnbild von Beritien) und der Mond (das Sinnbild der Türfe) unter ihren Füßen.‘ Dies tft das Symbol der mohammedantiihen Religion.

„Auf ihrem Haupte it eine Ktrone von 12 Sternen.‘ Dies ind die zwölf Smams, weld)e Mohammed folgten. Biele Kalife folgten ihm, aber nur dann und warn war einer ein Smam (oder geiltiger Lehrer). Wohammeds Vefje, Alt, heiratete Katima, die Todhter des Bropheten, und jo wurde Die Linie fortgepflangt.

Nah) dem Ableben der zwölf Smams, für weldhes arabilde Theologen das Jahr 260 (mohhammed. Zeitrehng.) feltitellten, würden 1000 jahre vergehen, dann werde ver große Smam Mahdi eridheinen, das mohammedantiidhe >eitalter werde fallen und Gott werde regieren auf Erden. Dreimal werde die Trompete eridallen. Die prophezeite erite Trompete wurde genau erfüllt im Sahre 1260 (mohamm. Zeitr.), als fi der Bab erhob und feine wundervolle Bot-Ihaft als Vorläufer und Herold eines Größeren als er jelbit, verlündigte.

Das Kind in Offenbarung 12, weldes von dem WMeibe geboren wurde, war Mohammed. Die Wülte, nad) welder das Meib im 6. und 14. Bers entflohen it, it die geijtige Mildnis, in welder fi Arabien zur Seit befand und alle Welt — wenn überhaupt mit der Gejdidhte Arabiens vertraut — weiß von dem wundervollen Aufihwung des mohammedaniihen SZeitalters und wie WUrabien nachher Jahrhunderte fang den Orient in Willenichaft, Kunit und Literatur führte.

Die Prophezeiung von TFsmaels ‚zwölf Prinzen‘ wurde gänzlich erfüllt in den zwölf Smams.

Gott Hatte für Diele Religion einen Ort bereitet, an welchem fie erhalten werden Yollte 1260 Tage, gleich 1260 Jahren. Dies Jind Mondjahre. VBerwandle jolde in Sonneniahre (wie bei den 1290 Sahren) und das NRelultat it 1222 Jahre. Der Bab erklärte jih anno 1260 (mohamm. Zeitr., welde Mondjahre Hat) und die mohammedanilde Zeitrechnung be-

[Seite 43] gann anno 622 nah Lhrilti (Sonnenjahre), das Rejultat it Jomit 1844 GSonnenjahre Dies it das Jahr, in weldhem ih der Bab der Welt erklärte.

Somit ijt die im 6. Bers des 12. Kapitels der Offenbarung feitgejeßte Zeit erfüllt.

Sm 14. Bers Ddesjelben Stapitels it eine andere Bered)- nung Dieler Seit Teitgejett. Biblilch bedeutet Zeil 360 Tage, zwei Zeiten 720 Tage, eine halbe Yeit 180 Tage, zählt man dieje zujammen, Jo Hat man wieder 1260. Dieje „Zeit it diejelbe wie ‚Zeit, Zeiten und eine Halbe Zeit‘ in Daniel 12,7.

Dieje 360 Tage jind au Mondzeiten. Dieton von Athen, weldyer über 400 Jahre vor Chrilti lebie, arbeitete Diele Tlare Deihode aus einem verwidelten Syitem der Zeitrechnung heraus.

Siehe au Offenbarung 11, 2, und berechne dieje Morate zu Mondjahren, jo haben wir 1260 Mondjahre, und in Ders 3 Jind wieder 1260 Wiondjahre angegeben. Dieje Pro: phezeiungen beziehen ji auf das mohammedaniide Zeitalter und die zwei Zeugen waren Mohammed und Ali, denn zwi-Ihen dem Kommen von Jelus Chriltus und der gegenwärtigen Zeit Jind Teine anderen YJeugen aufgeltanden.

Sm Bud Daniel finden wir nod) eine andere Jeit berichtet. Daniel war ein Staatsbeamter an den Höfen von Drei aufeinanderfolgenden babyloniiden SKönigreihen. Während der Regierung des Bellazar wurde Daniel in einem Gejichte die YJeil angegeben, in welcher das Heiligtum wieder geweiht werden Joll, jiehe Daniel 8, 13 und 14. Hier Jind 2300 Sabre feitgejegt. Don diejer Beriode im Leben Daniels bis zu der Geburt von SJelus Chriltus waren es rund 500 Jahre und von der Geburt Chrilti bis zum Anfang des legten Sahrhunderis, wo ‚ver Sohn geboren wurde‘, waren es 1800 Sahre, gibt zujammen 2300 Sahre.

