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	<title>Bahaiworks - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>Benutzer:David/Text</title>
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		<updated>2025-08-13T17:30:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Global rename script: Global rename script verschob die Seite Benutzer:David/Text nach Benutzer:Sarah/Text: Seite während der Umbenennung des Benutzers „David“ in „Sarah“ automatisch verschoben&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Benutzer:Sarah/Text]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Global rename script</name></author>
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		<id>https://de.bahai.works/index.php?title=Benutzer:Sarah/Text&amp;diff=78106</id>
		<title>Benutzer:Sarah/Text</title>
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		<updated>2025-08-13T17:30:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Global rename script: Global rename script verschob die Seite Benutzer:David/Text nach Benutzer:Sarah/Text: Seite während der Umbenennung des Benutzers „David“ in „Sarah“ automatisch verschoben&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{page|1|file=Tempora_08.pdf|page=1}} &lt;br /&gt;
{{page|2|file=Tempora_08.pdf|page=2}}TEMPORA&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ae&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 Erziehung und Zukunftsfähigkeit:yon Roland Greis Sa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
z ee ae ae Sara Tepeerten&lt;br /&gt;
„.wem dient sie, welche Ziele verfolgt sie? . a een&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA b häftigt si&lt;br /&gt;
nn - ; ansss EINS UNeBd:eNt}&lt;br /&gt;
8 Mit Kindern in Frieden leben von theoSchoenaker ERENTO Teen&lt;br /&gt;
Se EN NIE&lt;br /&gt;
Eee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1 Gedicht von Roland Greis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12  Halt.mich fest und lass mich |Os von Fat Khabirpour Be&lt;br /&gt;
- eure Kinder sind nicht eure Ki Der Nationale Geistige Rat der Bahä’iin&lt;br /&gt;
Deutschland e.V., Eppsteiner Str.89,&lt;br /&gt;
65719 Hofheim-Langenhain&lt;br /&gt;
15 Neue re rdie u hung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Erik Blumenthal LET ENFT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roland G&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Zitate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Redaktionsanschrift&lt;br /&gt;
% = NET ga 1100&lt;br /&gt;
19 ln Frieden mit den Eltern ee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Dr. Nawid Peseschkian&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Zukunftsfähigkeit ohne | layout&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Michael Willems&lt;br /&gt;
interreligiöse Erziehung&lt;br /&gt;
-ein niedersächsisches Erziehungsm UL IC EEE&lt;br /&gt;
von Dr. Christel Hasselamnn S PNESBBIKETEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ai [III&lt;br /&gt;
Kunst als Selbsterziehung e : Druckservice Reyhani, Darmstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Lebensweise von Profe: Vertrieb und Bestellungen&lt;br /&gt;
Baha’i-Verlag&lt;br /&gt;
St)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Autonome Schülerstreitsel nd reis 9 Hofheim&lt;br /&gt;
Konflikte friedlich lösen &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ERS SET&lt;br /&gt;
DEAN Eee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DES r Eee&lt;br /&gt;
PEN]&lt;br /&gt;
BESEISREIIENREE ERW&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für unverlangt eingesandte Manuskripte&lt;br /&gt;
tos übernimmt die Redaktion keine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
g.Die Redaktio: ER&lt;br /&gt;
Eu PLORENGERN&lt;br /&gt;
er REES&lt;br /&gt;
DRESDEN RER OT&lt;br /&gt;
EIERN&lt;br /&gt;
NEE EEE EEE tn&lt;br /&gt;
schriftlicher Ge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baha’i-Verlag GmbH 2000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Let esse sheet&lt;br /&gt;
{{page|3|file=Tempora_08.pdf|page=3}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Religionsstifter zuvorderst als Erzieher der Menschheit betrachtet, liegt es auf der Hand,&lt;br /&gt;
dass das Thema Erziehung/Selbsterziehung in der Bahä’i-Religion von zentraler Bedeutung ist. „Betrachte&lt;br /&gt;
den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert. Nur die Erziehung kann&lt;br /&gt;
bewirken, dass es seine Schätze enthüllt und die Menschheit daraus Nuten zu ziehen vermag.”, schrieb&lt;br /&gt;
Bahä&#039;u&#039;lläh (1817-1892) im vorigen Jahrhundert. Für die TEMPORA-Redaktion Anlass, einige Aspekte des&lt;br /&gt;
Themas in dieser Ausgabe zur Lektüre anzubieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir alle haben ja selbst Erziehung „genossen” und halten uns daher gerne für durchaus kompetent&lt;br /&gt;
in dieser Frage. Nur: Unser Erfahrungsschatz beruht meist auf einem Menschenbild - und damit auf&lt;br /&gt;
„überholten” Werten und Erziehungsmethoden - das in den letzten einhundert Jahren einem zunehmend&lt;br /&gt;
radikalen Wandel unterliegt. Man könnte das auch so beschreiben, dass die Menschheit entwicklungsgeschichtlich dabei ist, eine nächste Stufe zu erklimmen. Nach der Zeit „der Kindheit” und „der Adoleszenz”&lt;br /&gt;
stehen wir jetzt am Übergang „zum Erwachsenenalter”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist für den angehenden Erwachsenen von jeher ein Umbruch gewesen (und wird&lt;br /&gt;
es auch künftig sein!). Die Turbulenzen rühren nicht zuletzt daher, dass alles in Frage gestellt wird. Die&lt;br /&gt;
Suche nach neuen „Fixpunkten” beherrscht und behindert uns gleichzeitig, weil wir mit Denkansätzen&lt;br /&gt;
von gestern die Frage nach dem morgen zu ergründen suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Prozess ist kein leichter und in aller Regel mit sehr schmerzlichen Erfahrungen verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übertragen auf die Menschheit insgesamt, lässt sich das Ringen um neue Identitäten, neue Werte,&lt;br /&gt;
neue „zukunftsfähige” Modelle des individuellen wie gesellschaftlichen Lebens am desolaten Zustand&lt;br /&gt;
unserer globalen Gesellschaft trefflich ablesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Not tut ist demnach ein neues Denken, das jeden Menschen (und natürlich auch jede Gesellschaft/Nation) als absolut gleichwertiges Mitgeschöpf sieht, das sich und seine „verborgenen Edelsteine”&lt;br /&gt;
sowohl zum eigenen Nutzen als auch zum Nutzen der menschlichen Gemeinschaft entwickeln kann.&lt;br /&gt;
Der Ansatz, den die Autoren in ihren Beiträgen verfolgen, ist daher zwingend ein ganzheitlicher, in dem&lt;br /&gt;
auch die geistige Dimension des Menschen ihren angemessenen Stellenwert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wir uns inmitten dieser Umbruchsphase befinden sind wir aufgefordert zu prüfen, welche Modelle&lt;br /&gt;
im Prozess der Neuorientierung hilfreich sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Am Ende des Weges sind wir noch lange nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Redaktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|4|file=Tempora_08.pdf|page=4}}4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kernfrage jeder Erziehung ist&lt;br /&gt;
die, wem sie dient und welche Ziele sie verfolgt. Hat sie die Aufgabe,&lt;br /&gt;
Menschen den gerade herrschenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Trends anzupassen,&lt;br /&gt;
sie gefügig und optimal ausbeutbar zu machen oder muss Erziehung vom Menschen ausgehen&lt;br /&gt;
und das entwickeln helfen, was in&lt;br /&gt;
ihm angelegt ist und was seiner&lt;br /&gt;
Selbstverwirklichung und seinem&lt;br /&gt;
Glück dient?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emanzipatorische Erzie&lt;br /&gt;
hungsmodelle haben immer da&lt;br /&gt;
angesetzt, wo sie das Wesen und&lt;br /&gt;
die Grundbedürfnisse des Menschen zu erkennen glaubten. Autoritäre, technokratische und&lt;br /&gt;
ökokratische Modelle zielen dagegen auf die Funktionalisierung&lt;br /&gt;
des Menschen ab und leiten ihre&lt;br /&gt;
Ziele aus den Ideologien und&lt;br /&gt;
Wirtschaftsinteressen der jeweiligen Machteliten ab.&lt;br /&gt;
Demgegenüber betonen die am&lt;br /&gt;
Menschen orientierten pädagogischen Ansätze das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NFTSFÄHIGKEIT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seine Kreativität und Originalität,&lt;br /&gt;
d.h. sein geistiges Potenzial. Der&lt;br /&gt;
Mensch wird damit nicht als&lt;br /&gt;
Werkzeug und somit als Opfer&lt;br /&gt;
definiert, sondern als Gestalter&lt;br /&gt;
seines Schicksals, als ein Wesen,&lt;br /&gt;
das über die Fähigkeit verfügt,&lt;br /&gt;
die Probleme zu lösen, die seinesgleichen geschaffen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht der Tatsache,&lt;br /&gt;
dass es laut UNO 14300 globale&lt;br /&gt;
Probleme gibt, die nur im Konsens gelöst werden können, ist&lt;br /&gt;
ein solches Menschenbild weit&lt;br /&gt;
produktiver als eines, das von der&lt;br /&gt;
Ohnmacht und Entmündigung&lt;br /&gt;
der Mehrheit ausgeht und deren&lt;br /&gt;
Urheber sich das Recht anmaßen,&lt;br /&gt;
über das Schicksal von Milliarden&lt;br /&gt;
entscheiden zu können. Die Herrschaft der Wenigen über die Vielen kann in einer Gesellschaft von&lt;br /&gt;
der heutigen Komplexität nur destruktiv sein, denn je weniger die&lt;br /&gt;
Entscheider von den Folgen ihrer&lt;br /&gt;
Entscheidungen betroffen sind,&lt;br /&gt;
umso weniger sach- und menschengerecht können diese sein.&lt;br /&gt;
Je zentralistischer und undemokratischer ein System ist, umso&lt;br /&gt;
weniger können die Probleme an&lt;br /&gt;
der Basis gelöst werden.&lt;br /&gt;
Letztendlich bestimmt das Aus&lt;br /&gt;
maß, in dem eine Gesellschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4&lt;br /&gt;
aa&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihren Mitgliedern erlaubt, ihr&lt;br /&gt;
kreatives Potenzial zu entwickeln&lt;br /&gt;
und in Taten umzusetzen dar&lt;br /&gt;
über, wieweit sie zukunftsfähig&lt;br /&gt;
bleibt und die auftretenden Probleme lösen kann. Eine Gesell&lt;br /&gt;
schaft, die das individuelle Poten&lt;br /&gt;
zial nachhaltig blockiert, leitet&lt;br /&gt;
ihren Niedergang ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Bedingungen muss&lt;br /&gt;
Eziehung erfüllen, um den&lt;br /&gt;
menschlichen Entwicklungsbedürfnissen gerecht zu werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.Sie muss den Heranwachsenden ermutigen, das in ihm liegende Potenzial zu entfalten und lebenslang weiterzuentwickeln&lt;br /&gt;
und ihm das Gefühl von Wertschätzung vermitteln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Sie muss jedem Menschen ein&lt;br /&gt;
möglichst großes Maß an Ent&lt;br /&gt;
scheidungsfreiheit, Selbständigkeit und Verantwortung zubilligen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Sie muss die Trennung von&lt;br /&gt;
Kopf, Herz und Hand so weit wie&lt;br /&gt;
möglich aufheben und die praktische Umsetzung entwickelter&lt;br /&gt;
Ideen ermöglichen&lt;br /&gt;
{{page|5|file=Tempora_08.pdf|page=5}}4. Sie muss Teamfähigkeit und&lt;br /&gt;
soziale Handlungskompetenz&lt;br /&gt;
vermitteln, was demokratische&lt;br /&gt;
Strukturen voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Sie muss vernetztes Denken&lt;br /&gt;
fördern und die in demokratischen Beratungsprozessen entstehenden Synergieeffekte erlebbar machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Sie muss Wertvorstellungen&lt;br /&gt;
vermitteln, die soziale Gerechtigkeit, Verantwortung für die&lt;br /&gt;
Schöpfung und für künftige Generationen und ein&lt;br /&gt;
Handeln im Sinne&lt;br /&gt;
nachhaltiger Entwicklungen fördern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage jeder&lt;br /&gt;
Erziehung muss&lt;br /&gt;
aber die Überzeugung von der&lt;br /&gt;
Gleichwertigkeit&lt;br /&gt;
aller Menschen&lt;br /&gt;
sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne diese Bedingung anzuerkennen wird es nicht&lt;br /&gt;
möglich sein,&lt;br /&gt;
menschenwürdige&lt;br /&gt;
und zukunftsfähige gesellschaftliche und pädagogische Strukturen&lt;br /&gt;
zu schaffen. Erst&lt;br /&gt;
wenn wir begreifen, dass jeder&lt;br /&gt;
Mensch das gleiche Recht auf Entwicklung und&lt;br /&gt;
ein Leben in Würde hat, werden&lt;br /&gt;
wir unsere Lebensverhältnisse so&lt;br /&gt;
einrichten können, dass alle davon profitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erziehung setzt deshalb&lt;br /&gt;
Selbsterziehung voraus. Wenn&lt;br /&gt;
wir jedem das Recht auf eine eigenständige Entwicklung zubilligen, heißt erziehen Angebote zu&lt;br /&gt;
machen, die überzeugen. Nichts&lt;br /&gt;
ist aber überzeugender als das&lt;br /&gt;
Vorbild eines Menschen, der mit&lt;br /&gt;
sich selbst und seiner Mitwelt im&lt;br /&gt;
Einklang lebt, der Selbstvertrauen&lt;br /&gt;
und Zufriedenheit ausstrahlt, der&lt;br /&gt;
in Weiterentwicklung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehört die Fähigkeit, sich&lt;br /&gt;
selbst zurückzunehmen, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heißt nicht zu manipulieren oder&lt;br /&gt;
Druck auszuüben und die Bereitschaft, sich selbst an die Regeln&lt;br /&gt;
zu halten, die unser Zusammenleben erleichtern und die verständlich und plausibel sein müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bereitschaft Fehler einzugestehen und zu korrigieren, ist unverzichtbar für jeden Erzieher,&lt;br /&gt;
denn ohne sie ist Weiterentwicklung unmöglich. Nur Menschen&lt;br /&gt;
mit Selbstvertrauen sind dazu in&lt;br /&gt;
der Lage. Wie aber gewinnt man&lt;br /&gt;
Selbstvertrauen, das man nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der eigenen Kindheit vermittelt bekam? Indem wir lernen,&lt;br /&gt;
uns selbst nicht zu wichtig zu&lt;br /&gt;
nehmen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese These bedarf der Begründung. Unsicherheit, Zweifel&lt;br /&gt;
an den eigenen Fähigkeiten, die&lt;br /&gt;
Angst zu versagen und bloßgestellt zu werden sind dann besonders groß, wenn wir unsere&lt;br /&gt;
eigene Person in den Mittelpunkt&lt;br /&gt;
stellen und Egoismus unser Handeln bestimmt. Sind wir in der&lt;br /&gt;
Lage unsere Ziele außerhalb unseres Selbstes zu definieren, d.h&lt;br /&gt;
altruistisch zu handeln, so verschiebt sich unser Augenmerk&lt;br /&gt;
auf andere Menschen bzw.&lt;br /&gt;
auf die von uns selbständig er&lt;br /&gt;
kannten Werte, die unser Handeln bestimmen. Jetzt tun wir&lt;br /&gt;
etwas, weil wir es für richtig halten, nicht mehr in erster Linie,&lt;br /&gt;
weil es uns nützt.Die Folge davon&lt;br /&gt;
ist, dass wir Anerkennung und&lt;br /&gt;
Wertschätzung finden, vor allem&lt;br /&gt;
aber, dass wir mit uns selbst ins&lt;br /&gt;
Reine zu kommen beginnen. Und&lt;br /&gt;
das macht Mut. Je mehr wir lernen, unser Handeln von den&lt;br /&gt;
Wertvorstellungen bestimmen&lt;br /&gt;
zu lassen, die ein harmonisches&lt;br /&gt;
Zusammenleben aller ermöglichen, umso mehr wachsen unser&lt;br /&gt;
Selbstvertrauen&lt;br /&gt;
und unsere Zuversicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht also&lt;br /&gt;
darum, uns den&lt;br /&gt;
gebührenden&lt;br /&gt;
Stellenwert in&lt;br /&gt;
der menschlichen Gemeinschaft zuzuweisen. Wer sich&lt;br /&gt;
über andere zu&lt;br /&gt;
stellen versucht,&lt;br /&gt;
wird ständig&lt;br /&gt;
kämpfen und&lt;br /&gt;
kontrollieren&lt;br /&gt;
müssen und sich&lt;br /&gt;
unter Dauerstress setzen&lt;br /&gt;
Wer sich geringschätzt und unterordnet, wird&lt;br /&gt;
die Folgen seiner&lt;br /&gt;
Erniedrigung&lt;br /&gt;
tragen müssen:&lt;br /&gt;
Minderwertigkeits- und Ohnmachtsgefühle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Kompetenz drückt&lt;br /&gt;
sich darin aus, dass wir in der Lage sind unsere persönlichen Bedürfnisse mit denen anderer&lt;br /&gt;
Menschen ins Gleichgewicht zu&lt;br /&gt;
bringen. Dies lernt man nur im&lt;br /&gt;
Miteinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider fördert die wichtigste&lt;br /&gt;
nichtfamiliäre Erziehungseinrichtung, die Schule, viel zu wenig&lt;br /&gt;
dieses Miteinander. Das Notensystem ist vielmehr darauf ausgerichtet, individuelle Leistung zu&lt;br /&gt;
bewerten und zu belohnen,&lt;br /&gt;
Teamleistungen werden als nicht&lt;br /&gt;
bewertbar eingestuft und fristen&lt;br /&gt;
ein Kümmerdasein am Rande der&lt;br /&gt;
Lehrpläne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|6|file=Tempora_08.pdf|page=6}}6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herkömmliche Schule suggeriert&lt;br /&gt;
dem Schüler, durch egozentrisches Lernen werde er am besten&lt;br /&gt;
sein persönliches Fortkommen&lt;br /&gt;
sichern. Diese Vorstellung ist angesichts der heutigen Bedeutung&lt;br /&gt;
von Teamarbeit in Wirtschaft und&lt;br /&gt;
Beruf absurd geworden. Untersuchungen ergaben, dass heute&lt;br /&gt;
soziale Kompetenz 80% der erforderlichen Berufsqualifikation&lt;br /&gt;
ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung einer globa&lt;br /&gt;
lisierten Wirtschaft hat&lt;br /&gt;
das, was an Schulen&lt;br /&gt;
überwiegend vermittelt&lt;br /&gt;
wird, längst überholt.&lt;br /&gt;
Interessanter Weise gibt&lt;br /&gt;
es in einer Reihe von&lt;br /&gt;
Bereichen eine Übereinstimmung zwischen&lt;br /&gt;
den Erfordernissen&lt;br /&gt;
dieser Wirtschaft und&lt;br /&gt;
den Entwicklungsbedürfnissen des Menschen. Dazu gehören&lt;br /&gt;
die Forderung nach&lt;br /&gt;
Vielseitigkeit und Flexibilität, nach lebenslangem Lernen, nach&lt;br /&gt;
Teamfähigkeit und&lt;br /&gt;
Kreativität.&lt;br /&gt;
Andererseits darf nicht&lt;br /&gt;
übersehen werden, dass&lt;br /&gt;
eine Globalisierung&lt;br /&gt;
unter dem Diktat der&lt;br /&gt;
Finanzmärkte und des&lt;br /&gt;
Maximalprofits zu einer&lt;br /&gt;
der Hauptursachen&lt;br /&gt;
menschlicher Selbstentfremdung und&lt;br /&gt;
Selbstzerstörung geworden ist.&lt;br /&gt;
Hier bedarf es dringend einer demokratisch legitimierten Korrektur, die sich an der Würde des&lt;br /&gt;
Menschen, also an ethischen&lt;br /&gt;
Werten orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will Erziehung einen Beitrag&lt;br /&gt;
zur Zukunftsfähigkeit leisten,&lt;br /&gt;
muss sie sich daher auf das richten, was dem menschlichen Fortschritt, dem des Einzelnen und&lt;br /&gt;
der Gesellschaft, dient. Sie muss&lt;br /&gt;
die Einsicht vermitteln, dass das,&lt;br /&gt;
was der Gemeinschaft dient,&lt;br /&gt;
auch dem Einzelnen Nutzen&lt;br /&gt;
bringt und sein Wohlbefinden&lt;br /&gt;
sichert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie muss die Möglichkeit bieten,&lt;br /&gt;
sich für gemeinsame Ziele und&lt;br /&gt;
für Andere einzusetzen und damit ein Bewusstsein gegenseiti‚ger Abhängigkeit und Wertschätzung entwickeln helfen. Eine&lt;br /&gt;
solche Erziehung zum sozialen&lt;br /&gt;
Handeln fördert, wie oben gesagt, das Selbstvertrauen und ist&lt;br /&gt;
ein entscheidender Schritt zu&lt;br /&gt;
mehr Zufriedenheit und Sinner&lt;br /&gt;
füllung, die niemals aus dem&lt;br /&gt;
Selbst gewonnen werden können&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allem, was Kindern und Jugendlichen hilft, Verantwortung zu&lt;br /&gt;
übernehmen, kommt hier eine&lt;br /&gt;
besondere Bedeutung zu: Soziale&lt;br /&gt;
Projekte, die Schüler aus der Isolation der Schule herausführen&lt;br /&gt;
und sie Erfahrungen mit anderen&lt;br /&gt;
gesellschaftlichen Bereichen machen lassen und die ihre Kommunikationsfähigkeit im Einsatz für&lt;br /&gt;
die Mitwelt fördern, Betriebspraktika, Ausbildung in Mediation&lt;br /&gt;
und Konfliktmanagement, wie&lt;br /&gt;
sie z.B. Schülerstreitschlichtungsprojekte bieten und systematisches Üben von Beratungsmethoden, wobei Schüler lernen,&lt;br /&gt;
nicht ihre Vorstellungen durchzu&lt;br /&gt;
setzen, sondern als Beiträge in&lt;br /&gt;
einem gemeinsamen Erarbeitungsprozess zur Lösungsfindung gleichberechtigt einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Theater und Rollenspiele&lt;br /&gt;
fördern Selbstvertrauen und soziale Kompetenz, vor allem, wenn&lt;br /&gt;
Kinder und Jugendliche dabei ihre eigenen Erfahrungen verarbeiten können. Leider werden diese&lt;br /&gt;
Tätigkeiten von vielen Lehrern geringgeschätzt, obwohl sie im Vergleich zur reinen Wissensvermittlung weitaus schneller&lt;br /&gt;
und stärker Fähigkeiten entwickeln helfen,&lt;br /&gt;
die im Leben relevant&lt;br /&gt;
sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erzieher, die Heranwachsende systematisch daran hindern, praktische Erfahrungen zu machen&lt;br /&gt;
