Die universale Weltreligion/Text
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DIE UNIVERSALE WELTRELIGION
Ein Blick in die Bahai-Lehre von Alice Schwarz
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Druck von W. Heppeler, Stuttgart.
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Das Evangelium des Lichts verkündige Ich
dir, erfreue dich dessen und laß dich durch
dasselbe in den Zustand der Fleiligkeit
leiten, Alsdann bleibe in diesem, damit
du im Frieden sein mögest — ewiglich.
Baha o liah.
BR, Ein neuer Gottgesandter und (Gesetzgeber
ahaollah
ist in die Welt getreten. Mit ihm beginnt ein neuer Zyklus für die Menschheit. Seine Lehren befriedigen die religiösen und sozialen Bedürfnisse der heutigen Zeit und bringen uns die höchste und edelste Lebensauffassung. Das Suchen nach Wahrheit, nach Göftlihem, das durch die zerrüttete Welt zieht, soll nach Gottes Willen in den Lehren Seines Gesandten Baha’o’llah Genüge und Erfüllung finden. Jeßt und in aller Zukunft werden Seine neuen (iesetze für die ganze Menschheit maßgebend sein. An jedes Volk, an jede Rasse, an die Gläubigen aller Religionen ergeht Baha’o’llah’s Ruf; diese wichtigste Botschaft für Jedermann und Alle.
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Die Prinzipien des Baha‘ollah.
Die gesamte Menschheit ist als Einheit anzusehen.
Alle Religionen müssen sich zu einer höheren Einheit verbinden.
Durch einen festgegliederten allumfassenden Völkerbund muß der universale dauernde Weltfrieden gesichert werden.
Neben der Muttersprache soll in jedem Land der Erde eine Welt-Einheits-Sprache eingeführt und gelehrt werden.
Jedes Cilied der ganzen Menschheit hat dasselbe Anrecht auf die geistigen Güter von Religion, Wissenschaft und Kunst.
Infolgedessen sollen Knaben und Mädchen, reich und arm, begabt nnd unbegabt, die denkbar beste Erziehung und Schulung genießen (Einheits-Schule-Grundb au).
Es besteht für jeden Menschen die Arbeitspfliht. Alle Arbeitsunfähigen und Erwerbslosen unterstehen einer obligaforischen, staatlichen Fürsorge.
Mann und Frau haben gleiche Rechte.
Jede materielle, geistige oder sexuelle Hörigkeit ist streng verboten.
Der Kapitalismus wird durch ein weises Erbrecht, durch geeignete Sozialisierung unmöglich gemadht.
Für jedes Giemeindewesen, Stadt, Land und für den Völkerstaaten-Dund wird eine Verwaltungsbehörde eingesetzt:
das sogenannte Haus der Gerechtigkeit.
Jedermann, der die Lehren von Baha’o’llah angenommen hat, nennt sich Bahai und zählt zum Bahai-Weltbund. dessen Mittelpunkt der z. Zt. noch lebende Sohn des Stifters der Bahai-Lehre,. Abdul Baha Abbas ist.
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a er ir 1 u.
Ali Mohammed EI Bab.
IE BAHAILEHRE stammt aus Persien. Im Jahr 1844 erklärte sich dort Öffentlich ein junger, 25jähriger Mann mit Namen Mirza Ali Mohammed ausSchiras als Vorläufer eines gewaltigen Lehrers, dem er den Weg bereite. Er nannte sich „Bab“ zu deutsch das ‚Tor‘, durch das die Menschen zum Gottesreich gelangen sollen und verkündigte, daß der.Sonnenaufgang einer neuen Welt bevorstehe. Seine Lehren galten zunächst den Mohammedanern. Er kündete aber das Kommen eines Größeren an, dessen Lehren für die ganze Welt bestimmt sein werden. Der Bab zog das lebhafteste Interesse gebildeter und geistreicher Menschen auf sich, die auch seine Lehren annahmen und trotz aller Verfolgungen und Prüfungen an ihrer neugewonnenen Erkenntnis fest-“ hielten. | Neun Monate lang wurde Ali Mohammed EI Bab auf der Burg Maku, später auf der Burg Tschejrik gefangen gehalten. Doch war das Licht, mit dem er die Welt erleuchtet hatte nicht mehr zu verlöschen und seine Anhängerschaft nahm trotz der Verfolgung der persischen Ulemas (Geistlichkeit) immer mehr zu. Nach sechsjähriger Lehrtätigkeit erlitt er in Täbris am 8. Juli 1850 den Märtyrertod.
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Kurratul = Ayn.
Von großem Einfluß für die Ausbreitung der Lehre war eine persische Philosophien und Dichterin namens KÜRRAT’UL-AYN (Augentrost), die die Lehre des Bab dem erstaunt lauschenden Volk kündete. Ihre Begeisterung war hinreißend und ihr Glaube unerschütterlich. Für diese Glaubenstreue erlitt sie mit heldenhaftem Mut den Märtyrertod, dem sie wie eine geschmückte Braut entgegenging.
Die Anhänger des Ali Mohammed EI Bab nennen sich Babi. Die Schriften, die er hinterließ, besonders das Buch „El Beyan“ (die Erklärung) ist ein Werk, das auf den gewaltigen Geist hinweist, der in seinem Nachfolger sich für die Welt offenbaren werde.
Baha’o’llah.
Dieser Erwählte Gottes, Hussein Ali, mit dem geistigen Namen BAHA’O’LLAH — Herrlichkeit Gottes — ist am 12. November 1817 in der Stadt Nur in Persien geboren. ‚Nur‘ bedeutet „Licht“. Baha’o’llah ist der Sprosse eines edlen Geschlechts, Sohn eines Großveziers und war durch Erbrecht zum gleichen Amte wie sein Vater bestimmt.
In frühester Jugend zeichnete sich Baha’o’llah*) durch umfassendes Wissen aus, das er sich nicht etwa erworben hatte, da Baha’o’llah niemals eine
- , Die vorzügliche Broschüre von Isabella Brittingham „Die
Offenbarung von Baha’o’llah“, worin das Leben von Baha’o’liah und Abdul Baha mit biblischen Belegen beschrieben ist, bringt über den Bab und seine Mission nähere Angaben.
Die genaueste Information und Einführung über die Geschichte der Gründer der neuen Universal-Religion gibt uns aber das neu erschienene philosophische Buch „Geschichte und Wahrheitsbeweise der Bahai-Religion“ (Verlag des Deutschen Bahai-Bundes, Stuttgart), von Mirza Abul Fazl, einem der bedeutendsten Gelehrten Persiens und Zeitgenossen Baha’o’llah’s. |
Ö
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Schule besuchte, sondern das äintuitiver Art war.
Baha’o’llah genoß seiner ethischen Lebensführung:
wegen die höchste Achtung. In jungen Jahren
schloß er sich der Lehre des Bab an, sah diesen
jedoch persönlich nie. Im Jahr 1863 erklärte er
sich einer kleinen Schar von Jüngern im Garten
Rizwan bei Bagdad und wenige Jahre später in der
Oeffentlichkeit als Manifestierter Gottes. Dies
war 19 Jahre nach der Erklärung des Bab.