Dur verichiedene Bibelforiher ind noch mande Wlethoden angegeben, mittelit weldden man genau auf die Zeit 1844 Tommt. Einer diejer, der religiöjen Welt gut beiannten Bibelforjcher, weldyer zur Zeit, als er es |hhrieb, abjolut nidjts von Dielen großen Tagen wuhte, berichtet in einem jeiner Werke, weldyes voll it von dem Heiligen Einfluß der Dffene barung Baha’o’Tlahs, daß die Bibel mit unermüdlidher Bebarrlichleit auf das Fahr 1844 zurüdiomme.

Das Sahr 1844 it ein Jahr, weldhes die Herzen Des Bolfes Gottes immer froh maden wird, denn in diejem „Jahre erflärte fi der Bab im Glanze feiner großen Mijjion als ein


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Botjhafter, er verlündigte, daß der, weldem er vorangehe, non auf der Erde jei und fich feiner Herde bald offenbaren werde.

Zur Zeit diefer Ankündigung wurde der dritte Dieler großen Dreieinigleit geboren, es ilt Abdul Baba, unjer Meiter, weldyer in der Stadt des Lichts an dem blauen Mittelmeere wohnt. Wohlen, mögen jid) die Herzen im ganzen Univerjum jihibar oder unjihtbar freuen, zujammen fingen und dies gejegnete Jahr, um welde jich alle Prophezeiung dreht, feiern. Miojes prophezeite, daß dem Tag Gottes drei NReligionen und vier Manifeitationen vorhergehen müjlen. Wir finden dies im 5. Bud Mioje 33, 2: „Und jprad: Der Herr tt von Sinat Tommen und ilt ihnen aufgegangen von CGeir; er it hervorgebroden von dem Berge Baran und ilt Tommen mit 10000 Heiligen; zu jeiner redhten Hand ilt ein feuriges Gele an fie.“

Sinai bezieht jih auf Mofe und das mojaische Zeitalter, Seir auf Sejus EChriltus und das hriltliche Zeitalter, der Berg Paran auf Wohammed und das mohammedanildhe Zeitalter und die vierte ilt die Eridheinung von Baha’o’Tlan.

Sn Selaia 25, 9, und Kapitel 9, 6, tt gelagt, dak Er in dielem Zeitalter Gott genannt werde.

Die zwei Regeln, durd; welde wir erlennen, weld)e Brophezeiungen ji auf das Zeitalter von Selus, dem Sohn, beziehen, und weldhe PBrophezeiungen den leiten Tag von Bott betreffen, Sind folgende: Diejenigen, welde die Demütigung und Erniedrigung der Suden vorausjagen, betreffen den Tag von elus Chriltus und Dlohammed, und Diejenigen, welde die Zeit ihrer MWiederheritellung vorausjagen, beziehen jih auf Baha’o’TMah. Herr der Heerjcharen it Gein Vlame.

Aus Hunderten von Beweilen wollen wir einige auswählen, welche uns den Meilter Abdul Baha als den zeigen, „welcher Serujalem wieder aufbaut‘.

Sn Daniel 7 vom 9. bis 14. Vers finden wir folgendes: „Soldes fahe ih, bis daß Stühle gejeßt wurden, und der Alte jehte fi, des Stleid war jchneeweiß und Das Haar auf feinem Haupt wie reine Wolle, fein Stuhl war eitel TeuerfHammen und Desjelbigen Räder brannten mit euer. Und von demielben ging aus ein langer feuriger Strahl. Taufend mal taujend dieneten ihm. Das Geriht ward gehalten und die Bücher wurden aufgetan. ch. fahe zu, um der großen Rede willen, fo das Horn des Herrn redete, ich fahe zu, bis das Tier getötet ward, und fein Leib umlam und ins Yeuer

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geworfen ward. Und der andern Tiere Gewali au aus war; denn es waren ihnen Zeit und Stunde beitimmt, wie lange eın jeglies währen jolıte. Sch jahe in diegem Gejichte des Nadis, und jiehe, es Tam einer in des Himmels MWolien, wie eınes Menjchen Sohn, bis zu dem Alten, und ward vor denjelbigen gebradit.

Der gab ihm Gewalt, Ehre und Neid, dab ihm alle Leute, Bölter und Zungen dienen Jollten. Geine Gewalt it ewig, die nit vergehet, und jein Königreich hat Tein Ende.“

Dies ilt das Gejiht von dem Bud) des Zeitalters , weles nun entjiegelt it. Und der Sohn empfing von dem Ba= ter ein ewiges Königreih und ewige Herridhaft.

Sn Diidya 5, 1—4, jind die zwei Eridheinungen von Chritus berichtet: „Er, das Wort, welches hervorgegangen ilt von der Meanifeltation durdy alle Zeitalter, it ein Tag, an welhem Er Regent ijt in Jirael. Uber Er gibt Sirael auf, bis die, welche gebären joll, geboren hat. Nad) diejem jollen die zeritreuten Sjraeliten zurüdtehren und Er wird auftreten und die Herden Gottes weiden in der Kraft des Herrn und im Sieg des Namens jeines Gottes. Und jie werden wohnen, denn Er wird zur Jelben Feit herrlidd werden, }o weit Die Welt it. Und diejer Wann joll der Yriede jein.‘

Lies nun aufmerfiam Felaia 4, 2, Selaia 11, 1—12, Selaia 22, vom 20. Bers bis zum Ende, ejata 30, 26, es fnia 60, 20 und 21, erem. 23, 5—8, Serem. 33, 14—16, 3ephania 3, 8—10, Sadaria 6, vom 12. Ders bis zum Ende, Hebräer 4, 8, Johannes 16, 23.