und soziale Verantwortung zu übernehmen, verurteilen sie&lt;br /&gt;
letztlich im doppelten&lt;br /&gt;
Sinne zur Verantwortungslosigkeit.&lt;br /&gt;
Rücksichtslosigkeit,&lt;br /&gt;
Vandalismus, wachsende Brutalität sind&lt;br /&gt;
die natürlichen Folgen&lt;br /&gt;
Man muss sich nicht&lt;br /&gt;
über asoziales Verhalten wundern, wenn&lt;br /&gt;
man jungen Menschen die Möglichkeit&lt;br /&gt;
verwehrt, einen über&lt;br /&gt;
sich selbst hinausgehenden Sinn in ihrem&lt;br /&gt;
Leben zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesagte gilt natürlich in&lt;br /&gt;
besonderem Maße für die vorschulische Erziehung, die immer&lt;br /&gt;
weniger dort stattfindet, wo sie&lt;br /&gt;
die positivsten Auswirkungen haben könnte, in der Familie.&lt;br /&gt;
Immer mehr Eltern verweigern&lt;br /&gt;
sich aus Hilflosigkeit, Überlastung oder Egoismus ihrer Aufgabe als erste und wichtigste Erzieher ihrer Kinder und delegieren&lt;br /&gt;
sie an Kindergarten, Schule und&lt;br /&gt;
vor allem an die allgegenwärtigen Medien. Die Verlockungen&lt;br /&gt;
24stündiger Unterhaltung bieten&lt;br /&gt;
elterlicher Bequemlichkeit jeder&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|7|file=Tempora_08.pdf|page=7}}zeit die Chance, ihrer Aufgabe&lt;br /&gt;
aus dem Weg zugehen. Als Konsumenten lernen Kinder aber&lt;br /&gt;
kein soziales Handeln. Geistige&lt;br /&gt;
und seelische Entwicklung brauchen ein selbstbestimmtes Tempo,in dem das Wahrgenommene&lt;br /&gt;
verarbeitet und angewendet&lt;br /&gt;
werden kann. Als Fernseh-Konsumenten werden Kinder aber am&lt;br /&gt;
Tätigwerden gehindert. Sie lernen, die distanzierte Haltung des&lt;br /&gt;
Voyeurs einzunehmen, die mitfühlendes Handeln erschwert&lt;br /&gt;
und sie lernen häufig von negativen Vorbildern. Kinder, die wenig&lt;br /&gt;
Gelegenheit haben, ihre Bedürfnisse im sozialen Miteinander zu&lt;br /&gt;
relativieren, ahmen häufig Vorbilder nach, die egoistisches Verhalten zeigen. Und bereits im Nachmittagsprogramm wird ihnen&lt;br /&gt;
vorgeführt, wie man Straftaten&lt;br /&gt;
begehen kann, ohne strafrechtlich belangt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich vermittelt vor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allem das Fernsehen die Illusion,&lt;br /&gt;
nicht man selbst, sondern andere&lt;br /&gt;
seien für die eigene Unterhaltung, Beschäftigung und Befriedigung zuständig. Auf diese Weise wird frühzeitig die Bereitschaft, zu Suchtmitteln zu greifen, angelegt, denn auch diese&lt;br /&gt;
liefern vermeintliches Wohlbefinden ohne Bemühung und eigene&lt;br /&gt;
Aktivität.&lt;br /&gt;
Was medienabhängige Kinder sicher nicht lernen, ist ein Gleichgewicht zwischen ihren Bedürfnissen und denen der Mitmenschen zu finden. Denn dies setzt&lt;br /&gt;
Interaktion und Kommunikation&lt;br /&gt;
voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tätige und produktive Gemeinschaftserlebnisse sind am&lt;br /&gt;
ehesten-geeignet, bei Kindern&lt;br /&gt;
den Sinn für ihre persönliche und&lt;br /&gt;
soziale Verantwortung zu wecken. In einer Atmosphäre der Ermutigung entstehen Selbstvertrauen und Freude am Helfen&lt;br /&gt;
und Dienst, wird ein Bewusstsein&lt;br /&gt;
für die gegenseitige Abhängigkeit geweckt. Eltern, die als Partner erfahren werden, lassen ein&lt;br /&gt;
Bedürfnis am gemeinsamen&lt;br /&gt;
Wohl mitzuwirken entstehen. Bei&lt;br /&gt;
kleinen Kindern ist der Nachah&lt;br /&gt;
mungstrieb so stark, dass es oft&lt;br /&gt;
schon genügt, etwas vorzumachen, um sie zum Mitmachen zu&lt;br /&gt;
bewegen. Wenn Eltern das&lt;br /&gt;
Wachstum ihrer Kinder im Auge&lt;br /&gt;
haben und nicht in erster Linie&lt;br /&gt;
die Ergebnisse kindlicher Hilfsbereitschaft, werden sie diese am&lt;br /&gt;
Leben erhalten, statt sie durch&lt;br /&gt;
übertriebene Erwartungen zu&lt;br /&gt;
frustrieren oder durch fehlendes&lt;br /&gt;
Vertrauen gar nicht erst entstehen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhalten Kinder keine produktiven und kreativen Möglichkeiten,&lt;br /&gt;
ihr Gemeinschaftsbedürfnis zu&lt;br /&gt;
befriedigen, so werden sie dies&lt;br /&gt;
auf wenig konstruktive Weise&lt;br /&gt;
tun. Die Frustration des natürlichen Bedürfnisses nach sinnvoller gemeinsamer Aktivität führt&lt;br /&gt;
häufig zu destruktiven, wenn&lt;br /&gt;
auch vergeblichen Ersatzhandlungen, die oft versteckte Hilfeschreie sind. Selbstzerstörerische&lt;br /&gt;
Aktivitäten wie Drogenkonsum&lt;br /&gt;
und Verbrechen sind die letzte&lt;br /&gt;
Konsequenz solcher fehlgeleiteter Energien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer glaubt, keine Zukunft zu&lt;br /&gt;
haben, dem bleibt nur noch der&lt;br /&gt;
Egoismus und die Selbstbetäubung als vergeblicher Ersatz für&lt;br /&gt;
Sinnerfüllung durch geteilte&lt;br /&gt;
schöpferische Freude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lernen wir aber mit unseren&lt;br /&gt;
Kindern gemeinsam familiäre&lt;br /&gt;
und gesellschaftliche Zukunft zu&lt;br /&gt;
gestalten, so sind auch Rückschläge und Frustrationserlebnisse zu verarbeiten, denn sie sind&lt;br /&gt;
das Lernmaterial aus dem Fortschritt entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roland Greis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SELBSTERZIEHUNG €&lt;br /&gt;
[3&lt;br /&gt;
WACHSEN a&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8 7,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
{{page|8|file=Tempora_08.pdf|page=8}}8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
leben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geehrte Eltern,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit dieser Anrede spreche ich&lt;br /&gt;
auch die alleinerziehenden Väter&lt;br /&gt;
und Mütter an. Sie stehen mit&lt;br /&gt;
der Kindererziehung in einem&lt;br /&gt;
Auftrag, der in der heutigen Zeit&lt;br /&gt;
schwieriger ist denn je. Zu&lt;br /&gt;
schwierig um ohne Fehler bestanden werden zu können. Ich&lt;br /&gt;
habe durch meine jahrelange Erziehungsberatungs-Praxis den&lt;br /&gt;
Eindruck gewonnen, dass die&lt;br /&gt;
meisten Eltern - wenn sie die&lt;br /&gt;
Wahl hätten - gerne die besten&lt;br /&gt;
Eltern der Welt sein möchten. Wir&lt;br /&gt;
haben aber nicht immer die&lt;br /&gt;
Wahl, so ideal, so gut zu sein, wie&lt;br /&gt;
wir das gerne möchten. Wir als&lt;br /&gt;
Eltern erleben uns selbst auch&lt;br /&gt;
oft als Kinder in einer alternden&lt;br /&gt;
Haut, gefangen in den Erziehungseinflüssen, denen wir&lt;br /&gt;
selbst in unserer Kindheit ausgesetzt waren.Wir haben uns unsere Eltern und deren Ideen über&lt;br /&gt;
Kindererziehung nicht ausgesucht und wir können auch nicht&lt;br /&gt;
viel dafür, dass wir bestimmte&lt;br /&gt;
Einflüsse aus unserer Kindheit so&lt;br /&gt;
gedeutet haben, wie wir estaten.&lt;br /&gt;
Und so stehen wir jetzt als Erwachsene mit unseren eigenen&lt;br /&gt;
Kindern da und reagieren so wie&lt;br /&gt;
wir sind. Manchmal sind die Reaktionen so, dass wir uns nachher&lt;br /&gt;
sagen: „So wollte ich nie sein.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hätten wir mehr Wahlmöglichkeiten, so könnten wir in den verschiedenen immer wechselnden&lt;br /&gt;
Situationen der Kindererziehung&lt;br /&gt;
auch anders reagieren. Vielleicht&lt;br /&gt;
ist dieser Aufsatz und die anderen Beiträge in dieser Zeitschrift&lt;br /&gt;
dazu ein guter Beitrag. Aber auch&lt;br /&gt;
dann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben nicht alles&lt;br /&gt;
selbst in der Hand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die charakterbildenden Einflüsse der Kinder aufeinander&lt;br /&gt;
sind stärker als die Erziehungseinflüsse die von Ihnen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familienkonstellation:&lt;br /&gt;
Keine zwei Kinder werden in dieselbe Familie hineingeboren. Jeder findet ein anderes soziales&lt;br /&gt;
Umfeld vor. „Ich bin das zweitgeborene Kind. Als mein Bruder geboren wurde, waren meine Eltern&lt;br /&gt;
Mann und Frau, und durch seine&lt;br /&gt;
Geburt wurden sie Vater und&lt;br /&gt;
Mutter. Als ich geboren wurde,&lt;br /&gt;
waren sie also eine Familie mit&lt;br /&gt;
einem Kind.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eltern gehen mit dem ersten&lt;br /&gt;
Kind anders um als mit dem&lt;br /&gt;
zweiten, und wenn später noch&lt;br /&gt;
mehr Kinder geboren werden, ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht nur die Situation in der Familie und die Interaktion zwischen den Kindern völlig anders,&lt;br /&gt;
in vielen Fällen sind die Eltern&lt;br /&gt;
auch etwas entspannter in Bezug&lt;br /&gt;
auf die Erziehung der Kinder. Es&lt;br /&gt;
kann auch sein, dass die finanzielle Situation der Familie besser&lt;br /&gt;
ist als am Anfang der Ehe, oder&lt;br /&gt;
auch das Gegenteil kann wahr&lt;br /&gt;
sein. Kinder sind teuer. Vielleicht&lt;br /&gt;
haben die Eltern auch schon unmögliche bzw. unrealisierbare Erwartungen in Bezug auf die Entwicklung der Kinder aufgegeben,&lt;br /&gt;
so dass das letztgeborene Kind&lt;br /&gt;
besser seine Möglichkeiten entwickeln kann als das erste. Viele&lt;br /&gt;
Kinder wachsen bei einem alleinerziehenden Elternteil auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Grunde ist es auch nicht&lt;br /&gt;
so wichtig, was in einer Familie&lt;br /&gt;
passiert. Das Wichtigste ist, wie&lt;br /&gt;
ein Kind seine eigene Situation&lt;br /&gt;
sieht. Es ist fast nicht zu vermeiden, dass das erstgeborene Kind&lt;br /&gt;
sich bei der Geburt des zweiten&lt;br /&gt;
Kindes etwas zurückgesetzt&lt;br /&gt;
fühlt. Es beobachtet ja,wie Mutter immer mit dem Jüngsten, mit&lt;br /&gt;
dem Baby, beschäftigt ist, und so&lt;br /&gt;
kann es sein, dass sich das Erstgeborene die Meinung bildet:&lt;br /&gt;
„Meine Eltern, bzw. meine Mutter, liebt meinen Bruder mehr als&lt;br /&gt;
mich.” Es ist auch verständlich,&lt;br /&gt;
dass Erstgeborene oft in ihrer&lt;br /&gt;
Entwicklung zurückfallen mit&lt;br /&gt;
Weinen oder Bettnässen. Vom&lt;br /&gt;
Erstgeborenen aus ist das ganz&lt;br /&gt;
logisch. Er sieht ja, dass man dafür Aufmerksamkeit bekommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann.&lt;br /&gt;
DE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, die das Kind ständig beschäftigt, ist im Grunde die&lt;br /&gt;
Frage: „Wie kann ich zu dieser&lt;br /&gt;
Familie gehören? Wie kann ich&lt;br /&gt;
hier meinen Platz finden? Wie&lt;br /&gt;
kann ich hier Bedeutung haben?”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben die Neigung, auf&lt;br /&gt;
Kinder zu schauen, als würden&lt;br /&gt;
sie nur auf ihre Umgebung reagieren. Wir müssen Kinder sehen&lt;br /&gt;
als aktive Personen, die ihre Umgebung beeinflussen und entscheiden, was sie mit ihrer Veranlagung tun werden. Wenn wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|9|file=Tempora_08.pdf|page=9}}aus einer Familie mit mehreren Kindern ein Kind wegnehmen, verändert sich alles. Jedes&lt;br /&gt;
Mitglied der Familie hat einen&lt;br /&gt;
großen Einfluss auf die Familienatmosphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier sind jetzt einige Informationen zu den verschiedenen&lt;br /&gt;
Positionen, die Kinder in der&lt;br /&gt;
Kinderreihe einnehmen können.&lt;br /&gt;
Sie helfen uns, Kinder in ihrem&lt;br /&gt;
Verhalten zu verstehen, aber sie&lt;br /&gt;
können nicht als Entschuldigung&lt;br /&gt;
für das Verhalten des Kindes&lt;br /&gt;
angesehen werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erstgeborene, das älteste,&lt;br /&gt;
das erste Kind, wurde als erstes&lt;br /&gt;
geboren, und es wird immer alles&lt;br /&gt;
daran setzen, das erste zu bleiben. Sein ganzes Verhalten, sein&lt;br /&gt;
ganzes Denken, sein ganzes Streben und Handeln ist durchzogen&lt;br /&gt;
davon, das Erste zu sein, auch&lt;br /&gt;
wenn es sich selbst dabei schädigt. Älteste Kinder oder erstgeborene Kinder neigen dazu, den&lt;br /&gt;
Boss zu spielen und kritisch zu&lt;br /&gt;
sein. Insbesondere kritisieren sie&lt;br /&gt;
gerne ihre jüngeren Geschwister.&lt;br /&gt;
Das jüngste Kind nutzt diese Situation oft aus, denn auf der einen Seite fordert es den älteren&lt;br /&gt;
Bruder oder die ältere Schwester&lt;br /&gt;
heraus, es zu kritisieren und stellt&lt;br /&gt;
sich dann unschuldig. So wird das&lt;br /&gt;
ältere Kind in Schwierigkeiten&lt;br /&gt;
kommen, weil es so kritisch mit&lt;br /&gt;
seinem Bruder oder seiner&lt;br /&gt;
Schwester umgeht. Und so machen Eltern mit dem Erstgeborenen im Grunde genau das, was&lt;br /&gt;
das älteste Kind mit dem jüngsten macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstgeborene Kinder streben&lt;br /&gt;
oft nach Vollkommenheit. Die&lt;br /&gt;
Neigung, perfekt sein zu wollen,&lt;br /&gt;
entsteht aus einem Bestreben,&lt;br /&gt;
besser als andere sein zu wollen&lt;br /&gt;
Es ist klar, dass diese Sicht auf das&lt;br /&gt;
Leben sehr frustrierend sein&lt;br /&gt;
kann. Es glaubt: „Wenn ich nicht&lt;br /&gt;
perfekt bin, dann bin ich nichts&lt;br /&gt;
wert.” Man kann erstgeborenen&lt;br /&gt;
Kindern dadurch helfen, dass&lt;br /&gt;
man selbst den Mut zur Unvollkommenheit entwickelt und sich&lt;br /&gt;
selbst nicht kritisiert, wenn man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als Erwachsener Fehler macht.&lt;br /&gt;
So ein Vorbild hilft einem Kind&lt;br /&gt;
mehr, mit seinen vermeintlichen&lt;br /&gt;
Schwächen umzugehen, als viele&lt;br /&gt;
Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstgeborene Kinder neigen dazu, ein starkes Verantwortungsgefühl zu entwickeln, und dafür&lt;br /&gt;
werden sie auch gelobt, und diese Fähigkeit wird ihnen oft zum&lt;br /&gt;
Problem. Das erstgeborene Kind&lt;br /&gt;
hält Ordnung für sehr wichtig&lt;br /&gt;
Ordnung ermöglicht es, alles unter Kontrolle zu haben. Jüngere&lt;br /&gt;
Kinder können dieses Bedürfnis&lt;br /&gt;
nach Kontrolle ganz schön durcheinander bringen. Es ist nicht&lt;br /&gt;
leicht, das erstgeborene Kind zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweitgeborene Kind&lt;br /&gt;
steht, wenn es relativ kurz nach&lt;br /&gt;
dem erstgeborenen zur Welt&lt;br /&gt;
kommt, grundsätzlich in einem&lt;br /&gt;
Konkurrenzverhältnis. Es neigt&lt;br /&gt;
dazu, sich entgegengesetzt zu&lt;br /&gt;
entwickeln. In vielen Fällen entwickelt sich das zweite Kind wie&lt;br /&gt;
eine Dampflok. Es steht ständig&lt;br /&gt;
unter Druck, weil es meint, das&lt;br /&gt;
erste Kind überholen zu müssen.&lt;br /&gt;
Durch diese ständige Anstrengung und den Wettlauf ist es&lt;br /&gt;
möglich, dass das erste Kind entmutigt wird und aufgibt. In einem solchen Fall kann das zweitgeborene Kind die Rolle des&lt;br /&gt;
Ältesten übernehmen und der&lt;br /&gt;
Erste und Beste sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das zweite Kind zum&lt;br /&gt;
mittleren Kind wird, weil noch&lt;br /&gt;
ein Geschwister geboren wird,&lt;br /&gt;
wird es ein „Sandwich-Kind”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entwickeln mittlere Kinder&lt;br /&gt;
oft die Meinung, dass das Leben&lt;br /&gt;
ungerecht ist und neigen zum&lt;br /&gt;
Schmollen.Das mittlere Kind darf&lt;br /&gt;
noch nicht, was das ältere Kind&lt;br /&gt;
schon darf, und es darf nicht&lt;br /&gt;
mehr das, was das jüngste noch&lt;br /&gt;
darf. Überdies trägt es die abgetragenen Kleider des Erstgeborenen, und das jüngste Kind bekommt neue, weil das Mittlere&lt;br /&gt;
die Kleider des Erstgeborenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgetragen hat. Ein Erwachsener sagte: „Ich bin das Mittlere&lt;br /&gt;
von drei Kindern. Bei uns klang&lt;br /&gt;
das oft so:,Die zwei Großen räumen jetzt den Tisch ab und spülen. Danach gehen die zwei Kleinen ins Bett.&#039;Ich fand das immer&lt;br /&gt;
furchtbar ungerecht.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mittlere Kind entwickelt ein&lt;br /&gt;
gutes Gespür dafür, was Recht&lt;br /&gt;
und was Unrecht ist. Es geht in&lt;br /&gt;
die Rolle des Beschützers, des Vermittlers, des „Sozialarbeiters”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das jüngste Kind ist oft ein&lt;br /&gt;
Charmeur, der es schafft, andere&lt;br /&gt;
zu manipulieren und in seinen&lt;br /&gt;
Dienst zu stellen. Das älteste Kind&lt;br /&gt;
möchte gerne der Boss sein, aber&lt;br /&gt;
in Wirklichkeit ist das jüngste der&lt;br /&gt;
Boss. Das älteste Kind sagt den&lt;br /&gt;
anderen, was sie zu tun haben,&lt;br /&gt;
und niemand tut es. Das jüngste&lt;br /&gt;
Kind sagt nicht, was die anderen&lt;br /&gt;
zu tun haben und schafft es&lt;br /&gt;
trotzdem, dass sie es für es tun.&lt;br /&gt;
Die jüngsten Kinder sind oft&lt;br /&gt;
schöne Kinder, und sie können&lt;br /&gt;
wunderschön lächeln. Sie sind&lt;br /&gt;
Schauspieler, aber wenn ihr&lt;br /&gt;
Charme oder ihre Manipulation&lt;br /&gt;
nicht wirken, haben sie oft hohe&lt;br /&gt;
Ansprüche. Das jüngste Kind wird&lt;br /&gt;
oft verwöhnt. Jüngste Kinder haben oft das Gefühl, dass sie nicht&lt;br /&gt;
ernstgenommen werden. Niemand interessiert sich wirklich&lt;br /&gt;
für das, was sie denken.&lt;br /&gt;
Jüngste Kinder haben Schwierigkeiten sich zu entscheiden. Es gibt&lt;br /&gt;
immer andere Leute, die für sie&lt;br /&gt;
entscheiden. So haben sie auch&lt;br /&gt;
Schwierigkeiten, Arbeiten zu Ende zu führen. Sie brauchen nur&lt;br /&gt;
etwas anzufangen, dann ist&lt;br /&gt;
schon irgendjemand da, der ihnen hilft, um es fertigzu machen.&lt;br /&gt;
Ihnen wird selten Verantwortung&lt;br /&gt;
übertragen, dafür ist ja das ältere&lt;br /&gt;
Kind da.Deswegen hat das jüngste Kind im Erwachsenenalter&lt;br /&gt;
auch oft Schwierigkeiten mit&lt;br /&gt;
dem Tragen von Verantwortung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das einzige Kind, das Einzelkind ist ein besonderes Kind. Es&lt;br /&gt;
muss nicht unbedingt verwöhnt&lt;br /&gt;
werden, aber es entwickelt das&lt;br /&gt;
Gefühl, etwas Besonderes zu sein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|10|file=Tempora_08.pdf|page=10}}10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
u&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ela&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der einen Seite hat es die&lt;br /&gt;
Charakteristika der Verantwortlichkeit des ältesten Kindes und&lt;br /&gt;
zeigt eine große Selbstständigkeit; andere Teile seiner Persönlichkeit zeigen eher Vergleichsmöglichkeiten mit jüngsten&lt;br /&gt;
Kindern.Verantwortlich fühlt sich&lt;br /&gt;
das Einzelkind auf jeden Fall dafür, was mit Vater und Mutter&lt;br /&gt;
passiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einzelkind hat gerne Zeit für&lt;br /&gt;
sich selbst. Es kann gut mit älteren und mit jüngeren Leuten umgehen, aber mit Gleichaltrigen&lt;br /&gt;
hat es Schwierigkeiten. Einzelkinder sind in ihrer Art oft erwachsener als sie aussehen und können gar nicht verstehen, warum&lt;br /&gt;
gleichaltrige Kinder sich so kindisch oder unerwachsen verhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Einzelkind lebt in Konkurrenz&lt;br /&gt;
mit dem gleichgeschlechtlichen&lt;br /&gt;
Elternteil. Der Junge konkurriert&lt;br /&gt;
mit dem Vater um die ungeteilte&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit der Mutter. Bei&lt;br /&gt;
Mädchen ist es umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EHI&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was ich bis jetzt beschrieben habe, sind oft vorkommende Entwicklungen, sogenannte statistische Wahrscheinlichkeiten. Da die eigene Kreativität des Kindes jedoch entscheidender ist als alles, was Psychologen denken, kann auch alles&lt;br /&gt;
anders sein&lt;br /&gt;
Das Wissen um die Bedeutung&lt;br /&gt;
der Position in der Familie kann&lt;br /&gt;
uns aber helfen, Meinungen zu&lt;br /&gt;
erkennen, die das Kind sich über&lt;br /&gt;
sich, über andere und über das&lt;br /&gt;
Leben bildet. Wenn wir diese Meinung erkennen, können wir versuchen, die Meinungsbildung in&lt;br /&gt;
die positive Richtung zu lenken.&lt;br /&gt;
Jedenfalls hat in der Kinderreihe,&lt;br /&gt;
wie Sie leicht erkennen können,&lt;br /&gt;
jeder die Möglichkeit, Stärken als&lt;br /&gt;
auch Schwächen zu entwickeln.&lt;br /&gt;
Die Frage taucht aber auf, was&lt;br /&gt;
Schwächen und was Stärken&lt;br /&gt;
sind. Jede Stärke wird, wenn über&lt;br /&gt;
Gebühr eingesetzt, zu einer Last.&lt;br /&gt;
Verantwortungsvoll sein, ist gut,&lt;br /&gt;
aber zu glauben, dass man nur&lt;br /&gt;
einen Platz hat, wenn man immer und überall die Verantwor&lt;br /&gt;
tung auf sich nimmt, ist eher eine&lt;br /&gt;
Last. Zu glauben, dass das Leben&lt;br /&gt;
ungerecht ist, kann für manche&lt;br /&gt;
zu einer Quelle des Leidens führen, aber solche Menschen haben&lt;br /&gt;
ein gutes Auge für Gerechtigkeit&lt;br /&gt;