Wie alles Große und Bedeutende, das seiner Zeit weit voran ist, von der großen Mehrheit nicht verstanden und noch weniger geschätzt wird, so geschah es auch Baha’o’llah. Er wurde aufs Schwerste angegriffen. Er, der alle Ansprüche auf jeglichen Rang und Stellung seiner Mission halber freiwillig aufgegeben hatte, wurde den Staat gefährdender Flandlungen beschuldigt. Dem steh% entgegen, daß einer der Befehle an seine Diener ist, sich dem Gesetz des Landes, das ihnen Heimatschutz bietet, unterzuordnen und sich niemals an aufrührerischen Bewegungen oder Aufständen zu beteiligen. Die Ulemas (persische Priesterschaft) befürchteten eine Bedrohung ihres Einflusses und sahen in Baha’o’llah eine bedenkliche Störung ihrer umfassenden Macht.
Trotzdem trennte sich aus dem Kreis der Priesterschaft mancher Gelehrte und entsagte seinem Amt, da er vom Geiste Baha’o’llahs so tief berührt wurde, daß er Ehre und Macht gering achtete im Vergleich zu der Erkenntnis der Gottesgesandtschaft in Baha’o’llah. Infolge solcher Vorkommnisse flammte der Haß gegen die Lehre und deren Anhänger noch‘ mehr auf; man zählt 50 000 Menschen in Persien, die von Haus und Hof vertrieben, gepeinigt, der Freiheit beraubt wurden und zu Tausenden den Märtyrertod für ihren Glau-7
Od
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ben starben. Es existiert hierüber eine in Chicago
im Bahai-Verlag erschienene Broschüre „Bahai-Martyrdoms in Persia“. Die Mollah (Priester) fuhren mit ihren Bemühungen, die neue Religion zu
unterdrücken, in fanatischer Weise fort, jedoch
ohne Erfolg.
Durch die ausgewiesenen Perser und Armenier, die sich in .Südrussland ansiedelten, wurde in Eschkabat i. J. 1907 der erste Mashrak-El-Azkar (Bahai-Tempel) erbaut; ein zweiter Tempel wird in Amerika d. z. am: Michigansee errichtet.
BAHA’O’LLAH wurde aus seiner Vaterstadt Teheran verbannt. Er unterwarf sich dieser Verfügung, um seinen Nachfolgern ein Beispiel des Gehorsams zu geben. Er wurde mit anderen ge-Tesselt und ins Gefängnis geworfen. Später wurde er nach Bagdad verbannt, wo er 11 Jahre — davon 2 Jahre in der Einsamkeit des Irak-Gebirges — verblieb. Diese Zeit verbrachte er in der Anbetung Gottes und mit der Niederschrift wertvoller Bücher.
Bevor Baha’o’liah im Frühjahr 1863 für vier oder fünf Monate von Bagdad nach Konstantinopel verbannt wurde, wo man ihn mit großer Hochachtung. behandelte, erklärte er sich öffentlich als die erwartete Manifestation Gottes. Obgleich er ein Verbannter wer, brachten ihm die Würdenträger und Angesehenen Konstantinopels die höchste Verehrung entgegen. Hernach wurde Baha’o’- llah nach Adrianopel verbracht.
Zu Ende des Jahres 1868 wurde Baha’o’llah nach Akka in Syrien verbannt. Seine Familie und 70 der treuesten Anhänger folgten ihm freiwillig nach und zogen, um in seiner Nähe weilen zu können, Kerker und schwere Entbehrungen der Frei-8
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heit vor. Sie waren voll Glaubens an die große
Offenbarung, Gottes in Baha’o’llah. Ihr einziger
Wunsch war, mit diesem Gottesgesandten die Verbannung: teilen zu dürfen..
Baha’o’llah brachte den Rest seines gesegneten Lebens in Akka zu; es wurde ihm vom Sultan gestattet, das Gefängnis zu verlassen und sich auch in der Umgegend aufzuhalten, worauf der Gottesgesandte vorübergehend den Berg. Carmel besuchte. Am 28. Mai 1892 schied er von dieser Welt im Alter von 75 Jahren. Die Befreiung der Familie Baha’o’llahs geschah erst durch die allgemeine Amnestie und durch die Einführung der türkischen Konstitution im Jahre 1909.
BAHA’O’LLAH hinterließ der Welt überaus wertvolle Bücher, worin sein Wille und seine Gesetze niedergelegt sind, so das Buch Ighan — Buch der Gewißheit, Kitab-El-Akdas — Buch der Gesetze, Ischrakat, Tazarat, Taschalliat — Frohe Botschaften und die vielen sonstigen Sendschreiben, die an die ganze Welt, an Freunde, hauptsächlich aber an die Lehrer der Weltreligion gerichtet waren. In vielen Schriften hat er zukünftigen Generationen klar und deutlich den Weg gewiesen, auf dem sie zu einer höheren geistigen Erkenntnis und zu einer umfassenden kulturellen Entwicklung: gelangen werden.
Im KITAB-EL-AKDAS — dem Buch der Gesetze — dem heiligsten der Bücher, hat Baha’o’llah die Lösung aller wichtigen Fragen (Schaffung der Einheit, die soziale Frage u. s. f.) für künftige Zeiten gebracht. In Kraft treten werden diese seine Befehle, sobald die Bahai-Lehre allgemein Fuß gefaßt hat; aber heute schon sehen wir, wie seine
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Gedanken sich im Zeitgeist ausdrücken und
den Menschen als Notwendigkeit vor Augen
stehen.
Abdul Baha.
In seinem Testament setzte Baha’o’llah seinen Sohn Abbas Effendi, der sich den geistigen Namen ABDUL BAHA — Diener Gottes — beilegte, als seinen Nachfolger ein. Damit kein Zweifel darüber bestehe, wurde dieses hl. Vermächtnis der Kraft und Wahrheit in die Hände dieses großen Geistes gelegt, der zum Mittelpunkt des Bündnisses Gottes mit den Menschen ausersehen war. Durch die Einsetzung Abdul Bahas verhinderte Baha’o’llah eine eigenmächtige oder irrige Auslegung seiner Lehren durch spätere Geschlechter. Die Einheit der Menschheit bedingt die Einheitsreligion, in welcher keine Spaltung, Platz greifen darf.
Baha’o’liah hat die wertvollsten Schriften hinterlassen, die nach einer Anfrage an Abdul Baha, seinen Sohn und Nachfolger, nicht der Bibel beigefügt, sondern ein Werk für sich bilden werden, welches weit größer sein wird als die hl. Schrift. Auch der Mittelpunkt des Bundes, Abdıl Baha, hat zahlreiche Schriften, hauptsächlich Hunderte von „Tablets“, an die verschiedenen Bahai-Vereinigungen in der Welt, wie auch an einzelne Persönlichkeiten, gerichtet. Diese Sendschreiben, wie auch diejenigen Baha’o’llahs, enthalten prophetische Worte, die sich im Laufe der neuzeitlichen Ereignisse erfüllt haben. Ihre Worte üben eine tiefe Wirkung auf den Empfänger aus, der die Wahrheit erkannt hat, daß die von dem Gottesgesandten geprägten Worte nicht gewöhnlicher
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Art sind, ihnen vielmehr eine schöpferische Kraft
innewohnt.