Der Jweig, von dem in den ilraelitiiden Propheten jo oft die Rede ilt, Hat ji in der Tat von dem Baum des Lebens abgezweigt. Der Vater ilt gelommen mit dem Gohne. Dies it die MWiederfunft von dem Löwen aus dem Stamme Tuda. Dies ilt die MWiederlunft des Lammes, das einmal erwürget war. NWahdem Er einjt den Märtyrertod erlitten hat, it Er jebt zurüdgelehrt auf den Thron zur reden Hand GSeines Baters und Er it das ‚„‚ZJeidhen von dem Ende‘. Wie uns in der Offenbarung Johannes im 21. Kapitel gejagt it, erleuchtet die Herrlichleit Gottes und die Herrlid.eit des Lam= mes dieje hbimmlilhe Stadt (die geiltige Herde von Baha’- v’lah). Sn demjelben Kapitel finden wir, da Gott jelbit mit uns fei und unter uns wohnen werde. Es ilt gejagt, da ih jede Offenbarung im Kortichreiten verdopple. jn Dielen Tagen wird der Schleier von der ganzen Erde hinweggetan. Liebe, Yriede, Glaube, Taten und ÜErienninis von

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unjerem Gott werden das Yundament des Königreihs von Silo jein.

Die Gründe für dieje Difenbarung jind folgende: Bis jett waren die heiligen Bücher aller Religionen nicht entfiegeli. Heute find ihre Giegel aufgebrodhen. Deshalb ilt dies das „Jeilalter der Lehren und die Zeit, in welder alle Religionen davon Stenninis erlangen und in Einflang mit allen anderen gebradht werden follen.

„An dielem Tage werden alle Bewohner der Erde in eine Kation vereinigt jein, univerjaler riede wird herrichen, Blutvergieken und SKrieg werden aufhören, es wird eine Welt-\pradye geben, Einigleit und Harmonie werden zur hödhiten Stufe gelangen, alles wird unter dem Jelt des Triedens verhammelt jein.“

Baha’o’lah ijt der Erzieher des ganzen Univerjums, Seine Lehren jind die Urjadhe des Lebens der Welten, der Einigleit und Harmonie der Geichöpfe, der Mebereinitimmung der Völler und des univerjalen riedens.

Heute jtehen wir in der Gegenwart diejer großen Uffenbarung und müjjen uns entidheiden, ob wir Dielen Chrijtus haben wollen oder nidt.

Die einfahe Behauptung des Menichen, daß er an Gott glaube, wird ihn nicht reiten, denn die Teufel glauben aud und zittern. Goldye Gläubige ind wie Brunnen ohne Waller. Menn ich der Geilt des Unendlichen in dem Tempel des Men-Ihen offenbart, jo it es für den, der verjucht, ji) diejem Mort zu widerjeßen, wie der Tod.

Sn der zweiten Epijtel von Johannes wird uns gejagt, dak es im Anfang des hriltlichen Zeitalters viele in der Welt geben wird, „die nicht Defennen SJejum Chriüt, daß er in das eh, fommen ilt. Diejer iit der Verführer und der Widerri.“

Wie es damals war, Jo wird es jet wieder jein. Bor 1900 jahren wurden viele lälterlide Morte gegen Gottes Botihafter und Seinen Sohn gejprodden. Ebenjo wird es aud in der geyenwärtigen Jeit ein.

Un jenem Tag, als elus vor dem Ridhterjtuhl des Bis latus in der Gegenwart Seiner Anfläger \tand, war Er mit den Stetten eines gemeinen Derbreders gebunden; Dennod) war Er der Sohn Gottes.

Die heilige Geihihhte wiederholt fi immer. Und je größer das Licht sit, deito mehr wird die Finiternis Jichtbar werden, je größer die Mahrheit, deito größer die Kaljichheit

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der Gegner, je vollflommener der Meg zu Gott it, deito jchredliher wird das Shidjal deijen fein, dem der Weg geöffnet wurde, der aber nit darauf wandelt, und ‚einer von denen it, die ferne Jind“.

Jür Diejenigen aber, welde glauben, „it Er Töltlih“.

Yu beziehen durd: 2öilhelm Herrigel, Stuttgart, Hölderlinftr. 35. ‚sm jelben Verlag find erfchienen: Die Geichichte der Bahni-Bewegung von Sydney Sprague

Breis 20 Pf. Berborgene Worte aus der erhnbenen Feder Bahn’ 0’ Unh's

Breis 50 Bf.