und Ungerechtigkeit. Sie stehen&lt;br /&gt;
auf der Seite der Unterdrückten&lt;br /&gt;
und Benachteiligten, und sie sind&lt;br /&gt;
gute Helfer und gute Vermittler.&lt;br /&gt;
Wer immer perfekt sein will, der&lt;br /&gt;
ist selten zufrieden, aber wenn&lt;br /&gt;
wir eine schwere Operation vor&lt;br /&gt;
uns haben, hätten wir vielleicht&lt;br /&gt;
gerne einen erstgeborenen Sohn&lt;br /&gt;
mit dem Streben nach Vollkom&lt;br /&gt;
menheit als Chirurg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese wenigen Ideen können&lt;br /&gt;
uns helfen, dort, wo wir Schwächen erkennen, zu fragen, wo die&lt;br /&gt;
Stärken dieser Schwächen sind.&lt;br /&gt;
Wenn man die Stärken der Kinder&lt;br /&gt;
sieht, kann auch jedes Kind seinen nützlichen Platz in der Familie finden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Entwicklung der Per&lt;br /&gt;
sönlichkeit spielt die Ermutigung&lt;br /&gt;
und Entmutigung eine entscheidende Rolle. Ermutigung führt&lt;br /&gt;
Kinder eher auf die nützliche Seite des Lebens und hilft ihnen,&lt;br /&gt;
besser ihren Platz in der Familie&lt;br /&gt;
zu finden und somit auch im Erwachsenenleben ihre Bedeutung&lt;br /&gt;
zu erkennen.&lt;br /&gt;
Helfen wir Kindern, mutige Kinder zu werden! Meckern, Kritisieren, Kämpfen, Schimpfen, Strafen&lt;br /&gt;
sind dafür keine guten Methoden, und wir brauchen sie auch&lt;br /&gt;
nicht wirklich. Es gibt andere Methoden. Es ist wichtig, jüngsten&lt;br /&gt;
Kindern Verantwortung zu übertragen. Das Älteste muss nicht&lt;br /&gt;
immer alles machen. Helfen Sie&lt;br /&gt;
dem jüngsten Kind, Aufgaben zu&lt;br /&gt;
Ende zu führen und nützen Sie&lt;br /&gt;
die Fähigkeit des mittleren Kindes, Probleme zwischen anderen&lt;br /&gt;
Kindern zu lösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie verstanden haben,&lt;br /&gt;
dass Sie nicht alle Entwicklungen&lt;br /&gt;
der Kinder selbst in der Hand haben,dann brauchen Sie sich auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht verantwortlich zu fühlen&lt;br /&gt;
für alles, was nicht so läuft, wie&lt;br /&gt;
Sie es sich vorgestellt haben. Kinder untereinander beeinflussen&lt;br /&gt;
sich gegenseitig wesentlich&lt;br /&gt;
mehr, als die Eltern es tun.&lt;br /&gt;
Aber Sie können trotzdem viel&lt;br /&gt;
tun. Dazu lesen Sie die weiteren&lt;br /&gt;
‚Aufsätze in diesem Heft. Viel Erfolg mit der nicht leichten, wunderbaren Erziehungsaufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theo Schoenaker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Literatur:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dreikurs, Rudolf / Blumenthal, Erik:&lt;br /&gt;
„Eltern und Kinder - Freunde oder Feinde?”&lt;br /&gt;
Klett-Cotta 1997&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Khabirpour, Fari / Hofmann, Nadi&lt;br /&gt;
„Halt mich fest und lass mich los”&lt;br /&gt;
Horizonte 1998&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schoenaker, Theo u. Julitta / Platt, John:&lt;br /&gt;
„Die Kunst als Familie zu leben”&lt;br /&gt;
Herder 2000&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biographie&lt;br /&gt;
Theo Schoenaker&lt;br /&gt;
Jahrgang 1932&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Logopäde,&lt;br /&gt;
Individualpsychologischer Berater,&lt;br /&gt;
Heilpraktiker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Autor mehrerer Bücher&lt;br /&gt;
u.a.im Bereich der Logopädie,&lt;br /&gt;
der Kindererziehung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Ermutigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und der Partnerschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|11|file=Tempora_08.pdf|page=11}}Wir lassen uns nicht gern erziehen:&lt;br /&gt;
Erziehung hieß doch meist Entzug&lt;br /&gt;
und vor sich selber zu entfliehen&lt;br /&gt;
auf Ziele hin, die voller Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie oft ist kaum noch was geblieben&lt;br /&gt;
von dem, der zu erziehen war.&lt;br /&gt;
Erziehung zerrte statt zu lieben,&lt;br /&gt;
zerriss die Wurzeln Haar um Haar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jeder Mensch ist, war verschollen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es galt zu werden fremdbestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und niemand fragt‘ nach Sein und Wollen&lt;br /&gt;
und was man gibt für was man nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann plötzlich hieß es keinen Zwang,&lt;br /&gt;
verpönt war nun Autorität:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein jeder folge seinem Drang,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tu, was er mag von früh bis spät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von nun an galt die Sinnverwirrung,&lt;br /&gt;
man tat so ziemlich jeden Mist&lt;br /&gt;
und probte seelische Verirrung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Zentrum stand der Egoist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was zu wollen sich nicht lohnt&lt;br /&gt;
und was den eignen Weg versperrt,&lt;br /&gt;
wo Leere und Verzweiflung wohnt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ward selten so ans Licht gezerrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Was wäre, wenn nach den Extremen&lt;br /&gt;
das rechte Maß nun stünde an?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wirklichkeit sich anbequemen,&lt;br /&gt;
was anfangs unbequem sein kann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Gottes Ebenbild geboren&lt;br /&gt;
begegnet uns der Mensch als Kind&lt;br /&gt;
und dies darf niemals gehn verloren,&lt;br /&gt;
damit er seine Heimat find.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ewig gültigem Gesetze&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Seele Kern,&lt;br /&gt;
wirft Geistesstreben seine Netze,&lt;br /&gt;
um zu erkennen nah und fern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erziehen heißt entdecken lassen&lt;br /&gt;
undssachteleiten hin zum Sinn:&lt;br /&gt;
Aus eignerKraft gilt’s zu erfassen,&lt;br /&gt;
wer, wie, warum, wozu, wohin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer so begleitet wird zur Quelle,&lt;br /&gt;
dankt seinem Schöpfer Schöpferschaft.&lt;br /&gt;
In Dunkelheit dringt ein das Helle,&lt;br /&gt;
Erziehung wird Anziehungskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Liebe Sog zieht ihn zum Lichte&lt;br /&gt;
und lässt ihn wachsen jeden Tag,&lt;br /&gt;
er formt sich selber zum Gedichte,&lt;br /&gt;
weil er nun will, was Jener mag,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roland Greis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8 11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|12|file=Tempora_08.pdf|page=12}}Halt mich fest und lass mich los&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„EURE KINDER SIND NICHT EURE&lt;br /&gt;
KINDER.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SIE SIND DIE SÖHNE UND&lt;br /&gt;
TÖCHTER DER SEHNSUCHT DES&lt;br /&gt;
LEBENS NACH SICH SELBST.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SIE KOMMEN DURCH EUCH, ABER&lt;br /&gt;
NICHT VON EUCH.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UND OBGLEICH SIE BEI EUCH&lt;br /&gt;
SIND, GEHÖREN SIE EUCH NICHT.&lt;br /&gt;
IHR DÜRFT IHNEN EURE LIEBE&lt;br /&gt;
SCHENKEN, NICHT ABER EURE&lt;br /&gt;
GEDANKEN,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DENN SIE HABEN IHRE EIGENEN&lt;br /&gt;
GEDANKEN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IHR DÜRFT IHREN KÖRPERN&lt;br /&gt;
EIN HEIM GEBEN, ABER NICHT&lt;br /&gt;
IHREN SEELEN,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DENN IHRE SEELEN WOHNEN IM&lt;br /&gt;
Hause von MORGEN,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DAS IHR NICHT BESUCHEN&lt;br /&gt;
KÖNNT, NICHT EINMAL IN EUREN&lt;br /&gt;
TRÄUMEN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IHR DÜRFT EUCH BEMÜHEN,&lt;br /&gt;
WIE SIE ZU SEIN,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ABER SUCHT NICHT, SIE EUCH&lt;br /&gt;
GLEICH ZU MACHEN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DENN DAS LEBEN GEHT NICHT&lt;br /&gt;
RÜCKWÄRTS UND VERWEILT&lt;br /&gt;
NICHT BEIM GESTERN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IHR SEID DIE BÖGEN,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VON DENEN EURE KINDER&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ALS LEBENDE PFEILE&lt;br /&gt;
AUSGESCHICKT WERDEN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DER BOGENSCHÜTZE SIEHT&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DAS ZIEL AUF DEM PFADE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DES UNENDLICHEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UND ER BIEGT EUCH&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MIT SEINER KRAFT,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SO DASS SEINE PFEILE FLINK&lt;br /&gt;
UND WEIT GEHEN KÖNNEN.&lt;br /&gt;
LASST EUER BIEGEN IN DER&lt;br /&gt;
HAND DES SCHÜTZEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUS FREUDE GESCHEHEN;&lt;br /&gt;
DENN SO WIE ER&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FLIEGENDE PFEILE LIEBT,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SO LIEBT ER AUCH DEN BOGEN,&lt;br /&gt;
DER GEFESTIGT IST.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
KHALIL GIBRAN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kindererziehung dreht sich um&lt;br /&gt;
Kinder und deren Beziehung zu&lt;br /&gt;
ihren Eltern, Lehrern oder anderen Erziehern. Darum soll zunächst das Wesen des Kindes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kurz erörtert werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kind ist ein Geschöpf, das&lt;br /&gt;
entstanden ist aus Liebe. Mit Liebe ist hier nicht nur die Liebe zwischen zwei Menschen gemeint,&lt;br /&gt;
sondern die schöpferische Kraft,&lt;br /&gt;
die Entstehung und Wachstum&lt;br /&gt;
ermöglicht. Dies kann die Liebe&lt;br /&gt;
zwischen zwei Menschen sein,&lt;br /&gt;
die dazu führt, dass ein neues&lt;br /&gt;
Wesen entsteht. Doch selbst&lt;br /&gt;
wenn die beiden Elternteile sich&lt;br /&gt;
nicht geliebt haben, ist es die Liebe der Mutter, die das Kind in sich&lt;br /&gt;
trägt, welche dem Kind die Kraft&lt;br /&gt;
gibt zu überleben. Doch es ist&lt;br /&gt;
nicht nur ein Körper, der geschaffen wird, sondern viel mehr. Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraft und der Willensakt, die das&lt;br /&gt;
Kind aufbringt, um zu wachsen,&lt;br /&gt;
kommen nicht nur aus seinen&lt;br /&gt;
eigenen Körperzellen heraus. Die&lt;br /&gt;
Nahrung der Mutter allein genügt nicht, um aus dem Fötus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen voll entwickelten Menschen zu machen. Es steckt eine&lt;br /&gt;
andere Kraft dahinter, eine unsichtbare Macht, die bestimmt,&lt;br /&gt;
dass aus dem „Liebesakt” zweier&lt;br /&gt;
Menschen ein neuer Mensch entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft ist es, die, obwohl unsichtbar, dem Menschen das Leben ermöglicht. Sie schafft Hoffnung, Freude, Trauer, Angst, Liebe&lt;br /&gt;
und andere Realitäten, deren&lt;br /&gt;
Wirklichkeit mit den biologischen&lt;br /&gt;
Sinnen nicht wahrnehmbar und&lt;br /&gt;
greifbar ist, wenn auch messbar.&lt;br /&gt;
Diese unsichtbare Dimension ist&lt;br /&gt;
das geistige Wesen des Kindes.&lt;br /&gt;
Dieses geistige Wesen gibt jedem&lt;br /&gt;
Menschen seine Daseinsberechtigung als gleichwertiges Mitglied der menschlichen Gemeinschaft. Es verhilft, von dem&lt;br /&gt;
Körper, der Hautfarbe, der Nationalität oder der Religion des Menschen abzusehen und das Unsichtbare in ihm zu betrachten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das, wovon Antoine de SaintExupery sagt: „Das WESENTLICHE&lt;br /&gt;
IST FÜR DIE AUGEN UNSICHTBAR.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Wesentliche ist es, was&lt;br /&gt;
jeder hat,ob arm oder reich, krank&lt;br /&gt;
oder gesund, brav oder frech,&lt;br /&gt;
glücklich oder traurig. Darin ist&lt;br /&gt;
die Liebe des Menschen verborgen, seine Kraft und seine Verbindung zu seinem Schöpfer. Dieses&lt;br /&gt;
„unsichtbare Wesentliche” ist es,&lt;br /&gt;
was jeden Menschen liebenswert&lt;br /&gt;
und jedes Leben lebenswert&lt;br /&gt;
macht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sieht man einem Menschen in&lt;br /&gt;
{{page|13|file=Tempora_08.pdf|page=13}}die Augen oder spürt man seine&lt;br /&gt;
Ausstrahlung, kommt man dieser&lt;br /&gt;
Realität näher, als wenn man einfach nur mit ihm spricht oder verhandelt. Vor allem bei Kindern ist&lt;br /&gt;
die Reinheit, die sich in den Augen widerspiegelt, auffällig. Ist&lt;br /&gt;
es, weil Kinder ihrer geistigen Heimat noch näher stehen als wir?&lt;br /&gt;
Ist es, weil sich bei ihnen noch&lt;br /&gt;
nicht soviel in der Welt des Sichtbaren abgespielt hat wie bei uns?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bild zeigt den Wert und das&lt;br /&gt;
Potential, das in jedem Menschen&lt;br /&gt;
steckt und weist auf die Bedeutung der Erziehung hin:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„BETRACHTE DEN MENSCHEN ALS&lt;br /&gt;
EIN BERGWERK, REICH AN EDELSTEINEN VON UNSCHÄTZBAREM WERT.&lt;br /&gt;
NUR DIE ERZIEHUNG KANN BEWIRKEN, DASS ES SEINE SCHÄTZE ENTHÜLLT UND DIE MENSCHHEIT DARAUS NUTZEN ZU ZIEHEN VERMAG.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bahä’u’lläh&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ziel der Erziehung sollte also&lt;br /&gt;
sein, aus jedem Menschen die&lt;br /&gt;
Edelsteine seines Bergwerkes&lt;br /&gt;
herauszuholen und sichtbar zu&lt;br /&gt;
machen. So wird es dem Menschen ermöglicht, seinen Platz in&lt;br /&gt;
der Gemeinschaft zu finden und&lt;br /&gt;
für die Menschheit nützlich zu&lt;br /&gt;
werden. Denn jeder trägt ein Teil&lt;br /&gt;
des Lebenspuzzles mit sich und&lt;br /&gt;
hat die Aufgabe, dieses Teil an die&lt;br /&gt;
richtige Stelle zu legen. Kein Stück&lt;br /&gt;
darf fehlen, um das Bild zu vollenden. Für die meisten Menschen ist es eine lebenslange Aufgabe herauszufinden, wie ihr Teil&lt;br /&gt;
aussieht und wohin es gehört.&lt;br /&gt;
Erst wenn sie die Antwort darauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gefunden haben, sind sie zufrieden und sinnerfüllt. Sie vertrauen&lt;br /&gt;
in sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist eigentlich Selbstvertrauen? Eigentlich sollte jeder der beiden Begriffe „Vertrauen” und&lt;br /&gt;
„Selbst” zweifach in dem Wort&lt;br /&gt;
vorkommen. Denn es handelt&lt;br /&gt;
sich um zweifaches Vertrauen&lt;br /&gt;
und um zweifaches Selbst: Es&lt;br /&gt;
geht sowohl um das Vertrauen,&lt;br /&gt;
das ich zu mir und meinen Fähigkeiten habe, wie auch um das&lt;br /&gt;
Vertrauen, das mir von meinem&lt;br /&gt;
Schöpfer entgegengebracht wurde, indem er mich mit diesen Fähigkeiten ausgestattet hat. Und&lt;br /&gt;
es geht sowohl um das eigene&lt;br /&gt;
Selbst, an das ich glaube, das ich&lt;br /&gt;
kenne, schätze und achte wie&lt;br /&gt;
auch darum, selbst an sich zu&lt;br /&gt;
glauben, also nicht abhängig davon zu sein, dass andere Menschen an einen glauben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wer seine Fähigkeiten und&lt;br /&gt;
Begabungen kennt, kann diese&lt;br /&gt;
einsetzen und so für die Gemeinschaft nützlich sein. Wer sich jedoch unterschätzt oder gar überschätzt, kann seine Rolle und&lt;br /&gt;
Aufgabe im Leben nicht finden&lt;br /&gt;
Er verwendet seine Energie statt&lt;br /&gt;
dessen darauf, unter seiner Nutzlosigkeit zu leiden, um sich früher&lt;br /&gt;
oder später depressiv zurückzuziehen. Nicht nur bleibt seinen&lt;br /&gt;
Mitmenschen vieles vorenthalten, was er geben könnte, sondern auch ihm selbst entgehen&lt;br /&gt;
die Genüsse des Lebens, weil er&lt;br /&gt;
sie vor lauter Selbstmitleid nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Auf diese Art&lt;br /&gt;
und Weise verfallen viele Menschen in eine Haltung, die durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erschöpfung, Frustration und ein&lt;br /&gt;
Gefühl der Sinnlosigkeit gekennzeichnet ist. Fragt man sie: „Wie&lt;br /&gt;
geht&#039;s?” antworten sie: „Es muß”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun fragt sich aber: Wie kann dieses Selbstvertrauen erreicht werden, und was können Eltern oder&lt;br /&gt;
auch andere Erzieher dafür tun?&lt;br /&gt;
Alles dreht sich um das Wort&lt;br /&gt;
„Vertrauen”.Vertraut ein Erzieher&lt;br /&gt;
seinem Kind, zeigt er ihm damit,&lt;br /&gt;
dass es sich selbst vertrauen darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WER IST DIESER SCHÖPFER?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Menschen stellen&lt;br /&gt;
sich unter einem Schöpfer etwas&lt;br /&gt;
vor, was sie »Gott&amp;lt; nennen. Aber&lt;br /&gt;
genau dieser Begriff »Gott&amp;lt; wurde und wird in unserem Kulturkreis oft missverstanden und&lt;br /&gt;
missbraucht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden Konzepte verbreitet,&lt;br /&gt;
die Gott als eine richtende und&lt;br /&gt;
strafende Instanz darstellen. Dadurch fühlt sich der Mensch seinem Schöpfer entfremdet. Anstelle einer nahen und warmen&lt;br /&gt;
Beziehung steht ein entferntes&lt;br /&gt;
und kühles Verhältnis, das beängstigend wirken kann. Folge dieses Angstgefühls ist, dass der&lt;br /&gt;
Mensch sich zurückzieht, in einem Versuch, sich vor Gott zu verstecken, um Ihm sein Versagen&lt;br /&gt;
oder Fehlverhalten nicht zeigen&lt;br /&gt;
zu müssen. Gelingt dieser Rückzug, so glaubt der vor Gott ängstliche Mensch, wird Seine Strafe&lt;br /&gt;
ihn nicht erreichen. Was er aber&lt;br /&gt;
nicht bedenkt, ist, dass dieser&lt;br /&gt;
Rückzug in Einsamkeit endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Konzept, das zu Mißverständnissen führt, besteht darin, daß alle Verantwortung im&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|14|file=Tempora_08.pdf|page=14}}14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben auf das Schicksal oder eine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
höhere Instanz namens „Gott”&lt;br /&gt;
abgeschoben wird. Dies entmündigt den Menschen und kann zu&lt;br /&gt;
Passivität, Abhängigkeit und Fanatismus führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Konzepte hatten und haben noch immer verheerende Folgen in der Kindererziehung. Solch&lt;br /&gt;
einen „Gott” brauchen Kinder&lt;br /&gt;
nicht. Ohne diese verzerrten Gottesbilder kann ein Kind zuversichtlicher, lebensfroher und&lt;br /&gt;
selbstbewusster aufwachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WOZU ÜBERHAUPT GOTT?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon zuvor beschrieben&lt;br /&gt;
wurde, ist das Kind ein Wesen,&lt;br /&gt;
das nach wie vor mit seinem&lt;br /&gt;
Schöpfer verbunden ist. Diese&lt;br /&gt;
Verbindung ist jedoch nicht verkrampft und beschränkend, sondern eine lebensspendende und&lt;br /&gt;
erwärmende Beziehung. Es bietet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich an, den Schöpfer mit der&lt;br /&gt;
Sonne zu vergleichen. Die Sonne&lt;br /&gt;
ist eine unabhängige Energiequelle, die zu jeder Zeit Licht und&lt;br /&gt;
Wärme spendet. Sie gibt bedingungslos, ohne aufgefordert zu&lt;br /&gt;
werden, und ermüdet nie. Ob&lt;br /&gt;
wohl der Mensch das genaue&lt;br /&gt;
Wesen der Sonne nicht kennt,&lt;br /&gt;
vertraut er immer darauf, dass&lt;br /&gt;
sie nie verschwinden wird, denn&lt;br /&gt;
Leben und Wachstum auf der Erde sind ohne der Verbindung zu&lt;br /&gt;
dieser Quelle unmöglich. Ein natürlicher Gottesbegriff läßt sich&lt;br /&gt;
von diesem Beispiel ableiten.&lt;br /&gt;
„Gott&amp;quot; könnte auch der Schöpfer,&lt;br /&gt;
die Quelle, das Leben, die Liebe,&lt;br /&gt;
die Energie, die Wärme, das Licht,&lt;br /&gt;
die Geborgenheit, die Nähe oder&lt;br /&gt;
die Anziehung heißen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Eltern sich von dem klassischen und infantilen Gottesbegriff befreien können, erlauben&lt;br /&gt;
sie damit auch ihrem Kind, das&lt;br /&gt;
gesunde und positive Verhältnis&lt;br /&gt;
zu seinem Gott zu bewahren.&lt;br /&gt;
Diesen Eltern fällt es auch leichter, der natürlichen Neugier der&lt;br /&gt;
Kinder auf Fragen des Lebens und&lt;br /&gt;
Lebenssinns zu begegnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WELCHE AUSWIRKUNG HAT ALSO&lt;br /&gt;
DIE BEZIEHUNG ZU GOTT AUF DIE&lt;br /&gt;
KINDERERZIEHUNG?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wird deutlich, dass der&lt;br /&gt;
Mensch im Gesamtkontext gesehen werden muss. Er lebt nicht&lt;br /&gt;
nur als Einzelmensch für sich alleine, ist ebenfalls nicht nur in&lt;br /&gt;
einem sozialen Umfeld eingebettet, sondern ist darüber hinaus,&lt;br /&gt;