Wer den großen Vorzug hatte oder je haben wird, in die geheiligte Nähe Abdul Bahas zu kommen, der wird bestätigen müssen, daß vor ihm alles Weltliche in sich zusammensinkt und nichtig wird. Dieser Glückliche wird von einer so tiefen Gemütsbewegung ergriffen, wie ‘er sie bis dahin noch nicht empfunden hat. Diese Begegnung öffnet ihm einen Spalt am geistigen Himmel und gewährt ihm einen Blick in die unfaßbare Herrlichkeit Gottes. Durch Abdul Baha lernen wir Jesus Christus lieben und verstehen wie nie zuvor. Damit erfüllen sich die Worte Christi, daß er ihn verklären werde vor aller Welt. Dies bezieht sich aber nicht nur auf das Christentum, denn Abdul Baha, der sich keinen anderen Titel noch eine andere Benennung wünscht, als „Diener Gottes“ zu heißen, hat in verschiedenen Synagogen den Juden die Ursache ihres Vorurteils und ihrer Abneigung gegen Christus klargelegt und ihnen bewiesen, wie groß die Stellung dieses Gottesgesandten ist. In diesem Sinn sprach er in San Franzisko im Jahre 1912 zu der Judengemeinde Immanuel vor einer Zuhörerschaft von 2000 Juden.*)
Alle Menschen, seien es nun Mohammedaner, Zoroastrier, Hindus, Brahimanen, Juden, Buddhisten, die die Bahai-Lehre annehmen und von dem Geist Baha’o’llahs berührt sind, nehmen auch Christus in seiner wahren Größe an und dienen ihm in lauterster Ueberzeugung, und auf diese Weise wird sein Reich groß vor aller Welt. |
p, Siehe „Eine Botschaft an die Juden“, Verlag des Deutschen Bahäi-Bundes Stuttgart.
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Aber auch den Christen legt Abdul Baha klar,
daß die großen Gottgesandten, wie Abraham,
Mose, Mohammed, Buddha u. s. f. die reinen Spiegel des Wortes Gottes waren. Sie alle beriefen
sich auf den vorhergehenden Offenbarer und verhießen eine neue Manifestation, bis sich „das Reich
des Vaters“ erfülle. So bilden diese Verkündiger
der Gesetze Gottes eine zusammenhängende, starke
Kette und bereiten die Menschheit auf die Zeit vor,
in welcher alle Religionen in reiner Wahrheit sich
zu einer Religion zusammenschließen werden.
Abdul Baha steht heute im 75. Lebensjahr. Sein Wohnsitz ist Haifa, wo ihn und seine Familie unzählige Pilger und Gläubige besuchen.
Nach seiner Befreiung machte er ausgedehnte Reisen nach Amerika, England, Frankreich, Deutschland und Oesterreich und verbreitete die Prinzipien Baha’o’llahs. Seine Spuren hinterließen Fortschritt, Aufklärung, Erweckung zu neuen Idealen und die Möglichkeit ihrer Verwirklichung,
Abbas Effendi wurde am 23. Mai 1844 am Tag der Erklärung des Ali Mohammed EliBab geboren. Von früher Jugend an nahm er verantwortliche Pflichten aufsich, empfing die vielen Gläubigen und Pilger und erledigte die weitverzweigte Korrespondenz. Von seinem Vater, Baha’o’llah, gelehrt, drang er tief in die Göttliche Weisheit und Wissenschaft ein und nahm, nachdem er die Härten und Entbehrungen der Verbannung und des Kerkers mit dem geliebten Vater geteilt hatte, die Verantwortung, dieses Riesenwerkes allein auf sich. Er verkündigte die hl. Lehre Baha’o’llahs aller Welt, erläuterte ihre Prinzipien, erklärte dieselben restlos. Unzählige Besucher und Pilger aus allen Ländern kamen, vielfach trotz großer Beschwerden,
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nach dem hl. Land, um den Worten größter Weisheit und Heiligkeit zu lauschen, um Auslegung geistiger Dinge, sowie um sonstigen Rat zu bitten.
Aber auch zahllose Tablets an die Anhänger
der neuen Gotteslehre, an Fragesteller u. s. f.,
flatterten wie weißbeschwingte Tauben in .alle
vier Winde und lösten die schwierigsten Probleme, brachten Trost und Segen denen, die Abdul
Bahas geistige Stufe erkannt haben.
An die Stelle Abdul Bahas wird einst kein Nachfolger treten, sondern „das Haus der Gerechtigkeit‘ wird nach seinem Hingang eingesetzt werden.
Von vielen Menschen wird Abdul Baha Abbas als hochbedeutender Philosoph angesehen, der über eine tiefgründige Weisheit und allumfassende Wissenschaft verfügt, die jeden — er mag; selbst noch so gelehrt sein — in höchstes Erstaunen versetzen. Er ist aber weit mehr denn dies, er ist der reine Spiegel göttlicher Inspiration, aus dem das Wort der Wahrheit spricht, wie es s. Z. von den Lippen Jesu Christi kam.
Abdul Baha verzichtet auf alle weltlichen und persönlichen Ehren. Er sagt immer wieder, daß die Menschen auf das Licht, nicht auf die Lampe, auf den Geist, nicht auf den Körper blicken sollen. Wie sein Name Abdul Baha — Diener Gottes — bedeutet, so beansprucht er keine andere Benennung, als eben Diener Gottes zu sein. Er ist innig vertraut mit den Verhältnissen des ganzen Morgenlandes, kennt aber auch genay die geistigen und politischen Zustände Amerikas und Eu-*, Das Haus der Gerechtigkeit ist von Baha’o’llah bestimmt es bildet einen Schieds- und Verwaltungsgerichtshof für jedes Land und jede Stadt.
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ropas. Mit prophetischem Blick weist er uns ın
der abgeklärten Ruhe seines überlegenen Geistes
auf die künftige Zeit hin in der das von seinem
Vater begonnene und von ihm vollendete Werk
von der ganzen Welt verstanden und augenommen
sein ‚wird. |
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Die Weltreligion
Der Weltfrieden
Die Lösung der sozialen Frage
sind die Hauptziele des Bahaollah. Über diese bringen die nachfolgenden Zeilen nähere Ausführung:
AHA’O’LLAH lehrt uns die Einheit aller Religionen. Ihr Fundament ist Gottesfurcht und Nächstenliebe. Nur Vorurteile, Aberglaube, Zeremonien und Namen trennen sie; diese Trennung. ist aber nicht göttlicher Wille, sondern entstand durch Hinzufügung menschlicher Ansichten und Auslegungen.
Nach Baha’o’llahs Lehre solljeder Mensch nach Wahrheit forschen und nicht Ueberlieferungen, die uns von den Voreltern überkommen sind, blind nachfolgen.
Die Religion muß mit Wissenschaft und Vernunft in Uebereinstimmung sein, sonst ist sie Aberglaube. Alle Menschen beten zu dem alleinigen Gott, nur die Art ihrer Anbetung ist verschieden,
Baha’o’llahs Lehre ist tolerant genug, keine der bestehenden Religionen zu verneinen, sondern er befreit sie von den dazu getretenen Irrtümern und führt sie auf ihre ursprüngliche Wahrheit zurück. Alle sechs großen Religionen erwarten ihre Erfüllung in einem „Reich des Vaters‘, das sie alle einigt. Die Religionen sind im Dogma erstarrt und die äußeren Formen sind in den Vordergrund ge-15
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Bi
4 Hl -
treten, daher bedürfen sie einer geistigen Belebung und Erneuerung.
In den hl. Schriften aller großen Religionen, der Christen, Juden, Mohammedaner, Buddhisten, Zoroastrier, Brahmanen, ist auf das Kommen eines Gottgesandten hingewiesen, der das Friedensreich auf Erden gründen werde.