ob bewusst oder unbewusst, ob&lt;br /&gt;
gewollt oder ungewollt, immer&lt;br /&gt;
mit der Lebens- und Liebesquelle&lt;br /&gt;
verbunden. Wenn Eltern durch&lt;br /&gt;
ihre Erziehung im Kind diese Verbindung wachhalten, entsteht&lt;br /&gt;
dadurch im Kind ein Gefühl der&lt;br /&gt;
Zuversicht, der inneren Ruhe, der&lt;br /&gt;
Gelassenheit und der Geborgenheit. So wie die Blume unter dem&lt;br /&gt;
Einfluss des Lichts und der Wärme der Sonne aufblühen und gedeihen kann, wird auch das Kind&lt;br /&gt;
durch die wache Beziehung zu&lt;br /&gt;
seiner liebenden Quelle in eine&lt;br /&gt;
Richtung wachsen, in der das&lt;br /&gt;
„Wesentliche” zu seinem Lebenssinn wird. Im alltäglichen Leben&lt;br /&gt;
strebt das „Wesentliche” der&lt;br /&gt;
menschlichen Seele nach Lieben&lt;br /&gt;
und Geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übliche moralische Erziehung&lt;br /&gt;
der Sittlichkeit und Tugendhaftig&lt;br /&gt;
keit kann die Verbindung zu dieser wesentlichen Quelle nicht ersetzen, sondern muss auf dem&lt;br /&gt;
oben beschriebenen Fundament&lt;br /&gt;
aufbauen, sonst läuft sie Gefahr,&lt;br /&gt;
in Heuchelei und Scheinheiligkeit&lt;br /&gt;
zu entarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Eltern glauben, ihre Kinder&lt;br /&gt;
dauernd an der Hand halten zu&lt;br /&gt;
müssen. Sie lassen sie nicht los,&lt;br /&gt;
weil sie sie führen und schützen&lt;br /&gt;
wollen. Das ist zwar gut gemeint,&lt;br /&gt;
kann für das Kind aber schädlich&lt;br /&gt;
sein. Verantwortung für seine&lt;br /&gt;
Kinder zu tragen bedeutet nicht,&lt;br /&gt;
sie festzuhalten. Verantwortlich&lt;br /&gt;
zeigt man sich als Erzieher, wenn&lt;br /&gt;
man dem Kind hilft, sich für sich&lt;br /&gt;
selbst verantwortlich zu fühlen.&lt;br /&gt;
Denn nur dann schafft es das Leben eigenverantwortlich und löst&lt;br /&gt;
sich aus der anfänglichen Abhängigkeit von seinen Eltern. Es ist&lt;br /&gt;
leichter, seine Kinder loszulassen,&lt;br /&gt;
wenn man darauf vertraut, dass&lt;br /&gt;
man nicht alleine für sie verantwortlich ist. Denn sie gehören&lt;br /&gt;
nicht uns. Sie werden behütet&lt;br /&gt;
und geführt von der Kraft, die sie&lt;br /&gt;
geschaffen hat und die ihrem Leben einen Sinn gegeben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fari Khabirpour&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„oO Gott!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FÜHRE MICH, BESCHÜTZE MICH, ERLEUCHTE DIE LAMPE MEINES HERZENS UND MACHE MICH ZU EINEM&lt;br /&gt;
STRAHLENDEN STERN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du BIST MÄCHTIG UND STARK.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;Abdu’I-Bahä&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|15|file=Tempora_08.pdf|page=15}}Neue Erkenntnisse für die Kindererziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kindererziehung ist in unserer&lt;br /&gt;
heutigen Gesellschaft mehr und&lt;br /&gt;
mehr zum Problem geworden. Es&lt;br /&gt;
gibt zahlreiche Bücher, die den&lt;br /&gt;
Eltern helfen wollen. Aber leider&lt;br /&gt;
glauben viele Eltern, dass man aus&lt;br /&gt;
Büchern nicht die Praxis lernen&lt;br /&gt;
kann. Außerdem widersprechen&lt;br /&gt;
sich viele Autoren und machen es&lt;br /&gt;
damit den Eltern nicht leicht, sich&lt;br /&gt;
‚für die eine oder andere Methode&lt;br /&gt;
zu entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende kurzgehaltene&lt;br /&gt;
Artikel ist zuerst eine logische&lt;br /&gt;
Theorie, welche es den Eltern&lt;br /&gt;
ermöglicht das Problem zu verstehen und bewusster zu werden. Aber „die Praxis sieht natürlich ganz anders aus”! „Warum&lt;br /&gt;
sich besonders anstrengen? Der&lt;br /&gt;
Kampf der Generationen wird&lt;br /&gt;
doch immer schlimmer!” Die&lt;br /&gt;
heutige Generation ist tatsächlich sehr entmutigt und verängstigt,ohne sich dessen richtig bewusst zu werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Vorbemerkungen&lt;br /&gt;
sind nötig: Eltern, die etwas tun&lt;br /&gt;
wollen, entmutigen sich selbst,&lt;br /&gt;
indem sie sagen: „O Gott, was&lt;br /&gt;
alles habe ich falsch gemacht!”&lt;br /&gt;
Sie entwickeln Schuldgefühle (etwas vom unnötigsten, was es&lt;br /&gt;
gibt). Bitte suchen Sie keine Ausreden und Entschuldigungen. Es&lt;br /&gt;
gibt keine Fehler in der Vergangenheit, die wir in der Gegenwart&lt;br /&gt;
nicht ändern können. Schauen&lt;br /&gt;
Sie nicht zurück! Glauben Sie daran, dass Sie jetzt Ihr Verhalten,&lt;br /&gt;
Ihre Einstellung ändern können&lt;br /&gt;
Dies spüren die Kinder und werden langsam bereit sein, ihre früheren Stellungnahmen, bewusst&lt;br /&gt;
oder unbewusst, zu ändern und&lt;br /&gt;
Mitarbeiter zu werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Hauptfehler ist, nicht&lt;br /&gt;
zu erkennen, dass Gefühle und&lt;br /&gt;
Emotionen zwei verschiedene&lt;br /&gt;
Dinge sind. Emotionen sind Gefühle als Reaktion auf unerfreuliche Erlebnisse, ganz gleich welcher Art. Andere Menschen,&lt;br /&gt;
Umstände, etc. bestimmen unsere Emotionen. Zum Beispiel ist&lt;br /&gt;
Liebe, die einer Emotion entspringt, nicht das was wir erstreben, was wir wünschen.Die Liebe&lt;br /&gt;
als echtes Gefühl entspringt&lt;br /&gt;
meiner positiven Einstellung,&lt;br /&gt;
meiner Erkenntnis, meinem&lt;br /&gt;
Selbst-richtig-sein-wollen. Wir&lt;br /&gt;
dürfen sogar über den Partner&lt;br /&gt;
und sein Verhalten enttäuscht&lt;br /&gt;
sein, umso größer ist aber meine&lt;br /&gt;
Einstellung, ihm zu helfen, eins&lt;br /&gt;
mit ihm zu werden, mich selbst&lt;br /&gt;
als gleichwertig zu empfinden&lt;br /&gt;
und trotzdem ihn über mich&lt;br /&gt;
selbst zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider wissen wir alle zuviel und&lt;br /&gt;
urteilen schnell, dass eine solche&lt;br /&gt;
Einstellung unrealistisch ist...&lt;br /&gt;
Aber geben Sie sich selbst eine&lt;br /&gt;
Chance. Das viele Wissen hilft uns&lt;br /&gt;
nicht viel weiter. Aber die Erkenntnis kann uns zum Handeln&lt;br /&gt;
führen. Erkenntnis, die nicht zum&lt;br /&gt;
Handeln führt, ist nichts weiter&lt;br /&gt;
als Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Einführung soll&lt;br /&gt;
zeigen, dass das heutige Zusammenleben sich in einer Krise befindet und dass die Kindererziehung eine Sache der Eltern sein&lt;br /&gt;
soll und nicht immer zu Ausreden, Schuldzuweisungen und&lt;br /&gt;
entsprechenden Vorurteilen führen darf. Moderne Psychologen,&lt;br /&gt;
die selbst nicht genügend erkannt haben, was in der Kindererziehung notwendig ist, erfinden dann zum Beispiel neue&lt;br /&gt;
Wörter, wie „Streitkultur”, als ob&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Streit etwas Normales sei.&lt;br /&gt;
Wenn wir stattdessen von&lt;br /&gt;
„Gesprächs- oder Beratungskultur” sprechen, klingt es sinnvoller und kann weiterhelfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EIFERSUCHT KONKURRENZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder werden schon in den&lt;br /&gt;
ersten Wochen und Monaten ihres Lebens zur Eifersucht erzogen,&lt;br /&gt;
für die Eltern natürlich völlig unbewusst. Z.B. herzt und küsst die&lt;br /&gt;
Mutter das Kleine, und eine Viertelstunde später schon schimpft&lt;br /&gt;
sie mit dem kleinen Wesen. Dies&lt;br /&gt;
entmutigt das Kind, denn es stellt&lt;br /&gt;
sich die Frage: welches ist nun&lt;br /&gt;
meine richtige Mutter, die, welche schimpft oder die, die mich&lt;br /&gt;
lieb hat? Ein anderes Beispiel ist&lt;br /&gt;
die Uneinigkeit zwischen den Eltern. Selbst wenn die Eltern keinen Krach machen und dem Kind&lt;br /&gt;
ihren Streit verbergen wollen, das&lt;br /&gt;
Kind merkt es doch, wird entmutigt, wird sich mehr der Mutter&lt;br /&gt;
oder dem Vater zuneigen und&lt;br /&gt;
schon entsteht die Eifersucht.&lt;br /&gt;
Das Kind ist hin- und hergerissen&lt;br /&gt;
und wird eifersüchtig, ob die EItern nun miteinander streiten&lt;br /&gt;
oder sich zuviel mit sich selbst&lt;br /&gt;
beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sehr häufige Eifersucht geht&lt;br /&gt;
oft von einem älteren Kind aus,&lt;br /&gt;
das genau beobachtet, ob z.B. die&lt;br /&gt;
Mutter für das Neugeborene&lt;br /&gt;
mehr Zeit und für es selbst weniger Zeit als früher hat. Die gleiche&lt;br /&gt;
Eifersucht entsteht aber auch zu&lt;br /&gt;
einem noch jüngeren Geschwister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eltern können sich in der Regel&lt;br /&gt;
nicht vorstellen, was im kleinen&lt;br /&gt;
Kind vorgeht: Auch die strafende&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|16|file=Tempora_08.pdf|page=16}}16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutter ist überzeugt, das sie ihre&lt;br /&gt;
Kinder liebt. Wichtiger als die&lt;br /&gt;
Meinung der Eltern in jeder Situation ist es, zu erkennen, wie das&lt;br /&gt;
Kind darauf reagiert und wie es&lt;br /&gt;
die Situation, gleich welcher Art,&lt;br /&gt;
erlebt. Diese Frage sollten sich&lt;br /&gt;
Eltern überlegen, um das Kind&lt;br /&gt;
besser zu verstehen. Leider fühlt&lt;br /&gt;
sich die Mehrzahl der Kinder&lt;br /&gt;
nicht verstanden und hat somit&lt;br /&gt;
Schwierigkeiten, eine Situation,&lt;br /&gt;
sich selbst und die anderen richtig zu beurteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BOSHAFTIGKEIT #&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein Mensch ist hundertprozentig frei von Boshaftigkeit. Das&lt;br /&gt;
klingt schrecklich, aber es ist die&lt;br /&gt;
Hauptwaffe des Kindes gegen alleMenschen und Situationen, wo&lt;br /&gt;
es sich nicht verstanden und un‚gerecht behandelt fühlt. Auch die&lt;br /&gt;
Boshaftigkeit ist den Menschen&lt;br /&gt;
nicht bewusst. Es ist eine Art Rache für alles, was als Unrecht&lt;br /&gt;
empfunden wird. Typische Beispiele: Das Kind „vergisst” was&lt;br /&gt;
man ihm gesagt hat. Kinder kennen - natürlich nicht bewusst die schwachen Stellen ihrer EItern und wissen genau, wie sie&lt;br /&gt;
diese „bestrafen” können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes häufiges Beispiel ist&lt;br /&gt;
die Situation, dass das ältere Geschwister das Jüngere schlecht&lt;br /&gt;
behandelt. Natürlich ist das ältere Geschwister stärker, so dass&lt;br /&gt;
bei einem Kampf das Jüngere&lt;br /&gt;
meist verliert. Also fordert es das&lt;br /&gt;
Ältere heraus, weil es weiß, dass&lt;br /&gt;
die Mutter ihm, dem Jüngeren,&lt;br /&gt;
zu Hilfe kommen wird. Es freut&lt;br /&gt;
sich dann diebisch, wenn das Ältere von der Mutter zurecht gewiesen wird. Und betrachtet sich&lt;br /&gt;
dann als „Sieger” über das Ältere!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer Eifersucht und Boshaftigkeit ist der Neid ein weiterer&lt;br /&gt;
Punkt, den viele Menschen unbe&lt;br /&gt;
wusst entwickelt haben. In unserer allgemein verbreiteten Entmutigung vergleichen wir uns&lt;br /&gt;
mit anderen Menschen. Entmutigung heißt, dass wir zu wenig&lt;br /&gt;
an uns selbst glauben und deshalb neidisch werden, wenn andere mehr Erfolg haben. Damit&lt;br /&gt;
tun wir uns selbst Unrecht. Es ist&lt;br /&gt;
ein Unding, zwei Menschen miteinander zu vergleichen. Wir&lt;br /&gt;
Menschen haben alle den&lt;br /&gt;
menschlichen Wert und sind so&lt;br /&gt;
reich in unseren Möglichkeiten,&lt;br /&gt;
des Körpers, der Seele und des&lt;br /&gt;
Geistes, so dass es in erster Linie&lt;br /&gt;
auf unsere Einstellung ankommt.&lt;br /&gt;
Haben wir positive oder negative&lt;br /&gt;
Augen trainiert? Unsere Einstellung können wir in jedem Alter&lt;br /&gt;
ändern! Eine auffallend schöne&lt;br /&gt;
Frau z.B. erregt den Neid vieler&lt;br /&gt;
Geschlechtsgenossinnen, die&lt;br /&gt;
nicht so schön sind, aber dafür&lt;br /&gt;
andere Eigenschaften entwickeln&lt;br /&gt;
könnten, die nicht weniger wichtig sind. Ein starker Mann erregt&lt;br /&gt;
den Neid vieler Männer, die körperlich nicht so entwickelt oder&lt;br /&gt;
trainiert sind. Ein finanziell reicher Mensch mag auf die Ärmeren herab schauen, die vielleicht&lt;br /&gt;
neidisch sind. Aber gute Eigenschaften können erworben und&lt;br /&gt;
trainiert werden. Worauf es ankommt ist die Einstellung: „Ich&lt;br /&gt;
gebe mein Bestes”. Mehr kann&lt;br /&gt;
ich nicht tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hass&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hass ist das vielbewusste Training, das in der heutigen Gesellschaft das Zusammenleben aller&lt;br /&gt;
Menschen wohl am schwierigsten macht. Hass ist das Gegenteil von Liebe, in der der heutige&lt;br /&gt;
Mensch nicht mehr als ein Anfänger ist. Liebe ist das Gefühl,&lt;br /&gt;
das wir bis heute am wenigsten&lt;br /&gt;
entwickelt haben. Kaum ein anderes Wort wird heute so oft gebraucht, ein deutlicher Hinweis&lt;br /&gt;
für die mangelnde Erkenntnis,&lt;br /&gt;
was die echte Liebe sein kann&lt;br /&gt;
und sein soll. Was hindert uns&lt;br /&gt;
daran? In erster Linie ist es wohl&lt;br /&gt;
die mangelnde Gerechtigkeit in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Welt. Gerechtigkeit ist z.B&lt;br /&gt;
Gleichwertigkeit. Eigentlich ist es&lt;br /&gt;
lächerlich, die andere Hautfarbe&lt;br /&gt;
von Menschen oder ihre andere&lt;br /&gt;
Religion als Beweis für ihre Minderwertigkeit anzusehen! In der&lt;br /&gt;
heutigen Politik sind Geld und&lt;br /&gt;
Macht die Hauptziele. Im Geschäftsleben gilt in erster Linie&lt;br /&gt;
der Erfolg, das heißt, mehr können als andere, mehr haben, als&lt;br /&gt;
intelligent gelten, äußere Anerkennung.Wie oft bleibt das Familienleben auf der Strecke. Nicht&lt;br /&gt;
nur die Geschlechter kämpfen,&lt;br /&gt;
sondern sogar die Generationen,&lt;br /&gt;
und beinahe das Schlimmste ist,&lt;br /&gt;
dass die Mehrzahl der Menschen&lt;br /&gt;
auch mit sich selbst kämpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eifersucht, Boshaftigkeit, Neid&lt;br /&gt;
und Hass habe ich an den Anfang&lt;br /&gt;
dieses Artikels gesetzt, weil sie in&lt;br /&gt;
ihrer Bedeutung für die Erziehung von Kindern heute besonders wichtig geworden sind, aber&lt;br /&gt;
in ihrer Unbewusstheit noch&lt;br /&gt;
nicht genügend bekannt werden.&lt;br /&gt;
Die folgenden Abschnitte sind&lt;br /&gt;
Erkenntnisse, die in der Alltagspraxis zu wenig angewendet&lt;br /&gt;
werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenleben, beson&lt;br /&gt;
ders in Familien ist die Gesprächskultur bzw. Beratungskultur unentbehrlich und sollte die&lt;br /&gt;
sogenannte Streitkultur baldigst&lt;br /&gt;
ersetzen. Im Familienrat werden&lt;br /&gt;
Kinder als sozial gleichwertig an‚gesehen. Weder Vater noch Mutter haben besondere Rechte. Kleiner Kinder können dann&lt;br /&gt;
mitmachen, wenn sie schon einigermaßen sprechen und verstehen können.&lt;br /&gt;
Vor den Familienrat sollen alle&lt;br /&gt;
Probleme gebracht werden, die&lt;br /&gt;
mehr als ein Mitglied betreffen.&lt;br /&gt;
Ausgenommen werden nur persönliche Probleme, wie z.B. Fragen&lt;br /&gt;
einer heranwachsenden Tochter&lt;br /&gt;
an die Mutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Hauptmethoden der&lt;br /&gt;
Kindererziehung haben sich bewährt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|17|file=Tempora_08.pdf|page=17}}BEOBACHTEN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist z.B. das Kind ein einziges&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oder das erste Kind, zweite oder&lt;br /&gt;
jüngste Kind oder das mittlere&lt;br /&gt;
Kind von dreien?&lt;br /&gt;
Die Familienkonstellation allein&lt;br /&gt;
kann schon bewirken, dass das&lt;br /&gt;
Kind verwöhnt wird oder dass es&lt;br /&gt;
den jüngeren Geschwistern überlegen sein will oder dass es sich&lt;br /&gt;
unsicher fühlt, dass es die Babyrolle spielt und sich ungeliebt&lt;br /&gt;
und missbraucht fühlt und zum&lt;br /&gt;
Problemkind wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NACHDENKEN:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwendung dieser Methode hilft, das Kind besser zu&lt;br /&gt;
verstehen. Nachdenken, wie sich&lt;br /&gt;
das Kind fühlt. Nicht sagen, was&lt;br /&gt;
das Kind ist, sondern was es will.&lt;br /&gt;
Jede derartige Erkenntnis nicht&lt;br /&gt;
als Tatsache nennen, sondern&lt;br /&gt;
dem Kind in Frageform nahelegen. „Könnte es sein, dass du dich&lt;br /&gt;
verletzt fühlst?”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SICH EINSTELLEN:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Beobachtung und zum&lt;br /&gt;
Nachdenken ist eine weitere&lt;br /&gt;
Hauptmethode des „sich&lt;br /&gt;
einstellen” erforderlich. Das Kind&lt;br /&gt;
braucht Achtung, Vertrauen,&lt;br /&gt;
Gleichwertigkeit und einen positiven Glauben. All dies gilt natürlich für das normal gesunde Kind,&lt;br /&gt;
das nicht schon mit Problemen&lt;br /&gt;
oder Mängeln geboren wird&lt;br /&gt;
Auch diesen Kindern können wir&lt;br /&gt;
helfen, dass wir geduldig sind,&lt;br /&gt;
freundlich und gleichzeitig fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder lernen nicht viel von den&lt;br /&gt;
Worten der Eltern, sondern von&lt;br /&gt;
deren Verhalten und Benehmen.&lt;br /&gt;
Diese Hauptmethoden und die&lt;br /&gt;
damit gewonnenen Erkenntnisse&lt;br /&gt;
helfen uns immer weniger emotional und immer mehr liebevoll&lt;br /&gt;
zu sein. Aufgrund des kindlichen&lt;br /&gt;
Verhaltens zu resignieren kann&lt;br /&gt;
immer nur falsch sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wirksame Hilfe für Eltern&lt;br /&gt;
von sogenannten „schwierigen”&lt;br /&gt;
Kindern ist die Einteilung der Erziehungsmethoden in 4 Prinzipien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Prınzıp: Ordnung. Dazu gehören die Familienatmosphäre,&lt;br /&gt;
Konsequenz, Entschiedenheit&lt;br /&gt;
und die verschiedenen häuslichen Rechte und Pflichten jedes&lt;br /&gt;
Mitglieds der Familie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Prınzıp: Vermeidung von&lt;br /&gt;
Streit durch Anpassungsfähigkeit, durch Gewinnen des Vertrauens des Kindes, Entspannung&lt;br /&gt;
eines kritischen Augenblicks.&lt;br /&gt;
Manchmal kann sogar „sich&lt;br /&gt;
freundlich zurückzuziehen” Wunder wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Prınzıp: Aus allem, was bisher besprochen wurde, ist es naheliegend, die Ermutigung nicht&lt;br /&gt;
zu vergessen. Auch Eltern brauchen immer wieder Ermutigung,&lt;br /&gt;
wieviel mehr noch die Kinder. Gegenseitiges Vertrauen ist das&lt;br /&gt;
größte Glück in einer echten Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Prınzıp: Weltanschauung,&lt;br /&gt;
wird heute leider oft in seiner&lt;br /&gt;
überragenden Bedeutung unterschätzt. So wichtig die Wissenschaft ist, aber ein nur wissenschaftliches Weltbild genügt&lt;br /&gt;
nicht. Auch Philosophie versucht&lt;br /&gt;
vergeblich, dem menschlichen&lt;br /&gt;
Leben Sinn zu geben. Kunst, besonders Musik, Religion und Gott&lt;br /&gt;
gehören von Anfang an zu den&lt;br /&gt;
unumgänglichen Begriffen des&lt;br /&gt;
kindlichen Lebens. Die beste Vermittlung zur Weltanschauung&lt;br /&gt;
geschieht durch das Vorbild der&lt;br /&gt;
Eltern. Selbstverständlich ist jeder&lt;br /&gt;
Zwang, jedes „Muss” unangebracht. Die echte Weltanschau&lt;br /&gt;
ung kann und soll nur mit der&lt;br /&gt;
Bemühung um Vergeistigung erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe, Frieden und Glück gehören zu den Sinnbegriffen des&lt;br /&gt;
geistigen Lebens, genau wie ein&lt;br /&gt;
fester Glaube und das Ergriffensein von der Schöpfung. Geistigkeit ist das Gegenteil der Ichbezogenheit, die unserer Entwicklung mehr als alles andere im&lt;br /&gt;
Wege steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Schluss dieser kurz gefassten Zusammenstellung ist&lt;br /&gt;
eine Erkenntnis unerlässlich, deren Anwendung in der Praxis den&lt;br /&gt;
meisten Eltern nicht leicht fällt:&lt;br /&gt;
Jedes störende Verhalten des Kindes ist bis zum Alter von 10, 12&lt;br /&gt;
Jahren fast ausschließlich auf eines von 4 Zielen gerichtet, die&lt;br /&gt;
dem Kind meist nicht bewusst&lt;br /&gt;
sind. Die Reaktion von Eltern, um&lt;br /&gt;
dem Kind zu helfen soll nicht die&lt;br /&gt;
Einstellung haben, die zur Frage&lt;br /&gt;
„Warum?” führt, sich also auf die&lt;br /&gt;
Vergangenheit bezieht, sondern&lt;br /&gt;
notwendig ist die Einstellung, die&lt;br /&gt;
sich auf die Frage „Wozu?” richtet. Also auf das Zukünftige. Natürlich wäre es falsch, dem Kind&lt;br /&gt;
zu sagen, welches Ziel es wieder&lt;br /&gt;
verfolgt hat, sondern wir kleiden&lt;br /&gt;
unsere Vermutung in eine vage&lt;br /&gt;
Frageform, wie z.B. „Könnte es&lt;br /&gt;
sein, dass du damit ... erreichen&lt;br /&gt;
wolltest?”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 4 Ziele sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entweder will das Kind Aufmerksamkeit erregen, oder es will&lt;br /&gt;
seine Überlegenheit zeigen, oder&lt;br /&gt;
es will sich für erlittenes Unrecht&lt;br /&gt;
rächen, strafen oder abrechnen.&lt;br /&gt;
Am entmutigsten sind Kinder, die&lt;br /&gt;
ihr Unvermögen demonstrieren,&lt;br /&gt;
um allein gelassen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese 4 Ziele werden auch von&lt;br /&gt;
älteren Kindern benützt, aber&lt;br /&gt;
nicht mehr ausschließlich. Mit&lt;br /&gt;
der beginnenden Pubertät kommen persönliche Ziele hinzu, wie&lt;br /&gt;
z.B. : Viel Geld verdienen, Abenteuer erleben, Sexualität, usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erik Blumenthal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|18|file=Tempora_08.pdf|page=18}}tateZitateZitateZitateZitateZitateZitateZitate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hälfte des Lebens verbringt der Mensch&lt;br /&gt;
damit, die falschen Vostellungen seiner&lt;br /&gt;
Vorfahren los zu werden;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die andere damit, seine Kindern falsche&lt;br /&gt;
Ansichten beizubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winston Spencer Churchill&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während meines 9jährigen Eingewecktseins an&lt;br /&gt;
einem Augsburger Realgymansium gelang es&lt;br /&gt;
mir nicht, meine Lehrer wesentlich zu fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bertolt Brecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder müssen mit Erwachsenen&lt;br /&gt;
sehr viel Einsicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antoine de Saint-Exupery&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erziehung ist die organisierte Verteidigung der&lt;br /&gt;
Erwachsenen gegen die Jugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mark Twain&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willst du für ein Jahr planen, säe Reis.&lt;br /&gt;
Planst du für ein Jahrzehnt, pflanze Bäume.&lt;br /&gt;
Planst du für ein Leben, erziehe einen&lt;br /&gt;
Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus China&lt;br /&gt;
Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als&lt;br /&gt;
Vorbild sein, wenn es nicht anders geht,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein abschreckendes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albert Einstein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tateZitateZitateZitateZitateZitateZitateZitate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Für weltanschauliche Fragen „Das Buch der Gewissheit&amp;quot;&lt;br /&gt;
‚Bahd&#039;i-Verlag, Hofheim-Langenhain&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praktische Hilfe bei der Anwendung der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
_ oben geschilderten Erkenntnisse „Eltern und Kinder- Freunde oder Feinde“&lt;br /&gt;
Dreikurs - Blumenthal,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Klett-Verlag, Stuttgart,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jraphie&lt;br /&gt;
Erik Blumenthal&lt;br /&gt;
Rs 1914&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1952-1956 studierte Erik Blumenthal&lt;br /&gt;
‚Psychologie an den Universitäten&lt;br /&gt;
Tübingen und Zürich, Am Institut&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Angewandte Psychologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Zürich erwarb er ein Diplom.&lt;br /&gt;
Hauptsächlich spezialisierte er sich auf&lt;br /&gt;
die Psychologie Alfred Adlers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1963 wurde Erik Blumenthal Assistent&lt;br /&gt;
von Prof. Dr. Rudolf Dreikurs an der&lt;br /&gt;
Universität Oregon in Eugene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1964-1981 und 1986-1991&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
war er Präsident der Schweizerischen&lt;br /&gt;
Gesellschaft für Individualpsychologie,&lt;br /&gt;
danach Ehrenpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1964-1981 gründete der Vorstand&lt;br /&gt;
‚der SGIPA die erste offizielle Beratungsstelle und 1976 das Alfted Adler-Institut&lt;br /&gt;
- Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1968 wurde Erik Blumenthal Lehranalytiker und von 1970- 1975 war er&lt;br /&gt;
erster Vorsitzender der Deutschen&lt;br /&gt;
Gesellschaft für Individualpsychologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1971 - 1976 wirkte er als Dozent&lt;br /&gt;
an der Universität Würzburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1973 wurde er Vizepräsident der&lt;br /&gt;
Internationalen Gesellschaft für&lt;br /&gt;
Individualpsychologie und Mitglied&lt;br /&gt;
‚des Vorstandes der Internationalen&lt;br /&gt;
‚Komitees der Adlerschen&lt;br /&gt;
Sommerschulen und Institute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erik Blumenthal ist international als&lt;br /&gt;
‚engagierter Psychotherapeut,&lt;br /&gt;
Lehranalytiker und Dozent bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen zahlreichen Büchern schrieb er&lt;br /&gt;
über Kinder- und Selbsterziehung, über&lt;br /&gt;
Zusammenleben und Partnerschaft,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚ Alter und Ermutigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Publikationen sind in mehrere&lt;br /&gt;
Sprachen übersetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|19|file=Tempora_08.pdf|page=19}}ı mer&lt;br /&gt;
indlich” auf unsere Eltern, sind&lt;br /&gt;
abhängig von Lob und Zuneigung, trotzig oder verletzt bei&lt;br /&gt;
Kritik oder Gleichgültigkeit? Warum nur fühlen wir uns unseren&lt;br /&gt;
Eltern ständig verpflichtet, haben&lt;br /&gt;
ein schlechtes Gewissen, geben&lt;br /&gt;
klein bei oder reagieren zu hart?&lt;br /&gt;
Da auch unsere Beziehungen zu&lt;br /&gt;
anderen Menschen und zu uns&lt;br /&gt;
selbst wesentlich davon geprägt&lt;br /&gt;
sind, wie wir zu unseren Eltern&lt;br /&gt;
stehen, ist es notwendig, unsere&lt;br /&gt;
oft ambivalenten Gefühle von&lt;br /&gt;
Liebe, Ablehnung oder Abhängigkeit zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder von uns trägt einiges Ungeklärtes gegen die Eltern mit&lt;br /&gt;
sich; in gewissem Maß darf dies&lt;br /&gt;
auch sein. Wenn aber diese neurotischen Elternbeziehungen dazu führen, dass wir unsere Eltern&lt;br /&gt;
mit Nichtbesuch, Brief- und Telefonentzug boykottieren, ihnen&lt;br /&gt;
die Schuld zuschieben und als&lt;br /&gt;
Strafe Verachtung ihnen gegenüber aussprechen, dann fallen&lt;br /&gt;
wir in einen Dauerkrampf, dessen&lt;br /&gt;
Ausgang schon im vornherein&lt;br /&gt;
feststeht: Ich bin der Verlierer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widersprüchliche und unverarbeitete Gefühle zu unseren Eltern&lt;br /&gt;
können unser ganzes Leben lang&lt;br /&gt;
uns begleiten, sie werden wie Gedächtniszellen des Immunsystems in unserem Unterbewusstsein gespeichert und brechen&lt;br /&gt;
dann an anderen Stellen, oft unerwartet, plötzlich und oft ohne&lt;br /&gt;
zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang heftig aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Groll und Zorn gegen die Eltern sind wie kleine seelische&lt;br /&gt;
Geschwüre, die nie verschwinden. Seelische Verletzungen&lt;br /&gt;
überdauern viele Jahre im Unterbewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Runtergeschluckte Wi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚an anderen Stellen aus: oft bei&lt;br /&gt;
Menschen, die wir lieben oder&lt;br /&gt;
bei Menschen, die von uns abhängig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterdrückte Wut richtet sich&lt;br /&gt;
gegen die eigene Person und&lt;br /&gt;
kann sich widerspiegeln in z.B.&lt;br /&gt;
psychosomatischen Reaktionsweisen wie Kopfschmerzen, Magengeschwüre, Hauterkrankungen, Bluthochdruck,&lt;br /&gt;
häufige grippale Infekte oder&lt;br /&gt;
der Zunahme von Risikofaktoren, wie z.B. erhöhter Nikotinkonsum, Medikamenten- und&lt;br /&gt;
Drogenmissbrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog des „Balance-Modells”!’&lt;br /&gt;
hat jeder Mensch vier Bereiche&lt;br /&gt;
des Lebens, die ebenbürtig sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= KÖRPER&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einseitigkeiten, z.B. versteckter&lt;br /&gt;
Groll, verletzte Gefühle, nicht&lt;br /&gt;
bearbeitete Erinnerungen, führen zum Ungleichgewicht, der&lt;br /&gt;
Mensch gerät körperlich, leistungsmäßig, sozial, emotional&lt;br /&gt;
und geistig aus der Balance,&lt;br /&gt;
welches seinen Niederschlag in&lt;br /&gt;
den möglichen Fluchtreaktionen?&lt;br /&gt;
finden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein tödliches Gift kann sich&lt;br /&gt;
der Unfrieden, den wir mit uns&lt;br /&gt;
mitschleppen, auf unsere Gesundheit, auf unsere Leistungsfähigkeit, auf unseren Beruf, auf&lt;br /&gt;
unsere Kontakte und auf unser&lt;br /&gt;
seelisches Gleichgewicht auswirken und ausbreiten. Es kann un&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sere wichtigsten menschlichen&lt;br /&gt;
Beziehungen hemmen und sogar&lt;br /&gt;
zerstören. Gerade die Ehe und die&lt;br /&gt;
Beziehung zum Partner ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich familiäre Konflikte, Unzufriedenheiten und Neurosen sehr,&lt;br /&gt;
rasch ausbreiten können. Unser&lt;br /&gt;
Gehirn tut noch das Übrige dazu, dass unsere Kindheitserinnerungen im Laufe der Zeit immer&lt;br /&gt;
größer, ätzender und unrealistischer werden. Die Folge ist, dass&lt;br /&gt;
wir unsere Eltern als böse Instanzen festfrieren und konservieren.&lt;br /&gt;
Nun wird die Schuld nur noch&lt;br /&gt;
beim anderen gesucht, ich selbst&lt;br /&gt;
befinde mich in der Opferrolle,&lt;br /&gt;
kann sowieso nichts ändern,&lt;br /&gt;
muss alles ertragen und erdulden. Ich fange an bei anderen&lt;br /&gt;
„hausieren” zu gehen, ihnen darzustellen - und dies am besten in&lt;br /&gt;
Hochglanzformat und&lt;br /&gt;
„Führungen für Fremde”- zu machen: „Wenn meine Eltern früher&lt;br /&gt;
nicht so mit mir umgegangen&lt;br /&gt;
wären, wenn sie mich hätten studieren lassen, wenn ich die selben&lt;br /&gt;
Chancen gehabt hätte wie mein&lt;br /&gt;
Bruder, dann...” Statt mit den Eltern in Freude zu leben, von ihrer&lt;br /&gt;
Persönlichkeit, ihrem Wissen und&lt;br /&gt;
ihrer Liebe zu profitieren und ihr&lt;br /&gt;
„Noch-Dasein” zu genießen, fühlen wir uns bei der kleinsten Gelegenheit als ihre Opfer, welches&lt;br /&gt;
häufig mündet in Aussagen wie&lt;br /&gt;
„Das hat sowieso alles keinen&lt;br /&gt;
Sinn mit ihnen, ich wusste es&lt;br /&gt;
doch gleich, ich werde mich nicht&lt;br /&gt;
noch einmal öffnen, denn dann&lt;br /&gt;
werde ich nur wieder verletzt...”In&lt;br /&gt;
dem ich immer nur Opfer und&lt;br /&gt;
meine Eltern immer nur Täter&lt;br /&gt;
sind, brauche ich mich nicht um&lt;br /&gt;
meine eigenen Schattenseiten&lt;br /&gt;
zu kümmern, brauche nicht meinen Anteil am Geschehen zu hinterfragen. „Denn wenn ich einmal akzeptiere, dass auch ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19&lt;br /&gt;
{{page|20|file=Tempora_08.pdf|page=20}}20&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
böse, kleinkariert und autoritär&lt;br /&gt;
bin, dann müsste ich von meinem hohen Sockel unerbittlicher&lt;br /&gt;
Staatsanwaltschaft heruntersteigen. Ich müsste mich bei ihnen&lt;br /&gt;
entschuldigen und mir selbst verzeihen können”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unfrieden gegenüber den&lt;br /&gt;
Eltern erfordert einen hohen&lt;br /&gt;
Preis: das ständige Abfließen negativer Energie. „Gedanken sind&lt;br /&gt;
wie Keime, ich werde das ernten,&lt;br /&gt;
was ich sähe”. Ich warte und warte, dass meine Eltern sich ändern&lt;br /&gt;
oder sich entschuldigen oder&lt;br /&gt;
doch wenigstens auf mich zugehen. Manchmal warte ich vergebens. So lange ich in der Erwartungsposition verharre, so lange&lt;br /&gt;
werde ich keine wirkliche Bewegung verspüren, keine Entwicklung erleben, da meine versteckten Wutgefühle mich blockieren.&lt;br /&gt;
„Mein Regisseur ist mein Vater”,&lt;br /&gt;
so die Aussage eines Patienten,&lt;br /&gt;
„Ständig treibt er mich an, wertet&lt;br /&gt;
meine Arbeit und Familie ab,&lt;br /&gt;
mischt sich in mein Leben ein. Er&lt;br /&gt;
hat mich wirklich nie geliebt, sich&lt;br /&gt;
nicht für mich eingesetzt, geschweige denn Zeit für mich gehabt. Ich kann meinem Vater&lt;br /&gt;
nicht mehr vergeben, er hat es&lt;br /&gt;
sich mit mir verscherzt”. Der 52jährige Geschäftsmann, verheiratet und Vater zweier erwachsener&lt;br /&gt;
Kinder, sucht meine Praxis wegen&lt;br /&gt;
Schlaflosigkeit, innerer Unruhe,&lt;br /&gt;
Getriebenheit, Rast- und Ruhelosigkeit auf, nachdem er zweimal&lt;br /&gt;
wegen Hörsturzes stationär behandelt wurde. Es bedurfte einiger Kontakte bis er in der Lage&lt;br /&gt;
war, die innere Wahrheit ans Tageslicht zu lassen, für seine eigene Person einen Standortwechsel&lt;br /&gt;
herbeizuführen und seine Familiengeschichte und die Beziehung&lt;br /&gt;
zu seinem Vater auch aus einem&lt;br /&gt;
anderen Blickwinkel zu betrachten. Dabei musste er feststellen,&lt;br /&gt;
dass seine so sehr von ihm geliebte und idealisierte Mutter von&lt;br /&gt;
früher Kindheit eine sehr enge&lt;br /&gt;
und innige Beziehung zu ihm&lt;br /&gt;
aufbaute, in der kein Platz für seinen Vater war, dieser also nie&lt;br /&gt;
wirklich die Chance hatte, sich&lt;br /&gt;
seinem Sohn emotional zu nähern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt also doch immer auf&lt;br /&gt;
die Perspektive an, aus der ich&lt;br /&gt;
schaue: Opfer sind eben nicht immer nur Opfer, Täter sind eben&lt;br /&gt;
nicht immer nur Täter. Das wäre&lt;br /&gt;
viel zu einfach. Das Leben ist doch&lt;br /&gt;
vielseitiger als wir manchmal es&lt;br /&gt;
aufder Bühne vordergründig präsentiert bekommen. Die Kunst ist&lt;br /&gt;
es, auch mal hinter die eigenen&lt;br /&gt;
Kulissen zu schauen oder schauen zu lassen. So bleibt letztendlich die Frage unbeantwortet, wer&lt;br /&gt;
eigentlich Regisseur in diesem&lt;br /&gt;
geschilderten Szenario war. Man&lt;br /&gt;
kocht vor Rache. Aber wie sagt&lt;br /&gt;
ein chinesisches Sprichwort:&lt;br /&gt;
„Jeder der sich zur Rache entschließt, sollte zwei Gräber&lt;br /&gt;
graben”. Denn das zweite Grab&lt;br /&gt;
ist für mich selbst, für meine in&lt;br /&gt;
den Rachegefühlen gestorbene&lt;br /&gt;
Achtsamkeit und Lebendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„DENN DIE ZUNGE IST EIN&lt;br /&gt;
SCHWELEND FEUER, UND&lt;br /&gt;
ZUVIEL DER REDE IST EIN&lt;br /&gt;
TÖDLICH GIFT. NATÜRLICHES FEUER VERBRENNT&lt;br /&gt;
„DEN KÖRPER, DAS FEUER&lt;br /&gt;
ih [ERZEHR&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichgültig in welcher Familie&lt;br /&gt;
ich aufgewachsen bin, jede Familie ist individuell und hat ihre&lt;br /&gt;
eigenen Bedürfnisse und Notwendigkeiten. Wir können die&lt;br /&gt;
Familien nicht so einfach untereinander vergleichen. Das Leben&lt;br /&gt;
schreibt ihre eigene Geschichte;&lt;br /&gt;
dabei dürfen psychosoziale Faktoren, unerwartete Lebensumstände und Zufälle nicht unberücksichtigt bleiben. Festhalten&lt;br /&gt;
können wir jedoch, dass elterliche&lt;br /&gt;
Verhaltens- und Reaktionsweisen&lt;br /&gt;
sich wie ein Engramm auf uns&lt;br /&gt;
auswirken und in den unterschiedlichsten Lebenssituationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unerwartet offenbaren. Dies spiegelt sich wider in 4 Typisierungen5, welche unbewußt ablaufen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. DER MUMIFIZIERTE TYP,&lt;br /&gt;
2. DER REVOLTIERENDE TYP,&lt;br /&gt;
3. DER INDIFFERENTE Typ&lt;br /&gt;
4. DER INTEGRATIVE TYP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. DER MUMIFIZIERTE Typ hält&lt;br /&gt;
sich rigide fest an das Erlebte, er&lt;br /&gt;
verhält sich mumifiziert, konserviert und wiederholt das elterliche Konzept, z.B. in der Ehe, in der&lt;br /&gt;
Beziehung zu seinen Kindern&lt;br /&gt;
oder im Umgang mit Religion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. DER REVOLTIERENDE Typ stellt&lt;br /&gt;
alles in Frage, geht vehement gegen alles vor, glaubt nur, was er&lt;br /&gt;
beweisen kann und macht das&lt;br /&gt;
Gegenteil, wie es ihm zu Hause&lt;br /&gt;
vorgelebt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.DER INDIFFERENTE Typ, zu dem&lt;br /&gt;
die meisten Menschen zählen,&lt;br /&gt;
verhält sich indifferent und ambivalent, in manchen Punkten ist&lt;br /&gt;
er sehr traditionsbewusst und&lt;br /&gt;
wiederholt das elterliche Konzept, in anderen Bereichen ist er&lt;br /&gt;
sehr revoltierend, auf jeden Fall&lt;br /&gt;
hat er keine gerade Linie in seinen&lt;br /&gt;
Verhaltensweisen, z.B. in der Kindererziehung, der Partnerschaft.&lt;br /&gt;
So kann es sein, dass jemand aufgrund eines extrem sparsamen&lt;br /&gt;
Vaters heute sich indifferent verhält, indem er beim Tanken ganz&lt;br /&gt;
exakt auf den Pfennig schaut und&lt;br /&gt;
mehrere Kilometer Umweg in&lt;br /&gt;
Kauf nimmt, um günstiger zu&lt;br /&gt;
tanken (in diesem Falle ist er mumifiziert wie der Vater in bezug&lt;br /&gt;
auf Sparsamkeit), im Urlaub aber&lt;br /&gt;
super verschwenderisch sich verhält, keineswegs auf Geld schaut&lt;br /&gt;
(in diesem Falle verhält er sich&lt;br /&gt;
revoltierend zu den Verhaltensweisen des Vaters). Die Reaktionsweise ist relativ sekundär, primär&lt;br /&gt;
ist für unsere Betrachtungsweise&lt;br /&gt;
die Tatsache, dass wir durch das&lt;br /&gt;
Vorbild unserer Eltern geprägt&lt;br /&gt;
wurden und heute bewusst oder&lt;br /&gt;
unbewusst oft noch weiter reaktiv uns dieser Prägung gegenüber&lt;br /&gt;
verhalten. Dies ist an sich kein&lt;br /&gt;
wirkliches Problem, zu einem Problem wird es erst dann, wenn es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|21|file=Tempora_08.pdf|page=21}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mich unbewusst immer wieder&lt;br /&gt;
regiert, dirigiert und verleitet,&lt;br /&gt;
mich anderen Alternativmöglichkeiten gegenüber intolerant und&lt;br /&gt;
blind macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. DER INTEGRATIVE Typ ist bemüht, sich die verschiedenen gelernten familiären Konzepte&lt;br /&gt;
transparent zu machen und aufgrund dieser Tatsache selbst zu&lt;br /&gt;
entscheiden, wie er reagieren&lt;br /&gt;
möchte und sich nicht als fremdgesteuerte Marionette zu fühlen.&lt;br /&gt;
Aktiv Agieren statt Reagieren ist&lt;br /&gt;
angesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BEHARREN AUF GROLL UND&lt;br /&gt;
ZORN&lt;br /&gt;
= GIFT IN KLEINENDOSEN!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNTERDRÜCKTE WUT&lt;br /&gt;
= UNTERDRÜCKTE LIEBE!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WOGEGEN ICH MICH&lt;br /&gt;
IUBE, DAS B&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NE&lt;br /&gt;
GROLL UND ZOR&lt;br /&gt;
ANDER.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ICH WILL VERZEIHEN, UM&lt;br /&gt;
_ MEINEN SEELENFRIEDEN&lt;br /&gt;
WIEDERZUERLANGEN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frieden schließen mit den&lt;br /&gt;
„inneren Eltern” ®. Dies kann ich&lt;br /&gt;
sowohl mit noch lebenden oder&lt;br /&gt;
bereits verstorbenen Eltern&lt;br /&gt;
durchführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versöhnung mit den Eltern&lt;br /&gt;
kann verstanden werden als Versöhnung mit sich selbst. Es gilt,&lt;br /&gt;
die unschönen Erlebnisse, Worte&lt;br /&gt;
und Begebenheiten, die die Eltern&lt;br /&gt;
in unsere Biographie reingeschrieben haben, durch bessere&lt;br /&gt;
zu ersetzen. Alle Hochreligionen&lt;br /&gt;
sprechen von der Einheit der Familie und stellen dabei die Wichtigkeit der Beziehung zu den Eltern und den damit verbundenen&lt;br /&gt;
Respekt heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Unfriede ist Flucht und&lt;br /&gt;
Kampf. Dies kann sich als roter&lt;br /&gt;
Faden durch unser Leben und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem durch unsere Beziehungen zu anderen Menschen&lt;br /&gt;
durchziehen. Häufig schleppe ich&lt;br /&gt;
meinen „Vergangenheitsbalast”&lt;br /&gt;
mit in die nächste Beziehung und&lt;br /&gt;
das gleiche Szenario wiederholt&lt;br /&gt;
sich, Freud nennt dies neurotischen Wiederholungszwang. Ich&lt;br /&gt;
will mich anders verhalten, kann&lt;br /&gt;
dies aber aus irgendwelchen inneren Gründen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis des Unfriedens ist das&lt;br /&gt;
Nichtloslassenkönnen. Wir tragen unsere inneren Eltern wie&lt;br /&gt;
Polizisten mit in uns, sie sind&lt;br /&gt;
schön sicher und fest verankert&lt;br /&gt;
in unserem Kopf, in unseren Gedanken und Handlungen. Sie sind&lt;br /&gt;