Im Evangelium ist uns die Wiederkehr des Geistes Christi im Reiche des Vaters verheißen. Die Juden erwarten das Kommen des Messias, denn es ist ihnen gesagt, daß sie zu seiner Zeit im heiligen Lande wieder vereinigt werden und ein Volk bilden sollen. Dies beginnt sich durch das Gebot Baha’o’liahs bereits zu verwirklichen.*)
Die Schiitischen Mohammedaner erwarten ihren Iman Mahdi; die Sunniten glauben an die Wiederkunft des Geistes Christi. Im Koran wird der Tag Gottes durch folgende Ausdrücke angedeutet: „Die Begegnung mit Gott.“ „Die Göttliche Manifestation.‘ „Die Erscheinung des Herrn.“
Desgleichen finden sich in den Wedas (Sanskrit) der hi. Schrift der Brahmanen Hinweise, daß alle Religionen eine. Erfüllung, erfahren werden, die im Reich eines allumfassenden Lehrers zur Tatsache wird.
Buddha-Gautama spricht vor seinem Tode zu Ananda seinem Lieblingsjünger: „Ich war nicht
- , Ein Pressebericht aus dem Haag vom Dezember 1918
aus London meldet, daß die juden auf der Friedens-Konferenz die Anerkennung des nationalen und historischen Rechts des jüdischen Volkes auf Palästina fordern und für eine Uebergangszeit von 25 Jahren sich unter englisches Protektorat stellen, bis eine Million Juden oder mehr sich dort zusammenfinden und ihre Regierung selbst übernehmen können. Wie wir hören, wardern alle juden in Persien, die die Bahai-Lehre angenommen haben, nach Palästina aus, weil dieser Ruf von Baha’o’llah an das jüdische Volk ergangen ist.
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der erste Buddha, der auf die Erde kam und werde
auch nicht der letzte sein, ich kam, um euch die
Wahrheit zu lehren und ich habe das Reich der
Wahrheit auf Erden gegründet. Gautama-Lithardo
wird sterben, aber Buddha wird leben, denn
Buddha ist die Wahrheit und diese Wahrheit wird
nie sterben. Der, welcher an die Wahrheit glaubt
und in ihr lebt, ist mein Jünger und ich werde ihn
iehren. Die Religion, die ich euch lehrte, wird
solange blühen, solange sich meine Jünger an die
Wahrheit halten und ein reines Leben führen. Zur
festgesetzten Zeit wird sich ein anderer Buddha
erheben und euch dieselbe ewige Wahrheit lehren!“ Ananda frug: „An was werden wir ihn erkennen ?“ Gautama antwortete: „Er wird bekannt werden als „Maitega“, welcher Name bedeutet: „Er, dessen Name die Freundlichkeit
und Güte ist.“
In der Zendavesta, der hl. Schrift der Zoroastrier, lautet die Prophezeiung. wörtlich: „In den letzten Tagen (oder wenn die Zeit erfüllt ist) wird Einer kommen, welcher die Menschen erwecken und sie dringend auffordern wird, reinen Herzens zu werden, damit sie bereit sein möchten, Den zu empfangen, der größer sei als er selbst. Dieser sei es, den Gott offenbaren werde, den Vater und den Sohn. Und er werde genannt werden: „Wunderbar — Rat, Friedefürst!“ Denn er werde alle Religionen und Nationen in eine große Bruderschaft vereinen.
Die Bahai, welche sich aus allen Religionen und Konfessionen rekrutieren, erkennen in Baha’- o’llah den Geweissagten ihrer hl. Bücher. Er lehrte sie, alle Religions-Stifter als Gottgesandte anzuerkennen. Seine Anhänger haben die hemmenden
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Vorurteile abgelegt und sind durch das Suchen nach Wahrheit zur Einheit gelangt.
In Eschkabat — Südrußland ist der erste Bahai-Tempel — Mashrak EI Azkar — erbaut worden, dessen neun Tore Tag und Nacht geöffnet sind. Es ist den Anhängern aller Glaubenslehren gestattet ihre Anbetung daselbst zu verrichten. Desgleichen wurde in Amerika beiChicago am Michigansee zur Erbauung eines Mashrak EI Azkar, ein großes Terrain erworben, da nach Anordnung Baha’o’llahs um diesen Gottestempel Universitäten, Asyle, Krankenhäuser, Waisenhaus, Schulen u.s.f. gebaut werden sollen.
In höherer Erkenntnis soll das Wesentliche aller bestehenden Religionen in einer Weltreligion vereint werden. Diese soll durch die Tat zum Ausdruck kommen und Gott soll im Geist und in der Wahrheit angebetet werden.
Durch diese Universalreligion soll allgemeine Menschenliebe und dauernder Weltfriede verwirklicht werden. Abdul Baha sagt: „Wenn eine Religion Haß und Zwietracht zeitigt oder zur Trennung von Menschen führt und Streitigkeiten unter ihnen hervorruft, so ist Religionslosigkeit besser als solch eine Religion.“
Der Gottesdienst soll sich nicht in der Askese, in fanatischer Betätigung oder in der Ausübung von Ritual und Frömmelei betätigen, nein, er besteht in der Liebe, der Hilfsbereitschaft, der Güte und Barmherzigkeit und in dem Bestreben, dem Nächsten zu dienen.
Einen bezahlten Priesterstand gibt es in der universalen Religion nicht — ‚frei, wie ihr es bekommen, so gebet das Wort weiter‘.
Jedermann ist angewiesen, einen Beruf zu wählen, der ihm sein Auskommen schafft. Baha’o’Hah
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wünscht, daß möglichst jedermann in den Ehestand
trete. Die Beichte ist aufgehoben. Baha’o’llah
sagt, daß der Mensch, sofern er in einem Zustand
der Reue sich befindet, Gott, den Alleinvergebenden, um Verzeihung bitten soll. Es ist nicht wesentlich, daß ein Mensch seine Sünden einem anderen Menschen bekennt, da er dadurch nicht Gottes Vergebung erlangt. Dies demütigt und erniedrigt den Menschen, und Gott wünscht die Erniedrigung seiner Geschöpfe nicht. Aus tiefster Seele
soll der Sünder zu Gott um Vergebung flehen.
Baha’o’llah hat in der neunten ‚„frohen Botschaft‘
ein diesbezügliches Gebet niedergeschrieben.
Bisher standen die Menschen infolge Unkenntnis anderer religiöser Gebiete einander durchaus fern, ja gewisse Religionen verbieten heute noch direkt das Lesen der Bücher anderer Glaubensbekenntnisse. Dies hebt Baha’o’- llah auf und sagt, daß uns die Information über andere uns bisher fernstehende Glaubensbekenntnisse geistig fördern und das Menschengeschlecht heben werde.
Baha’o’llah verbietet den Menschen, üble Nachrede zu führen. „Hat ein Mensch eine gute und zehn schlechte Eigenschaften, so erwähne die eine gute Eigenschaft, hat ein Mensch zehn gute und eine schlechte Eigenschaft, so schaue auf die zehn guten und erwähne die übrige nicht.“ „Befleckt eure Zunge nicht damit, daß ihr jemand verdammt oder verabscheut und schützt eure Augen vor dem, was nicht edel ist.“
„Verkündigt die Wahrheit (die ihr besitzt); wird euer Wort angenommen, so ist das Ziel erreicht, wenn nicht, so ist euch nicht gestattet, diejenigen zu tadeln, die es verwerfen. Seid für niemand der Anlaß des Kummers noch Aufruhrs noch Zanks.