die Steuermänner unseres Schiffes. Es sind die familiären Konzepte, die wir bereits seit frühester&lt;br /&gt;
Kindheit vorgelebt, gehört und&lt;br /&gt;
erfahren haben: „Hast du was,&lt;br /&gt;
dann bist du was” (Leistung),&lt;br /&gt;
„Gäste sind Gnade Gottes” (Kontakt), „Wer den Pfennig nicht&lt;br /&gt;
ehrt, ist des Talers nicht wert”&lt;br /&gt;
(Sparsamkeit), „Lügen haben kurze Beine” (Ehrlichkeit). Sie spiegeln sich heute wider in den sogenannten Aktualfähigkeiten/&lt;br /&gt;
Sozialisationsnormen, welche im&lt;br /&gt;
tagtäglichen Kontakt mit anderen Menschen zu Tage treten, Leistung, Kontakt, Sparsamkeit und&lt;br /&gt;
Ehrlichkeit, um nur einige zu nennen. (Peseschkian, Fischer Taschenbuch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis des Unfriedens ist die&lt;br /&gt;
Stornierung der eigenen Entwicklung. Der oben zitierte Geschäftsmann ist heute beruflich absolut&lt;br /&gt;
erfolgreich, ist in seinem Bereich&lt;br /&gt;
eine anerkannte Persönlichkeit,&lt;br /&gt;
dennoch, so er selbst, „treibt mich&lt;br /&gt;
eine innere Kraft, immer mehr&lt;br /&gt;
und mehr zu machen, nie genug&lt;br /&gt;
zu bekommen, mit dem erreichten nicht zufrieden zu sein, es&lt;br /&gt;
immer noch besser machen zu&lt;br /&gt;
wollen. Dieses Gefühl kommt von&lt;br /&gt;
innen heraus, ich kann mich dagegen nicht auflehnen, es ist&lt;br /&gt;
förmlich wie ein Zwang. Ich gehe&lt;br /&gt;
und gehe und gehe auf einer&lt;br /&gt;
Straße, die nie ans Ziel kommt.&lt;br /&gt;
Ich habe alles getan, um meinem&lt;br /&gt;
Vater zu beweisen, dass aus mir&lt;br /&gt;
doch noch was wird, er anerkennt&lt;br /&gt;
dies aber nicht”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie befindet sich heute,&lt;br /&gt;
wie die gesamte Welt, in einer&lt;br /&gt;
Übergangsphase. In allen Kulturkreisen zerfallen oder zerbrechen Familien unter dem Druck&lt;br /&gt;
von wirtschaftlichem und politischem Umbruch. Sie werden&lt;br /&gt;
angesichts der sittlichen und&lt;br /&gt;
religiösen Verwirrung immer&lt;br /&gt;
schwächer.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Unfrieden gedeiht kein&lt;br /&gt;
Mensch, keine Gesellschaft, keine&lt;br /&gt;
Kultur. Eine von Autonomie und&lt;br /&gt;
Liebe geprägte Beziehung zwischen den Generationen ist hierfür nötig und möglich. Doch entscheidend ist das zugrundeliegende Menschenbild des Betroffenen. Ich kann immer Fehler bei&lt;br /&gt;
dem anderen finden, die Frage&lt;br /&gt;
ist,ob ich mich aufeinen Prozess&lt;br /&gt;
der Annäherung einlasse, dem&lt;br /&gt;
anderen zuhören kann und auch&lt;br /&gt;
die Möglichkeit der gegenseitigen Entwicklung und des gegenseitigen Respekts, wie in der systemischen Therapie vorausgesetzt wird, zulasse. Das Wohl des&lt;br /&gt;
Einzelnen ist nicht losgelöst vom&lt;br /&gt;
Wohle der Familie und letztendlich der gesamten Menschheit zu&lt;br /&gt;
sehen.In den Baha’i-Schriften finden wir immer wieder die Aufforderung, diesen Zusammenhang&lt;br /&gt;
nicht zu vergessen. „Es rühme&lt;br /&gt;
sich nicht, wer sein Vaterland&lt;br /&gt;
liebt, sondern wer die ganze Welt&lt;br /&gt;
liebt. Die Erde ist nur ein Land&lt;br /&gt;
und alle Menschen sind seine&lt;br /&gt;
Bürger”. „Wenn in einer Familie&lt;br /&gt;
Liebe und Einklang herrschen,&lt;br /&gt;
wird diese Familie vorankommen&lt;br /&gt;
und geistig erleuchtet werden”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag verleitet sein zu denken, dass nun alles zu spät ist,&lt;br /&gt;
dass in der Vergangenheit bereits&lt;br /&gt;
Dinge gesagt wurden, die besser&lt;br /&gt;
unerwähnt geblieben wären.&lt;br /&gt;
Nach dem Motto: Es ist nicht zu&lt;br /&gt;
früh und nicht zu spät, es ist gerade die höchste Zeit. Egal was in&lt;br /&gt;
der Vergangenheit war, ich kann&lt;br /&gt;
nun mein eigener Regisseur sein&lt;br /&gt;
und meine Lebensinszenierung&lt;br /&gt;
selbst in die Hand nehmen. Jede&lt;br /&gt;
Krise ist eine Chance, in der Krise&lt;br /&gt;
liegt auch die Chance der Veränderung und des Wachstums&lt;br /&gt;
Ohne Krise scheint Wachstum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|22|file=Tempora_08.pdf|page=22}}22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht möglich zu sein. Jede Krise birgt in sich auch eine Entwicklungschance. Ergreifen wir die&lt;br /&gt;
Gelegenheit! Denn es ist nicht&lt;br /&gt;
immer so wie wir meinen, dass&lt;br /&gt;
wir keine Chancen im Leben hatten und hätten, vielmehr stellt&lt;br /&gt;
sich die Frage, ob ich die mir gebotenen Chancen überhaupt zuerst erkenne und dann in der Folge auch nütze. Hierbei bedarf es,&lt;br /&gt;
„vom Mut eine Probe zu wagen”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was KANN ICH TUN, UM MICH&lt;br /&gt;
DIESEM THEMA LANGSAM ZU NÄHERN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei bieten sich die folgenden&lt;br /&gt;
Schritte der Konfliktlösung? und&lt;br /&gt;
Versöhnung an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. STUFE:&lt;br /&gt;
Beobachtung/ Distanzierung:&lt;br /&gt;
positive und negative Gedanken/Gefühle gegenüber den Eltern wahrnehmen und zulassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. STUFE:&lt;br /&gt;
Inventarisierung:&lt;br /&gt;
Problemsituationen aufschreiben&lt;br /&gt;
unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebenssituation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. STUFE:&lt;br /&gt;
Situative Ermutigung:&lt;br /&gt;
Was hat die Mutter/der Vater gut&lt;br /&gt;
gemacht? - positive Aspekte herausstellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. STUFE:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbalisierung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Motive rausholen, Visualisieren&lt;br /&gt;
der Eltern, sich in Gedanken vorstellen, wie man mit den Eltern&lt;br /&gt;
die Problempunkte bespricht und&lt;br /&gt;
dabei Gefühle von Wut, Zorn und&lt;br /&gt;
Trauer los wird, eventuell einen&lt;br /&gt;
Brief an die Eltern schreiben, den&lt;br /&gt;
man nie abschickt, vielleicht Vorlesen der Punkte aus dem Brief,&lt;br /&gt;
Einsatz von Gebet und Meditation, Verzeihen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.STUFE:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zielerweiterung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für Sehnsüchte habe ich?&lt;br /&gt;
Wie könnte sich die Beziehung&lt;br /&gt;
nun verbessern, da das Negative&lt;br /&gt;
nicht mehr zwischen uns steht?&lt;br /&gt;
Welche Wünsche würde ich mir&lt;br /&gt;
gerne mit meinen Eltern erfüllen? Wie kann ich die letzten noch&lt;br /&gt;
verbleibenden Jahre mit ihnen so&lt;br /&gt;
angenehm wie möglich verbringen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hatte Mutter Theresa&lt;br /&gt;
Recht, als sie vor Jahren sagte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wir alle können dort, wo wir&lt;br /&gt;
stehen, zu Friedensstiftern und&lt;br /&gt;
Trägern der Versöhnung werden.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wenn ich Friede mit einem anderen schließe, schließe ich Frieden mit mir selbst. Ich vermages&lt;br /&gt;
aber erst dann, und das ist die&lt;br /&gt;
Paradoxie, Frieden mit einem Verletzer zu schließen, wenn ich&lt;br /&gt;
selbst stark genug geworden bin&lt;br /&gt;
und mich liebe: Weil ich mich liebe, möchte ich nicht mehr in der&lt;br /&gt;
Lieblosigkeit leben. Zum Friedensschluss gehört Einsicht in die&lt;br /&gt;
Dramaturgie des Lebensdramas,&lt;br /&gt;
Selbstkritik, Großzügigkeit und&lt;br /&gt;
Mut. Wie sagte bereits der englische Erzähler des 18. Jahrhunderts, Lawrence Sterne: „Nur die&lt;br /&gt;
Tapferen können verzeihen. Ein&lt;br /&gt;
Feigling vergibt niemals; das liegt&lt;br /&gt;
nicht in seiner Natur”.&#039;°&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nawid Peseschkian&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|23|file=Tempora_08.pdf|page=23}}DAS NIEDERSÄCHSISCHE&lt;br /&gt;
_  UNTERRICHTSFACH&lt;br /&gt;
„WERTE UND NORMEN”&lt;br /&gt;
EIN WEGWEISENDES&lt;br /&gt;
MODELL ZUR ERZIEHUNG&lt;br /&gt;
ZUM FRIEDEN UNTER&lt;br /&gt;
DEN RELIGIONEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vor zwanzig Jahren Autoren&lt;br /&gt;
die ersten Rahmenrichtlinien für&lt;br /&gt;
das Unterrichtsfach Werte und&lt;br /&gt;
Normen erstellten, schrieben sie:&lt;br /&gt;
Es „besteht die Gefahr, dass der&lt;br /&gt;
Blick für den Grundbestand weitgehend anerkannter Grundwerte, der das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft&lt;br /&gt;
ermöglicht, verlorengehen kann,”&lt;br /&gt;
deswegen müsse „Ziel des Unterrichts zunächst sein, den Grundbestand weitgehend anerkannter Grundwerte in seiner Bedeutung für den Einzelnen und die&lt;br /&gt;
Gesellschaft bewusst zu machen.” Die Autoren hatten die&lt;br /&gt;
Tendenz, dass ethisches Basiswissen verloren geht, bereits vor Augen. Seien wir uns über die Zukunftsaussichten dieser Gesellschaft im Klaren: Diese Heranwachsenden sind in etwa zehn&lt;br /&gt;
Jahren selbst Erwachsene und&lt;br /&gt;
die Eltern und die Lehrkräfte der&lt;br /&gt;
nächsten Generation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WELCHES WISSEN WERDEN SIE&lt;br /&gt;
WEITERGEBEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UND WIE WERDEN SIE DANN&lt;br /&gt;
WIEDERUM AUF DIE FOLGENDE GENERATION EINWIRKEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UND WELCHE ROLLE SPIELEN DIE&lt;br /&gt;
RELIGIONEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahrhunderte lang, teilweise&lt;br /&gt;
sogar Jahrtausende, hatten die&lt;br /&gt;
Religionen eine dominierende&lt;br /&gt;
und ehrwürdige Funktion in der&lt;br /&gt;
Geschichte der Menschheit inne.&lt;br /&gt;
Heute wird den Religionen nahegelegt, sich als eine Weltanschauung neben anderen zu begreifen.&lt;br /&gt;
Selbst wer die Religionen ablehnt, wird sie auch heute als&lt;br /&gt;
ernst zu nehmende, grundlegende, gesellschaftliche und existentielle Realität akzeptieren müssen. Auf der einen Seite bieten&lt;br /&gt;
sie den Menschen Begründungen für die Rätsel der Welt, sorgen für Sinnstiftung und ethische Orientierung der Menschen&lt;br /&gt;
und beantworten die vielfältigen&lt;br /&gt;
Fragen des Lebens und Sterbens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite werden&lt;br /&gt;
Religionen in ihrer konkreten Erscheinung aber auch zur Quelle&lt;br /&gt;
der tiefsten Meinungsverschiedenheiten und fanatischer Strei&lt;br /&gt;
tigkeiten zwischen den Menschen. Der Blick in Geschichte&lt;br /&gt;
und Gegenwart zeigt, dass Religionen in vielen Konflikten als&lt;br /&gt;
Mittel zum Zweck missbraucht&lt;br /&gt;
werden und/oder sich missbrauchen lassen. Mit der Berufung&lt;br /&gt;
auf Religion lassen sich Ansprüche leichter begründen, Gegensätze verschärfen, Gegner verteufeln und die eigenen gewaltbereiten Reihen schließen. Weltweit&lt;br /&gt;
werden politische Reibungspunkte verstärkt religiös akzentuiert.&lt;br /&gt;
Das zeigen beispielsweise der&lt;br /&gt;
Krieg auf dem Balkan zwischen&lt;br /&gt;
orthodoxen Serben, katholischen&lt;br /&gt;
Kroaten und muslimischen Bosniern, die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten in&lt;br /&gt;
Nordirland, das Pulverfass im Nahen Osten zwischen Juden und&lt;br /&gt;
Muslimen, der Kaschmirkonflikt&lt;br /&gt;
der Nuklearmächte Indien und&lt;br /&gt;
Pakistan, bei dem sich Hindus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|24|file=Tempora_08.pdf|page=24}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Muslime unversöhnlich gegenüberstehen, gewalttätige&lt;br /&gt;
Auseinandersetzungen in Indonesien und auf den Philippinen&lt;br /&gt;
zwischen Christen und Muslimen, usw. Es ist nicht zu übersehen, dass der soziale Friede der&lt;br /&gt;
Zukunft in entscheidendem Maße von der Verträglichkeit der Religionen untereinander abhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Club of Rome kommt zu&lt;br /&gt;
dem Ergebnis: „Die globale Gesellschaft, auf die wir zusteuern,&lt;br /&gt;
kann nur zustande kommen,&lt;br /&gt;
wenn sie von moralischen und&lt;br /&gt;
spirituellen Werten getragen und&lt;br /&gt;
geordnet wird.”” Von unschätzbarem Wert ist dabei die Entdeckung des Theologen Prof. Dr.&lt;br /&gt;
Hans Küng, dass es ein entscheidendes Minimum an Werten&lt;br /&gt;
gibt, das die Weltreligionen gemeinsam haben - ein Weltethos.&lt;br /&gt;
Dies zu lehren muss ebenfalls zu&lt;br /&gt;
den Grundanforderungen gehören, die an Schule zu stellen sind,&lt;br /&gt;
damit die Heranwachsenden erkennen, dass ein Dialog über die&lt;br /&gt;
anstehenden globalen Probleme&lt;br /&gt;
dieses Planeten auf einem ethischen Konsens möglich ist. (In die&lt;br /&gt;
nds. Rahmenrichtlinien Werte&lt;br /&gt;
und Normen für das Gymnasium&lt;br /&gt;
von 1999 ist dies bereits aufgenommen, siehe S. 51).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns bewusst machen, dass keine Religion mehr in&lt;br /&gt;
einer „splendid isolation” lebt, die&lt;br /&gt;
Pluralität eine nicht weg zu diskutierende Tatsache ist und wir&lt;br /&gt;
zu lernen haben miteinander zu&lt;br /&gt;
leben. Die Befähigung zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
interkultureller und interreligiöser Kompetenz ist eine dringende&lt;br /&gt;
und unverzichtbare Aufgabe der&lt;br /&gt;
Erziehung in der Schule. Zu den&lt;br /&gt;
Schlüsselqualifikationen, die den&lt;br /&gt;
Schülerinnen und Schülern zu&lt;br /&gt;
vermitteln sind, gehört auch das&lt;br /&gt;
Finden der eigenen Identität innerhalb dieser Kultur, in der wir&lt;br /&gt;
leben. Dazu gehört ein Basiswissen über den kulturgeschichtlichen Zusammenhang der jüdisch-christlichen Tradition, um&lt;br /&gt;
sich zur Selbstidentifikation der&lt;br /&gt;
kulturellen Werte bewusst zu&lt;br /&gt;
werden, als auch ein differenziertes Sachwissen, um ein rationales, aufgeklärtes Verhältnis zu&lt;br /&gt;
den Weltreligionen aufzubauen,&lt;br /&gt;
Distanz zu erkennen und abzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rasante Entwicklung der&lt;br /&gt;
Wissenschaft stellt uns vor eine&lt;br /&gt;
gewaltige Menge an Fragen, für&lt;br /&gt;
deren Beantwortung die Heranwachsenden in der Zukunft vorbereitet werden müssen. Grosse&lt;br /&gt;
ethische Problemkomplexe wie&lt;br /&gt;
Ökologie, Genetik, Medizin und&lt;br /&gt;
Ökonomie fordern zu einer internationalen Zusammenarbeit auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WIE WERDEN EIGENTLICH DIE&lt;br /&gt;
SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER AUF&lt;br /&gt;
DIESE AUF SIE ZUKOMMENDEN PROBLEME VORBEREITET?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum einen müssen sie&lt;br /&gt;
lernen interkulturell und&lt;br /&gt;
interreligiös dialogfähig&lt;br /&gt;
zu sein, zum anderen&lt;br /&gt;
müssen sie über ein&lt;br /&gt;
gutes.ethisches Basiswissen verfügen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Als ein Beispiel&lt;br /&gt;
ließe sich die Genforschung anführen: Die Folgen dieser Wissenschaft sind mit keiner anderen&lt;br /&gt;
wissenschaftlichen Leistung bisher vergleichbar. Der Mensch versucht sich an seiner eigenen&lt;br /&gt;
Schöpfung. Die Fragen, die sich&lt;br /&gt;
bei der rasanten Entwicklung der&lt;br /&gt;
Forschung ergeben, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DÜRFEN WIR EIGENTLICH ALLES,&lt;br /&gt;
WAS WIR KÖNNEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WELCHEN STELLENWERT SOLL&lt;br /&gt;
FORSCHUNG IN DEN NÄCHSTEN&lt;br /&gt;
JAHRZEHNTEN EINNEHMEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚HAT FORSCHUNG PRIORITÄT VOR&lt;br /&gt;
DEM LEBENSRECHT VON TIEREN UND&lt;br /&gt;
MENSCHEN? WOLLEN WIR ZULASSEN, DASS DIE FORSCHUNG DEN&lt;br /&gt;
MENSCHEN VOM SUBJEKT ZUM OBJEKT DEGRADIERT?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DARF DER DRANG NACH VERMARKTUNG DES LEBENS, DIE GIER&lt;br /&gt;
NACH PROFIT GRENZENLOS SEIN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WELCHEN STELLENWERT SOLL&lt;br /&gt;
DEMGEGENÜBER DER RESPEKT UND&lt;br /&gt;
DIE ACHTUNG VOR DEM LEBEN UND&lt;br /&gt;
DER WÜRDE VON LEBEWESEN ERHALTEN?&lt;br /&gt;
{{page|25|file=Tempora_08.pdf|page=25}}WELCHE ORIENTIERUNG BIETEN&lt;br /&gt;
DIE WELTRELIGIONEN DEN MENSCHEN MIT IHREM WEISHEITSWISSEN IN DIESEN FRAGEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner Konzeption&lt;br /&gt;
kann das niedersächsische Unterrichtsfach Werte und Normen&lt;br /&gt;
wie kein anderes die Ziele des&lt;br /&gt;
Bildungsauftrags umsetzen. Insbesondere ist es in der Lage ein&lt;br /&gt;
schulisches Angebot zu schaffen,&lt;br /&gt;
das die Fähigkeit zu interkultureller Verständigung entwickelt.3&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer zeitgemässen Richtungsänderung in&lt;br /&gt;
der Erziehung wird durchaus von&lt;br /&gt;
verantwortlichen Institutionen&lt;br /&gt;
gesehen. Gemäss der Forderungen des Europarates ist auf ein&lt;br /&gt;
„besseres und tieferes Verständnis der jeweils anderen Religionen hinzuwirken”. Um zu lernen,&lt;br /&gt;
mit Menschen anderer Kulturen&lt;br /&gt;
und Religionen in einen fruchtbaren Kontakt zu treten, brauchen&lt;br /&gt;
die Heranwachsenden religionswissenschaftlich ausgebildete&lt;br /&gt;
Fachlehrkräfte - Dolmetscher in&lt;br /&gt;
Sachen Weltreligionen und Welt&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WIE KANN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
anschauungen.Auch die =&lt;br /&gt;
Vorstellungen des Club&lt;br /&gt;
‚of Rome gehen in diegleiche Richtung*:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. die Wissenserwe&lt;br /&gt;
 terung angesichts der&lt;br /&gt;
Veränderungen in der&lt;br /&gt;
Welt und Berücksichtigung der Weisheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Weltreligionen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.die ldenti&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tsbildungals&lt;br /&gt;
Reflexionsfähigkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. die Dialogfähigkeit, gekoppelt mit einer einhergehenden&lt;br /&gt;
Handlungskompetenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem tradierten Lernen wird&lt;br /&gt;
vom Club of Rome ein anderer&lt;br /&gt;
Stellenwert beigemessen:&lt;br /&gt;
„Tradiertes Lernen ist wichtig,&lt;br /&gt;
aber unzureichend. ”&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit etwa dreißig Jahren gibt&lt;br /&gt;
es in fast allen Bundesländern&lt;br /&gt;
aufgrund verfassungsrechtlicher&lt;br /&gt;
Vorgaben unter verschiedenen&lt;br /&gt;
Namen ein Unterrichtsfach als&lt;br /&gt;
Ersatz für den kirchlich gebundenen Religionsunterricht. In den&lt;br /&gt;
meisten Bundesländern heisst es&lt;br /&gt;
„Ethik”, in Nordrhein-Westfalen&lt;br /&gt;
„Praktische Philosophie” (Modellversuch) und in Niedersachsen&lt;br /&gt;
„Werte und Normen”. Was ist nun&lt;br /&gt;
das Besondere am niedersächsischen Modell? Niedersachsen&lt;br /&gt;
verfügt über die älteste schulische religionskundliche Tradition&lt;br /&gt;
nicht nur Deutschlands, sondern&lt;br /&gt;
Europas. Einen Zauberstab haben&lt;br /&gt;
wir zwar auch nicht -aber ein diskutierwürdiges Modell ethischer&lt;br /&gt;
Erziehung, das nicht nur bundesweit einmalig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WAS IST DAS BESONDERE AM UN TERRICHT WERTE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UND NORMEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es läßt sich in fünf&lt;br /&gt;
Punkten zusammenfassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.SEın NAME:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedarf es der Beantwortung der Frage: Was sind eigentlich „Werte” und „Normen”?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normen sind Wegweiser, Regeln,&lt;br /&gt;
Gebote, Verbote, Gesetze, Absprachen, Vorschriften u.a., die dem&lt;br /&gt;
Menschen für das Zusammenleben mit anderen eine Orientierung geben und festlegen, was&lt;br /&gt;
er machen soll und was nicht. Sie&lt;br /&gt;
sind für das friedliche Zusammenleben in einer sozialen Gemeinschaft unverzichtbar. Sie sichern das Zusammenleben. Jede&lt;br /&gt;
soziale Norm dient als Schutzhülle für einen oder sogar mehrere&lt;br /&gt;
Werte. Soziale Werte sind zu verstehen als soziale Objekte, die&lt;br /&gt;
aufgrund ihrer sachlichen Beschaffenheit für den Fortbestand&lt;br /&gt;
einer sozialen Gemeinschaft positiv bedeutsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. SEINE DEFINITION IM NIEDERSÄCHSISCHEN SCHULGESETZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unterrichtsfach Werte und&lt;br /&gt;
Normen weist insofern eine Besonderheit auf, als es das einzige&lt;br /&gt;
Fach im niedersächsischen Schulgesetz ist, das inhaltlich definiert&lt;br /&gt;
ist. Gerade mit dieser Definition&lt;br /&gt;