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„"Ti30
Ihr seid alle die Blätter eines Baumes und die Perlen eines Meeres!‘“*)
Eine nach bestem Gewissen vollbrachte Arbeit wird vor Gott als Gottesdienst erachtet, dagegen ist ein nutzloses Leben ohne Arbeit, vor Gott nicht annehmbar und daher verwerflich.
- ) Aus Frohe Botschaft von Baha’o’llah. Verl. des Deutschen
Bahai-Bundes Stuttgart.
A
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Der Weltfrieden.
n den sechziger Jahren vorigen Jahrhunderts rief Baha’o’llah die regierenden Fürsten und Herrscher, sowie den Papst durch Sendschreiben auf, ihm beizustehen, den Weltfrieden zu verwirklichen. Diese Sendschreiben, die an den Zaren Alexander von Russland, Napoleon Ill, die Königin Victoria von England, den Papst Leo XIII, und an den Kronprinzen Friedrich von Deutschland gingen, sind Dokumente, die der Geschichte angehören. Gesagt sei, daß sich jedes Wort erfüllte. In der Broschüre „Die Offenbarungen Baha’o’llahs‘ von Isabella Brittingham sind diese ,„Tablets“ näher besprochen. Baha’o’llah wünscht, daß alle Rassen und Nationen in Frieden leben und sich die Menschen als Brüder betrachten sollen. Seine Worte hierüber sind: „Wir wünschen nur das Wohl der Welt und die Glückseligkeit der Nationen, daß alle Völker in einem Glauben vereint und daß alle Menschen Brüder werden, daß das Band der Liebe und Einigkeit zwischen den Menschen gestärkt werden möge. Diese furchtbaren Kämpfe, diese zerstörenden Kriege sollen aufhören und der höchste Friede, der Friede aller Frieden, soll kommen. Der Ruhm eines Menschen besteht nicht darin, daß er sein Vaterland liebt, sondern darin, daß er die ganze Menschheit liebt.“ Baha’o’llah gebot schon vor mehr als 50 Jah-21
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ren, daß alle Nationen gleichzeitig abrüsten, daß die Kriegsschiffe zu friedlichem Handel benützt werden, und daß die Kriegsheere bis zu dem Grad reduziert werden sollen, als sie zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Lande benötigt werden. Die großen Summen, die bisher für das Heer verausgabt wurden, sollen künftig in Kanäle fließen, die zur Hebung und Förderung der allgemeinen Bildung und zu nützlichen Einrichtungen für das Volk dienen. Ein Völkerbund soll zwischen allen Nationen geschlossen werden, und ein Weltschiedsgerichtshof soll alle Angelegenheiten jeder Nation mit Weisheit und Gerechtigkeit im Frieden lösen. Als Baha’o’llah diese Gebote aufstellte, dachte noch keine Nation an derartige Bestrebungen.
Dieser Weltschiedsgerichtshof setzt sich zusammen aus Vertretern der einzelnen Schiedsgerichtshöfe aller Nationen. Jede Stadt und jeder Ort soll ein Haus der Gerechtigkeit besitzen, das für das Wohl der Bewohner sorgt. Es soll sich zusammensetzen aus mindestens neun Mitgliedern, die das größte Vertrauen verdienen und die durchaus gerecht und unparteiisch sind. Diesem sind alle Verwaltungsgeschäfte anvertraut, wofür sie auch die Verantwortung tragen. Die Beamten sind nur auf ein Jahr wählbar.
Ein Tablet von Baha’o’llah lautet in den „Worten des Paradieses‘:
„O, Sohn des Menschen! Wenn du auf Barmherzigkeit schaust, so blicke nicht auf das, was dir Nutzen bringt, sondern halte dich an das, was den Dienern des Menschengeschlechtes nützlich ist. Wenn du deinen Blick der Gerechtigkeit zuwendest, dann wähle für andere das, was du für dich seibst wählen würdest. Wahrlich, durch Demut
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wird der Mensch zum Himmel der Macht erhoben,
durch Stolz dagegen auf die unterste Stufe der
Erniedrigung und der Demütigung herabgezogen.“‘
Gleichbedeutend mit dem Weltschiedsgericht zur Erlangung eines dauernden Friedens ist das Gebot Baha’o’llahs, eine Welthilfssprache zu schaffen, die in allen Schulen der Welt obligatorisch neben der Muttersprache erlernt werden muß. Auch das Schreiben derselben ist unerläßlich notwendig. Der Befehl Baha’o’llahs, eine Welthilfssprache zu schaffen, ging lang dem ersten Versuch mit Volapük und schließlich dem Esperanto voraus. Durch eine Sprache, die überall verständlich ist, wird ein größeres Vertrauen unter den verschiedenen Nationen geschaffen, so daß sie sich einander nähern und sich als Brüder zuletzt anerkennen. Es soll damit nicht gesagt sein, daß die einzelnen Nationen ihre Eigenart ablegen sollen. Abdul Baha vergleicht diese 'verschiedene Eigenart mit einem Garten, in dem allerhand Biumen von mancherlei Form, Farbe und Duft wachsen, was gerade reizvoll ist. |
Dieser Frieden nach außen hin wird mit innerem Frieden und geistigem Reifen Hand in Hand gehen. Dabei ist nicht zu befürchten, daß ein einförmiges Dasein daraus entstünde, denn der Meinungsaustausch auf geistigem Gebiet wird nach wie vor Anregung bringen und die besten Resultate zeitigen. Abdul Baha, der Sohn Baha’o’llahs, sagt uns, daß mit Beginn dieses neuen Zeitalters enorme Entdeckungen. und Erfindungen gemacht würden.
Die Gebote Baha’o’llahs können unter jeder Regierungsiorm befolgt und nach ihnen gelebt werden, doch schreibt er in den Frohen Botschaften: „Obgleich eine republikanische Form der Regie-23
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rung allen Völkern der Welt nützt, so ist doch die Majestät des Königtums eines der Zeichen Gottes. Wir verlangen nicht, daß die Länder der Welt dessen beraubt werden sollen. Wenn die Staatsmänner diese beiden Formen — d. h., wenn sie die Ideale der republikanischen Regierung, nämlich das Recht des Volkes mit dem Königtum' vereinigen könnten — dies würde der Regierungsform, welche z. B. in Großbritannien die Regel bildet, und auf welche sich Baha’o’llah in den „Tablet der Welt“ bezieht, entsprechen, so würde ihre Belohnung von Seiten Gottes groß sein.“
„Ein Mensch soll dem anderen mit größter Liebe dienen, ihm Mitleid und Wohlwollen entgegenbringen und Harmonie verbreiten. Disharmonie ist die größte Feindin jeglichen Gedeihens und Fortschritts. Kein Mensch soll einem anderen Kummer bereiten‘ (es geschieht dies ohnehin unwissentlich oft genug).
„Disharmonie ist die Ursache des Blutvergie-Bens und der Revolution unter den Völkern, horcht auf meine Stimme und seid einig.‘‘*)
In den „Frohen Botschaften“ von Baha’o’llah lesen wir: „Meine Absicht ist, die Menschen durch erhabene Worte bis zum höchsten Horizont emporzuheben und sie vorzubereiten auf das zu hören, was dazu beiträgt, die Menschen von Streit und Disharmonie, welche aus den Verschiedenheiten der Religionen (oder Sekten) entspringt, zu heiligen und zu reinigen, Mein Herz und Meine Feder, Mein Manifest und Mein Verborgenes Sein zeugen dafür!“
Weiter sagt uns Baha’o’llah: „Die Religion ist das vortrefflichste Mittel für die Ordnung der Welt und für die Ruhe aller lebenden Wesen.“
- \ Worte Gottes im 11. Blatt des „Erhabenen Paradieses“.
(Frohe Botschaften.)
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Die soziale Frage.
es der bisherigen Religionen befaßte sich
so intensiv und reformatorisch mit dieser heute so wichtigen Frage wie die Bahailehre.
Baha’o’llah lehrt, daß jedermann einen Beruf ausüben muß, der ihm seine Existenz ermöglicht.
Mit bestem Wissen vollbrachte Arbeit ist als Gottesdienst anerkannt, dagegen ist Müßiggang und Nichtstun vor Gott ganz verwerflich.
Allen Menschen ist geboten, Gerechtigkeit zu üben, und die Anhäufung großen Privatbesitzes zu vermeiden. Große Mittel sollen in solche Kanäle geleitet werden, die der Allgemeinheit dienen.
Es darf neben Reichtum keine bittere Not, kein Elend bestehen. Die Vermögensabgabe an das „Haus der Gerechtigkeit‘ beträgt einmalig den 19. Teil des Besitzes, mehrt sich dieser,. so ist von dem neu Dazugekommenen nochmals der 19. Teil abzuführen. Auf diese Weise kann sich kein zu großer Reichtum für Einzelne ansammeln.
Arbeiter und Arbeitgeber werden in andere Vertragsverhältnisse zu einander treten. Neben einem angemessenen Gehalt wird der Arbeiter am Reinertrag des Unternehmens beteiligt, sodaß beide, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Interesse am Gedeihen eines Unternehmens haben.
Ein gewisser Teil des Einkommens muß der Wohltätigkeit gewidmet werden. Ein gewähltes
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Komitee mud die Verwaltung des Wohltätigkeitsfonds, die Versorgung der Witwen und Waisen, der Kranken und Arbeitsunfähigren, übernehmen.
Betteln und Bettelei ist streng; verboten; es muß aber dafür gesorgt sein, daß jedermann Arbeit finde.
Um die Klassenunterschiede zu überbrücken, wünscht Baha’o’llah eine einheitliche Erziehung aller Stände, gleiche Erziehung von Knaben und Mädchen. 'Baha’o’lliah macht den EItern zur Pflicht, ihren Kindern die bestmöglichste Erziehung erteilen zu lassen. Wörtlich heißt es fm Kitab-El-Akdas (Buch der Gesetze):
„Ein Vater ist angewiesen, seinen Sohn oder seine Tochter in Wissenschaft, Literatur, sowie in allem, was in dem Tablet befohlen ist, erziehen zu lassen. Sollte das, was hier zur Pflicht gemacht ist, von irgend jemand vernachlässigt werden, so müssen ihn — falls er vermöglich ist — die Mitglieder des „Hauses der Gerechtigkeit“ anhalten, den für die Erziehung: seines Kindes erforderlichen Betrag zu bezahlen. Andernfalls gehen die Kosten auf die Kasse des „Hauses der Gerechtigkeit‘ über, „denn dieses haben wir zu einem Zufluchtsort für die Armen und Heimatlosen gemacht.‘“*)
Ferner setzt Baha’o’llah eine neue Erbfolge fest, was auch wieder zu einer gerechten Verteilung. der Mittel führt.
1. Nachkommen, 2. die Gattin, 3. Väter, 4. Mütter, 5. Brüder, 6. Schwestern, 7. Lehrkräfte.**)
Die nächsten Verwandten sind am besten bedacht. Diese Vorschrift soll ein Gesetz bilden.
Die heute aufgeworfene Frage, ob in den Schulen Religionsunterricht erteilt werden soll
- ) Näheres über das „Haus der Gerechtigkeit siehe „Einheitsreligion Seite 17 von Dr. H. Dreyfuss
- )\ Vergl. die Schrift von Mirza Abul Fazl: „Glänzender Beweis“.
(Verlag des Deutschen Bahai-Bundes, Stuttgart ).
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oder nicht, löste Baha’o’llah schon vor 50 Jahren,
indem er befiehlt: „Die Schulen müssen die Kinder zuerst in den Prinzipien der Religion erziehen,
sodaß die Verheißungen und Drohungen, wie sie
in den Büchern Gottes berichtet sind, sie davon
abhalten, das zu begehien, was verboten ist und
daß ihnen auf diese Weise das Gesetz Gottes ins
Herz geschrieben wird. Aber dies muß in solchem Maße geschehen, daß die Kinder keinen Schaden in der Weise erleiden, daß durch eine solche
Belehrung blinder Fanatismus und Bigotterie in
ihnen geweckt wird.‘ (Worte des’ Paradieses S. 49).
Durch die oben erwähnte Einheitsschule ist Knaben wie Mädchen die Möglichkeit der besten Entfaltung ihrer Talente zur Höherentwicklung des ganzen Volkes gewährleistet. Nicht Abstammung und Beziehung sollen maßgebend sein, sondern jeder soll die Möglichkeit haben, den Platz im Leben sich zu erringen, auf den er auf Grund seiner Fähigkeiten und seines Fleißes Anspruch hat. So wird für den Begabten, Tüchtigen und Rechtschaffenen freie Bahn geschaffen.
Die Frau ist durch das Gebot Baha’o’llahs dem Manne gleich zu achten. Er räumt ihr eine ebenbürtige Stellung neben dem Manne ein, dies ist in keiner früheren Religion zu finden.
Als Mutter der Nationen gebührt der Frau eine gleichartige Stellung, wie gleiches Stimmrecht, die Teilnahme an Verwaltungsgeschäften, wissenschaftlichen Lehrstühlen u. s. f. Dieses Gebot wurde schon vor 50 Jahren aufgestellt.