ist eine richtungsweisende und&lt;br /&gt;
unmissverständliche Werteerziehung vorgegeben, die nicht der&lt;br /&gt;
Beliebigkeit unterworfen ist. So&lt;br /&gt;
heißt es im $ 128 Abs. 2 NSchG:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im Fach Werte und Normen&lt;br /&gt;
sind religionskundliche Kenntnisse, das Verständnis für die in der&lt;br /&gt;
Gesellschaft wirksamen Wertvorstellungen und Normen und der&lt;br /&gt;
Zugang zu philosophischen, weltanschaulischen und religiösen&lt;br /&gt;
Fragen zu vermitteln.” Der Inhalt&lt;br /&gt;
des Werte und Normen-Unterfichts orientiert sich also an den&lt;br /&gt;
‚Wertvorstellungen der Verfassung und an dem gesetzlich normierten Erziehungs- und.Bildungsauftrag. Darüber hi&lt;br /&gt;
bemüht sich der Unterricht um‘&lt;br /&gt;
das Verstehen der die&lt;br /&gt;
Gesells (&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnträger und das „Kennenlernen anderer Lebensordnungen&lt;br /&gt;
einschließlich ihrer kulturellen&lt;br /&gt;
und religiösen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
zur Erweiterung der eigenen&lt;br /&gt;
Wahrnehmungsfähigkeit&amp;quot;® und:&lt;br /&gt;
um die Befähigung zur ethischen&lt;br /&gt;
Urteilsbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
{{page|26|file=Tempora_08.pdf|page=26}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. SEINE BEZUGSWISSENSCHAFTEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Definition des Unterrichts Werte und Normen lassen&lt;br /&gt;
sich die drei Bezugswissenschaften ableiten, die das Fach tragen:&lt;br /&gt;
Religionswissenschaft, Philosophie und Gesellschaftswissenschaften. In diesem Punkt unterscheidet sich das Fach grundlegend von den anderen Ersatzfächern zu Religion. Ethik und&lt;br /&gt;
Praktische Philosophie haben&lt;br /&gt;
nurdie Philosophie als Bezugswissenschaft. Die drei Bezugswissenschaften des Unterrichts&lt;br /&gt;
Werte und Normen ergänzen&lt;br /&gt;
einander: Mittels philosophischer&lt;br /&gt;
Fragestellung lassen sich die anderen beiden Bezugswissenschaften eröffnen bzw. erweitern.&lt;br /&gt;
Beispielsweise fragen wir: „Was&lt;br /&gt;
sollen wirtun?”wenn wir sowohl&lt;br /&gt;
religionskundliche Kenntnisse als&lt;br /&gt;
auch Verständnis für die Grundwerte und Normen unserer Verfassung vermitteln wollen. „Jeder&lt;br /&gt;
hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.&amp;quot;So steht&lt;br /&gt;
es im Grundgesetz Art. 2. Das verstehen schon die ganz Kleinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wirkt dieses Wissen richtungweisend in der Werteorientierung.&lt;br /&gt;
Die Heranwachsenden können&lt;br /&gt;
das Phänomen Religion als&lt;br /&gt;
Schlüssel zur Ergründung der Geheimnisse dieser Welt kennenlernen. Sie finden Identität und Antworten auf die Frage: Warum ist&lt;br /&gt;
diese Welt so und nicht anders?&lt;br /&gt;
Sie lernen bei den Kernproblemen der Menschheit auch das&lt;br /&gt;
Weisheitswissen der Weltreligionen zu befragen und sich Orientierung zu holen. So untersuchen&lt;br /&gt;
sie die Antworten auf Fragen wie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WAS SAGEN DIE WELTRELIGIONEN:&lt;br /&gt;
- ZU DEN UMWELTPROBLEMEN?&lt;br /&gt;
- ZUR FRIEDENSPROBLEMATIK?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ZU TOD UND STERBEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ZUM VERHÄLTNIS Von MANN&lt;br /&gt;
UND FRAU, ZUR FAMILIE, ZUM&lt;br /&gt;
UMGANG MIT ALTEN LEUTEN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ZUM UMGANG MIT DEN&lt;br /&gt;
SCHWACHEN DER GESELLSCHAFT:&lt;br /&gt;
DEN ARMEN, KRANKEN, BEHINDERTEN, ALLEINSTEHENDEN,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FREMDEN, AUSSENSEITERN?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ZUR SEXUALITÄT,&lt;br /&gt;
ZU SEXUELLEM MISSBRAUCH?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was GILT ALS KRIMINELL?&lt;br /&gt;
USW.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und sie lernen, dass zwar viele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‘Menschen den Blick für den in&lt;br /&gt;
unserer Gesellschaft bestehen- _&lt;br /&gt;
den. Konsens, die Grund- nd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
interreligiösem Hintergrundwissen als auch mit möglichen Zukunftsvisionen. Die Themenbereiche des Unterrichtsfaches Werte&lt;br /&gt;
und Normen umfassen das persönliche Leben ebenso wie auch&lt;br /&gt;
das Zusammenleben mit anderen, das Leben in der Gesellschaft,&lt;br /&gt;
das Leben in der Einen Welt und&lt;br /&gt;
das Leben in und mit der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. SEIN JURISTISCHER HINTERGRUND&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die derzeitige gesetzliche Regelung, die keine Parallele in einem&lt;br /&gt;
anderen Bundesland hat, ist nur&lt;br /&gt;
historisch zu verstehen und be‚gründet in einem 1970 geschlossenen Staatsvertrag zwischen&lt;br /&gt;
‚dem Land Niedersachsen und der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Freireligiösen Landesgemein-&amp;quot;&lt;br /&gt;
schaft Niedersachsen. Darin wird.&lt;br /&gt;
ein weltanschaulich-neutralerre&lt;br /&gt;
. ligionskur ndlicher Unterricht garantlert; der im Unterrichtsfach *&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ten Werten wie ie ande&lt;br /&gt;
dem ren körpe jer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Werte. und Normen‘ als ein we- .&lt;br /&gt;
 sentlicher Teil wiederzufinden ist.&lt;br /&gt;
© „Der a. ind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
{{page|27|file=Tempora_08.pdf|page=27}}Universität Hannover, gab es&lt;br /&gt;
seit 1970 einen universitären&lt;br /&gt;
Lehramtsstudiengang Religionskunde. Er wurde 1998 zugunsten&lt;br /&gt;
eines universitären Studiengangs&lt;br /&gt;
Werte und Normen geschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZUR REALEN SITUATION&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der derzeitigen&lt;br /&gt;
Diskussion liegt darin, dass überwiegend aus Angst vor Machtverlust der Kirchen - nicht aber pädagogisch - argumentiert wird.&lt;br /&gt;
Denn das Dilemma der geringen&lt;br /&gt;
Ausgestaltung einer interkulturellen und interreligiösen Erziehung in Deutschland ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I.das Abhängigkeitsverhältnis&lt;br /&gt;
zwischen dem Religions- und seinem Ersatzunterricht,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.der Anspruch der Kirchen auf&lt;br /&gt;
das Monopol der religiösen Dimension in der Schule? und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.die mangelnde Einsicht, dass&lt;br /&gt;
religiöse und interreligiöse Erziehung - gemäß ihrer doch so verschiedenen Intentionen - keine&lt;br /&gt;
Konkurrenz zueinander darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 1993 auf dem Weltparlament der Religionen in Chicago&lt;br /&gt;
veröffentlichte Erkenntnis, dass&lt;br /&gt;
alle Weltreligionen ein gemeinsames ethisches Fundamentum&lt;br /&gt;
besitzen - Küng nennt es „Weltethos”- wird für manche Religion&lt;br /&gt;
ein Umdenken erfordern, dessen&lt;br /&gt;
Folgen bisher kaum reflektiert&lt;br /&gt;
worden sind. Zumindest werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=. Teile der Einzigartigkeit einer Re&lt;br /&gt;
ii in Frage gestellt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
on in Sachen £thikkann keine‘&lt;br /&gt;
h&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚ich beanspru&lt;br /&gt;
Quellennachweis:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TRRL für den Unterricht W+N,&lt;br /&gt;
Hannover 1980, 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
? Alexander King, Bertrand Schneider, Die globale Revolution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bericht des Rates des&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Club of Rome.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spiegel Spezial, Hamburg 1991, 122.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3 Siehe Bildungskommission NRW,&lt;br /&gt;
Zukunft der Bildung, Schule der&lt;br /&gt;
Zukunft. Denkschrift der Kommission „Zukunft der Bildung - Schule&lt;br /&gt;
der Zukunft” beim Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen,&lt;br /&gt;
Neuwied u.a. 1995, 105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 James W. Botkin,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mahdi Elmandjra, Mircea Malitza,&lt;br /&gt;
Club ofRome. Das menschliche&lt;br /&gt;
Dilemma -Zukunft und lernen -.&lt;br /&gt;
Mit einem Vorwort von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aurelio Peccei, Präsident des Club&lt;br /&gt;
of Rome, Wien? u.a. 1981.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Konzept des innovati&lt;br /&gt;
ven Lernens siehe S. 40-78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5 Aa0,78&lt;br /&gt;
6 RRL,aa0, 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7 Siehe Amtsblatt der EKD,Nr.116,&lt;br /&gt;
Kundgebung der Synode der&lt;br /&gt;
Evangelischen Kirche in Deutschland zum Religionsunterricht,&lt;br /&gt;
vom 25.05.1997, Heft 7,J8.1997,&lt;br /&gt;
Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Christel Hasselmann M.A.&lt;br /&gt;
arbeitet als Lehrerin und Religionswissenschaftlerin in&lt;br /&gt;
Niedersachsen. Sie ist Mitglied der Rahmenrichtlinienkommission „Werte und&lt;br /&gt;
Normen”, sowie Pressesprecherin des Fachverbandes&lt;br /&gt;
„Werte und Normen”. Mehrere Jahre bildete sie als&lt;br /&gt;
Fachseminarleiterin Referendare für das Fach Werte&lt;br /&gt;
und Normen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|28|file=Tempora_08.pdf|page=28}}28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EISEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SELBSTERZIEHUNG&lt;br /&gt;
UND LEBENSWEISE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Waldo Emerson, der große&lt;br /&gt;
amerikanische Denker, sagte einmal: „Die Aufgabe des Lehrers ist&lt;br /&gt;
nicht, zu instruieren, sondern zu&lt;br /&gt;
provozieren.” Kunst ist für die&lt;br /&gt;
Menschheit eine permanente&lt;br /&gt;
Provokation anders zu denken, zu&lt;br /&gt;
fühlen und zu handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunst ist die Grundlage der&lt;br /&gt;
Erziehung; sie vereint die Vernunft mit den Gefühlen, regt die&lt;br /&gt;
Phantasie an und verändert die&lt;br /&gt;
Umwelt. Lange nachdem materielle Erfolge in Vergessenheit geraten sind, bleibt die Kunst als&lt;br /&gt;
Ausdruck der inneren Haltung&lt;br /&gt;
bestehen. Kunst legt in jeder Beziehung Zeugnis ab für das Streben des Menschen nach Unsterblichkeit. Emerson sah in der Kunst&lt;br /&gt;
das Wesen der Sittlichkeit: „Das&lt;br /&gt;
Problem der Schönheit führt uns&lt;br /&gt;
vom Oberflächlichen zum Nachdenken über die Grundlagen der&lt;br /&gt;
Dinge.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Künstlerische Kreativität kann&lt;br /&gt;
durch das soziale Milieu angeregt&lt;br /&gt;
werden. So haben verschiedene&lt;br /&gt;
Zeitalter, wie das Perikleische in&lt;br /&gt;
Griechenland, die Renaissance in&lt;br /&gt;
Italien und die Aufklärung in&lt;br /&gt;
Frankreich, eine hohe Blüte der&lt;br /&gt;
Genialität hervorgebracht. Wir&lt;br /&gt;
beobachten andererseits, dass&lt;br /&gt;
bestimmte Epochen äußerst unproduktiv waren. Das gilt zum&lt;br /&gt;
Beispiel für das Frühmittelalter,&lt;br /&gt;
die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und die Herrschaft des Puritanismus in den Vereinigten&lt;br /&gt;
Staaten. Einige Kulturen, wie die&lt;br /&gt;
von Sparta und Assyrien, leisteten&lt;br /&gt;
nur geringe Beiträge zur Weltkultur. Ihr Hauptinteresse galt der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kriegskunst; daher wurden die&lt;br /&gt;
Domänen des Geistes vernachlässigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schöpferische Blütezeit war&lt;br /&gt;
meist kurz - das Perikleische Zeitalter dauerte ungefähr von 460&lt;br /&gt;
bis 429 v. Chr. In dieser Epoche&lt;br /&gt;
erfuhren die Traditionen Griechenlands eine Überprüfung. Die&lt;br /&gt;
Kaufleute aus dem Mittleren&lt;br /&gt;
Osten, die nach Athen kamen,&lt;br /&gt;
brachten nicht nur Waren, sondern auch neue Ideen. Die alte&lt;br /&gt;
Aristokratie wurde durch die&lt;br /&gt;
neue Schicht der Kaufleute ersetzt; es herrschte intellektuelle&lt;br /&gt;
Toleranz; es gab kein unfehlbares&lt;br /&gt;
Buch und kein Dogma, an das alle&lt;br /&gt;
glauben mussten. Der Mensch&lt;br /&gt;
war das Maß aller Dinge; die Ideale und Bedürfnisse des Menschen&lt;br /&gt;
beschäftigten nicht nur Denker,&lt;br /&gt;
sondern auch Künstler und Wissenschaftler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Athen nahmen die Bürger&lt;br /&gt;
persönlich Anteil an der Verschönerung des Stadtstaates; die Dramatiker schrieben nicht für einen&lt;br /&gt;
ausgewählten Hörerkreis, sondern wurden von ganz Athen beurteilt. Dieses goldene Zeitalter&lt;br /&gt;
war rein diesseits bezogen und&lt;br /&gt;
trug den Stempel eines Skeptizismus, der der Vielfalt gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Meinungen entsprang.Diese Ära hatte auch Nachteile, weil&lt;br /&gt;
die Gesellschaft auf Sklaverei und&lt;br /&gt;
soziale Ausbeutung aufgebaut&lt;br /&gt;
war. Die Toleranz war sogar in&lt;br /&gt;
Athen nicht vollkommen, wie&lt;br /&gt;
man z. B.an der Verfolgung Anaxagoras sieht. Er wurde des Unglaubens bezichtigt, weil er leugnete, dass der Mond göttlich sei.&lt;br /&gt;
Die Renaissance in Italien war,&lt;br /&gt;
wie das Perikleische Zeitalter,eine&lt;br /&gt;
Zeit der Rebellion: Im Mittelalter&lt;br /&gt;
war man der Ansicht, dass die&lt;br /&gt;
Hauptaufgabe des Menschen in&lt;br /&gt;
der Verherrlichung Gottes und&lt;br /&gt;
im Kampf gegen die Versuchun‚gen des Teufels bestünde. In der&lt;br /&gt;
Renaissance erfolgte ein Wandel.&lt;br /&gt;
Macht trat an die Stelle der Religion und die Parole hieß Humanismus. Verkündete Rabelais&lt;br /&gt;
nicht das Evangelium der Meinungsfreiheit? Griff nicht Erasmus die Torheiten engstirniger&lt;br /&gt;
Kirchlichkeit an? War Leonardo&lt;br /&gt;
da Vinci nicht das Vorbild eines&lt;br /&gt;
universell gebildeten Menschen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ee LEONARDO DAN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|29|file=Tempora_08.pdf|page=29}}‚Auch die Renaissance dauerte&lt;br /&gt;
nicht lange. Auf sie folgte die&lt;br /&gt;
Herrschaft des Puritanismus. Der&lt;br /&gt;
Dreißigjährige Krieg schuf dann&lt;br /&gt;
eine Ödlandschaft in der europäischen Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hindernis, das den Weg&lt;br /&gt;
zur Kreativität versperrt, liegt in&lt;br /&gt;
der ständigen Wiederkehr von&lt;br /&gt;
Kriegen. In der modernen Zeit&lt;br /&gt;
werden diese Konflikte immer&lt;br /&gt;
blutiger und kostspieliger. Es werden davon nicht nur Soldaten an&lt;br /&gt;
der Front, sondern auch die Zivilbevölkerung betroffen. Man darf&lt;br /&gt;
nicht vergessen, dass Kriege gewöhnlich auf die Versklavung der&lt;br /&gt;
Persönlichkeit hinauslaufen. Der&lt;br /&gt;
Soldat wird Teil einer Maschinerie,er muss sich den Forderungen&lt;br /&gt;
der Gruppe beugen und seine eigene Kreativität hintansetzen.&lt;br /&gt;
Das Leben wird zum Überlebenskampf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Echte Kultur verlangt Gleichstellung von Frauen und Männern. Ohne diese Gleichstellung,&lt;br /&gt;
betont ’Abdu&#039;l-Baha, gibt es keine&lt;br /&gt;
kreative Entwicklung der&lt;br /&gt;
Menschheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Puritanismus ist wie der Krieg&lt;br /&gt;
ein Feind echter Kultur und Kreativität - der gewissensstrenge Puritaner findet, dass Kunst und&lt;br /&gt;
Seelenheil nicht vereinbar seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So war Calvin in Genf&lt;br /&gt;
gegen jede Form der&lt;br /&gt;
Kunst und verdammte sogar so unschuldige Vergnügen wie&lt;br /&gt;
das Wetten. Unter&lt;br /&gt;
Cromwells Herrschaft&lt;br /&gt;
in England waren die&lt;br /&gt;
Theater geschlossen,&lt;br /&gt;
weil die Puritaner sie&lt;br /&gt;
als Stätten des Lasters&lt;br /&gt;
betrachteten. In Neuengland war in der&lt;br /&gt;
ersten Siedlerzeit die&lt;br /&gt;
Theologie das wichtigste Studiengebiet,&lt;br /&gt;
während alle weltlichen Bücher als Versuchung des Teufels&lt;br /&gt;
angesehen wurden&lt;br /&gt;
Der Hexenwahn war&lt;br /&gt;
Ausdruck einer unglaublich primitiven&lt;br /&gt;
Mentalität. Die Puritaner standen&lt;br /&gt;
natürlich im Gegensatz zu den&lt;br /&gt;
kritischen Wissenschaftlern, weil&lt;br /&gt;
diese den Aberglauben ablehnten und die Vernunft auf alle Lebensbereiche anzuwenden versuchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Puritaner wertet das Leben absolutistisch. Jede Vielfalt&lt;br /&gt;
ist verboten. Eine kreative Lebenseinstellung schließt aber notwendigerweise die Anerkennung und Aufnahme gegensätzlicher&lt;br /&gt;
Meinungen ein.&lt;br /&gt;
Der reife Mensch&lt;br /&gt;
sieht die ethische&lt;br /&gt;
Komplexität aller&lt;br /&gt;
Probleme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunst hat nicht&lt;br /&gt;
in erster Linie eine&lt;br /&gt;
rigide moralische&lt;br /&gt;
Funktion; sie dient&lt;br /&gt;
vielmehr als Schlüssel zur subjektiven&lt;br /&gt;
und objektiven Realität.Dadurch, dass&lt;br /&gt;
sie den Menschen&lt;br /&gt;
voraussetzungslos&lt;br /&gt;
zeigt, wie er ist, gibt&lt;br /&gt;
die moderne Kunst&lt;br /&gt;
eine echtere Darstellung vom Menschen und der Kultur als in früheren&lt;br /&gt;
Epochen. Wenn der&lt;br /&gt;
Künstler zum kategorischen Morali&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sten wird, verliert er einen Teil&lt;br /&gt;
seines schöpferischen Genies.&lt;br /&gt;
Erzieher fordern oft wie Tolstoj&lt;br /&gt;
eine Zensur der zeitgenössischen&lt;br /&gt;
Kunst. Es soll nur das Schöne gefördert, Naturalismus abgelehnt,&lt;br /&gt;
unmoralische Literatur in Acht&lt;br /&gt;
und Bann getan werden. Sie vergessen ganz, dass Kunst nicht lebendig sein kann, wenn sie sich&lt;br /&gt;
in Idealsphären bewegt. Die&lt;br /&gt;
‚Athener waren in mancher Hinsicht glücklich zu preisen, weil&lt;br /&gt;
ihnen die historische Perspektive&lt;br /&gt;
fehlte. Sie verglichen nicht alle&lt;br /&gt;
ihre Kunstwerke mit-den babylonischen oder den ägyptischen.&lt;br /&gt;
Sie imitierten nicht andere Stilformen in der Malerei und Architektur, sondern vertrauten aufihr&lt;br /&gt;
eigenes Kulturempfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgabe der Kunst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunst hat fast überall eine untergeordnete Stellung, obwohl sie&lt;br /&gt;
ein Symbol für das Bleibende ist&lt;br /&gt;
und das was den Menschen am&lt;br /&gt;
meisten heben kann in Denken,&lt;br /&gt;
Gesinnung und Handeln. Deshalb: Kunst muss im Zentrum des&lt;br /&gt;
Lebens stehen. Die Hauptfunktion der Kunst ist, das Ghetto zu&lt;br /&gt;
überwinden, in sozialer, erzieherischer, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Kunst muss viel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
{{page|30|file=Tempora_08.pdf|page=30}}30&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mehr als jetzt die Umgebung des&lt;br /&gt;
Menschen prägen, eine Umgebung, die jetzt von Technik und&lt;br /&gt;
Automatisierung geprägt ist.&lt;br /&gt;
Alles Provinzielle und Partielle&lt;br /&gt;
muss im Kunstunterricht überwunden werden, d.h. die Kunst&lt;br /&gt;
als internationales Erlebnis - mit&lt;br /&gt;
genau soviel Interesse für asiatische als für europäische Kunst.&lt;br /&gt;
Man kann das Interesse an künstlerischem Schaffen und Gestalten nicht früh genug wecken. Es&lt;br /&gt;
muss konsequent erfolgen und&lt;br /&gt;
erreicht seinen Höhepunkt im Alter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne Intensivierung der&lt;br /&gt;
Wahrnehmungsmöglichkeiten,&lt;br /&gt;
wie Sehen, Hören, Analysieren,&lt;br /&gt;
Sprechen wird Kunst immer nur&lt;br /&gt;
ein oberflächliches Unterfangen&lt;br /&gt;
sein. Künstlerisches Interesse zu&lt;br /&gt;
wecken, heißt in die Tiefe gehen.&lt;br /&gt;
Kunst ist die Fähigkeit zur Konzentration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Erziehung als Kunst der&lt;br /&gt;
Ermutigung und Kunst als Begegnung betrachtet wird, dann&lt;br /&gt;
müssen wir die Produktionen&lt;br /&gt;
und Darstellungen von jungen&lt;br /&gt;
Künstlern viel mehr fördern.&lt;br /&gt;
Theoretisch wird das Schöpferische gepriesen, aber praktisch&lt;br /&gt;
auf fast jedem Gebiet vernachlässigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als irgendein Gegenstand kann der Kunstunterricht&lt;br /&gt;
zum schöpferischen Gestalten&lt;br /&gt;
und zu einem schöpferischen Le&lt;br /&gt;