Die Frau muß dazu erzogen werden, ihren Platz richtig ausfüllen zu können. Von ihr wird schon als Mutter eine große Gewissenhaftigkeit verlangt. Sie muß schon, bevor sie Mutter wird, mit dem Bewußtsein ihrer Verantwortung dem Kind see-27
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fische Kräfte übertragen und muß sich selbst eine strenge Zucht und Kontrolle auferlegen; denn die Gedanken und Leidenschaften, oder die Ideale, die sie in der Zeit als werdende Mutter pflegt, übertragen sich auf ihr Kind und treten später als gute oder schlechte Eigenschaften im Charakter des Kindes zu Tage. Ist sich jede Mutter dieser Wahrheit bewußt, dann wird sie ihrem Kinde sicher das Beste mit auf den Lebensweg. geben wollen, was sie vermag. Später muß sie mit ihrer Persönlichkeit und Zucht dem Hause den Stempel aufdrücken. Sie muß ein Beispiel sein, für ihre Familie und mit der Tat ihr Wort bekräftigen. Ein Mensch bewertet die Welt nach seiner Kinderstube. Was auf das reine Blatt des kindlichen Gemütes geschrieben wird, ist dort für alle Zeit eingeprägt. Die Mutter muß eine hohe Moral in dem Kind großziehen und ihr Glaube und ihre Gottesfurcht sollen dem kindlichen Gemüt Hochachtung und Ernst abringen, sodaß sie ihm' sein ganzes Leben lang. heilige, unverrückbare Dinge sind. Solche Mütter werden ein neues Geschlecht zur Welt bringen, in dem, neben der Entfaltung des Charakters und der Pflege des Gemütes, Zucht und Sitte herrscht. Talente und Liebhabereien sollen gepflegt werden, da später oft die Berufswahl davon abhängt. Auch soll ein Mensch nie dazu gezwungen werden, einen Beruf zu ergreifen, der ihm widerstrebt. Abdul Baha sagt: „Die wichtigste Sache ist die bewußte Entscheidung als Gottesdiener zu leben, die zweitwichtigste ist die Ehefrage, nicht nur für die Ehegenossen, auch für die Angehörigen, vor allem für ihre Nachkommen, ja für ganze Geschlechter und Völker. Die drittwichtigste ist die Berufsentscheidung.“ UeberdasGeschäftsleben spricht Baha’-
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o’llah im neunten Ischrak (Frohe Botschaften):
„Das Geldinteresse müßte mit Maß und Gerechtigkeit behandelt werden. Wir ermahnen die Freunde
Gottes, mit Gerechtigkeit und Billigkeit zu handeln und dies in solcher Weise, daß die Barmherzigkeit Seiner Geliebten und ihr Mitgefühl gegen
alle zum Ausdruck gebracht werde. Wahrlich, Er ist der Ratgeber, der Mitleidige, der Wohltätige. Gebe Gott, daß alle aus diesen Worten,
welche von der Zunge des Wahrhaftigen geflossen
sind, großen Nutzen ziehen. Wenn sie das Erwähnte betätigen, so wird Gott — Erhaben in Seiner Herrlichkeit — aus dem Himmel der Gnade
reichlich vergelten, was die Menschen im Geschäftsieben an Barmherzigkeit und rücksichtsvoller Liebe einander entgegenbrachten‘“.
Bisher waren Religion und Alltagsleben von einander getrennt. Künftig wird die neue Religion mit Wort und Tat im Alltagsleben geübt; ihr Gottesdienst betätigt sich nicht in Askese und Frömmelei, sondern in der Liebe, der Hilfsbereitschaft, eütiger Barmherzigkeit, und dem Dienst für den Nebenmenschen. Heute stehen die Arbeiter-Organisationen der Kirche teilweise ferne, was nicht zu verwundern ist, da sie in der heutigen Form dem Volk die notwendige Hilfe nicht zu geben vermag, die dem’ modernen Zeitgeist entspricht. „Jede Wahrheitsliehre trägt nach weiser Göttlicher Verordnung ein zeitgenössisches Kleid. Wir dürfen nicht den ewigen Inhalt einer Glaubenslehre jan die vergängliche Form festschmieden wollen, sonst entweicht der göttliche Geist, und wir behalten in unseren törichten Händen eine starre lebensleere Form!“ (Abdul Baha.)
Baha’o’liah wünscht nun, daß sich die arbeitenden Klassen einer Höherhebung erfreuen,
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damit auch sie an allem, was das Leben veredelt, Anteil haben. Nicht nur in pekuniärer Richtung — das würde niemals genügen — sondern auch auf ethischem Gebiet eröffnet er ihnen
eine neue Welt.
Baha’o’}lah wünscht, daß die Klassenunterschiede mehr und mehr verschwinden, daß die Menschheit ihre Einheit und Gleichheit erkenne, sodaß zuletzt überhaupt keine Klassenunterschiede im heutigen Sinne mehr bestehen.
Baha’o’llah befiehlt, daß sich seine Nachfolger der Ordnung und den Gesetzen des Staates, unter dessen Schutz sie leben, willig fügen, und daß sie nicht an Aufruhr und Empörung teilnehmen.
Im allgemeinen ist es den Völkern dieser "Welt zur Pflicht gemacht, diese größte Sache — die Bahai-Lehre — die der Wille Gottes ist, zu unterstützen, damit die Einheit und Einigkeit ihr Banner über die Welt wehen lasse; daß durch die Kundgebung der Macht Gottes alle Kriegsheere der Welt in Friedensboten verwandelt und daß sittliche Verkommenheit, Zank und Haß von den Menschen genommen werden.
Ueber die Presse spricht Baha’o’liah im 6. Taraz (Frohe Botschaften): „Zeitungen gleichen einem Spiegel, welcher mit Gehör, Gesicht und Sprache ausgestattet ist, sie sind eine wundervolle Erscheinung und eine große Sache. Diese fordert von dem Verfasser, daß er nicht voreingenommen und selbstsüchtig ist, sondern den Wunsch hat, sich durch Unparteilichkeit und Gerechtigkeit auszuzeichnen und zu schmücken; er muß sich in allen Angelegenheiten so viel als möglich unterweisen lassen, damit er von den wirklichen Tatsachen unterrichtet und imstande ist, darüber zu schreiben !“
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Diese Lehre des Lichts dringt durch die Welt
und zieht unaufhaltsam ihre Bahn.
Die Bahai-Lehre sucht das Wohl der menschlichen Gesellschaft stets dadurch zu fördern, daß sie alles das begünstigt, was zur Entwicklung jedes Menschen dienlich ist. Baha’o’llah sagt in der elften Frohen Botschaft: ‚Es ist sehr förderlich, Wissenschaften und Künste aller Arten zu studieren, aber nur solche Wissenschaften, die nützlich sind und zur geistigen Hebung des Menschengeschlechts dienen und dasselbe fördern.
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Der Mittelpunkt des Bundes.
N uch dies ist ein Gebot von Baha’o’llah, das in keiner anderen Religionslehre zu finden ist. Zu diesem Mittelpunkt des Bundes mit Gott hat er seinen Sohn Abbas Effendi, der den geistigen Namen Abdul Baha — Diener Gottes — trägt, erwählt. Damit keine Spaltungen oder Meinungsverschiedenheiten und dadurch Sekten späterhin aus dieser Universal-Lehre entstehen können, traf Baha’o’llah mit weiser Vorsicht diese Vorkehrung. Abdul Baha ist der allein berechtigte Ausleger, Verkünder und Erklärer der Gebote und Verordnungen seines Großen Vaters. Er selbst verkörpert in seinem Leben, seinem Tun die heilige Lehre. Die Nachfolger Baha’o’llahs sollen auf Abdul Baha blicken, was er sagt, ist recht und was 'er tut, ist das richtige.
Als Abdul Baha einst in Beirut weilte, schrieb ihm Baha’o’llah von Akka aus ein Tablet mit folgenden Worten, die uns klar zeigen, auf welcher Stufe Abdul Baha steht:
„Daß Du nach Beirut gegangen bist, macht uns sehr traurig und alle Tore der Glückseligkeit haben sich geschlossen.“ Und weiter sagt Baha’- o’llah: „Ruhm sei auf dem Ort, den Du betreten hast, der Boden ist heilig, den Deine Füße betreten haben, glücklich sind die Augen, die Dich sehen, glücklich sind die Ohren, die Dir lauschen, O Abdul
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Baha, und gesegnet sind die Lippen, welche mit
Dir sprechen dürfen, © Abdul Baha, und Wir
preisen Gott, daß Wir Dich bald wiedersehen dürfen, OÖ Abdul Baha !“
An Abdul Baha Abbas wurde die Frage gestellt: „Was erwarten Sie, daß ein Bahai in dieser Welt erfülle ?°
Er antwortete:
„Die Bahai müssen Diener des universalen Friedens werden, Arbeiter an der Sache der Einheit der Welt, Verbreiter der himmlischen Liebe unter den Menschenkindern, Verkündiger der Prinzipien des Fortschritts der Menschheit, Zerstreuer der Wolken religiöser, nationaler, patriotischer und politischer Vorurteile und Stützen der universalen Rechte in Bezug auf Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Sie müssen die religiösen Ideale mit der Schlußfolgerung von Wissenschaft und Verstand in Einklang. bringen und alle Theorien ablegen, welche dem Intellekt und der erfahrungsgemäßen Wissenschaft nicht standhalten. Dies ist die Arbeit der Bahai. Wünschest Du nicht auch dieses Werk zu erfüllen? Bist Du nicht auch damit einverstanden ? Möchtest Du Dich nicht auch in diese Armee einschreiben?. Ja? Dann komme und flüchte unter dieses Zelt. Mache auch Du Anstrengungen, damit die Menschheit den höchsten Gipfel der Volikommenheit erreichen möge. Bemühe Dich, daß die Vorurteile hinweggeräumt werden, daß Kriegsdienst und Hader nicht mehr länger existieren können. Bemühe Dich, daß Liebe und gutes Einvernehmen an Stelle der Unduldsamkeit und Beschränktheit der Dogmen trete. Bemühe Dich, den Samen der Güte in die Herzen zu säen. Dies sind die Lehren Baha’o’llahs. Auch wir bemühen unsin dieser Richtung. Seine Heiligkeit Baha’o’llah
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hat ein großes Tor der gegenseitigen Abhängigkeit
für alle Nationen vor unserem Gesichtskreis geöffnet. Betrachte z. B. das strenge Festhalten an
der Form der heute bestehenden Religionen; sie
sehen sich gegenseitig als untreu und verunreinigt
an; (als Abtrünnige im Ansehen vor Gott und den
Menschen, welche verdienen, in die unterste Hölle
und in den Rachen des Satans geworfen zu werden.
Doch Baha’o’llah sagt, indem er zur Menschheit
spricht: ‚Ihr seid alle die Blätter eines Zweiges
und die Früchte eines Baumes.“
Und Abdul Bahas Mahnruf an die Menschheit lautet:
„O Völker! Die Tore des Königreichs sind geöffnet. Die Sonne der Wahrheit strahlt über die Weit. Die Quellen des Lebens fließen. Der Morgen der Barmherzigkeit ist angebrochen. Das größte und herrlichste Licht ‚ist offenbar, um die Herzen der Menschen zu erleuchten.“
„Erwachet und höret auf die Stimme Gottes, die euch aus allen Teilen der Welt zuruft: Kommt zu mir, ihr Menschenkinder! Kommt zu mir, o ihr, die ihr dürstet und trinkt von dem süßen Wasser, welches in Strömen herabfließt auf alle Teile der Welt!“
„Jetzt ist die Zeit! Jetzt ist die auserwählte Zeit! Schaut zurück auf die Zeiten Christi! Hätten die Menschen Gottes heiligen Geist, welcher aus seinem göttlichen Mund sprach, erkannt, dann würden sie nicht drei Jahrhunderte gewartet haben, ehe sıe seine Lehre annahmen.“
„ist es nun recht von euch, auf dem Bett der Trägheit und Nachlässigekeit zu schlafen, während der Vater, dessen Kommen von Christus verkündigt wurde, unter uns trat und das größte Tor herrlichster Gaben und göttlicher Gunst öff-34
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nete? Laßt uns nicht denen der vergangenen
Jahrhunderte gleichen, welche taub für seinen
Ruf und blind für seine Schönheit waren, sondern laßt uns prüfen und unsere Augen Öffnen,
damit wir ihn sehen und unsere Ohren auftun,
damit wir ihn hören. Laßt uns unsere Herzen
reinigen, damit er kommen und in unseren Tempeln (Körpern) wohnen möge.“
„Diese Tage sind die Tage des Glaubens und nicht die Tage tatenloser Worte. Laßt uns erwachen aus dem Schlaf der Nachlässigkeit, damit wir das große Fest zu erkennen vermögen, welches für uns bereitet ist; zuerst sollen wir selbst davon genießen und dann es andern geben, welche dürsten nach dem Wasser der Erkenntnis und hungern nach dem Brot des Lebens.“
„Diese großen Tage eilen dahin und einmal vorüber, können sie nicht wieder zurückgerufen werden. Laßt uns deshalb vorwärtsschreiten und arbeiten solange die Strahlen der Sonne der Wahrheit noch scheinen und der Mittelpunkt des Bündnisses Gottes noch unter uns ist; denn binnen kurzem wird die Nacht kommen und der Weg zum Weinberg wird alsdann nicht so leicht mehr zu jinden sein.“
„Das Licht der Erkenntnis ist erschienen, welches die Dunkelheit aller abergläubischen Einbildungen vernichten wird. Die Himmlischen Heerscharen sind herabgestiegen, um allen denen beizustehen, welche sich erheben, um ihrem Herrn zu dienen, um den Sieg über die Herzen zu erringen, die frohen Botschaften vom Kommen des Herrn zu verkünden und die Seelen Seiner Geschöpfe zu einigen.‘
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Verlag des Deutschen Bahai-Bundes G.m.b.H.
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unserem Verlag sind erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehen:
1. Die Geschichte der Bahai-Bewegung, von Sidney Sprague. Deutsch von Wilhelm Herrigel. 3. Ausgabe
2. Universaler Friede. Universale Religion, von Wilhelm Herrigel
3. Ehe Abraham war, war Ich, von Thornton Chase Deutsch von Wilhelm Herrigel
4. Das heilige Tablett, ein Sendschreiben Baha o llahs an die Christenheit. Deutsch von Wilhelm Herrigel
5. Die Zeichen unserer Zeit im Lichte der Bibel und der Bahailehre von Wilhelm Herrigel
6. Die Offenbarung von Baha’o’llah, von J. D. Brittingham. Deutsch von Wilhelm Herrigell . .
7. Verborgene wre ı von Baha ’o !lah. Deutsch von A.
Braun u. E.
8. Frohe Botschaften, v von Baha o "Hlah. Deutsch von A Braun u. E. Ruoff
9. Einheitsreligion. Ihre Wirkung auf Staat, Erziehung Sozialpolitik, Frauenrechte und die einzelne Persönlichkeit, von Dr. jur. H. Dreyfus, Deutsch von Wilhelm Herrigel . . 1.4
10. Ein Jahr unter den Bahai i in Indien und Birma, von si dney Sprague. Deutsch von Wilhelm Herrigel .
11. Religiöse Lichtblicke. Deutsch von Albert Renftle
ı2. Eine Botschaft an die Juden, von Abdul Baha Abbas. Deutsch von Wilhelm Herrigel .
13. Evangelium der Liebe und des Friedens für unsere . Zeit, von Abdul Baha Abbas mit Bild des Verfassers. Deutsch von W. Herrigel
14. Geschichte und Wahrheitsbeweise der Bahaireligion, von Mirza Abul Fazl. Deutsch von Wilhelm Herrigel, in Halbleinen geb. oo.
In Gaanzleinen gebunden