bensstil führen. Sicher&lt;br /&gt;
ist zum Beispiel, dass&lt;br /&gt;
das Thea-tererlebnis&lt;br /&gt;
wichtiger ist als mathematische Begriffe,&lt;br /&gt;
aber wo ist das Theater&lt;br /&gt;
Zentrum der Erziehung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Massengesellschaft, wo der&lt;br /&gt;
Konsum herrscht, wo&lt;br /&gt;
eine graue Umgebung&lt;br /&gt;
besteht, einer Gesellschaft, geprägt durch&lt;br /&gt;
Interesselosigkeit, hat&lt;br /&gt;
Kunst die Bekehrerfünktion, den Menschen zu aktivieren, so&lt;br /&gt;
dass er seine Möglichkeiten besser verwirklichen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunst ist eine Methode der permanenten Sensibilisierung und emotionaler Erweiterung. Konkret heißt das,&lt;br /&gt;
dass die Kunst nicht für ein elitäres Publikum da ist, dass sie&lt;br /&gt;
uns provozieren muss zum Verständnis, zur Anteilnahme und&lt;br /&gt;
zum Mitgefühl für die Schwachen und Verstoßenen der Gesellschaft. Kunst vereint, vertieft und&lt;br /&gt;
erweckt immer wieder eine neue&lt;br /&gt;
Sehnsucht. Musik als bedeutendste Stufe der Kunst ist, wie Beethoven sagte, „Höhere Offenbarung als alle Weisheit und&lt;br /&gt;
Philosophie”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frederick Mayer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Autor ist international&lt;br /&gt;
als Kreativexperte anerkannt&lt;br /&gt;
Er war Universitätsprofessor&lt;br /&gt;
in den USA und ist Autor von&lt;br /&gt;
mehr als 20 Büchern&lt;br /&gt;
moderne internationale&lt;br /&gt;
Pädagogik hat er wesentlich&lt;br /&gt;
beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Buch „History of&lt;br /&gt;
EducationalThought&amp;quot;warals&lt;br /&gt;
Lehrbuch an über 400 Universitäten für Pädagogikstudenten Pflichtlektüre&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|31|file=Tempora_08.pdf|page=31}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Autonome Schüler&lt;br /&gt;
lem zu lösen, gibt es in&lt;br /&gt;
die Möglichkeit, eine(n)&lt;br /&gt;
um Hilfe zu bitten,&lt;br /&gt;
Training als Streit&lt;br /&gt;
iter mitgemacht hat. Ein&lt;br /&gt;
alb, weil es hier&lt;br /&gt;
trauen zu fassen&lt;br /&gt;
oblem vertraulich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Streitschlichtung,&lt;br /&gt;
Schülern für Schüke&lt;br /&gt;
führt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie funktioniert so eine&lt;br /&gt;
schlichtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal müsse\&lt;br /&gt;
Streitenden oder wenigst:&lt;br /&gt;
ner von ihnen bereit sein, das&lt;br /&gt;
blem anzugehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann begeben sie sich&lt;br /&gt;
angegebenen Zeiten in&lt;br /&gt;
Streitschlichterraum und&lt;br /&gt;
einen der Schlichter um&lt;br /&gt;
dringenden Fällen dürfen&lt;br /&gt;
Einverständnis des jew.&lt;br /&gt;
Fachlehrers sofort einen&lt;br /&gt;
ter ihrer Wahl aufsuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser erklärt ihnen zı&lt;br /&gt;
die Gesprächsregeln und&lt;br /&gt;
der Reihe nach beide Sen&lt;br /&gt;
ihre Sicht darzustellen&lt;br /&gt;
Schlichter hat dabei die Aufgabe,&lt;br /&gt;
dafür zu sorgen, dass die Parteien&lt;br /&gt;
sich nicht gegenseitig unterbrechen und aufmerksam zı&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AUTONOME&lt;br /&gt;
Sala&lt;br /&gt;
SIREITSCHLICHTUNG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
am Michael-Ende-Gymnasium&lt;br /&gt;
in Tönisvorst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konflikte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
friedlich&lt;br /&gt;
lösen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|32|file=Tempora_08.pdf|page=32}}32&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn der Andere das Problem&lt;br /&gt;
aus seiner Sicht darstellt. Er achtet auch darauf, dass die Gegner&lt;br /&gt;
sich nicht neue Kränkungen zufügen, die die Schlichtung erschweren würden. Wenn das Gesamtbild des Konflikts beiden&lt;br /&gt;
verständlich geworden ist, fordert der Schlichter die Parteien&lt;br /&gt;
auf, ihre Gefühle darzustellen, die&lt;br /&gt;
das Verhalten des Anderen in der&lt;br /&gt;
Streitsituation hervorgerufen&lt;br /&gt;
hat. In dieser Phase werden die&lt;br /&gt;
Gegner angeleitet, sich in die Lage des Gegenübers zu versetzen&lt;br /&gt;
und beginnen dadurch, den Anderen und sein Verhalten besser&lt;br /&gt;
zu verstehen. Das führt meist dazu, dass gegenseitige Ablehnung&lt;br /&gt;
sich langsam auflöst und Vertrauen wachsen kann. Die Streitenden erkennen, dass nicht die&lt;br /&gt;
Absicht, den Anderen zu verletzen, sondern der Versuch, sich&lt;br /&gt;
selbst vor Verletzungen zu schützen das als feindselig empfundene Verhalten ausgelöst hat. Indem die Motive sichtbar gemacht&lt;br /&gt;
werden, die beide zu ihren Reaktionen veranlasst haben, wird&lt;br /&gt;
meist die Grundlage für gegenseitiges tieferes Verständnis&lt;br /&gt;
geschaffen. Erst jetzt hilft der&lt;br /&gt;
Schlichter den beiden Parteien&lt;br /&gt;
selber eine Lösung zu finden,&lt;br /&gt;
mit der beide einverstanden sein können. Anschließend vereinbart er mit&lt;br /&gt;
ihnen einen&lt;br /&gt;
Termin, bei&lt;br /&gt;
dem sie berichten, wieweit sie die&lt;br /&gt;
Vorschläge&lt;br /&gt;
umsetzen&lt;br /&gt;
konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das klingt ein&lt;br /&gt;
fach, erfordert aber viel&lt;br /&gt;
Einfühlungsvermögen und&lt;br /&gt;
ein klar strukturiertes Vorgehen. Dieses lernen die Schlichter,&lt;br /&gt;
die sich freiwillig in der Streitschlichter-AG zum Training anmelden in etwa 15 Wochen.Die&lt;br /&gt;
AG dauert pro Woche 2&lt;br /&gt;
Unterrichtsstunden, also&lt;br /&gt;
90 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Vorteile hat eine solche&lt;br /&gt;
Einrichtung für Schüler und Lehrer?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schüler lernen schrittweise,&lt;br /&gt;
ihre Konflikte nicht mehr gewaltsam auszutragen, sondern Lösungen zu suchen, die allen Beteiligten Gewinn bringen. Vor allem&lt;br /&gt;
lernen sie aktives Zuhören und&lt;br /&gt;
Verstehen fremder Standpunkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch verbessert sich das&lt;br /&gt;
Klima in den Klassen und in der&lt;br /&gt;
Schule insgesamt. Ängste werden abgebaut und alle Beteiligten gewinnen mehr Selbstvertrauen, weil sie sicherer sein&lt;br /&gt;
können, dass ihre Probleme ernst&lt;br /&gt;
genommen werden und gelöst&lt;br /&gt;
werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Streitschlichter gewinnen&lt;br /&gt;
im Laufe der Ausbildung, die&lt;br /&gt;
überwiegend in Form von Rollenspielen abläuft,mehr Selbstbewusstsein und Sicherheit, weil&lt;br /&gt;
sie wissen, wie Konflikte ablaufen&lt;br /&gt;
und wie man sie bewältigen&lt;br /&gt;
kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich gezeigt, dass Streitschlichter bei der späteren Berufswahl von Arbeitgebern besonders gerne eingestellt werden, weil sie das Arbeitsklima verbessern. Der wirtschaftliche&lt;br /&gt;
Schaden, der jedes Jahr durch&lt;br /&gt;
Mobbing am Arbeitsplatz entsteht, geht in die Milliarden. Deshalb wissen kluge Arbeitgeber&lt;br /&gt;
eine solche Qualifikation zu&lt;br /&gt;
schätzen. Aber auch im Privatleben ist die Fähigkeit, Konflikte&lt;br /&gt;
friedlich zu lösen, von unschätzbarem Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehrer werden in ihrer Arbeit durch die Streitschlichter&lt;br /&gt;
entlastet, weil sie nicht mehr große Teile der Unterrichtszeit für&lt;br /&gt;
Konfliktbewältigung opfern müssen und weil Schüler, die nicht&lt;br /&gt;
von seelischen Problemen belastet sind, besser mitarbeiten können. Es ist daher oft günstiger,&lt;br /&gt;
wenn Schüler, die sich gerade in&lt;br /&gt;
den Haaren liegen, während der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterrichtszeit zum Streitschlichter gehen können,&lt;br /&gt;
{{page|33|file=Tempora_08.pdf|page=33}}statt im Unterricht zu stören&lt;br /&gt;
und sich und andere an der Arbeit zu hindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie wird man Streitschlichter?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausbildung zum Streitschlichter ist freiwillig. Das Anfangsalter beträgt ca. 14 Jahre,&lt;br /&gt;
d.h. ab der 8. Klasse, in Ausnahmefällen in der 2. Hälfte der 7.&lt;br /&gt;
Klasse können Schüler mit dem&lt;br /&gt;
Training beginnen. Da die AG&lt;br /&gt;
aber nicht mehr als 20 Schüler&lt;br /&gt;
pro Halbjahr ausbilden kann,&lt;br /&gt;
kann es passieren, dass Bewerber&lt;br /&gt;
erst in einen der Folgekurse aufgenommen werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Namen, Klassen, Dienstzeiten und Fotos der Schlichter werden nach abgeschlossenem Training im Schulgebäude sichtbar&lt;br /&gt;
plakatiert, so dass Hilfe suchende&lt;br /&gt;
Schüler wissen, an wen sie sich&lt;br /&gt;
wenden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie werden die Schlichter nach&lt;br /&gt;
Abschluss des Trainings betreut?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Anfangsphase werden die&lt;br /&gt;
Schlichter von dem ausbildenden&lt;br /&gt;
Lehrer betreut. Bei dringenden&lt;br /&gt;
Problemen wenden sie sich an&lt;br /&gt;
ihn. Ansonsten haben sie die&lt;br /&gt;
Möglichkeit, einmal pro Woche&lt;br /&gt;
zu einem festgesetzten Termin&lt;br /&gt;
zum Erfahrungsaustausch in&lt;br /&gt;
den Schlichterraum zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später, wenn die Streitschlichter mehr Erfahrungen&lt;br /&gt;
gewonnen haben, können sie&lt;br /&gt;
selbst freiwillig als Tutoren Anfänger beraten und betreuen. An&lt;br /&gt;
Schulen, wo das Projekt schon&lt;br /&gt;
mehrere Jahre läuft, hat sich&lt;br /&gt;
gezeigt, dass die Schüler, die&lt;br /&gt;
schon einige Dutzend Schlichtungen gemacht haben, oft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bessere Ratschläge geben können als die betreuenden Lehrer.&lt;br /&gt;
Diese stehen aber dennoch zu&lt;br /&gt;
den festgelegten Terminen für&lt;br /&gt;
Beratungen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Grenzen hat die Schüler-Streitschlichtung?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Streitschlichtung kann nicht&lt;br /&gt;
Konflikte verhindern, denn wo&lt;br /&gt;
Menschen zusammenleben, entstehen Konflikte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Ziel ist es, mit Konflikten&lt;br /&gt;
angemessen und menschenwürdig umgehen zu lernen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt allerdings Konflikte, die&lt;br /&gt;
die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Schülerschlichter übersteigen. In Fällen, wo eine psychologische Beratung erforderlich ist,&lt;br /&gt;
können in Absprache mit den&lt;br /&gt;
Konfliktparteien andere Wege gesucht werden. Der Fall muss aber&lt;br /&gt;
vertraulich behandelt werden,&lt;br /&gt;
das heißt, dass nur mit dem Einverständnis der Beteiligten andere Personen um Hilfe gebeten&lt;br /&gt;
werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
{{page|34|file=Tempora_08.pdf|page=34}}34&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
TEMPORA 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Bedenken könnten gegen das Projekt vorgebracht werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lehrer befürchten manchmal, die&lt;br /&gt;
gewährten Freiheiten könnten&lt;br /&gt;
von Schülern missbraucht werden oder die Verantwortung könne von Schülern nicht getragen&lt;br /&gt;
werden. Es hat sich aber herausgestellt, dass diese Bedenken immer geringer werden, je länger&lt;br /&gt;
ein solches Projekt an einer Schule existiert. Da eine Streitschlichtung für die Streitenden keine&lt;br /&gt;
lockere Freizeitunterhaltung ist,&lt;br /&gt;
sondern anstrengende Bemühungen erfordert, begreifen&lt;br /&gt;
Schüler sehr schnell, dass es einfacher ist, im Unterricht anwesend zu sein als sich zur Schlichtung zu begeben. Das verhindert&lt;br /&gt;
den Missbrauch der Einrichtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Streitschlichter-Ausbildung&lt;br /&gt;
macht auch nicht die pädagogischen und psychologischen Fachkenntnisse der Beratungs-, Klassen- und Fachlehrer überflüssig.&lt;br /&gt;
Sie entlastet diese Personen nur&lt;br /&gt;
auf Gebieten, zu denen sie weniger Zugang haben als Schüler&lt;br /&gt;
und wo sie sich oft überfordert&lt;br /&gt;
fühlen. Sie stellt also keinen Ersatz für Beratung und Erziehung&lt;br /&gt;
durch Lehrerinnen und Lehrer dar,&lt;br /&gt;
sondern versucht einen Beitrag&lt;br /&gt;
für ein friedliches Schulleben zu&lt;br /&gt;
erbringen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Befürchtung, die&lt;br /&gt;
Schlichter oder die Konfliktparteien könnten durch Ausfall von Unterricht im Lernfortschritt behindert werden, hat sich in der Praxis&lt;br /&gt;
als weitgehend unbegründet erwiesen. Die Schlichter stehen nur&lt;br /&gt;
zu bestimmten, mit ihrem Stundenplan abgestimmten Zeiten&lt;br /&gt;
zur Verfügung. Nur in seltenen&lt;br /&gt;
Ausnahmefällen werden sie aus&lt;br /&gt;
dem Unterricht geholt, dessen&lt;br /&gt;
Stoff sie wie die Konfliktparteien&lt;br /&gt;
nacharbeiten müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese geringfügigen Einschränkungen werden mehr als aufgewogen durch das spürbar größere Maß an sozialer Verantwortlichkeit und Problemlösungskompetenz, die die betreffenden&lt;br /&gt;
Schüler gewinnen und dadurch,&lt;br /&gt;
dass ihr positives Beispiel auch&lt;br /&gt;
auf andere Schüler positiv wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was erfordert das Projekt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Streitschlichtung an Schulen&lt;br /&gt;
kann nur soweit erfolgreich sein,&lt;br /&gt;
wie sie von allen am Schulgeschehen Beteiligten unterstützt,&lt;br /&gt;
d.h. zumindest nicht behindert&lt;br /&gt;
wird. Wenn Eltern, Schüler und&lt;br /&gt;
Lehrer an einem Strang ziehen,&lt;br /&gt;
wenn erkannt wird, dass durch&lt;br /&gt;
ein solches Projekt alle nur gewinnen und niemand etwas verlieren kann, dann entstehen&lt;br /&gt;
mehr Vertrauen und Verständnis&lt;br /&gt;
in alle Richtungen. Dies aber ist&lt;br /&gt;
die wichtigste Voraussetzung für&lt;br /&gt;
ein effektives Lernen und Arbeiten an der Schule&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roland Greis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|35|file=Tempora_08.pdf|page=35}}DE&lt;br /&gt;
BAHA&#039;RELIGION&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZENTRALE GESTALTEN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZENTRALE LEHREN&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einheit Gottes&lt;br /&gt;
Es gibt nur einen Gott, mit welchem Namen er&lt;br /&gt;
auch benannt oder umschrieben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einheit der Religionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Offenbarungsreligionen bergen den gleichen&lt;br /&gt;
Kern ewiger Wahrheiten, wie die Liebe zu Gott und&lt;br /&gt;
den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestimmte Gesetze jedoch, die z.B. die Organisation der Gemeinde, das Sozialwesen, Hygiene etc.&lt;br /&gt;
betreffen, müssen sich im Zuge der Menschheitsentwicklung verändern. In großen Zyklen offenbart&lt;br /&gt;
Gott sich durch seine Boten wie Krishna, Buddha,&lt;br /&gt;
Moses, Christus, Mohammed und Bahä’u’llah und&lt;br /&gt;
erneuert diesen Teil seiner Gebote als Antrieb für den&lt;br /&gt;
menschlichen Fortschritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einheit der Menschheit&lt;br /&gt;
Die Menschheit ist eine einzige große Familie mit&lt;br /&gt;
völlig gleichberechtigten Mitgliedern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihren Ausdruck finden diese grundlegenden&lt;br /&gt;
Lehren in Prinzipien wie:&lt;br /&gt;
« Selbstständige Suche nach Wahrheit&lt;br /&gt;
« Gleichstellung von Frau und Mann&lt;br /&gt;
« Soziale Gerechtigkeit&lt;br /&gt;
« Entscheidungsfindung durch Beratung&lt;br /&gt;
- Abbau von Vorurteilen&lt;br /&gt;
* Übereinstimmung von Religion&lt;br /&gt;
und Wissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bab (1819-1850), der Vorbote&lt;br /&gt;
Baha’u’lläh (1817-1892), der Stifter&lt;br /&gt;
&#039;Abdu’l-Baha (1844-1921), der Ausleger&lt;br /&gt;
Shogi Effendi (1897-1957) der Hüter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DIE BAHÄ’I-GEMEINDE&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
organisiert sich in Gremien, die auf örtlicher,&lt;br /&gt;
nationaler und internationaler Ebene von allen&lt;br /&gt;
erwachsenen Gemeindemitgliedern in freier,&lt;br /&gt;
gleicher und geheimer Wahl ohne Kandidatur&lt;br /&gt;
oder Wahlkampagnen gewählt werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt keine Priester.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
‚Europäisches Bahä&#039;i-Haus der Andacht&lt;br /&gt;
in Hofheim-Langenhain/ Deutschland&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{page|36|file=Tempora_08.pdf|page=36}}�&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2025-08-13T17:07:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Global rename script: Global rename script verschob die Seite Benutzer:David/Test nach Benutzer:Sarah/Test: Seite während der Umbenennung des Benutzers „David“ in „Sarah“ automatisch verschoben&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Benutzer:Sarah/Test]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Global rename script: Global rename script verschob die Seite Benutzer:David/Test nach Benutzer:Sarah/Test: Seite während der Umbenennung des Benutzers „David“ in „Sarah“ automatisch verschoben&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| border=&amp;quot;1&amp;quot; &lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;text-align: center;&amp;quot;|Schritte auf dem Weg zum Weltfrieden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;text-align: center;&amp;quot; | Eine chronologische Auswahl von Ereignissen&amp;lt;br&amp;gt;ım Bereich der internationalen Zusammenarbeit&amp;lt;br&amp;gt;ım 19. und 20. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 10%&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Jahr&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039; || &#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;EREIGNIS&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039; || &#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;BEDEUTUNG&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1817 || Rush-Bagehot-Abkommen zur Entmilitarisierung der US-kanadischen Grenze || &#039;&#039;Bahnbrechender bilateraler Abrüstungsvertrag. ( noch gültig )&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|   ||   ||  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;See my user page here: https://bahai.works/User:David&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
To-do:&lt;br /&gt;
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* [[Wirklichkeit]] - add in page images&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Global rename script: Global rename script verschob die Seite Benutzer:David/common.js nach Benutzer:Sarah/common.js: Seite während der Umbenennung des Benutzers „David“ in „Sarah“ automatisch verschoben&lt;/p&gt;
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		<updated>2025-08-13T15:25:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Global rename script: Global rename script verschob die Seite Benutzer:David/common.js nach Benutzer:Sarah/common.js: Seite während der Umbenennung des Benutzers „David“ in „Sarah“ automatisch verschoben&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;$( function() {&lt;br /&gt;
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            if (navigator.clipboard) {&lt;br /&gt;
                navigator.clipboard.writeText(url).then(() =&amp;gt; {&lt;br /&gt;
                    mw.notify(&amp;quot;Paragraph link copied!&amp;quot;);&lt;br /&gt;
                });&lt;br /&gt;
            }&lt;br /&gt;
            &lt;br /&gt;
            // Fallback: select and copy&lt;br /&gt;
            var tempInput = $(&#039;&amp;lt;input&amp;gt;&#039;).val(url).appendTo(&#039;body&#039;);&lt;br /&gt;
            tempInput.select();&lt;br /&gt;
            document.execCommand(&#039;copy&#039;);&lt;br /&gt;
            tempInput.remove();&lt;br /&gt;
            &lt;br /&gt;
            // Ensure navigation works&lt;br /&gt;
            window.location.hash = paragraphId;&lt;br /&gt;
        });&lt;br /&gt;
        &lt;br /&gt;
        $( elem ).prepend($link);&lt;br /&gt;
    } );&lt;br /&gt;
} );&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Global rename script</name></author>
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